Transalp 1994 Schweiz: Glacier-Expreß Luzern -
Montreux
Das wichtigste in Kürze
| Strecke |
Göschenen - Wassen - Susten-Pass - Meiringen
- Gr. Scheidegg - Grindelwald - Kl. Scheidegg - Faulensee - Spiez -
Diemtig-Tal - Weissenbach - Jaun-Pass - Château d'Oux - Col
de Jaman - Montreux |
| Länge |
324 km |
| Höhenmeter |
7277 hm |
| Termin |
7.-12. August 1994 |
| Etappen (6) |
| Tag |
Strecke |
km |
hm |
|
1.Tag |
Göschenen - Wassen - Susten-Pass -
Meiringen |
55 |
1558 |
|
2.Tag |
Meiringen - Große Scheidegg -
Grindelwald |
33 |
1602 |
|
3.Tag |
Grindelwald - Kleine Scheidegg - (Jungfrau-Joch
per Bahn) - Wengen - Lauterbrunnen - Interlaken - Faulensee |
61 |
1230 |
|
4.Tag |
Faulensee - Spiez - Oy - Diemtig-Tal -
Pass-Höhe - Weissenbach - Jaun-Pass |
60 |
1508 |
|
5.Tag |
Jaun-Pass - Griesbach-Tal - Rougemont -
Château d'Oux - Montbovon |
55 |
797 |
|
6.Tag |
Montbovon - Col de Jaman - Montreux |
60 |
582 |
Detail-Infos zu den Tagesetappen siehe
Verweise im Tourbericht
|
| Landkarten |
Schweizerische Bundesanstalt für
Landestopographie (CH-3084 Wabern, Tel.: 0041/(0) 31/9632111, Fax:
9632325)
Nr. 255 Sustenpass, Nr. 254 Interlaken, Nr. 253 Gantrisch, Nr. 263
Wildstrubel, Nr. 262 Rochers de Naye - Maßstab 1:25.000 (sehr
genau), Maßstab 1:50.000 wäre auch ausreichend
Bezug in Deutschland z.B. über Alpenverein |
| Tourplanung |
Dieter Stein nach Toni Wölfinger -
"Transalp"
(ISBN 3-7688-0845-9) |
| Tourführung |
Dieter Stein |
| Teilnehmer |
Andreas Albrecht |
Tourbericht
| Prolog |
|
Die Idee zu meiner ersten MTB-Tour begann 1993
zu keimen. Auf einem Seminar kam ich mit meinem damaligen Kollegen
Dieter ins Gespräch. Er war schon auf MTB umgestiegen,
ich fuhr seit Jahren Rennrad und Tandem und stand dem "neuen" zweirädrigem
Fortbewegungsmittel noch skeptisch gegenüber. Die Tour-Idee
fand ich gut, dachte jedoch, es reicht, daß ich an meinem Rad
nur die übersetzung ändern muss und ab geht's in die
Berge. Zum Glück machten wir vorher eine Testfahrt auf den
Brocken. 
Dabei ist an meinen Rad die Hinterachse gebrochen. Damit war die
Entscheidung gefallen. Ich lieh mir ein weißes Specialized
Rockhopper aus. Das MTB ließ mich von nun ab nicht mehr aus
dem Bann.
Im August ging es dann los.
Der Sommer 1994 war lang und heiß. In Thüringen brachte
er ca. 6 Wochen hintereinander Sommertage mit mehr als 25 °C
hervor. Mit 2 Autos trafen wir uns in Montreux, am Ufer des Genfer
See oder Lac Leman, wie ihn die französisch sprechenden
Schweizer nennen. Hier sollte die Tour enden. Ein Fahrrad umgeladen
und ab ging's nach Göschenen, dem Ausgangspunkt, wo wir in der
Jugendherberge (JH) Plätze reserviert hatten. Im
Massen-Schlafsaal bezogen wir mit Dutzend anderen Quartier. Die
Luft war nachts entsprechend. Ohropax hatte ich in weiser
Voraussicht mit. Es sollte fast das wichtigste Requisit auf all
meinen Touren bleiben.
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| 1. Tag: Susten-Pass |
Nach der Nacht im Massen-Schlafsaal waren wir froh, auf dem Weg
von Göschenen hinab nach Wassen frische Luft in unsere Lungen
blasen zu lassen. Im Ort entschließen wir uns, die
Fahrstraße zum Susten-Pass zu nehmen. Heute sind Unmengen von
Renn-Radlern unterwegs. Anscheinend läuft ein Amateur-Rennen.
Wir fahren unser Tempo und erreichen schließlich die
Passöhe. Ein kurzer Abstecher zu den bläulich
schimmernden Abbrüchen des Stein-Gletschers ist auf jeden Fall
der Mühe wert. Denn heute geht es nur noch bergab bis
Meiringen, wo wir wieder in der JH übernachten. Das ist in der
Schweiz recht preiswert im Vergleich zu den anderen
Möglichkeiten.
Meiringen und sein Wasserfall ist berühmt durch Sherlock
Holmes. Arthur Conan Doyle ließ ihn hier in seinem letzten
Krimi verschwinden. |
| Tourdetails: (Strecke,
Höhenprofil) |
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| 2.Tag: Grindelwald |
In der
Nacht schüttete es wie aus Kübeln und auch am Morgen sah
das Wetter nicht sehr gut aus. Wir beschlossen abzuwarten, die vor
uns liegende Etappe war eh kurz. Tatsächlich reißen die
Wolken gegen 10 Uhr auf, los geht's. Ein kurzes Steilstück am
Wasserfall ist noch regenfeucht, aber dann wird es zunehmend
besser. Wir lernen uns per Karte und Höhenmesser zu
orientieren. In Verbindung mit den topographischen
Detailkarten 1:25.000 lässt sich der Standort exakt bestimmen.
Inzwischen halte ich einen Höhenmesser auf der Tour für
unverzichtbar. Ich kann so immer bestimmen, wo ich bin und
weiß, wieviel Höhenmeter noch vor mir liegen.
In Verbindung mit der Formel - 1 Stunde = 400-500
Höhenmeter im Aufstieg - kann ich so einschätzen,
ob ein Wegeabschnitt heute noch machbar ist. Am alten Grand-Hotel
"Rosen-Laui" rasten wir bei einer Tasse Kaffee mit Blick auf den
gleichnamigen Gletscher. Weiter geht es das nur von Postbussen
befahrene Tal aufwärts bis zur Großen Scheidegg. Hier
öffnet sich der Blick auf Grindelwald und zur Eiger-Nordwand.
Rasch sind wir im Ort und beziehen Quartier im Massenlager im Hotel
Alpenrose. |
| Tourdetails: (Strecke,
Höhenprofil) |
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| 3.Tag: Eiger, Jungfrau, Mönch |
Ein strahlender Tag
bricht an. In steilen Serpentinen geht es hinauf zur Kl. Scheidegg.
Wanderer gehen den geraden Weg hoch. Wir treffen sie immer wieder.
Oben angelangt, kommt man voll ins Touristengetümmel. Wir
nutzen die Gelegenheit und fahren neben vielen Japanern mit der
Zahnradbahn hoch. Die legendäre Bahn legt einen Zwischenstopp
am Fenster aus der Eiger-Nordwand ein. Der Blick hinaus nimmt einem
den Atem. Endstation ist bei 3454 m am Jungfrau-Joch.
Unmassen von Menschen, viele mit Sommersandälchen, stapfen
durch den sulzigen Schnee. Das Projekt eines Hotels hier oben
konnte gerade noch abgewendet werden. Ich suche mir einen stillen
Fleck und genieße den Blick auf den Aletsch-Gletscher, den
größten Europas. Bei der Rückkehr schließen
wir unsere Räder los und hinab geht's es nach Wengen und
weiter steil hinab nach Lauterbrunnen. Unsere MTB haben nur
Cantilever-Bremsen, keine Federung. Das reine Vergnügen ist es
nicht. Die Schiffs-Passage auf dem Thuner See schenken wir uns und
radeln stattdessen am Seeufer entlang bis Faulensee. |
| Tourdetails: (Strecke,
Höhenprofil) |
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| 4.Tag: Diemtig-Tal, Jaun-Pass |
Auf der See-Terrasse des Hotels nehmen wir ein umfangreiches
Frühstück zu uns, sehr stimmungsvoll. Auf der Strecke
über Spiez nach Oy treffen wir dann Bike-Kollegen aus dem
Harz. Sie sind straff unterwegs. An der ersten Pass-Höhe beim
übergang nach Weissenbach treffen wir sie wieder. Bei einem
schwergewichtigen Radkollegen ist am Hinterrad eine Speiche
gebrochen, natürlich auf der Ritzel-Seite (Murphy's Gesetz).
Wir können nicht helfen (seitdem gehört eine Notspeiche
immer dazu). Er muss zurück ins Tal, um
Reparaturmöglichkieten zu suchen.
Wir radeln auf gutem Schotterweg hinab ins Tal nach Weissenbach
und essen kräftig Mittag, Schweinebraten mit
Klößen, dazu ein halber Liter Bier. Das war nicht die
richtige Wahl, denn der Aufstieg zum Jaun-Pass liegt noch vor uns.
Wir befahren die wenig frequentierte Straße hoch, das Essen
liegt wie Blei im Magen. In Zukunft nur noch Nudeln oder Suppe zum
Mittag, schwöre ich mir. Am Jaun-Pass finden wir problemlos
Quartier im Massenlager. Es beginnt zu regnen, die ganze Nacht
durch. |
| Tourdetails: (Strecke,
Höhenprofil) |
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| 5. Tag: Château d'Oux |
Wieder ist uns das Glück hold. Nur noch Nebelschwaden ziehen
durch die Berge. Die Wege sind noch feucht und voller Kuhfladen,
aber traumhaft einsam und still. So liebe ich Touren mit dem MTB.
An einer bewirtschafteten Alm-Hütte scheint die Zeit vor
Jahrhunderten stehen geblieben zu sein, so uralt sieht sie aus. Ein
Blick um die Ecke gibt den Blick auf ein All-Rad-Fahrzeug frei. Die
Neuzeit hat uns wieder. Eine der wenigen kurzen Schiebepassagen
bringt uns zum übergang in den französisch-sprachen Teil
der Schweiz. Beim Bäcker im ersten Ort verpflegen wir uns erst
mal und radeln dann weiter auf Neben- und Radwegen via
Château d'Oux bis Montbovon. |
| Tourdetails: (Strecke, Höhenprofil)
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| 6. Tag: Genfer See |
Der
letzte Tag bringt nur noch eine kurze Etappe. Kurz vor dem Col de
Jaman queren wir eine Bahnstrecke. Wie der Zufall will, fährt
der berühmte Glacier-Express gerade vorbei. Die Tour hat ihren
Namen. Ab der Pass-Höhe geht es in Serpentinen hinab nach
Montreux. Immer wieder halten wir an, um die Aussicht zu
genießen. Wir haben Zeit, da wir noch eine Nacht in der JH am
Seeufer verbringen. Der Tag klingt aus in einem Gartenlokal in den
Weinbergen von Vevey.
Die erste Transalp-Tour liegt hinter mir. Es wird nicht die letzte
sein. |
| Tourdetails: (Strecke,
Höhenprofil) |
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| Fazit |
- Ideale Einsteigertour, um alpine Erfahrungen zu sammeln
- fast komplett fahrbar, keine Extremetappen
- landschaftliche Highlights in Hülle und Fülle
- Nachteil: Schweiz ist teures Pflaster; logistische Probleme:
von Deutschland aus verfährt man 2 Tage mit dem Auto, um vom
Start- zum Zielort und zurück zu gelangen
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