| Strecke | Pfelders - Lazins - Eisjöchl - Pfossental - Schnalstal - Etschtal - Naturnser Alm - Ultental - Meran - Passeiertal - Moos | ||||||||||||||||
| Länge | 129 km | ||||||||||||||||
| Höhenmeter | 3940 hm | ||||||||||||||||
| Termin | 1. - 3. August 1997 | ||||||||||||||||
| Etappen (3) |
Detail-Infos zum Nachfahren der Tagesetappen siehe Verweise im Tourbericht | ||||||||||||||||
| Landkarten | Kompass:
Digitale Karte Südtirol,
53
Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die Nummer | ||||||||||||||||
| Tourplanung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||
| Teilnehmer | Andreas Albrecht, Dieter Stein |
| Prolog |
|---|
|
Angeregt durch das Buch "Transalp-Alpenüberquerungen mit dem Mountainbike" von Toni Wölfinger nahm ich seit 1994 die ersten Wege in den Alpen und am Gardasee unter die Stollenreifen. Zu Anfang fuhr ich einfach erprobte Touren nach. Aus Vorsicht wählte ich diese Vorgehenweise und meine Erfahrungen sollten mir Recht geben. Touren im hochalpinen Raum, sei es zu Fuß oder mit dem MTB, bergen naturgemäß Risiken und Gefahren in sich. Leichtsinn, mangelnde Sorgfalt und/oder ungenügende physische und mentale Vorbereitung können schwerwiegende Folgen haben (siehe meinen Bericht 1996er Transalp-Tour). Wer sein Maß dann gefunden hat, wer nicht das Abspulen von Kilometern und Höhenmetern als wichtigstes Ereignis ansieht, merkt bald, daß sich mit dem MTB einzigartige Erlebnisräume in den Alpen er-"fahren" lassen. Pfade weitab jeglichen Massentourismus vermitteln im Herzen Europas das Gefühl unendlicher Weite und Größe. Und doch ist man bergab mit dem MTB oft in nur einer halben Stunde wieder mitten im pulsierenden Leben. Inzwischen wuste ich die Karten richtig zu lesen, um anhand der Höhenlinien und Wegmarken Schiebepassagen zu erkennen und ihre Schwierigkeiten einzuschätzen. Tourberichte anderer las ich nun mit kritischem Blick, entnahm ihnen aber viele Detail-Informationen. Nach der Testfahrt allein auf's Eisjöchl im September 1996 kristallisierte sich die Idee einer Rundtour über drei Etappen ;heraus. Das bringt nebenbei logistische Vorteile, wenn man wie ich mit dem Auto anreist. |
| 1. Tag: Eisjöchl - 2908 m |
|---|
|
Ausgangspunkt war das Gasthaus "Bergkristall", ca. 2 km vor Pfelders im Hinteren Passeier-Tal. Beim Aufstieg zum Eisjöchl sind ab der Lazinser Alm (bis hierhin durchweg und gut fahrbar) gut 1000 Höhenmeter durch schieben, selten tragen zu überwinden. Die Route geht auf alte Militärpfade des 1. Weltkrieges zurück. Deshalb ist es kein größeres Problem, die Strecke bei entsprechender Ausdauer zu schaffen. Unsere einzigen Probleme in diesem Jahr waren ein paar größere Schneefelder (im April/Mai hatte es noch reichlich Neuschnee gegeben) und eine kleine Ziegenherde, die von Pfelders her Wanderer begleitete. Als wir sie passierten, hängten sich die Ziegen an uns dran, wahrscheinlich weil wir so gut rochen. Bald begannen sie an unserem Gepäck und schließlich an den Reifen herumzuknappern. Glücklicherweise erreichten wir kurz darauf die Stettiner Hütte. Die Ziegen trollten sich zurück in Richtung Pfelders auf der Suche nach neuen Opfern. Nach ausgiebiger Rast ging es dann durch Pfossen- ins Schnalstal rasant hinab. An der Burg Juval, dem Wohnsitz von Reinhold Messner, ist das Etsch-Tal erreicht. |
| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
| 2. Tag: Naturnser Alm |
|---|
| Zum Übergang ins Ultental benutzten wir den Weg ab Naturns über die Naturnser Alm. Im Jahr zuvor hatte ich den Weg über den Tarscher Pass genommen (siehe Eisjöchl-Tour 1996), der nicht berauschend ist. Andere Tourvarianten lasen sich auch nicht gerade einladend. Ich studierte deshalb intensiv die Landkarte und "entdeckte" einen Weg, der ein Sträßchen darstellen mußte. Diese Route hatte ich noch in keinem Bericht gelesen. Nachfragen vor Ort bei Einheimischen bestätigten mit dann, daß dieser Weg bergauf zum größten Teil fahrbar sein müßte. Tatsächlich lassen sich die 1400 Höhenmeter zur Naturnser Alm komplett fahren. Auf dem Bergrücken ging es dann Richtung St. Vigil. Traumhafte Sicht auf die Dolomiten belohnte den gelungenen Versuch, selbst eine Route zu finden. Ab St. Vigil ging es dann abwärts via Pawigl, Ulten-Tal nach Meran. Unterkunft bezogen wir in Dorf Tirol, dem Balkon von Meran. |
| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
| 3. Tag: Passeier-Tal |
|---|
| Die letzte Etappe führt das Passeier-Tal auf dem gut ausgebauten Radweg leicht hinauf bis St. Leonhard. Ab hier wird es etwas steiler bis Moos und dann zum Ausgangspunkt zurück. Zum Schluß entdeckten wir dann, daß es in Südtirol ohne weiteres möglich ist, das Fahrrad im Bus mitzunehmen. Das ist spottbillig und erspart einem Schinderei, wenn man keine Lust mehr auf Höhenmeter hat. |
| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
| Fazit: |
|---|
|
Ab Ende Juli, besser jedoch im August bis September ist diese Rundtour ein absolutes Highlight in den Alpen.
Gute konditionelle Vorbereitung und ein intaktes, möglichst vollgefedertes
MTB machen die Eis-Jöchl-Tour zum einmaligen Erlebnis, wenn auch noch das
Wetter mitspielt. Bei 3 Tagen braucht man auch nicht viel Gepäck im
Rucksack. Den Sturzhelm nicht vergessen und los kann's gehen. Eine Überlegung ist es auch wert, die Tour andersherum zu fahren, den Aufstieg durchs Pfossental zu machen. Ich denke, daß man dabei sehr viel mehr fahren kann statt schieben zu müssen. Seit dem 10.Oktober 2003 liegt eine Info dazu vor. Christian Förster (www.singletrail.de.vu) schrieb dazu: Ich bin in diesem Sommer zweimal von Naturns aufs Eisjöchl gefahren. Die besondere Herausforderung ist halt, dass du da 2400 Höhenmeter am Stück bergauf hast. Das ist schon der Kick... Jedenfalls ist es bis zum Eishof auf ungefähr 2000 Metern Höhe nur ein rein konditionelles Problem. Die Straße und der Schotterweg bis dahin sind problemnlos fahrbar. Ab dem Eishof beginnt dann die Militärpiste bergauf. Ungefähr eine halbe Stunde kann man noch fahren, dann stehen 1,5 Stunden Schieben mit kurzen Fahr-Passagen an. Ich empfand diese 1,5 Stunden Schiebepassage als angenehm: Man muss nicht tragen und die Landschaft ist fantastisch. Insgesamt muss man 4-5 Stunden Nettofahrzeit von Naturns bis zum Joch einplanen, dazu kommen natürlich noch die Zeiten für Pausen. Beim ersten Mal bin ich unten um kurz vor 7 los und war um 14 Uhr am Joch. Beim zweiten Mal bin ich um 8 los, habe längere Pausen als beim ersten Mal gemacht, und war um 15 Uhr oben. |