| Strecke | Gomagoi - Stilfser Joch - Goldsee - Pass Umbrail - Bocchetta di Forcola - Val Mora - St. Maria im Münstertal - Stilfser Joch - Sulden - Madritschjoch - Zufallhütte - Goldrain | ||||||||||||||||||||
| Länge | 150 km | ||||||||||||||||||||
| Höhenmeter | 5045 hm | ||||||||||||||||||||
| Termin | 8.-11. August 1998 | ||||||||||||||||||||
| Etappen (4) |
Detail-Infos zum Nachfahren der Tagesetappen siehe Verweise im Tourbericht | ||||||||||||||||||||
| Landkarten | Kompass:
Digitale Karte Südtirol,
072
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| Tourplanung | Dieter Stein, Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||
| Teilnehmer | Dieter Stein, Andreas Albrecht |
| Prolog |
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Nach den guten Erfahrungen mit einer Rundtour 1997 (Eisjöchl) sollte es in diesem Jahr genauso laufen. In der Zeitschrift "Bike" gab es einen Bericht über das Madritsch-Joch bei Sulden. Die dabei erreichbare Höhe von 3123 m reizte mich ungemein. Relativ schnell war mir nach einem Blick auf die Landkarte klar, daß hier Highlights auf engstem Raum zusammenliegen. Als Ausgangspunkt wählte ich Gomagoi an der Stilfser-Joch-Straße, denn das zu bezwingen ist für ein Mountainbike nun wirklich kein Problem. Während unserer Tour hatten wir auch unglaubliches Wetter-Glück. Im Tal war es gnadenlos heiß, selbst auf dem Madritsch-Joch reichte die dünne Gonso-Jacke.
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| 1. Tag: Stilfser Joch |
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| Die Auffahrt zum Stilfser Joch gehört zu den größten Radler-Wallfahrten in den Alpen. An manchen Tagen sind es Heerscharen, meist mit dem Rennrad. Mit der Übersetzung eines Rennrades ohne drittes Kettenblatt ist das gar nicht mal so ohne. Mit den Übersetzungen eines MTB ist es eigentlich nur eine Fleißaufgabe, wenn man normal trainiert ist. Wir sind also überraschend schnell oben. Bei gnadenlosem Sonnenschein fahren wir noch die Stichstraße hoch zum Hotel Ortler, dem klassischen Stützpunkt für die Fans des Sommer-Skilaufens am Stilfser Joch. Heute kommen die Freunde des Sulz-Schnees voll auf ihre Kosten. Wir sitzen in 3000 m Höhe im kurzen Trikot im Freien und schwitzen. Neben uns sitzen Skiläufer, ein interessantes Zusammentreffen mit Traumblick auf König Ortler. In Strömen fließt das Schmelzwasser über den nahen Gletscher. Wieder am Joch angekommen erklimmen wir noch die andere Seite und drehen eine kleine Runde mit Ziel Goldsee. Die abschließende Abfahrt die Stilfser-Joch-Straße hinunter ist ein reines Vergnügen für uns Radler, für die Kolonnen der Autos und Motorräder bei der heutigen Fülle wohl nicht so sehr, aber das ist uns egal. |
| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
| 2. Tag: Bocchetta di Forcola, Val Mora |
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| Der geplante Bus-Transfer zum Stilfser Joch klappt wegen Überfüllung leider nicht. Also los mit dem Auto und es oben abgestellt. Den Massen entfliehen wir schnell und tauchen am Pass Umbrail ab in die Stille der Bergwelt. Auf alten Kriegspfaden begegnen wir der Sinnlosigkeit des Krieges vor reichlich 80 Jahren. Bis in Höhen von weit über 3000 m mußten die Soldaten Stellungen ausbauen, Wege anlegen und in fürchterlicher Winterkälte ausharren. Die Überreste an der Bochetta di Forcola sprechen eine beredte Sprache. Andererseits jedoch wurden dadurch viele Teile der Alpen mit Wegen so erschlossen, daß wir sie heute mit MTB nutzen können. So erfüllen sie zumindest einen späten sinnvollen Zweck. Über eine grüne Grenze erreichen wir im Val Mora die Schweiz. Das Val Mora ist ein langgezogenes Hochtal, das sehr an die Kulisse von Indianerfilmen erinnert. Bei den drückenden Temperaturen heute freuen wir uns über jede Abkühlung an den Viehtränken oder Gebirgsbächen. Wasserprobleme gibt es in den Alpen nicht. Man kann unbedenklich das natürliche Wasser trinken. Der Tag klingt nach einer rauschenden Schotterabfahrt ins Münstertal aus. Die Übernachtung ist in der Schweiz in Jugendherbergen sehr zu empfehlen, das schont die Reisekasse ungemein. Das Preisniveau ist ansonsten für deutsche Verhältnisse hoch. |
| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
| 3. Tag: Münstertal |
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| Nach dem Frühstück beim Bäcker erobern wir das Stilfser Joch heute von der anderen Seite aus. Der Weg bis Pass Umbrail ist eine wenig befahrene Autostraße, die weiter oben in eine feste Schotterpiste übergeht. Ab Pass Umbrail wird der Verkehr dichter, aber die Stilfser Joch-Straße hinab ist man mit dem Rad immens im Vorteil. In Außersulden finden wir dann unser Quartier im Rumwaldhof belegt vor. Das verhilft uns jedoch zu einer preiswerten Übernachtung. Der Wirtin ist es sichtlich peinlich, das fest vereinbarte Quartier vergeben zu haben. Wir nächtigen auf einer Doppel-Luftmatratze im Frühstücksraum, werden ordentlich verpflegt und es kostet fast gar nichts. |
| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
| 4. Tag: Madritschjoch |
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Der heutige Tag bringt das bislang "höchste" Erlebnis mit dem MTB in den Alpen für mich. Bei absolutem Traumwetter stehen wir gegen 11.00 Uhr auf dem Madritsch-Joch, dem wohl höchsten Punkt, den man sinnvoll in den Alpen per Bike erreichen kann. Die Suldener Seilbahn zur Schaubach-Hütte hat uns zwar 700 Höhenmeter geschenkt, aber ich bin froh darüber. Es ist ein dermaßen heißer Tag heute, im Tal werden uns später 38 Grad im Schatten erwarten. Vieleicht versuche ich später einmal die gesamte Strecke mit eigener Kraft zu bewältigen.Der Blick vom Joch ist grandios. Ein freundlicher Wanderer macht endlich einmal ein vernünftiges Bild . Eine kurze Schiebepassage geht es dann abwärts ins Madritsch-Tal. An der Zufall-Hütte machen wir Mittagsrast. Hier zweigt das Martell-Tal ab. Es soll hier einen Übergang ins Val di Sole geben, via Furkel-Scharte (3032 m). Da der Trail aber über den Gletscher gehen müßte, halte ich es für ziemlich fraglich, daß es mit dem MTB machbar ist. Falls es jemand ausprobiert hat, wäre ich über eine Rückmeldung sehr dankbar.
(Inzwischen gibt es Rückmeldungen von Martin Böck.) In Goldrain endet die Tour. Auf gehts zum restlichen Urlaub an den Gardasee. |
| Tourdetails:(Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
| Fazit: |
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| Bei guten Wetterverhältnissen eine atemberaubende Rundtour, auf der man dicht gedrängt viele Highlights der Alpen er-"fahren" kann. |
| Infos zur Furkelscharte - 3032 m |
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Martin Böck schrieb am 3. August 2001: Ich habe den Weg ausprobiert. Meine Erfahrung ist: Wir kamen im August 2000 übers Madritschjoch und haben auf der Marteller Hütte übernachtet (gute Küche!); allerdings ca 1Std. tragen ab Zufallhaus über teils sehr verblockten Weg. Bei schönstem Wetter (und nur dann sollte man das Ganze auch wagen ) starteten wir am nächsten Morgen zusammen mit einer Gruppe italienischer Wanderer und 3 weiteren Bikern. Anfangs geht es nicht allzu steil auf gut sichtbaren Trittspuren über den Gletscher, wo wir 2 schmälere Spalten überqueren mussten. Die Crux der ganzen Unternehmung wartet allerdings am Ende des Gletschers! Dort muss etwa 100 Hm über eine übel steile Schotterhalde bewältigt werden (Steinschlaggefahr!!). Leider erst zu spät gesehen führt eine etwas flachere Passage ca 200m links von unserem Einstieg auch auf die Furkelscharte; Also immer schön links halten! Es folgen noch ca 200Hm abwärts Schieben und Tragen, aber dannach wirds traumhaft!! Nach der Hütte gehts auf einem Traumtrailpfad immer schön am Hang hinab technisch zwar etwas anspruchsvoll (vergleichbar mit Fimberpass) aber durchwegs fahrbar ins Val di Sole! Wen die Schiebepassagen nicht stören, sollte´s unbedingt mal probieren! Aber wirklich nur bei schönem, sicheren Wetter und mit Trittsicherheit, da die Passage doch etwas schwerer ist als z.B. das Madritschjoch! Ich würd´s auf jeden Fall noch mal machen! Happy Biking wünscht Martin Weitere Infos zur Furkelscharte Wirklich hart wird es erst in der Cevedalegruppe. Fast 800 Höhenmeter sind es bis zur über 3000 m hohen Furkelscharte, dem Tor zum ewigen Süden, ins Val die Sole. Bikegeschleppe unter der Zufallspitze. Zuletzt über ewiges Eis. Da muß mann auch umkehren können, wenn die Verhältnisse schlecht sind. Stimmt aber alles, graben sich die Reifen in den Trail zur Cevedalehütte, hinterläßt die Direttissima Spuren in uns. (Autor: Serac Joe nach Andi Heckmair) Anders sieht es aber aus, wenn man nach dem Madritschjoch über die ebenfalls gut 3000m hohe Furkelscharte das Val die Sole anpeilt. Direkter geht es am Ortler nicht. Doch das ist nichts für Warmduscher, setzt hochalpine Erfahrung und eine gehörige Portion an Muskelkraft voraus - Eispassagen garantiert. (Autor: nicht bekannt - Info von Thomas Moser) Axel Rücker schrieb am 23. Mai 2004: Ich bin schon zwei mal mit dem Bike im Zuge einer Trans-Alp über die Furkelscharte. Wir nannten sie Fürchtelscharte, weil uns oben ein Gewitter tolle Blitze direkt neben das Bike in den Fels geschemttert hat. Ab Marteller Hütte ca. 2 h Bike schieben und tragen über den relativ zahmen Gletscher. Ohne Schneeauflage sind die Spalten gut zu umgehen und der Untergrund ist griffig. Das war jedoch 1992 und beim zweiten Mal 1998 war der Furkelferner schon ganz schön abgeschmolzen. Vielleicht ist er jetzt ganz weg. Wir werden es diesen Sommer wieder versuchen, nachdem der Single-Trail ins Val di Sole einfach legendär ist.Der Übergang über die Furkelscharte ist hochalpin und nix für Flachlandtouristen. Gabel & Rahmenbruch ! |