Ronda Dolomiti 1999
Das wichtigste in Kürze
| Strecke |
Brixen - Lüsener Alm - Col de la Vedla - St. Vigil - Foschedura-Tal - Pragser Wildsee - Plätzwiese - Schluderbach - Rienz-Tal - Drei-Zinnen-Hütte - Cortina d'Ampezzo - St. Kassian - Pralongia - Porta Vescovo - Fassa-Tal - Seiser-Alm - Grödner-Tal - Brogles-Alm - St. Magdalena - Lüsen - Brixen |
| Länge |
290 km |
| Höhenmeter |
7700 hm |
| Termin |
25.-30. Juli 1999 |
| Etappen (6) |
| Tag |
Strecke |
km |
hm |
| 1.Tag |
Elvas - Natz - Nauders - Parkplatz Zumis - Roner Hütte - Kreuzwiesenhütte - Glittner Ställe - Col de la Vedla - Rina |
51 |
2085 |
| 2.Tag |
Rina - Zwischenwasser - St. Vigil - Foschedura-Tal - Kreuzjoch - Pragser Wildsee - Säge - Plätzwiese - Dürrenstein Hütte |
38 |
1545 |
| 3.Tag |
Dürrenstein Hütte - Schluderbach - Rienztal - Drei-Zinnen-Hütte - Auronzohütte - Schluderbach - Cortina d'Ampezzo - Passo Falzarego - St. Kassian |
73 |
1385 |
| 4.Tag |
St. Kassian - Pralongia - Arraba - Porta Vescovo - Passo Padon - Lago di Fedaia - Canazei - Campitello - Duron-Hütte |
47 |
1265 |
| 5.Tag |
Duron-Hütte - Seiseralm - Jendertal - St. Ulrich - Broglesalm |
35 |
770 |
| 6.Tag |
Broglesalm - St. Magdalena - Russis Kreuz - Passo Rodella - Lüsen - Brixen - Elvas |
47 |
660 |
Detail-Infos zum Nachfahren der Tagesetappen siehe Verweise im Tourbericht
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| Landkarten |
Kompass:
Digitale Karte Südtirol,
54,
55,
56,
57,
Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358; Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4
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| Tourplanung |
Dieter Stein |
| Tourführung |
Dieter Stein |
| Teilnehmer |
Andreas Albrecht |
Tourbericht
"Keiner kommt von einer Reise so
zurück, wie er weggefahren ist."
Graham Greene - 1904-1994
| Prolog |
Irgendwann hatte ich die Transfer-Probleme mit dem Auto satt. Man verfährt nur Zeit, die man lieber auf dem Bike verbringt. Deshalb reifte im Sommer 1998 der Plan, eine Rundtour zu versuchen. Das Zielgebiet sollten die Dolomiten sein. So entstand diese Tour aus einer reinen Kartenplanung. Leider hatten meine Erfahrungen der vergangenen Jahre noch nicht ausgereicht, die Knackpunkte der Routenführung zu erkennen. Das waren zweifellos die viel zu langen Schiebepassagen am 2. und 3. Tag. Diese Erfahrungen konnte ich gut bei späteren eigenen Tourplanungen nutzen.
Trotzdem war diese Tour für mich ein tolles Erlebnis, da auch das Wetter mitspielte. Deshalb wurde sie im Jahr 2000 als geführte Tour mit modifizierter Streckenführung wiederholt.
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| 1. Tag: Lüsener Alm |
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Ausgangspunkt der Tour ist das Dorf Elvas unweit von Brixen. Zu Beginn gibt es eine Einrollstrecke auf der Natzer Hochebene. Dem Abstieg in's Rienz-Tal folgt eine lange Auffahrt auf Nebensträßchen zum Parkplatz Zumis. Hier beginnt der Forstweg auf die Lüsener Alm. Beim Suchen des Überganges zu den Glittner Ställen verfranzen
wir uns gehörig. Die Befragung von Einheimischen hilft auch nicht viel
weiter. Nach langem Suchen und unnützen Höhenmetern kommen wir dann doch
an der richtigen Stelle an. Die Kompass-Karten sind nicht immer hilfreich,
da teilweise zu ungenau. Was aus der Karte nicht ersichtlich ist: man muß
nach der Kreuzwiesen-Hütte einige Höhenmeter hinab fahren und darf dann
bei ca. 1600 Höhenmetern den scharfen Abzweig nach links nicht verpassen.
Am Col de la Vedla erreichen wir ladinisches Sprachgebiet. In Rina finden
wir Quartier, wo wir abends gehörig schlemmen. Überhaupt ist bei
Übernachtungen immer zu empfehlen, Halbpension zu nehmen, wenn es
angeboten. Das Essen in Südtirol und Italien ist dann immer sehr
ausreichend und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt; bis dann der Euro kam.
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
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| 2. Tag: Foschedura |
Am nächsten Tag wartet mit dem Foschedura-Tal ein ziemlicher Hammer auf uns. 1000 hm sind zum Kreuz-Joch auf steilster Schotter-Rampe zu überwinden, viel schieben und dann in einer Gluthitze. Ich bin das gewöhnt und vertrage Hitze sehr gut. Einfache Formel: 1 Stunde =
450 Höhenmeter. In Zukunft werde ich solche Passagen trotzdem so weit als möglich vermeiden (Bem.: 2005 bin ich hier wieder hoch, war weit aus besser drauf; es hat richtig Spaß gemacht). Nach dem Kreuz-Joch ist Rast an der urigen Hochalpen-Hütte angesagt. Hier hat der Modernisierungswahn noch nicht begonnen. Der Wirt empfiehlt uns eine besondere Quelle wenige Meter neben dem Haus, um Wasser in die Trinkflaschen nachzufüllen. Es schmeckt köstlich.
Am Pragser Wildsee müssen wir einen Badestop einlagen, so gewaltig ist das
Panorama und die Luft warm. Rasch gehen dann die Höhenmeter dahin und wir
müssen dann hoch zur Plätzwiese. Ein Segen sind die Möglichkeiten des
Bus-Transfers in Süd-Tirol. Also nicht lange überlegt und für lächerliche
3.000 Lit schleppt uns der Bus samt Fahrrad 800 Höhenmeter hinauf. Die
Dürrensteiner Hütte ist als Quartier sehr zu empfehlen. Blick auf
Cristallo-Gletscher, ein Abend wie Seide. Ich spiele ein bißchen auf der Hüttenklampfe in den langsam dunkel werdenden Abend hinein. Die Sterne beginnen in einer Klarheit zu funkeln wie man es in der Stadt nicht mehr erlebt. Die Milchstraße ergießt sich in aller Deutlichkeit über das Firmament. Schöner kann es gar nicht mehr werden.
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
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| 3. Tag: Drei-Zinnen |
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Heute sind wieder 900 hm schieben/tragen angesagt. Durch das mittlerweile für MTB gesperrte Rienztal schleichen wir uns quasi von hinten an die Drei Zinnen an. Gerade ein
einziger Wanderer kommt uns auf der gesamten Strecke entgegen. An der
Drei-Zinnen-Hütte ist es dann mit der Ruhe vorbei. Unmassen von Leuten, da
der Ort von der Auronzo-Hütte her leicht zu Fuß zu erreichen ist. Trotzdem
ist es ein Platz in den Dolomiten, den man gesehen haben sollte. Abwärts
geht es dann flugs auf Asphalt wieder ins Schluderbach. Der Abzweig in die
Fanes-Gruppe lockt zwar, aber ist für heute zu spät und die Höhenmeter
wären zu viel. Deshalb geht es hinab nach Cortina d'Ampezzo und wieder ein
Bustransfer zum Passo Falzarego. In St. Kassian endet ein Tag durch drei
Sprachgebiete.
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
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| 4. Tag: Marmolada |
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Etwas für Beißer ist die steile Schotterauffahrt zur Pralongia von St. Kassian aus. Schade, daß heute das Wetter nicht so mitspielt. Auf der Pralongia hätten wir sonst einen Traumblick zur
Marmolada gehabt. Aber sie bleibt wolkenverhangen. Es geht wieder abwärts, zunächst auf steiler Schotterpiste im Skigebiet, dann links halten Richtung Cherz, Renaz. Nach dem
Seilbahn-Transfer in Arraba zur Porto Vescovo wird es immer
ungemütlicher. Extrem steile Ski-Trassen erfordern alle Aufmerksamkeit.
Bei der Abfahrt ins Fassa-Tal erwischt uns dann der Regen. Ab Campitello
geht es noch mal straffe 400 Höhenmeter hinauf bis zur Duron-Hütte, wo wir
übernachten und unsere Sachen trocknen können.
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| Tourdetails:(Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
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| 5. Tag: Seiseralm |
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Am nächsten Morgen wieder strahlender Himmel. Durch das Duron-Tal führt eine fantastische Schotterpiste zur Seiser-Alm, die wir am Mahlknecht-Joch erreichen. Über die Alm braucht man nicht viel Worte zu verlieren, die Landschaft ist großartig, bloß gibt es zu viele Leute hier. Via Jender-Tal ereichen wir das Grödner-Tal. Wir beratschlagen, ob wir eine Seilbahn in Richtung Brogles nehmen. Die Kabinenbahn ist in Revision, so daß wir uns für den Raschötzer Einer-Sessel-Lift entscheiden. Ich sage nur: abenteuerlich. Oben angelangt, führt dann ein fantastischer Kammweg in Richtung Borgles-Alm, die ab Anfang Juli bewirtschaftet wird. Unterkunft gibt es in Zimmern und im Lager über dem Kuhstall. Dabei ist Geruchsfestigkeit und Ohropax angesagt, denn die Kuhglocken bimmeln die ganze Nacht, so ruhig ist der Schlaf der Kühe halt nicht . Auf der Brogles-Alm reift dann der Plan für die Ronda Dolomiti 2000.
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
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| 6. Tag: Villnößtal |
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Der letzte Tag ist kurz. Ein paar Höhenmeter muß man schon abwärts schieben, um nach St. Magdalena zu gelangen. Bald geht der Pfad schon in eine Schotterpiste vom feinsten über. Von diesem Ort aus geht es nochmals kräftig bergauf Richtung Russis-Kreuz auf einem steilen Forstweg. Wer dazu keine Lust hat, kann die Fahrstraße ab St. Peter (hier wurde Reinhold Messner geboren) in Richtung Würzjoch benutzen. An der Halsl-Hütte kommt man auf jeden Fall vorbei. Sie lädt zur Rast ein. Kurz nach dem höchsten Punkt, noch vor dem Würzjoch folgt dann der Abzweig nach links das Lüsener Tal hinab. Auf der kaum befahrenen Straße kann man sich nochmal am Geschwindigkeitsrekord der Tour versuchen. Gegen Mittag sind wir schon in Brixen. Nach einem kräftigen Mittagessen warten dann leider noch ein paar Höhenmeter auf uns, um nach Elvas zum Auto zu gelangen. Auch eine Lehre für die Tourplanung: der Zielpunkt sollte am letzten Tag immer der tiefste Punkt der Etappe sein.
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) |
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