| Strecke | Dorf Tirol - Meran - Bozen - Seiser-Alm - Passo Duron - Fr.-August-Hütte - Grödner-Joch - Corvara - St. Vigil - Fanes - Cortina d'Ampezzo - Forc. Ambrizzola - Passo Staulanza - Alleghe - Canale Passo Valles - Val Venegia - Passo Rolle - San Martino di Castrozza - Lago Calaite - Refavaie - Passo Cinque Croci - Val Sugana - Kaiserjägerweg - Monterovere - Luserna - Bertoldi - Passo Sommo - Passo Coe - Mga. Zonta - Val Riofreddo - Posina - Colle Xomo - Pasubio - Rif. Lancia - Rovereto - Torbole - Rovereto Bhf. - Meran Bhf. - Dorf Tirol | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Länge | 518 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höhenmeter | 14.573 hm | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Termin | 7.-13. September 2002 | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Etappen (7) |
Detail-Infos zum Nachfahren der Tagesetappen siehe Verweise im Tourbericht | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Landkarten |
Kompass:
Digitale Karte Südtirol,
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101
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| Tourplanung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Tourführung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Teilnehmer | Matthias "Matze" Eckardt (Gräfenroda) |
| Prolog | ||||
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Neue Wege gehen - diese Maxime war der Ausgangspunkt für die Planungen dieser Transalp-Tour, die von Meran aus einen weiten Bogen über Cortina d'Ampezzo und Pasubio zum Gardasee spannen sollte. Bewusst hatte ich den Startpunkt nach dem Alpenhauptkamm gewählt, um Wetterkapriolen möglichst aus dem Weg zugehen. Das Zeitfenster - zweite Woche im September - hat sich wieder bewährt. Keine Hitzeextreme und absolut keine Probleme, Unterkünfte zu finden, da die Hauptferienzeit in Italien vorbei war. Nur für den ersten Tag hatte ich auf der Seiser-Alm Unterkunft reserviert. Für den Rest der 7-Tage-Tour wollte ich flexibel bleiben, auch um wieder einmal den Explorer-Charakter einer MTB-Tour genießen zu können.
Mein Roadbook erstellte ich wieder als EXCEL-Tabelle mit den wichtigsten Eckpunkten (nachzulesen in den Detailinformationen der einzelnen Tage). Das paßte auf eine DIN A4-Seite und war in Verbindung mit dem Kartenmaterial vollkommen ausreichend. Einige Abschnitte konzipierte ich neu aufgrund der Kartenlage und Informationen, die ich unterwegs gezielt sammelte. Ein Beispiel dafür ist die Route am 6. Tag, die von der Hochebene von Folgaria-Lavarone zum Pasubio-Massiv führte. Der als Routenvorschlag irgendwann einmal aufgetauchte Weg vom Monte Maggio über 600 Höhenmeter hinab zum Passo Borcola musste nach Kartenlage ein zum großen Teil nicht fahrbarer Trail sein. Verschiedene Tourberichte im Internet bestätigten das auch ausdrücklich. Im Bericht vom 6. Tag findet ihr die Variante, die ich aus der Karte herauslas und die sich sowohl fahrerisch als auch landschaftlich als Volltreffer erwies. Mein Tourpartner "Matze", mit dem ich schon einige tolle Trails im Thüringer Wald befahren hatte, war der erwartet starke und verlässliche Begleiter, der mich zu neuen Höchstleistungen führte. Wir waren ein Super-Team, sicher war es nicht die letzte Tour zusammen. |
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| 1. Tag: Seiser-Alm | ||||
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Nach der Anreise mit dem Auto war der erste Tag
"nur" als Zubringeretappe gedacht. In Dorf Tirol ging es mittags los. Von
Meran bis Bozen nutzten wir die alte Straße, die kaum noch von Autos
frequentiert wird, seit es die MeBo-Schnellstraße gibt. Alternativ kann
man auch Radwege entlang der Etsch oder durch die Apfelplantagen wählen.
Wer will kann auch gleich mit einer Bergetappe durch die Sarntaler Alpen beginnen, oder die Tour bei Bozen beginnen. Vom Eisack-Tal aus auf die Seiser-Alm zu gelangen hat man leider nur die Möglichkeit, die Straße zu nutzen, u.U. muss man viel motorisierten Verkehr in Kauf nehmen. Im August ist diese Route sicher nicht zu empfehlen. Wir waren in Bozen recht spät dran, so dass die knapp 2000 hm hoch zur Alm zwar kein Gehetze wurden, aber doch straff erledigt werden mussten. Leichter Nieselregen erwischte uns zwar auch, aber der richtige Guss ging glücklicherweise vor uns nieder. Anmerkung: Nach einer Info von Robert
Thätig gibt es doch eine Alternative zur Seiseralmstraße. Ab Seis
empfiehlt er wie folgt zu fahren: |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||
| 2. Tag: Sella-Gruppe, Fanes | ||||||||
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Ab der Fr.-August-Hütte führt der Schotterweg bergab zur Pass-Straße des Sella-Jochs, auf der wir schnell an Höhe verlieren, die wir auf der Straße zum Grödner-Joch leicht wieder gewinnen. Nach einer Rast geht es rasant die Straße hinab nach Corvara. Jetzt sind wir im dritten Sprachgebiet des heutigen Tages, im ladinischen Teil Südtirols. Weiter bergab beginnt bald ein sehr schöner Schotterweg entlang des Flusses, den man erst in Pederoa verlassen muss, da der Wasserlauf hier eine Klamm gebildet hat. Im September herrscht jedoch kein reger Verkehr, so dass man den Straßenabschnitt in Kauf nehmen kann.
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||
| 3. Tag: Croda da Lago, Cima di Ambrizzola, Alleghe | ||||||||||||||||
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Weiter geht es und auf einmal wird der Weg zum Touristenflanierpfad, fein asphaltiert. Der Parkplatz am Eingang zum Fanes-Nationalpark ist nicht weit. Zum Glück geht es am Fluss entlang weiter auf Schotter, ab dem Campingplatz lässt es sich auf der Straße gut rollen bis nach Cortina d'Ampezzo hinein. Im Austragungsort der Winterolympiade von 1956 zeugen viele Hotels von der mondänen Geschichte des Ortes. Wir kaufen Verpflegung ein und machen Rast, denn es warten noch mehr als 1000 Höhenmeter Schotter auf uns. Anders als bei den Touren zuvor verpflegen wir uns jetzt tagsüber selbst, machen vielleicht mal eine Capuccino-Rast, kehren aber nicht ein. Abends gibt es fast immer Halbpension, so dass wir nicht vom Fleische fallen. Die Zeitplanung wird so flexibler und nebenbei bemerkt, schont es die Reisekasse gewaltig.
Auf der letzten Höhe vor Alleghe befindet man sich mitten im Skigebiet und hat nun verschiedene Möglichkeiten hinunter zum gemütlichen Ort am Seeufer zu gelangen. Wir entscheiden uns, dem Trail Richtung Fernazza zu folgen, der einige schwere Passagen mit Wurzeln und Gesteinsbrocken enthält, sind aber sehr zufrieden mit diesem Tagesabschluss. Fernazza erweist sich als weitgehend verlassener, dem langsamen Verfall preisgegebener Ort hoch über Alleghe. Warum das so ist wird uns klar, als wir ihn bergab über einen extrem steilen Wiesentrail verlassen. Mit dem Auto ist er nicht erreichbar, so dass die letzten Bewohner wohl nach und nach aufgegeben haben. Ab Coi ist dann wieder eine Straße vorhanden und sofort wird es lebhafter. Schnell sind wir unter im Zentrum von Alleghe, wo uns der warme Hauch eines spätsommerlichen Nachmittags in Italien umfängt. Hier Unterkunft zu bekommen ist überhaupt kein Problem. Es gibt viele Hotels in diesem Zentrum des Wintersports. Wir quartieren uns schließlich im Hotel Centrale ein zu moderaten Preisen von 35 EUR mit Halbpension. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||||||
| 4. Tag: Val Venegia | ||||||||||||||||
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Endlich am Passo Valles angekommen nehme ich erst mal einen Espresso zu mir, schiebe Bananen und Brötchen rein und nach der Abfahrt geht es dann im Val Venegia wie geschmiert.
Auf breitem Jeepweg, im Winter ist hier ein ausgedehntes Skigebiet, geht es hinunter zum Passo Rolle. Unterwegs sehen wir noch einen Hubschrauber im Rettungseinsatz. An der Steilwand des Castelazzo wird ein Mensch geborgen, hoffentlich ist nicht Schlimmes passiert. Der Blick vom Passo Rolle hinunter ins Tal verheißt keine guten Wetteraussichten. Wir ziehen das volle Regenprogramm an und rauschen die reichlich 500 hm hinab nach San Martino di Castrozza. Zum Glück fängt es erst richtig zu schütten an, als wir im Ortszentrum unter der Markise eines Cafes sitzen und die Regenpause zur Rast nutzen. Das gibt mir genug Zeit, den weiteren Weg zu checken.
Nach dem See warteten dann noch 900 hm auf kaum befahrener Nebenstraße bergab bis Canale San Bovo darauf versägt zu werden, auch nicht schlecht. In diesen Teil Italiens verirren sich keine deutschen Urlauber mehr, schon gar keine Pauschaltouristen. Der Nachmittag neigte sich dem Abend zu, also musste ich meine minimalen italienischen Sprachkenntnisse aktivieren und mich nach Unterkunft erkundigen. Die Albergo in Caoria konnte uns nur mit "dormire" (schlafen) dienen, Essen war in der Nachsaison nicht vorgesehen. Aber zumindest konnte ich den Hinweis verstehen, dass das Rifugio in Refavaie uns auch mit fester Nahrung versorgen würde. Bei mir war für heute die Luft raus, ich zockelte langsam bergan, Matze fuhr taufrisch schon mal voran und machte das beste Quartier auf der gesamten Tour klar. Der Oberhit war, dass der Sohn der Wirtin höchstpersönlich die Forellen im Minutentakt aus dem eigenen Teich angelte, die wir nur eine Stunde später gebraten verspeisten. In Kombination mit den sonstigen Köstlichkeiten war auf jeden Fall ein Grappa fällig. Beim Bier blieb ich eisern, nur ein Radler erreichte mein Körperinneres. Die Krönung des Ganzen war die Badewanne im ansonsten recht flachen Badezimmer in der ausgebauten Scheune. Die Muskeln freuten sich ungemein über die spannungslösende Heiltemperatur. |
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| Tourdetails:(Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||||||
| 5. Tag: Kriegspfade | ||||||||
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Am Morgen betrübliche Wetteraussichten. Als wir
gerade losfahren wollen, beginnt es leicht zu nieseln. Uns schwant nicht
Gutes. Da es zunächst bergauf geht, verzichten wir aufs volle
Regenprogramm. Ich ziehe nur meine Regengamaschen an. Das wärmt die Füße
und hält die Bikeschuhe sauber. Doch wir haben wieder einmal Glück, der
Niesel weicht, nur kühl bleibt es. Die alte Schotterstraße zum Passo
Cinque Croci ist wie so viele in diesem Teil der Alpen aus militärischen
Gründen entstanden und zwingt uns in den 900 hm bergauf nicht einmal zum
Schieben. Oben ist es lausig kalt, zwei Arbeiter sind mit der Sanierung
der "Denkmale" beschäftigt. Auch wenn ich gestellte Fotos nicht so mag,
hier oben geht es nicht anders.
In wärmeren Gefilden machen wir Cappuccino-Rast (es ist noch vor 12 Uhr) in Castelnuovo und füllen beim Alimentari unsere Essensvorräte auf. Langsam hängen uns die Brötchen zum Halse raus, auch wenn sie mit den hauchdünn geschnittenen Salamischeiben belegt werden (50-100 g reichen für einen Tag). Ich genehmige mir noch einen Joghurt und freue mich mit Matze über die bisher überaus gelungene Tour. Eigentlich ist heutiges Tagesziel das Rifugio Barricata (0039/0461/765139), am Tor zum Altopiano die Sette communi. Als wir jedoch den Radweg erreichen, der uns leicht bergab Richtung Grigno nach Selva bringen soll, sehen wir die Bescherung. Dunkle Wolken liegen dort auf den Bergen, unverkennbar ist daraus zumindest leichter Nieselregen zu schließen. Das Wetter der vergangenen Tage war geprägt von ganz geringen Luftdruckgegensätzen, wie ich dem Anzeigeverhalten meines Fahrradcomputers entnehmen konnte. Auch mit Wind hatten wir selbst auf den Berghöhen kaum zu tun. Wir konnten deshalb schlussfolgern, dass Regen nur örtlich begrenzt auftreten würde. In der anderen Richtung waren klare Abschnitte zu erkennen, also stellten wir die Route um und beschlossen, den alten Kaiserjägerweg, auf dem im ersten Weltkrieg tausende Soldaten in den unausweichlichen Tod auf den Schlachtfeldern in den Bergen ziehen mussten, in Angriff zu nehmen.
Hier oben verlief im ersten Weltkrieg die Frontlinie zwischen den italienischen und österreich-ungarischen Linien. Die Bikeroute "100 km dei forti" erschließt die alten Festungsanlagen mustergültig für die heutigen Mountainbiker, die die Überbleibsel des kriegerischen Wahnsinns dankbar für ihre Touren nutzen. Die ehemalige Festung Verle war ebenso wie das Werk Sommo, das wir am nächsten Tage besuchen sollten, österreichisch und sollte die Grenze der k.u.k. -Monarchie gen Italien sichern. Die Jahrzehnte sind darüber hinweggegangen. Heute gibt es höchstens einmal im Winter "Kämpfe" am Skilift in der Hochebene Folgaria/Lavarone. Aber wie ich die Italiener schätzen gelernt habe, sehen sie es bei weitem nicht so verbissen wie die deutschsprachigen Rivalen und lassen einem bereitwillig den Vortritt, weil sie wissen, dass beim abendlichen Feiern sie uns haushoch überlegen sind. Zum Abschluss machen wir uns noch auf nach Luserna. Der Ort im italienischen ist eine uralte zimbrische Sprachinsel. Als bayerische Volksstämme im tiefsten Mittelalter diese Teile der Alpen besiedelten, bewahrten sie sich aufgrund der äußerst zerklüfteten Gebirgsstruktur und der damit verbunden Abgeschiedenheit ihre sprachlichen Eigenheiten bis heute. Wir radeln zum Abschluß ganz entspannt die leicht abschüssige Straße zurück nach Monterovere und genießen als einzige Gäste das Abendbrot. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||
| 6. Tag: Schlachtfelder | ||||||||||||
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Am Sommo Alto halten wir inne, um das alte österreichische Werk Sommo zu erkunden. Es wurde niemals von der italienischen Infanterie angegriffen und als sich der Rückzug der Italiener im November 1917 näherte, feuerte es Munition bis zur Erschöpfung in die feindlichen Linien. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel das Gebiet an Italien, wurde entmilitarisiert und 1932 vom Ort Folgaria gekauft. Die Festung wurde danach teilweise zerstört, um die Eisenteile in der Abdeckung abzubauen. 1977 wurde die Ruine aufgeräumt und teilweise wiederhergestellt und 1981 von der Autonomen Provinz Trient im Rahmen der Einrichtung des "Sentiero della Pace" (Friedenspfades) wieder beräumt, so dass sie Besuchern wieder zugänglich ist. Der Bau des Werk Sommo kostete den Österreichern vor dem 1. Weltkrieg 982.000 österr. Kronen ohne Bewaffnung. Die Festung war völlig selbständig und konnte auch ohne Kontakt zur Außenwelt betrieben werden. Sie verfügte über einen Dieselgenerator, der die Innenanlagen, Scheinwerfer und Ventilatoren mit Strom versorgte. Für die Wasserversorgung gab es zwei Tanks mit einem Fassungsvermögen von je 380 Hektolitern, die von einem Aquädukt und einer Pumpe gespeist wurden. Eine Telefonleitung verband sie mit der Zentrale in Folgaria. Außerdem verfügte sie über ein System zur Übertragung von Sehzeichen zwischen den Festungen in der Umgebung. Die Garnison bestand aus 6 Offizieren und 162 Landesschützen. Heute ist es uns völlig unverständlich, was hier oben Kriegswichtiges zu finden gewesen sein soll, wir freuen uns über die Fülle der Wege, die uns weiterbringen. Bald sind wir in Sichtweite der Straße hinauf zum Passo Coe, der oft vom Giro d'Italia gestreift wird. Gut können wir die anfeuernden Inschriften auf der Straße erkennen. Plötzlich erkennen wir klar die Parole: Forza Matze. Sollte sein Ruhm bis hierher gedrungen sein? Bei einem Capuccino im Rifugio kurz nach der Pass-Höhe besprechen wir die Lage und verwerfen den Gedanken.
Nach einem kurzen Straßentransfer liegen nun "nur" noch rund 1500 Höhenmeter vor uns, um im Rifugio Generale Papa am Pasubio zu übernachten. Mir hat es schon vor der Schotterstraße nach dem Beginn der "Strada della Galleria" mit ihren berühmten 52 Tunnels gegraut. Einmal war ich sie schon 1998 bergab mit dem MTB gefahren und im Herbst 2001 bergab gelaufen. Die ätzenden Serpentinen waren mir noch in unguter Erinnerung. Es lief aber erstaunlich gut. Nicht einmal 2 Stunden brauchten wir auf der schweren Schotterpiste über 700 hm bergauf. Ich habe vielleicht 50 m geschoben, als ich auf dem Schwimmschotter einmal wegrutschte. Matze ist wie selbstverständlich durchgefahren. Ich glaube, er hat nicht einmal geschwitzt. Im Rifugio beziehen wir Quartier im spartanischen Lager. Wasser zum Waschen gibt es nur aus der Zisterne, es reicht für eine Katzenwäsche.
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||
| 7. Tag: | ||||||||
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Das Wetter in der Frühe passt so recht zum Szenario hier oben, es ist wolkenverhangen, die Sicht beträgt kaum mehr als 50-100 m. Glücklicherweise bin ich schon einmal bei bestem Wetter hier oben gewandert, so dass die Orientierung trotzdem gelingt. Bis zur kleinen Kirche lässt sich gut fahren, dann ist für eine Weile Schluss damit. Immer wieder zwingt einen der bergauf bergab führende teilweise verblockte Pfad aus dem Sattel. Mir war noch in Erinnerung, dass zwischen den beiden Platten (Dente ital. e austr.) ein Wegweiser zum Rif. Lancia zeigte. Leider war die Sicht so schlecht, dass ich ihn nicht wiederfinden konnte. Wir orientierten uns deshalb ab den Sieben Kreuzen (Sette Croci) am Weg 120, keine besonders gute Wahl, da er praktisch unfahrbar ist. Der Weg 105 stellt hier wohl die bessere Alternative dar. Auf jeden Fall ist die Kompass-Karte im Maßstab 1.50.000 in diesem Gelände keine besonders gute Hilfe. Die grobe Richtung stimmt jedoch und endlich erreichen wir die ruppige Schotterpiste, die uns nun zügig zum Rif. Lancia führt.
Gegen 12 Uhr endet diese wunderschöne Transalp durch die Dolomiten am Strandcafe in Torbole, mit über 500 km und deutlich über 2000 Höhenmetern im Tagesdurchschnitt bisher meine längste und anspruchsvollste Alpenüberquerung. Matze will noch eine Woche zum Surfen hier bleiben und regelt die Dinge auf dem Campingplatz. Dann wird das Wetter noch richtig schön, wir relaxen noch eine Weile am Strand, um dann in aller Ruhe nach Rovereto zu radeln. Die Fahrkarten bis Meran kosten pro Nase rund 9 EUR, der Zug nach Bozen ist pünktlich und hat ausreichend Platz für die Räder. Stressfrei rollen wir zu den Autos zurück, sogar die Höhenmeter nach Dorf Tirol bleiben uns erspart, da die Busse die Räder mitnehmen. Ein paar Höhenmeter müssen wir noch aus eigener Kraft bewältigen, kurz vor 20 Uhr sind wir dann in der Pension. Es ist sogar ein Doppelzimmer frei, so dass die Tour so harmonisch enden kann, wie sie verlaufen ist. Zum Abendbrot gibt es eine große Portion Rühreier mit Schinken und Bratkartoffeln und endlich kann ich wieder guten Gewissens ein kaltes Forstbier bestellen und mit Matze auf die gelungene Transdolomiti anstoßen. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||
| Webcams auf der Route der Transdolomiti 2002 | |
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| Ort | Webcam (aus technischen Gründen sind sie ab und zu nicht erreichbar oder zeigen keine aktuelles Bild an, dafür ist der jeweilige Betreiber zuständig) |
| Seiseralm Mahlknechthütte |
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| Sellastock Panorama |
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| Cortina d'Ampezzo Blick: Monte Cristallo |
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| Cortina d'Ampezzo Blick auf Cortina |
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