| Strecke | Garmisch- Fernpass - Landeck - Ischgl - Fimberpass - Scoul - Passo Costainas - St. Maria - Val Mora - Val Rezzalo - Passo Gavia - Val di Sole - Madonna di Campiglio - Gardasee | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Länge | 437km | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höhenmeter | 11029 hm | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Termin | 30. August - 5. September 2003 | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Etappen (7) |
Detail-Infos zum Nachfahren der Tagesetappen siehe
Verweise im Tourbericht | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Landkarten |
Kompass:
Digitale Karte Österreich,
Digitale Karte Tirol,
5,
35,
41,
42,
52,
072, 73,
101,
107 Kümmerly & Frey - Unterengadin ISBN 3-259-00814-4, Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358 Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4 Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Tourplanung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Tourführung | Andreas Albrecht, David Strixner (München) | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Teilnehmer |
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| 1. Tag: Regen am Fern-Pass | ||||
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In der Nacht zum Samstag schüttete es teilweise
wie aus Kannen. Wie es in den Alpen jedoch oft der Fall ist, folgte einer
verregneten Nacht ein Morgen mit strahlendem Sonnenschein. Dass es nicht
so bleiben sollte, war nach der Wettervorhersage abzusehen. Nach und nach
trudelten alle Mitfahrer am Treffpunkt in Garmisch-Partenkirchen in der
Nähe des Bahnhofs ein.
Als die Gruppe sich schließlich auf die Räder zum Abenteuer Transalp schwang, zogen bereits erste Wolken über die Zugspitze. In Ehrwald schlug ich deshalb den direkten Weg zur Schotterauffahrt auf der Via Claudia zum Fernpass ein. Am höchsten Punkt des Passes begann es dann zu nieseln. Also das volle Regenprogramm an und zur vielbefahrenen Fernpass-Straße abgefahren. Hier entschied ich mich schnell doch auf dem alten Römer-Weg zu bleiben, nicht ohne zur Vorsicht hinsichtlich der bevorstehenden Abfahrt zu mahnen. Bis zum Schloss Fernstein hatte der Weg ab und zu Trail-Charakter. Zeit zum ausführlichen Betrachten der Spuren der alten Römerkarren im Gestein fand sich wegen des Wetters nicht. Wir sahen zu, schnell durchs Gurgl-Tal nach Imst zu gelangen. An der Einstiegsstelle zum Rafting, an der Engstelle des Inns, hörte es auf langsam zu regnen. Die Fahrt im immer stärker werdenden Dauerregen war auf dem Radweg bis Landeck zügig erledigt. Im Stammhotel "Mozart" (www.mozarthotels.at) erwartete uns die bereits angeheizte Sauna nebst Schwimmbad. Meinen Lieblingsspruch: "Alles wird gut!" konnte ich deshalb am Ende des ersten Tages mit Fug und Recht zu Gehör bringen. | ||||
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| 2. Tag: Kühle Fahrt, doch ohne Regen | ||||||||
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Eigentlich hatte ich für den zweiten Tag geplant, über St. Anton durchs Verwall-Tal Richtung Ischgl zu fahren. Das sollte man bei schönem Wetter auf jeden Fall tun und entspräche meiner angepeilten Route eines optimalen Transalp. Nach der Wettervorhersage war das jedoch illusorisch. Also war spätes Frühstücken angesagt. Beim Aufbruch bemerkte Bernd mit seinen mehr als 100 kg Muskelmasse zum Glück rechtzeitig, dass sich sein Hinterreifen in Einzelteile auflöste. Hier musste schnell Ersatz her, und das am Sonntag. Der Hotelchef Thomas Radlbeck telefonierte kurz und erwischte noch einen Mitarbeiter vom ortsansässigen Bike-Shop "Peto-Bike". Unkompliziert brachte er einen Ersatzreifen zum Hotel ("Alles wird gut!"). In 5 Minuten war dann der Reifen gewechselt Herzlichen Dank an: www.petobike.at. Die Verzögerung beim Aufbruch erwies sich im nachhinein als goldwert. Wir erwischten dadurch eine regenfreies Wetterfenster auf der kurzen Etappe bis zur Bodenalpe im Fimber-Tal.
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| 3. Tag: Hochalpine Pässe | ||||||||||||||||
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Kurz vor Vna bogen wir scharf rechts ab in Richtung Kurhaus Val Sinestra. Der Wiesenweg wird später zum anspruchsvollen Wurzel-Trail, der an der Abruchkante des Flusses zum Teil recht steil nach unten ging. Vorsicht war also angesagt. Bei der Transalp 2002 war ich von Gasthaus Zuort gekommen. Im damaligen Regen war mir der verblockte Pfad am Flussufer in keiner guten Erinnerung. Diese Variante gefiel mir weitaus besser.Ab dem Kurhaus verläuft eine sehr schöne Naturstraße bis Sent, das hoch über dem Inn-Tal mit direktem Blick ins Val d’Uina liegt. Von Sent aus ging es dann mit Höchstgeschwindigkeit hinab nach Scoul. Die Rast am Supermarkt im Ortszentrum mit Auffüllung der Vorräte sollte bis 12:15 Uhr
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| 4. Tag: Stille Hochtäler | ||||||||||||
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Die schwere Schotterauffahrt führte keinen aus
der Gruppe an seine Leistungsgrenzen und belohnte uns mit der Abfahrt
durchs Val Mora. Dieses einsame Hochtal ist wie geschaffen als eine
Kulisse für kitschige Indianerfilme. Nur, hier ist alles echt und
unverfälscht.
Nach einer Rast am von uns so getauften Affenfelsen kurz nach dem höchsten Punkt waren nun winddichte Sachen erste Wahl, denn es ging stetig bergab. Aus der Schotterpiste wurde ein Wiesenweg, der nach der stabileren Bachbrücke als teils ausgesetzter, aber meist gut fahrbarer Trail durch die Geröllhalden des Tals führte. Der Passo Val Mora bildet die grüne Grenze zu Italien und ist als solcher kaum zu erkennen. Er verläuft unspektakulär im recht ebenen Gelände auf knapp 2000 m Höhe. Der Weg an den beiden Stauseen Lago di San Giacoma-di Fraéle und Lago di Cancano wird oft als unschön beschrieben. Das liegt wohl daran, dass die meisten ab dem Passo di Fraéle auf der linke Seite bleiben. Wir bogen jedoch rechts ab und erfreuten uns an einer Fahrt durch das landwirtschaftlich genutzte Gelände am Südufer, das im hellen Licht der Berge tiefen Frieden ausstrahlte. Das idyllisch gelegene Rifugio S. Giacomo kam wie gerufen, um uns zum ersten Mal auf dieser Tour bei einer Rast die warmen Sonnenstrahlen genießen zu lassen. Auf dem weiteren Weg entlang der Stauseen eröffnete sich die Aussicht auf das Gletscherskigebiet des Stilfser Jochs, das bis in Höhenlagen von ca. 3400 m hinaufgeht.
Die folgende Schotterabfahrt über 600 Höhenmeter nach Eita hatte ich aus den Vorjahren schwerer in Erinnerung. Es läuft scheinbar von Mal zu Mal besser. Hinunter nach Grosio ließen wir auf dem kleinen Asphaltsträßchen die Räder so richtig laufen. Die Temperaturen stiegen mit jedem vernichteten Höhenmeter deutlich an. Kurz vor der Ankunft hatte Bernd einen Platten. So konnten wir die Aussicht ins Valtellina genießen. Die deutsche Entsprechung gab dem Veltliner Wein seinen Namen. Das Tal ist vom Massentourismus nicht berührt und hat sich seine ruhige Lebensart bewahrt. Beim Durchfahren des Ortes fällt uns deutschen Hektikern schon auf, dass hier die Menschen noch auf der Straße zusammenstehen und ihr Schwätzchen machen. Im Hotel Sassella empfängt mich der Chef Jim Pini, der mit Gustav Thöni (1972 und 1976 Olympiasieger im Alpinen Skilauf) Rennen gefahren war. Sie stehen heute noch in engem freundschaftlichen Kontakt, vielleicht auch, weil Thöni in Trafoi am Stilfser Joch ebenfalls ein Hotel (www.gustav-thoeni.com) führt. In Grosio machte ich auf der Transalp 2001 das erste Mal Station. Meine Tourberichte hatten einige Transalpler animiert, auch hier Halt zu machen. Signor Pini bedankte sich jedenfalls sehr herzlich für die neue sportlich orientierte Klientel, die dadurch zu ihm kommt. Das klassische italienische mehrgängige Abendmenü war wieder allererste Sahne. Bestimmt war ich nicht das letzte Mal hier. | ||||||||||||
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| 5. Tag: Val Rezzalo, Gavia | ||||||||
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Die Asphaltpassage zum Gavia-Pass, mit 2652 m der höchste Punkt der Tour, sollte eigentlich keinen vor ernsthafte Probleme stellen. Nur Christoph musste sich aufgrund einer Erkältung ziemlich quälen. Eine lange Rast an der Pass-Höhe kam ihm gerade recht. Vor uns lag nur noch die lange, lange Abfahrt hinab Richtung Ponte di Legno. Wir hatten ausreichend Zeit. Aufziehende Wolken veranlassten uns schließlich aufzubrechen. An der Tunnelumfahrung, die noch ein wenig das Flair dieses oftmaligen Scharfrichters des Giro d’Italia erahnen ließ, kündeten einige kleine Schotterhügel von den kurz zuvor niedergegangenen sintflutartigen Niederschlägen. Bei der weiteren Abfahrt auf der seit Mitte der 1980er Jahre leider asphaltierten Straße mussten wir uns voll konzentrieren. Die Straße ist sehr kurvig und wird stellenweise so schmal, dass nur ein Auto passieren kann. Wir als Radfahrer waren natürlich viel schneller als alle motorisierten Zeitgenossen, die bergab unterwegs waren. Im unteren Teil begann der starke Gegenwind zu wehen, der sich in den Alpentälern oft nachmittags entwickelt. Trotzdem waren wir relativ zeitig im Quartier in Precasaglio, einem Vorort von Ponte di Legno. Hier war nicht viel los, wir hatten deshalb ausreichend Zeit für Körper- und Radpflege. | ||||||||
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| 6. Tag: Märchenstimmung | ||||||||
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Es war nun klar, dass wir problemlos den Gardasee erreichen würden. Christoph hatte sich durch viel Schlaf über Nacht halbwegs kuriert. Alle waren guter Dinge. Von diesem Ort hätte die Möglichkeit bestanden, über den Montozzo ins Val di Sole zu gelangen, wie ich es bei meinen Transalps 2000 und 2001 getan hatte. Beim Frühstück waren aber alle der übereinstimmenden Meinung, dass es der Passo Tonale auch tun würde. Schließlich wartete mit der Auffahrt von Dimaro entlang der Brenta nach Madonna di Campiglio noch ein Anstieg auf uns, das zwar fahrbar, aber doch anspruchsvoll war. Am Tonale trudelten alle in geringen Minutenabständen ein. Die Abfahrt ins Val di Sole ist immer wieder ein Genuss. Eine alte Militärstraße zweigt kurz nach der Pass-Höhe von der Autostraße ab und führt einen durch einen lichten Wald, der immer wieder Ausblicke auf die Gletscher des Presanella gewährt.
Im unteren Teil wird der Radweg des Val di Sole immer mehr entschärft. Die Passage mit katzenkopfgroßen Steinen, die noch im Juli Uli unsanft zum Absteigen zwang, war inzwischen entschärft. Ab Fucine war nur noch entspanntes Rollen leicht bergab angesagt. Wir lagen gut in der Zeit, so dass wir uns in Dimaro eine Mittagsrast mit Spaghetti in allen Variationen gönnen konnten. Der abschließende Mountainbike-Weg nach Madonna war zunächst recht steil und verlief im Schatten des Waldes. Im oberen Teil wurde es etwas flacher. Dadurch konnten wir die Aussichten auf die Felstürme der Brenta etwas genauer wahrnehmen. Nach dem Überqueren des kleine Canyons über die neue, überdachte Holzbrücke wurde der Weg leichter fahrbar, bis wir schließlich bei der Malga di Mondifra das offene Gelände kurz vor Madonna di Campiglio erreichten. Das Team von Ferrari zelebriert im Ski-Gebiet des mondänen Wintersportortes traditionsgemäß einmal im Jahr einen "Betriebsausflug" mit den Fahrern der Formel 1. Wir bezogen im Ortszentrum Quartier im Hotel "Arnica" meines "alten" Freundes Matteo, der hoffentlich auch einmal die Gelegenheit wahrnehmen kann, bei einer Transalp mitzufahren. Im Familienunternehmen wird in der Saison halt jede Hand gebraucht. | ||||||||
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| 7. Tag: Glückliches Finale | ||||||||||||||||
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Kurz nach Stenico hielten wir kurz an, um die letzten Kilometer in Augenschein zu nehmen. In Dasindo wollten wir entscheiden, welchen Weg wir zum Schluss wählen würden. Eine kurze Essensrast noch in Ponte Arche und auf ging‘s zum wirklich allerletzten Anstieg vor dem Lago. Es war nun richtig warm geworden, die Sonne brannte auf uns herunter. Wir lagen gut in der Zeit und nach einer letzten Capuccino-Rast in Dasindo führte uns der Weg ins einsame Val di Lomasone. Zunächst sanft rollend folgten dann noch zwei kurze Abschnitte auf uralten Römerpfaden, die schlichtweg unfahrbar sind. Katzenkopfgroße Steine und die Steilheit machten dies unmöglich.
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| Fazit | ||||
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Gutes Wetter vorausgesetzt, werde ich die "optimale" Transalp mit Gleichgesinnten im September 2004 in Angriff nehmen. Das ist auch geglückt und daraus die "optimale" Albrecht-Route entstanden. | ||||