| Strecke | Karwendel-Pfitscher Joch-Nigerpass-Reiterjoch-Cavalese-Manghenpass-Sette Comuni-Monte Maggio-Gardasee | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Länge | 677 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höhenmeter | 13.979 hm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Termin | 9.-16. Juli 2005 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Etappen (7) |
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| Landkarten |
Kompass:
Digitale Karte Österreich,
Digitale Karte Tirol,
Digitale Karte Südtirol,
26,
37,
44,
54,
56,
74,
75,
76,
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| Tourplanung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Tourführung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Mitfahrer | David Strixner (München) |
| Prolog | ||||||||
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So, jetzt weiß ich auch, was 2 Tage Dauerregen hintereinander bedeuten. In 11 Jahren Alpentouren hatte ich bis jetzt maximal einzelne Güsse erlebt, Glück gehabt. Nun hat es mich auch erwischt. Das war die wesentliche neue Erfahrung bei der diesjährigen Explorertour. Ansonsten habe ich bei der Vorbereitung nur noch wenig Aufwand betrieben. Die grobe Route stand fest. Ein paar Übersichtskarten gescannt, 4 KOMPASS-Karten eingepackt und los ging's. Regionen und Pässe, die ich noch nicht befahren hatte, sollten es sein. Wir wollten uns von Ort zu Ort, von Tag zu Tag treiben lassen. Zu zweit und mit der nötigen Erfahrung im Hinterkopf sollte das kein Problem darstellen. David und ich waren ja schon oft zusammen unterwegs; wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können. Dann habe ich wieder ein wenig an der Ausrüstung gefeilt; ein paar Gramm hier, ein nicht dringend notwendiges Ausrüstungsteil dort. Von der Firma "Deuter" habe ich als Testmodell den Rucksack "Speed Lite 30" erhalten, wie er momentan in den USA vertrieben wird und im Jahr 2006 auch in Deutschland erhältlich sein wird. Das Hauptaugenmerk liegt bei diesem Modell auf dem Gewicht und nicht in erster Linie auf Funktion und Komfort wie bei den Trans Alpine Modellen. Was soll ich sagen, ich bin begeistert. Bei vier Transalps habe ich ihn in diesem Jahr getragen. Mehr dazu im Fazit. |
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| 1. Tag: Durchs Karwendel | ||||||||
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Bei der Anfahrt am Freitag Nachmittag nach München schien noch die Sonne vom strahlend blauen Himmel und es war drückend heiß. Doch das Wetter sollte sich umstellen. Am Morgen des Samstags ist der Himmel schon bedeckt, als wir mit dem Auto nach Mittenwald fahren. Die Gemeindeverwaltung hat extra einen Dauerparkplatz für Mountainbiker eingerichtet, der kostenfrei ist (Stand 2005). Durch die Hinweisschilder ist er nicht zu verfehlen. Von dort kann man direkt auf dem Radweg Richtung Scharnitz losfahren. Noch hält das Wetter. David und ich radeln gemütlich los und sind in wenigen Minuten am Eingang ins Karwendeltal. Das ist schon ein beeindruckender Start einer Transalp. Sofort umfängt uns alpines Ambiente auf dem leicht zu fahrenden Schotterweg Richtung Karwendelhaus. Eine Einkehr dort schenken wir uns, da wir nicht wissen, ob es nicht zu regnen anfängt. Über den Hochalmsattel geht es zügig hinab zum Kleinen Ahornboden und durch die Schluchtstrecke des Johannestals weiter ins Rißbachtal. Dort beginnt die mäßig ansteigende Mautstraße zum Großen Ahornboden und der Engalm. Wir wollen über das Lamsenjoch, da ich auf dieser Transalp auch für das Roadbook zur DVD "Abenteuer Alpencross" www.abenteuer-alpencross.de recherchiere. Nach einer kurzen Rast an der Engalm beginnt ein steiler Aufstieg zur Binsalm und weiter zum Westlichen Lamsenjoch. Obwohl der Weg hergerichtet wurde, wird er wohl nicht für jeden komplett fahrbar sein.
Oben ist es ziemlich kühl und der ausgesetzte Pfad zur Lamsenjochhütte beginnt. Falls nicht zu viele Wanderer auf der Strecke sind, sollte er zum großen Teil zu befahren sein. Die Aussicht ins Falzthurntal ist beeindruckend. Dessen Talende würde man streifen, wenn man den leichteren Weg über das Plumsjoch nähme. Nach kurzer Verschnaufpause an der gut besuchten Hütte beginnt der lange Downhill ins Inntal. Steil, aber ohne technische Schwierigkeiten, ist der Forstweg gut fahrbar. An ein paar Weggabeln sollte man nicht zu schnell vorbeirauschen, sondern sich auf der rechten Talseite halten zunächst in Richtung Stallenalm, die man aber nicht anfahren muss. Wir passieren den "Bärenrast", ab dem Bauhof wechselt der Straßenbelag zu Asphalt und über Fiecht und Schwaz erreichen wir den Inntalradweg. Wir fahren diesen flussaufwärts weiter bis Pill, wo wir ihn verlassen und den finalen Schlussanstieg nach Weerberg in Angriff nehmen. Wir haben schon über 2000 Höhenmeter in den Beinen und die Zeit ist vorangeschritten. Hotelsuche ist angesagt. Das erste auf der Strecke sagt uns nicht zu und wir radeln auf dem Hochplateau bis Mitterweerberg, wo wir beim "Schwannerwirt" www.schwannerwirt.com nachfragen. Kein Problem, wir bekommen ein Zimmer mit weitem Ausblick über das Inntal. Das Essen ist fantastisch und wir berappen für die Halbpension gerade einmal 35 Euro pro Nase. Bei dem Service und dem ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnis macht das Transalpen in Österreich wirklich Spaß. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil) | ||||||||
| 2. Tag: Im Regen übers Geiseljoch | ||||
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Nach dem reichlichen Frühstück - sogar ein Rührei wird uns frisch serviert - wollen wir gerade auf die Räder steigen, als es anfängt zu nieseln. Na toll! Aber es hilft nichts, wir ziehen die Regenklamotten an in der Hoffnung, dass es nur ein zeitweiliger Schauer ist. Da sollten wir uns täuschen. Der Regen wird uns zwei Tage lang begleiten und mir dadurch Gelegenheit geben, meine Bekleidungsvarianten zu testen. Zum Glück ist der Übergang über das Geiseljoch wirklich komplett fahrbar, es ist aber wirklich nicht angenehm, durch die Wolkensuppe zu fahren und rein gar nichts von der Landschaft zu sehen. Doch oben sind wir noch nicht. Bis Innerst geht es zunächst die Straße hoch, dann kommt ein kurzer Pfad bis zu einem Forstweg, der zur Weidener Hütte führt. Hier wärmen wir uns bei heißem Tee ein wenig auf, um dann die letzten Höhenmeter zur Passhöhe in Angriff zu nehmen. Bei gutem Wetter ist der Weg sicher gut fahrbar, jetzt ist es nur frustrierend, die vielen Serpentinen abzuspulen ohne zu erahnen, wann der dürre Baum kommt, der das Geiseljoch markiert. Meinen Radcomputer mit Höhenmessung habe ich mit einer Plastiktüte aus der Gemüseabteilung umwickelt, damit er nicht ausfällt und ich die Strecke aufzeichnen kann. Endlich sind wir oben, verweilen nicht lange und machen uns an die Abfahrt. Unser einziger Trost ist, dass die Strecke auch komplett und ohne technische Schwierigkeiten fahrbar ist. Allerdings frieren uns bald die Hände ab und der gesamte Körper ist eiskalt. An einer Alm halten wir an und ziehen unter dem Vordach alles an, was wir im Rucksack haben. Jetzt bewähren sich auch die Ölhandschuhe von der Tankstelle, die ich seit Jahren umsonst mitschleppe. Ein paar direkt über die Hände, dann die leichten Windstopperhandschuhe drüber und zum Abschluss noch einmal Ölhandschuhe. So werden die Finger wieder warm, trotz der noch langen Abfahrt nach Vorderlanersbach. Hier verzweigen sich die Transalprouten. Nach rechts könnte man über das Tuxer Joch (bei gutem Wetter ein Traumübergang) in Richtung Brenner fahren. Unsere Route soll uns über das Pfitscher Joch führen. Deshalb geht es ab nach links und die Talstraße zügig hinab ins Zillertal. Der Regen platscht uns nur so ins Gesicht, dazu kommt noch der Autoverkehr. Wir haben keine Gelegenheit, uns auf der Karte zu orientieren und verpassen in Finkenberg den Abzweig zur Nebenstrecke nach Dornau, die beim Gasthaus Jochberg (2005 geschlossen) in die Schluchtstrecke einmündet. Im Talgrund biegen wir dann rechts ab und es beginnt die sich hinziehende Straßenauffahrt in Richtung Schlegeisspeicher. Nur auf der Schluchtstrecke können wir dem Autoverkehr ausweichen, der allerdings nicht so stark ist wie befürchtet. Bei dem Regenwetter bleiben viele Urlauber in der Unterkunft. Langsam wird uns sehr warm unter den Regensachen. Wir halten an und ziehen ein paar von den feuchten Sachen aus. Gleichzeitig beratschlagen wir, wie weit wir heute wohl noch kommen werden. Das Pfitscher Joch ist heute bei dem Wetter nicht mehr drin. So radeln wir über Ginzling bis zum Berggasthof Breitlahner, wo wir wieder eine preiswerte und gute Unterkunft finden. Sogar ein Trockenraum ist vorhanden, der von uns ordentlich belegt wird. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil) | ||||
| 3. Tag: Im Regen zum Pfitscher Joch | ||||||||
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Die ganze Nacht hat es durchgeregnet. Es will nicht aufhören. Wir überlegen ernsthaft, ob es bei diesem Wetter angeraten ist, weiter in die Berge zu fahren. Das Pfitscher Joch liegt immerhin 2248 m hoch, und es wird saukalt werden. Die Alternative wäre, zurück über Zillertal und Inntal in Richtung Brenner zu fahren. Das könnte man gut mit der Eisenbahn überbrücken. Da das Wetter hinter dem Alpenhauptkamm auch nicht viel besser ist (das Genua-Tief lässt grüßen) und keine Schneegefahr besteht, beschließen wir, das Abenteuer einzugehen. Allerdings ersparen wir uns die Sturzbäche auf der Straße bis zum Schlegeisspeicher, indem wir mit dem Bus bis zum Stausee fahren. Dort packen wir uns wie gehabt so regenfest ein wie möglich und trampeln los. Der Pfad ist total versifft, die Kühe stört der Regen nicht, deren Hinterlassenschaften sind schön sämig. Auf dem zunächst etwas verblocktem Pfad müssen wir zunächst ein paar Schiebepassagen einlegen. Es ist zwar nicht sehr steil, aber extrem rutschig und ich habe gar keine Lust, im Matsch meinen Körperabdruck zu hinterlassen. Ab der Lavitzalm hat man einen neuen breiten Forstweg gebaut. Selbst bei diesem Sauwetter ist er bis zum Pfitscherjoch gut fahrbar. Vor ein paar Jahren war auch dieser Übergang noch mit einer heftigen Schiebe- und Tragepassage gesegnet. Das ist nun zu unserem Glück vorbei, selbst bei diesen schlechten äußeren Bedingungen kann man das Pfitscherjoch ohne Probleme bezwingen. Oben herrscht eine archaische Stimmung. Wir sehen kaum hundert Meter weit, es regnet und stürmt, die Temperatur ist auf 3° gefallen. Irgendwie hat das auch was. Wir nehmen es gelassen, zumal ein Opel Vectra mit deutschem Kennzeichen vor dem Haus parkt. Die Abfahrt ins Pfitschtal dürfte also mit dem Mountainbike unproblematisch sein, was sich dann auch nach einer Rast zum Aufwärmen bestätigt. Die alte Militärstraße wurde unter der Herrschaft von Mussolini angelegt, in vielen Serpentinen windet sie sich nach unten. Unsere Scheibenbremsen beweisen ihre Nützlichkeit und bald erreichen wir die Talstraße. Bei der Abfahrt nach Sterzing lassen wir unsere Räder durch die Wasserströme laufen, so wird der Dreck gleich abgespült. Wenigstens ein positiver Nebeneffekt des Wetters. In Sterzing trinken wir erst einmal einen Espresso und überlegen, wie weit wir heute noch fahren wollen. Das Pfunderer Joch ist bei dem Wetter tabu, wir sind am Abzweig bei Fußendraß im Pfitschtal gleich durchgefahren.
Zu unserem Erstaunen und unserer Freude hört der Regen langsam auf und wir beschließen, heute soweit wie möglich nach Süden zu kommen. Dazu bietet sich der neue Radweg zwischen Sterzing und Brixen an. Wer mit dem Auto vom Brenner gen Süden fährt, kann sich nur schlecht vorstellen, das eine Fahrt mit dem Rad durch das enge Eisacktal ein Vergnügen sein kann. Mit ein paar knackigen Gegenanstiegen gewürzt, führt uns der im wesentlichen gut ausgeschilderte neue Radweg rasch in Richtung Brixen. Kurz vor Vahrn dann die Überraschung. Der bis hierher asphaltierte Radweg ist zu Ende (er wird jedoch sicher weiter ausgebaut) und wir rollen über eine kurzen steinigen Pfad zum Vahrner See. Versteckt schimmert die Wasserfläche durch die Bäume. Wir machen selbstverständlich Rast an diesem idyllischen Platz und der Gipfel des Glücks ist es, dass nun sogar die Sonne hervorkommt. Also raus aus den langen Klamotten und in kurzem Sachen weiter gefahren. Eine Wohltat, die Sonne wieder auf der Haut zu spüren. Wir durchqueren Brixen und bleiben auf dem Radweg im Eisacktal. Er wird weiter ausgebaut und geht z.B. durch Klausen, das mit seinem intakten mittelalterlichen Stadtensemble zu einer Kaffeerast einlädt. Nur bei Atzwang müssen wir kurz auf die Straße, aber wie wir hören, soll hier die alte aufgelassene Bahnstrecke vom Brenner hinunter bis Bozen als Radweg ausgebaut werden, so dass sich auch dieses Problem in absehbarer Zeit erledigen sollte. In Blumau ist das entspannte Rollen bergab vorbei. Ein netter Schlussanstieg wartet wieder auf uns. Als Ziel peilen wir den "Steinegger Hof" von Kurt Resch in Steinegg www.steineggerhof.com an. Kurt ist selbst begeisterter Mountainbiker, im IBC-Forum aktiv und ich will die Gelegenheit nutzen, ihn auch einmal persönlich kennenzulernen. Das Hotel ist gut gefüllt, wir bekommen aber noch ein Zimmer und trotz der späten Ankunft noch ein ausgezeichnetes Menü vorgesetzt. Das Hotel ist ganz auf MTB-Gäste eingestellt, hat inzwischen sogar einen eigenen kleinen "Bikepark" und eine Selbsthilfewerkstatt. Die nutzen wir, um unsere Bremspads zu wechseln, die Regenabfahrten haben ihnen ganz schön zugesetzt. Alles wird gut! |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil) | ||||||||
| 4. Tag: Dolomiten - Val di Fiemme | ||||||||
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Für heute visieren wir als wahrscheinlichen Endpunkt des Tages das Fleimstal/Val di Fiemme an. Auf dem Weg dorthin warten eine Reihe landschaftlicher Highlights der Dolomiten auf uns, die wir passieren werden. Die Gebirgsgruppen des Schlern und Latemar gehören dazu, an Pässen warten auf uns Niger- und Karerpass sowie das Reiterjoch als Übergang nach Cavalese. Ich frage Kurt nach dem besten Weg und er zeigt mir kurz anhand der Karte, wo es langgeht. Zunächst die Straße bergauf Richtung Obergummer und dann bei einer Bushaltestelle immer den Weg 1 entlang Richtung Nigerpass. Ohne Ortskenntnis wäre es sehr schwer gewesen, sich aus dem dichten Wegenetz die beste Alternative herauszusuchen. So hangeln wir uns von einem schönen Fleck mit super Aussicht zum nächsten. Als erstes visieren wir den Schillerhof an. Der Blick zur Latemargruppe ist überirdisch. Dann geht es auf Waldwegen zum Nigerpass. Der Weg ist zwar in der KOMPASS-Karte Nr. 54 als MTB-Route eingezeichnet, man kann sich aber durchaus leicht verfranzen. Wer das nicht riskieren möchte kann als Alternative ab dem Schillerhof den ausgebauten Forstweg nutzen, der im Winter als Skiloipe genutzt wird. Schließlich erreichen wir den Nigerpass, wo erst einmal Rast angesagt ist.
Eine kurze Querpassage zur Entspannung auf der Straße zum Karerpass führt direkt an den Felswänden des Latemar vorbei. Am Karer Pass drehen wir wieder um in Richtung Karer See, wo die Touristen so richtig rummeln und finden dann den Einstieg auf den traumhaft fahrbaren Weg Nr. 8 nach Obereggen. Hier wartet das Reiterjoch auf uns. Leider orientiere ich mich zu oberflächlich und wir landen auf dem Weg, der entlang der Skipiste zum Gasthaus "Epircher Laner" führt. Skipisten sind bekanntlich steil und so schieben wir zu meinem Verdruss einige Minuten, denn wie ich sehe, verläuft der Wirtschaftsweg in fahrbarer Steigung zum Berggasthaus. Schließlich erreichen wir diesen Weg doch noch und können das Reiterjoch im Sattel bezwingen. Hier verlassen wir Südtirol und gelangen ins italienische Sprachgebiet, nicht ohne an der Zischgalm so lange Rast zu machen, bis es wieder beginnt zu regnen. Die Rast wird also noch mal verlängert. Auf der Abfahrt muss David durch einen schleichenden Platten den Schlauch wechseln. In der Pause trocknet die Straße dann endgültig ab und wir kommen sauber nach Cavalese. Der durch ein Seilbahnunglück Ende der 1990er Jahre in traurige Schlagzeilen geratene Ort besticht uns nicht durch seinen Charme. Im Tourismusbüro erkundige ich mich nach Unterkunftsmöglichkeiten und lasse im kleinen Örtchen Molina am Beginn des Manghenpasses für uns ein Zimmer reservieren. Das Hotel Ancora www.ancorafiemme.it ist ein Volltreffer. Wir beschließen den Tag im warmen Abendsonnenschein bei einem Bier und dem obligatorischen Grappa. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil) | ||||||||
| 5. Tag: Manghenpass, Sette Comuni | ||||||||||||
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Heute ist die Route klar und eindeutig. Manghenpass, Val Sugana und von dort aus zur Hochebene der Sette Comuni. Nach dem reichhaltigen Frühstück geht es ohne viel Federlesen gleich bergauf. Den Manghenpass erreicht man unspektakulär auf einer wenig befahrenen Asphaltstraße. Ab und zu passiert uns ein einsames Auto oder eines der wohl unvermeidlichen stark motorisierten Bikes der anderen Fraktion, die sich in den Alpen tummelt. Wer nicht so viel auf der Straße strampeln will, kann ab Ponte di Stue zur Forcellina di Valsorda queren, um von dort aus über den Passo Cinque Croci ins Val Sugana zu gelangen. Wie dem auch sei, uns ist heute diese leichte Variante recht, denn ich weiß nicht so recht, was uns bei der noch folgenden Auffahrt zum Rifugio Barricata noch erwartet. Doch zunächst versägen wir die gewonnenen Höhenmeter weicheimäßig auf der Asphaltpiste runter ins Val Sugana, wo uns die übliche Sommerhitze empfängt, die ich von meinen Transalps in den letzten Jahren gewohnt bin. Bevor die Läden gegen zwölf Uhr zur Siesta dicht machen, versorgen wir uns in Scurelle in einem kleinen Spar-Markt mit Essen und Trinken und rasten im Schatten. Die Zeitplanung ist optimal, wie sich herausstellen sollte. Bis Selva ist es nur ein Katzensprung, davon die letzten Kilometer auf dem Radweg. Im dem Örtchen zweigt genau an einer Wasserstelle rechts die legendäre Auffahrt zur Hochebene Altopiano dei Sette Comuni ab. Jahrzehntelang war die alte Militärpiste in einen Dornröschenschlaf verfallen, aus dem sie erst durch die aufkommende Mountainbike- und Transalpbegeisterung seit Anfang der 1990er Jahre geweckt wurde. 2002 wollte ich sie schon einmal bezwingen. Damals machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Heute hätte es beinahe auch nicht geklappt. Die Straße wird nämlich asphaltiert, wie wir hören müssen und gesperrt sei sie deshalb auch für jeglichen Verkehr, sagt mir eine Einheimischer, den ich nach dem Weg frage.
Nun gut, denk ich mir, nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Mit dem Fahrrad kommst du eigentlich überall durch, und außerdem ist Mittagszeit. Also nicht lange gefackelt und los. Den Einstieg haben wir schnell gefunden und dann schraubt sich die Piste in moderater Steigung in die Höhe, sehr gut fahrbar bis wir tatsächlich zu Baustelle kommen. Eine Steinwüste liegt auf dem Weg, schweres Baugerät steht herum, die Felswände werden aufwändig gesichert. Bis auf einen Arbeiter, der im Schatten döst, ist keine Menschenseele zu sehen - Siesta alla italiana. Ich grüße freundlich, es kommt keine Widerrede und wir ziehen weiter. Die Tragepassage über Felsbrocken ist kurz und wir kommen noch in den Genuss der ursprünglichen Piste. Wie wir dann abends erfahren werden, wird die Hochebene und eben
auch diese Straße mit immensem finanziellen Aufwand
erschlossen. 2006 soll sie schon mit Autos vom Val Sugana aus
befahrbar sein. Ob das so richtig sinnvoll ist, wage ich zu
bezweifeln, denn auf der Hochebene wohnen nur eine Handvoll
Menschen, die auf dem kärglichen, trockenen Boden Schafe und
Kühe halten. Naja, vielleicht wird ja auch mal das Pfunderer
Joch asphaltiert, damit es wirklich komplett fahrbar wird.
Schnell sind wir dort, checken ein und schlucken erst einmal bei dem für diese Verhältnissen üppigen Preis für die Halbpension von 54 Euro. Aber uns bleibt keine Wahl, wir haben schon über 2400 Höhenmeter in den Beinen und wirklich keine Lust weiterzufahren. Noch ein paar andere Transapler treffen ein, sie sind aber nicht sehr gesprächig. Der Abend wird aber auch so ganz interessant. Ein Bauarbeiter nächtigt hier. Er ist Südtiroler und wir kommen ins Gespräch. Seine Firma ist mit dem Bau der Wasserleitung hier oben beschäftigt. Bisher mussten sich die Leute mit Wasser aus Zisternen begnügen. Einige Millionen Euro Fördergelder aus EU-Mitteln für strukturschwache Regionen aus sollen den Tourismus hier oben ankurbeln. Im Winter sollen hier bis zu sechs Meter Schnee fallen, ein ideales Gelände für Langlauf ist es schon. Die beiden erwähnten Rifugios werden mit ca. zwei Millionen Euro aus regionalen Mitteln renoviert und dann langfristig an die jetzigen Betreiber verpachtet, die jetzt schon die Preise von später kassieren. Wie dem auch sei, durch unsere Unterhaltung kommen wir noch in den Genuss einer einheimischen Spezialität. Ein paar Italiener machen hier seit einiger Zeit Urlaub und lassen sich ein interessantes Mixgetränk servieren. Es sieht aus wie Glühwein und wird auch flambiert serviert. Sie schaffen nicht alles und geben den Rest an unseren Tisch. Ich bin natürlich für alles Neue aufgeschlossen und probiere gleich einen Schluck. Der schmeckt sehr lecker, hat es aber in sich. Wie wir uns erklären lassen, ist es eine Mixtur aus Kaffee, Rotwein und Grappa. Eine heiße Mischung, für wahr. Wir haben keine Probleme beim Einschlafen. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil) | ||||||||||||
| 6. Tag: Kriegspfade - Monte Maggio | ||||||||||||||||
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Der starke Schlummertrunk bewirkt, dass wir das nächtliche Gewitter nur am Rande mitbekommen. Als wir am frühen Morgen aus dem Haus treten, ist die Luft klar und frisch und der Himmel wolkenlos. Das Frühstück ist ganz o.k. und wir ziehen los, um die Hochebene zu erkunden. Wir folgen wieder der Route aus der DVD "Abenteuer Alpencross" und ich recherchiere detailliert für das Roadbook. Die Orientierung ist entgegen meiner Befürchtung einfach. Mit Hilfe der sehr guten Wegweisung und des entsprechenden Kartenmaterials sollte es kein Problem sein, sich hier oben zurechtzufinden, wenn man denn weiß, wo man hin will. Das Wegenetz aus breiten Schotterpisten ist in gutem Zustand verdankt seine Entstehung den kriegerischen Auseinandersetzungen im Ersten Weltkrieg zwischen Österreich/Ungarn und Italien. Hier oben verlief die Grenze und damit auch die Frontlinien. Eine Vielzahl von Festungen entstand hier, die eine entsprechende Logistik erforderten. Wir Mountainbiker freuen uns heute über diese idealen Fortbewegungsmöglichkeiten durch Landschaften, die man zu Fuß kaum durchstreifen könnte. Im wesentlichen sollte man hier oben der Route "100 km dei Forti" folgen, die die alten Kriegsanlagen gut miteinander verbindet. In den KOMPASS-Karten 75 und 101 ist der Weg als MTB-Route ausgewiesen. Ich kenne große Teile der Route schon von meiner Tour "Transdolomiti 2002", so dass ich keine Probleme habe, mich zurechtzufinden.
Wir folgen im wesentlichen der Hauptroute über Bivio Italia, Portule, Larici, Busa Verle, Passo Vezzana und Luserna. Wenn es die Tourplanung erlaubt, sollte man hier oben eine weitere Übernachtung einplanen, z.B. am Passo Vezzana oder im Albergo Monterovere. Dann hat man ausreichend Zeit, die Gegend auch mal ohne Rucksack auf dem Rücken zu erkunden. Wir stehen zwar nicht unter immensem Zeitdruck, trödeln dürfen wir aber auch nicht, da wir heute noch den Monte Maggio bezwingen wollen. Am Passo Sommo treffen wir zu meiner großen Überraschung auf Michael, der zu Himmelfahrt mit im Trainingscamp am Gardasee war, und nun selber mit einer kleinen Gruppe eine Transalp fährt. Da ich sowieso auf David warten will, der bei der Auffahrt einen Gang zurücklegen musste, machen wir kurze Rast und quatschen. David hat die Pause gut zum Regenerieren genutzt und fährt mir wiederum am Passo Coe davon. So gleicht sich alles aus. Es ist schon später Nachmittag und wir checken, ob wir es zeitlich hinbekommen werden, heute noch die legendäre Abfahrt am Monte Maggio zu fahren. Es sollte klappen, wenn nichts schief geht; nur die Wolken in Richtung das Maiberges machen uns Sorgen. Wir nehmen den Wanderweg E5, der kurz nach dem Rifugio Passo Coe rechts abzweigt. Ein paar holprige Stellen zwingen uns kurz zum Schieben, wir kommen aber gut voran. Schließlich erreichen wir den schmalen Pfad, der hoch über dem Tal langsam in Richtung Gipfel zieht. Offensichtlich ist es auch ein alter Militärweg, der aber teilweise so verfallen ist, dass wir schieben müssen. Das Eisenkreuz auf dem Gipfel des Monte Maggio lugt ab und zu durch die Nebelschwaden. Es ist nicht mehr weit. Später wird der Pfad flacher und breiter und lässt sich wieder gut fahren. Irgendwann wechselt der Weg auf die andere Seite der Bergflanke, wir sind oben und mir wird klar, warum es hier so neblig ist.
Die Alpen sind hier zu Ende
und die feuchtwarme Luft aus der Ebene wird gegen die Bergflanke
gedrückt und zum Aufsteigen gezwungen. Dabei kondensiert die
Feuchtigkeit und Nebel bildet sich. Trailspezialisten werden hier ihre helle Freude haben, aber auch für Normalbiker wie David und mich ist die Abfahrt ein Erlebnis der besonderen Art. Fahren und Schieben wechseln sich ab. Es macht Spaß, hier zu sein. Nur bei Regen möchte ich diesen Trail nicht fahren. Irgendwann stoßen wir in der Nähe eines aufgelassenen Steinbruchs auf den legendären alten LKW, der im Wald vor sich hinrostet. Selbst danach ist es teilweise noch so steil, dass wir uns fragen, wie der LKW jemals hier hoch gekommen ist.
Schließlich können auch wir flüssig die letzten Serpentinen fahren und erreichen am Passo Borcola die Straße. Wir wollen in Posina übernachten. Es dauert links bergab keine zehn Minuten und wir sind da. Das Gasthaus "Trattoria All'Alpino" liegt direkt an der Straße. Die Chefin winkt uns schon aus der Küche zu, wo sie offenkundig das Abendessen eigenhändig zubereitet. Es riecht oberlecker - cucina alla casalinga. Keine Frage, hier bleiben wir, nach dem Preis frage ich gar nicht erst. Schnell beziehen wir unsere Zimmer in der Dependance und machen uns zum Essen fein. Wir haben kaum Platz genommen, da wird uns auch schon groß aufgetafelt. Ein frugales italienisches Menü vom Allerfeinsten und das in solchen Mengen, so dass selbst wir ausbelasteten Mountainbiker beim besten Willen nicht alles vertilgen können. Der Grappa danach ist ein Muss. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil) | ||||||||||||||||
| 7. Tag: Finale zum Gardasee | ||||||||
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Nur einen Haken hat die Sache. Wir müssen aus dem Stand gleich stramm bergauf in Richtung Colle Xomo radeln. Die Beine sind bleischwer und werden es den ganzen Tag lang bleiben. Deshalb fällt es mir nicht schwer, auf den Pasubio zu verzichten, zumal ich 2002 schon mal dort lang gefahren bin. Wir queren deshalb auf der Nebenstraße zur Ponte Verde und fahren dann hoch zum Passo Pian delle Fugazze. Hier nehmen wir die Nebenroute im Vallarsa über Camposilvano nach Rovereto. Kurz vor Raossi stoßen wir dann wieder auf die Staatsstraße SS 42. Ein paar häßliche Gegenanstiege rauben uns den letzten Nerv, bis es endlich nur noch abwärts geht. In Rovereto kaufen wir am Bahnhof gleich die Fahrkarten für die Rückfahrt zum Brenner. Dann geht es easy auf dem Radweg über Mori nach Nago, wo uns der Gardasee zulächelt. Wieder einmal haben wir es geschafft. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil) | ||||||||
| Fazit: Strecke | Fazit: Rucksack - Deuter Speed Lite 30 | ||||||||
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Eine sehr lange anspruchsvolle Strecke, die eigentlich mehr als sieben Tourtage braucht. Geisel- und Pfitscher Joch möchte ich gerne noch einmal bei schönem Wetter erleben, wobei die lange Teerauffahrt im Zillertal zum Pfitscher Joch doch eher unschön ist. Das Joch vom Pfitschtal aus zu fahren wäre weitaus reizvoller und würde im Rahmen eines Transalps, der von Süd nach Nord geht, auf jeden Fall ein ganz heißer Favorit in der Tourplanung sein. Nach dem Geiseljoch würde ich auf jeden Fall als Anschluss das Tuxerjoch favorisieren. Das häßliche Wetter zu Beginn hat gezeigt, wie wichtig es sein kann, flexibel zu reagieren. Da hat eine Transalproute in der Nähe der Alpentäler, die von Nord nach Süden verlaufen, große Vorteile, weil man einfach im sicheren Tal nach Süden vordringen kann, um dann wieder neu in die Berge einzusteigen. Die Fahrt über den Monte Maggio gehört sicher zu den spektakulärsten Trails in den Alpen. Ich gebe gern zu, dass ich Vorbehalte hegte. Ich habe sie beiseite geschoben, und das war gut so. Möge der LKW noch lange dort vor sich hin rosten. Den Pasubio werde ich sicher noch einmal als Tourabschluss wählen, wenn die Motivation noch da ist und das Wetter stimmt. Von Posina aus ist das problemlos in einem Tag zum Lago zu schaffen. Explorertouren gewinnen für mich immer größeren Reiz, weil ich es einfach als angenehm empfinde, am Morgen nicht zu wissen, wo ich abends sein werde. Dazu bedarf es natürlich verlässlicher Reisepartner, so wie es David einer ist, mit dem ich seit 2002 regelmäßig auf Tour bin. |
Dank des neuen Modells bin ich nun locker auf wenig mehr als fünf Kilogramm Gewicht gekommen. Der Speed Lite 30 ist nach meiner Einschätzung uneingeschränkt für den Einsatzbereich "Transalp" geeignet. Eine separate Regenhülle darf allerdings nicht fehlen. Der Tragekomfort ist sehr gut, ich habe das Gewicht subjektiv kaum gespürt. Die Tragegurte schneiden nicht in die Schultern ein. Wenn die Bekleidung in drei Plastiktüten verteilt wird, ist auch die Ordnung und Übersichtlichkeit im Rucksack kein Problem. Besonders vorteilhaft ist das riesige Außenfach für die Helmhalterung. Da geht auch eine Menge Wechselbekleidung hinein, die erst mal auslüften und/oder trocknen soll. Ein witziges Detail sind die kleinen Taschen in den Netz-Hüftflossen. Darin kann man z.B. Energieriegel, Getränkepulvertütchen oder andere Kleinigkeiten verstauen. Als einziges Manko muss ich dabei vermerken, dass bei meinem Modell dabei die Naht dieser Netztaschen auf einer Seite zu knapp gefasst war und aufging. Das trübt aber nicht den insgesamt ausgezeichneten Gesamteindruck des Speed Lite 30. Hier die technischen Daten und sonstigen Features:
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| Danke an Frau Manger von der Firma Deuter für die angenehme Zusammenarbeit! | |||||||||