Transalp mit "Dr. rad"Andreas Albrecht

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Albrecht-Route 6 Tage: »7-Tage-Variante
 

Transalp: Albrecht-Route (6 Tage)

Strecke Garmisch- Fernpass - Landeck - Tobadill - Ischgl - Fimberpass - Scoul - Passo Costainas - Val Mora - Bormio - Val Rezzalo - Passo Gavia - Passo Tonale - Val di Sole - Madonna di Campiglio - Gardasee
Länge 417 km
Höhenmeter 9.763 hm
Termin 20. - 25. August 2006
Etappen (6)
Tag Strecke km hm
1.Tag Garmisch-Partenkirchen - Ehrwald - Fern-Pass - Schloss Fernstein - Strad - Imst - Landeck 79 760
2.Tag Landeck - Tobadill - Ischgl - Fimber-Tal - Bodenalpe 38 1446
3.Tag Bodenalpe - Fimber-Pass - Vna - Sent - Scoul - S-charl - Pass da Costainas - Lü 61 1976
4.Tag Lü - Val Mora - Lago Cancano - Bormio - Le Prese - Val di Rezzalo - La Baita 80 1860
5.Tag La Baita - Passo dell' Alpe - Gavia-Pass - Passo Tonale - Dimaro - Madonna di Campiglio 88 2552
6.Tag Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Val d'Algone - Stenico - Ponte Arche - Dasindo -Passo Ballino - Tenno - Riva - Torbole 71 1169
Medien Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, ist folgendes verfügbar, damit ihr den rechten Weg findet:
  • Roadbook in Papierform und als eBook- siehe oben
  • Kartenscans
  • GPS-Daten
  • TOPO-Karten für Garmin GPS-Geräte
  • Finisher Bikeshirts
  • mehr Infos zu Kartenscans, GPS-Daten und Topo-Karten für Garmin-Geräte findest du hier
  • Im Buch, in GPS-Daten, auf Kartenscans und auf der TOPO-Karte sind sowohl die 7-Tages als auch die 6-Tagesvariante enthalten.
Bestellt werden kann über meinen eigenen Shop auf shop.transalp.info (Bei diesem Shop ist neben Überweisung auch das Zahlen über PayPal möglich. PayPal wickelt die Zahlungen auch für Kunden ab, die keinen eigenen Account haben. Keine Versandkosten - weltweit. GPS-Daten und Kartenscans werden beim Bezahlen mit Paypal sofort als Download zur Verfügung gestellt.)
Landkarten Kompass: Digitale Karte Österreich, Digitale Karte Tirol, Digitale Karte Schweiz, Digitale Karte Gardasee,  5, 35, 41, 42, 52, 072, 73, 98, 101, 107
Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358  Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4
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Tourplanung Andreas Albrecht
Tourführung Andreas Albrecht
Teilnehmer Sascha Braune, Dirk Kersken, Jürgen Heigl, Jürgen Schottenhamml, Oliver Block, Stefan Matter

Tourbericht

Autor: Jürgen Schottenhamml
"Die Notwendigkeit realisiert sich über den Zufall."
Hegel (1770-1831)

Streckenübersicht
Gesamtstrecke als Google Map

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1. Tag:
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Start im Nieselregen zum Vergrößern klicken
Begonnen hatte alles am Gardasee im April 2006. Schon seit Sommer 2005 spielte ich mit dem Gedanken, eine Transalp zu fahren, war mir aber nicht sicher, welchen Schwierigkeitsgrad ich konditionell und technisch wählen sollte. Da war das Angebot von Andreas Albrecht, das Gardasee Trainingscamp, genau richtig : Nach den 4 Tagen am Gardasee war mir klar, dass ich seine Albrecht-Route mit genügend Training schaffen kann, und freute mich schon auf die Tour mit Andreas, Dirk, Oliver und Sascha, die wie ich bei dem Camp dabei waren.

Der Tag der Entscheidung war da. Nach einer kurzen Nacht fuhr ich um 6:30 los, Richtung Garmisch, voller Erwartung auf die Transalp. Das Wetter verschlechterte sich zusehends, je weiter ich nach Süden kam. Endlich, Ankunft am vereinbarten Treffpunkt, der Parkplatz bei Lidl. Sascha war schon da und baute sein Bike zusammen. Nach und nach trudelten Oliver, Dirk, Andreas, sowie die "Neuen", Jürgen und Stefan ein. Einen Regenschauer warteten wir noch ab, und starten dann bei leichtem Nieselregen um 11:00. Meistens auf dem Gehsteig ging es Richtung Ehrwald, der Regen wurde immer stärker.
Die Auffahrt zum Fernpass war die erste richtige Steigung, doch schnell ging es in den Wald auf einen Schotterweg, der uns mit teils kräftigen Steigungen richtig forderte. Am höchsten Punkt wurde es dann doch empfindlich kalt, und wir mussten das erste Mal unsere Ärmlinge und Beinlinge benutzen.

Im Zick-Zack über Schotterwege ging es dann den Fernpass hinunter, nach einer kurzen Rast steuerten wir den schönsten Abschnitt der Via Claudia an, den legendären Singletrail über die Holzbrücke, mit atemberaubenden Tiefblicken. Der nasse Trail forderte volle Konzentration, machte aber tierisch Spaß. Schnell war der Talgrund erreicht, und wir hatten noch 20 km bis Landeck vor uns. Der leichte Regen hielt an, 5 gelbe Regenhüllen (Deuter Transalp Rucksack) und 2 orange (Vaude Alpin ) bewegten sich zügig Richtung Landeck.

So ca. 10 km vor unserem Ziel erbarmte sich der Himmel, die Wolken rissen auf, der Regen hörte auf, und wir rollten im Trockenen zum Hotel Mozart. Nachdem wir uns aus unseren nassen Klamotten geschält hatten, ging es erst mal zum Duschen. Die 2 Stunden bis zum Essen verbrachten wir mit Schuhe trocken föhnen, nasse Klamotten im Heizungskeller aufhängen und Fahrräder waschen. Andreas hatte eine bessere Idee und stellte seine Schuhe zum Trocknen auf die Wiese vor dem Hotel, von hier aus hatte man schöne Ausblicke auf eine in der Sonne badende Blondine, die höchsten 50 g Stoff am Körper hatte. Das Essen entschädigte dann für so manchen Regenkilometer, 5 Gänge und ein anschließender Obstler sorgten für die nötige Bettschwere und Kalorienzufuhr.
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2. Tag:
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Zum Almstüberl bei Tobadill zum Vergrößern klicken
Der zweite Tag begann mit dichter Bewölkung, in der Nacht hatte es auch geregnet. Aufgrund der unsicheren Wettersituation entschloss sich Andreas, das Tagesprogramm umzustellen und die Etappe zu verkürzen. Statt über das Verwall-Tal und die Heilbronner Hütte sollte es nun über Tobadill nach Ischgl und dann hoch zur Bodenalpe gehen. Nach einem reichlichen Frühstück stiegen wir in unsere frisch getrockneten Funktionsklamotten, und radelten, immer mit Blick auf die düsteren Regenwolken, Richtung Ischgl. Nach gerade mal 20 Minuten fing es das Tröpfeln an, ein Bushäuschen diente uns als Unterstand, bis sich nach ca. ½ Stunde endlich der Regen verzog. Sanft stieg die Straße nach Tobadill an, und endlich ließ sich die Sonne wieder blicken. In Tobadill war dann auch Schluss mit Teer, ein knackiger Anstieg auf einem Singletrail zwang fast alle vom Rad. Beim Almstüberl in Hintergiggl, das seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird, machten wir Rast, um uns auf den folgenden Trail vorzubereiten und den herrlichen Ausblick zu genießen.

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Fimbertal bei Bodenalpe zum Vergrößern klicken
Es folgte ein ruppiger, schmieriger Downhill mit engen Serpentinen, der sich als fast unfahrbar präsentierte. Am Schluss ging es dann doch noch ein Stück zu fahren, und wir rollten nach See im Paznauntal hinunter. An einem kleinen Supermarkt stärkten wir uns mit Cola und Bananen, und wir freuten uns über das Wetter, das immer besser wurde. Die sanft ansteigende Landstraße von See nach Ischgl wurde dann mit kräftigem Gegenwind zur Geduldsprobe, immerhin schafften wir es, die Teamwertung gegen die in Tobadill zeitgleich mit uns gestartete Gruppe aus dem Allgäu zu gewinnen, da Andreas im letzten Tunnel zum Endspurt ansetzte. Den kurzen Regenguss am Ortsanfang warteten wir in einer Tankstelle ab, anschließend ging es ins Zentrum, um Ersatzteile zu kaufen und unseren Kohlenhydratspeicher aufzufüllen. Es gab, mal wieder, Nudeln, Apfelschorle sowie Pfannkuchensuppe zu wahrhaft exklusiven Preisen.

Ischgl bietet im Sommer einen merkwürdigen Eindruck, massenhaft Hotels und Restaurants, von denen die meisten geschlossen sind. Im Fahrradgeschäft konnte Stefan noch ein Schutzblech, Dirk und ich je einen Tachomagneten erstehen (ich hatte meinen beim Waschen am Vortag mit scharfem Wasserstrahl aus der Halterung gespült), dann ging es los Richtung Bodenalpe. Spätestens nach 200 m verfluchten wir den Architekten dieses unverschämt steilen Weges, ich kam zeitweise bei 20% Steigung nur durch Serpentinenfahren vorwärts. Doch bald waren 300 hm geschafft, auf nur ca. 3 km, und die restlichen 300 hm gingen dann, in immer schönerem Wetter, recht zügig. Nach der Ankunft auf der Bodenalpe bei Sonnenschein gab es erst mal ein Hefeweizen, und danach ein reichhaltiges Abendessen mit Suppe, Braten, wieder Nudeln und Nachtisch.
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3. Tag:
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Fimbertal im Nebel zum Vergrößern klicken
In der Nacht hatte es wieder geregnet, dicke Wolken hingen am Himmel, und der Blick hoch zum Fimberpass war meistens durch Wolken oder Nebel versperrt. Nach dem Frühstück fuhren wir in leichtem Regen los, der allerdings bis zur Heidelberger Hütte nicht besser wurde. Hier endete auch nach 450 hm der recht ordentliche Schotterweg, wir mussten uns auf die längste Schiebepassage der Tour mit 400 hm einstellen. Die "Ankunft am Fimberpass" sah dann anders aus als auf der Homepage von Andreas, gerade mal 4°C, Nieselregen und kräftiger Wind trieben uns in die restlichen Regenklamotten, und den anspruchsvollen Trail ins Val Chöglias hinunter. Während Dirk, Jürgen, Sascha, Andreas und Stephan den größten Teil gefahren sind, zogen Olli und ich das Schieben vor. Das Risiko war auf dem steilen, schmierigen Trail für meine Fahrkünste einfach zu groß (Da muss ich noch mal hin, wenn es trocken ist). 600 hm tiefer bei der Alm Chöglias trafen wir wieder zusammen, und anschließend ging es über einen ruppigen Weg mit Tempo hinunter nach Griosch.

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Sonnige Belohnung am Passo Costainas zum Vergrößern klicken
Weiter ging es in Richtung Vna. Kurz vor dem Örtchen zweigt rechts ein toller Singletrail ab, der mit etlichen Stein und Wurzelstufen hinunter bis zur Brücke geht, die uns zum alten Kurhaus führte. Ein kurzer Gegenanstieg (sic) und eine lange anschließende Abfahrt brachte uns bis nach Sent im Unterengadin, ein wunderschönes Örtchen mit reichlich Häusern, die mit Sgraffito verziert sind, die Muster werden dabei direkt in den Putz gekratzt. Und endlich Mittagspause!. Es gab mal wieder Nudeln, Apfelschorle, Rivella rot und Gulaschsuppe, wir hatten ja noch die 900 hm bis zum Pass da Costainas vor uns. Die Sonne kam wieder heraus und begleitete uns für den Rest des Tages. Gemütlich rollten wir nach dem Essen nach Scuol, und versorgten uns noch im örtlichen Supermarkt mit Riegeln und Bananen. Über eine atemberaubend hohe Brücke ging es über den Inn auf die Südseite des Engadin. Eine mäßig steile Straße führte uns durch ein malerisches Gebirgstal bis nach S-charl, einen alten Bergwerksort, in dem früher Silber gefördert wurde. Und es wurde immer schöner, der Weg führte weiter hoch bis zur Alp Astras, und wurde zu einem richtig geilen, sanft ansteigenden Singletrail, der uns in Windeseile bis zum Pass da Costainas brachte, für mich war das der Top-Trail der Tour. Damit war der Tag, was Höhenmeter betrifft, erledigt, und wir konnten uns auf den anschließenden Downhill auf einer ausgewaschenen Forststraße freuen. Unsere Experten fuhren mal wieder alles runter, Olli und ich zogen bei 2 Passagen das Schieben vor. Wenig später rollten wir in Lü ein, mit Blick auf den König der Südtiroler Berge, den Ortler (3905m). Mama Lü verwöhnte uns dann mit Bergen von Nudeln, Salat und Nachtisch (Strudel mit Vanillesoße), und wir ließen den Tag bei einigen Weizenbierchen ausklingen.
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4. Tag:
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Anstieg ins Val Mora zum Vergrößern klicken
Herrliches Wetter begrüßte uns am Morgen, und nach einem reichhaltigen Frühstück ging es erst mal bergab ins Münstertal. Ein Stück nach Osten und schon begann der Schotteranstieg in das traumhafte Val Mora, 600 hm am Stück. Jeder fand sein Tempo, und nach einer guten Stunde trafen wir uns an einer Alm wieder. Mittlerweile hatte sich auch eine Gruppe eines Alpencross Veranstalters genähert, die sich aber als recht inhomogen herausstellte. Während einige ihre überschüssige Energie beim Turnen mit den Bikes auf den herumliegenden Felsbrocken loswerden mussten (unter kräftigem Geläster unserer Gruppe), quälten sich noch etliche Nachzügler den Berg hinauf. Wir beeilten uns, um vor ihnen den Trail nach Italien zum Lago di Cancano zu fahren. Streckenweise mussten wir schieben, aber der Rest war pures Vergnügen.
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Trail im Val Mora zum Vergrößern klicken


An einer sehr schön am Lago gelegenen Gaststätte kam dann die Enttäuschung, es gab nichts mehr zu Essen! Kohlehydrate mussten her, also nichts wie weiter. Aber zuerst mussten wir an den 2 Stauseen entlangfahren, die Straße war zwar recht langweilig und ziemlich befahren, die Ausblicke dagegen auf die Stilfserjochregion fantastisch. Nach einer kurzen Pause bei den Torri di Fraele ging es über den gleichnamigen Pass in unzähligen Serpentinen hinunter nach Bormio. Der Pass wurde übrigens für die Lastwagentransporte zu den Stauseen angelegt. Vor Bormio noch fanden wir ein Restaurant, in dem wir unsere Apfelschorle und die heißbegehrten Nudeln bekamen.
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La Baita im Val Rezzalo zum Vergrößern klicken


Von Bormio aus ging es dann erst mal bergab Richtung Sondrio. Einige Gegenanstiege ließen unsere Windschattenfahrerei dann doch auseinanderfallen, bei der Ankunft in Le Prese war ich dann ziemlich platt, und hatte wenig Lust auf die folgenden 850 hm zu unserer Hütte im Val Rezzalo. Die ersten 500 hm auf Teer bis Fumero waren dann doch in gut einer Stunde geschafft, und bei der anschließenden Schiebepassage (15% Steigung auf groben Steinplatten, da schiebt es sich genauso schnell wie es sich fährt) traf ich mich wieder mit Olli und Sascha. Die Hütte "La Baita" entpuppte sich als sehr liebevoll hergerichtete Alm, mit einem schönen Gastraum und einfachen, aber neuen und sauberen Schlafzimmern. Der Wirt Alessandro begrüßte uns herzlich, und verwöhnte uns mit Salat, Nudeln, Nachspeise, Käse und Schnaps.
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5. Tag:
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Auf dem Weg zum Passo dell'Alpe zum Vergrößern klicken
Der Tag begann schrecklich für mich, ich hatte gerade mal 1 Stunde geschlafen, und das vor der Königsetappe, laut Andreas ein paar Kilometer weniger als gestern, und ein paar Höhenmeter mehr (es wurden dann mehr als 2500 hm und knapp 90 Kilometer!!). Doch die Kameraden munterten mich auf, sparten nicht mit guten Ratschlägen (Streichhölzer zwischen die Augenlider), und nach 5 Tassen Kaffee und einem reichhaltigen Frühstück verabschiedeten wir uns von Alessandro, und fuhren langsam in Richtung Passo del Alpe auf den Talschluss zu. Mit Fahren war dann recht bald Schluss, ein steiler, steiniger Weg zwang uns zum Schieben, was für die nächsten 400 Höhenmeter anhielt. Der Talschluss war dann auch der Passo del Alpe (2463 m). Über einen tollen Trail ging es hinunter zur Nordrampe des Gaviapasses. Hier warteten noch ca. 350 hm bis zum Pass auf uns, die wir, jeder in seinem Tempo, zügig hinter uns brachten. Im Gegensatz zum einsamen und stillen Val Rezzalo war hier die Hölle los. Massen von Motorrädern jagten knapp an uns vorbei den Berg hinauf, das war echt nervig. Schöne Ausblicke gab es allerdings auf die gewaltigen Gletscher und umliegenden Dreitausender.

Auf dem Pass war es dann ziemlich voll, Heerscharen von Radfahrern stärkten sich nach der langen Auffahrt, wir beeilten uns, schnell wieder loszufahren. Nach dem Umbau in den 1990er Jahren präsentierte sich die Südrampe jetzt asphaltiert, wir konnten die 1300 hm bergab bis Ponte die Legno zügig zurücklegen, mit guter Sicht auf die Adamello-Gruppe. Kaum waren wir unten, stand schon die nächste Bergauf-Passage auf dem Programm, der Passo de Tonale mit 500 hm, leider auch eine Hauptstrasse mit entsprechendem Verkehr.
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Trail nach Madonna di Campiglio zum Vergrößern klicken
Oben auf dem Pass genehmigten wir uns erst mal einen Cappuccino, bevor es über einen tollen Forstweg mit etlichen kleinen Sprüngen hinunter nach Dimaro ging. Dort setzte erst mal die Suche nach einem ordentlichen Restaurant ein, für die noch anstehenden 900 hm hinauf nach Madonna di Campiglio wollten wir uns mit Nudeln und nicht mit Sandwiches stärken. Schließlich fanden wir eine Pizzeria, zusammen mit einem Powerbar als Vorspeise und einer Apfelschorle zum hinunterspülen fühlten wir uns fit genug für die letzte Etappe. Nach 40 Höhenmetern auf der Hauptstrasse bogen wir in den Schotterweg ein, der bis hoch zur Malga Mondifra führen sollte. Steigungen von 7 bis 15% forderten noch mal alles von uns, ab der Hälfte allerdings zog ich das Schieben vor, da auch Regen einsetzte, der immer heftiger wurde.

Ein Blitz schlug vielleicht gerade mal 150 m entfernt von uns ein. So entschlossen wir uns, die letzten 5 km nach Madonna di Campiglio auf der Straße zu fahren. Da war dann ein ziemlicher Verkehr, mehr als einmal rauschte ein Auto so ca. 10 cm an meinem Lenker vorbei. Bei Dauerregen liefen wir im Hotel Arnica ein, und konnten unsere Klamotten erst mal im riesigen Heizungskeller des Hotels aufhängen. Mit den trockenen Klamotten mussten wir dann nur noch über die Strasse in unser Restaurant, um die wohlverdienten Pizzen und Nudeln zu genießen. Danach hatten wir noch einen unterhaltsamen Abend in der Hotelbar, bei der wir unsere Flüssigkeitsbilanz des Tages mit Hefeweizen wieder ausgleichen konnten.
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6. Tag:
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Frieden am Lago d'Agola zum Vergrößern klicken
Wunderschönes Wetter begrüßte uns am Morgen, und bei Frühstück lernten wir, was es heißt, sich gegen eine andere hungrige Bikergruppe am Frühstücksbuffet durchzusetzen. Zum Glück hatte das Hotel immer neue Highlights in scheinbar unbegrenzten Mengen zu bieten, so wurden alle doch noch satt. Nach einem kurzen Fahrradcheck ging es dann sanft bergab, bis wir in einem Waldweg eintauchten und kurze Zeit später vor am Rifugio Cascate vor dem Wasserfall standen, ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Nach einer kurzen Rast waren erst mal wieder 400 hm am Stück zum Lago d'Agola angesagt. Am malerischen See stärkten wir uns bei herrlichem Wetter erst mal mit ein paar Riegeln, bevor wir den steinigen, zunächst völlig verblockten Anstieg zum Bärenpass in Angriff nahmen. Aber vorher schickten wir noch einige hochmotivierte Biker mit "alles fahrbar" in die Steinwüste, wo sie nach wenigen Metern doch zum Absteigen gezwungen wurden. Der Anstieg zum Bärenpass entpuppte sich zuerst als sehr steile Almwiese, die dann in einen ebenso steilen, schmalen Wurzelweg überging. Sascha hätte am liebsten sein Bike weggeschmissen, der Trail forderte selbst beim Schieben volle Konzentration.
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Geschafft! zum Vergrößern klicken
Doch die Schieberei wurde dann oben mit einem Spitzentrail abwärts belohnt, der uns mit Schotter- und kurzen Straßenpassagen bis Stenico führte. Dort machten wir erst mal eine kurze Rast am Brunnen, ich wechselte mal wieder die Bremsbeläge, und dann stand nur noch der Anstieg zum Passo Ballino vor uns. Da zog sich unser Feld recht auseinander, aber auf der Passhöhe fanden wir uns wieder zusammen.

Vom Passo Ballino ging es dann nur noch bergab. Schnell war der Tenno-See passiert, und über die alte Strasse nach Riva ging es flott in Serpentinen hinunter. Ein letzter Stopp für ein Gruppenfoto, und wenige Minuten später rollten wir am Ufer des Gardasees in Riva ein. Nach etlichen Erinnerungsfotos machten wir uns auf das letzte Stück Weg - das beliebte Geschicklichkeitsfahren am Strand von Riva nach Torbole zum Endpunkt an der Strandbar. Dort wartete dann auch der letzte Höhenmeter auf uns, die Treppe zur Terrasse. Jetzt erst mal ein Weizen, und für Jürgen und Sascha ging's mit den Erfrischungen im Hotelpool weiter.
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Rückreise:
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Das haben wir uns verdient... zum Vergrößern klicken
Nachdem es am Freitagabend noch geregnet hatte, war für den Samstag nichts Gutes vorauszusehen. Doch der Wettergott hatte ein Erbarmen, blauer Himmel und sommerliche Temperaturen machten uns, Andreas, Sascha, Stefan und mir, den Abschied schwer. Jürgen, Oliver und Dirk blieben noch am Gardasee, um mit ihren Frauen noch ein paar Tage in südlicher Sonne zu verbringen. Wir restlichen machten uns über Nago auf den Weg nach Ala, nicht ohne vorher in der Cantina Valli di Zugna in Mori noch eine Flasche Rosso Reale ( mmh!!!) einzupacken. Der Rucksack wog jetzt 7,5 kg, was soll's.

Die Räder wurden in den Zug gepackt, und wir konnten erst mal bequem machen. Am Brenner war dann schnelles Aussteigen angesagt, die Trinkflaschen noch rasch gefüllt, und unser Bahnvierer startete zum Downhill nach Innsbruck. Je nach vorhandener Kraft wurde die Führungsarbeit verteilt, im Windschatten bei Gegenwind kamen wir auf der Geraden auf ca. 30 km/h, in den Gefällestrecken bis über 50 km/h. Nach exakt 66 Minuten war Innsbruck-Hauptbahnhof erreicht, wo die Mannschaft gleich den M-Preis enterte, und mit Wurstbroten und Hähnchensandwich, Andreas sogar mit einem ½ Hähnchen wieder erschien. Bei der anschließenden Zugfahrt wurde alles in Windeseile verzehrt. In Garmisch war dann die Fahrt zu Ende, aber schon beim Einladen des Bikes war für mich klar: Nächstes Jahr gibt es wieder eine Transalp! Es war ein einzigartiges Erlebnis. Eine homogene und gutgelaunte Gruppe und ein souveräner Andreas, der in jeder Situation alles im Griff hatte und stets motivierende Worte fand, wenn die Steigung mal wieder etwas länger andauerte, machten diese Transalp zu einem großen Vergnügen!

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