Transalp mit "Dr. rad"Andreas Albrecht

Transalp.info: Informationen für Radreisenüber die Alpen
Transalp Explorer 2006: Bodensee - Glarner Alpen - Gardasee
 

Transalp Explorer 2006: Bodensee - Gardasee

Strecke Bodensee - Schwägalp - Glarus - Risetenpass - Davos - Scaletta-Pass - S-chanf - Passo Chaschauna - Livigno - Passo della Vallaccia - Passo Val Viola - Poschiavo - Tirano - Passo Venerocolo - Passo Campelli - Passo Crocedomini - Passo Maniva - Idro-See- Tremalzo - Gardasee
Länge 617 km
Höhenmeter 17.030 hm
Termin 2. - 10. September 2006
Etappen (7)
Tag Strecke km hm
1.Tag Lindau - Bregenz - Rheineck - Heiden - Gais - Weissbad - Schwägalp 75,4 1861
2.Tag Schwägalp - Lutertannen - Risipass - Stein - Hinterhöhi - Amden - Weesen - Glarus 49,6 1187
3.Tag Glarus - Sool - Engi - Matt - Risetenpass - Weisstannen - Mels - Landquart - Schiers 77,3 2048
4.Tag Schiers - Küblis - Klosters - Davos - Dürrboden - Scalettapass - S-chanf 65,6 2159
5.Tag S-chanf- Passo Chaschauna - Livigno - Passo d´Eira - Passo della Vallaccia - Pass da Val Viola - Campo - Poschiavo - Tirano 85,7 2586
6.Tag Tirano- Lago Belviso - Passo Venerocolo - Schilpario - Passo Vivione 53,6 2806
7.Tag Passo Vivione- Rif. Bagazzo - Passo Campelli - Breno - Passo Crocedomini - Passo Maniva - Passo Dosso Alto - Anfo - Idrosee 83,6 2351
8.Tag Anfo - Storo - Passo Tremalzo - Passo Nota - Pregasina - Riva - Torbole 69,7 1766
9.Tag: Rückreise: Torbole - Mori - Rovereto (Bhf.): 19,1 km
Zug bis Brenner
Brenner - Matrei - Innsbruck (Hbf.): 38,0 km
57,1 266
Buchinfo Roadbook 4 Info

Klappentext:

Zugegeben, dieser Transalp ist hart. Acht Tourtage mit durchschnittlich mehr als 2000 Höhenmetern am Tag fordern ihren Tribut - mental und körperlich. Sie ist jedoch auch traumhaft schön und in weiten Teilen einsam, weil sie in großen Abschnitten durch Gebiete führt, die nicht von den klassischen Routen berührt werden. Mit den Glarner Alpen wartet als Sahnehäubchen ein Gebirgsstock in der Schweiz auf seine Überwindung, der bisher wohl recht selten auf Transalps durchquert wird. Nach dem Start am Bodensee führt der Alpencross durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien und endet, wo auch sonst, am Gardasee. Einen schöneren Abschluss als vom Tremalzo über die alte Ponale-Straße am Lago anzukommen, kann man sich schwerlich vorstellen.
  • Broschiert: 64 Seiten - 9,80 EUR
  • Verlag: Books on Demand GmbH (November 2008)
  • ISBN-10: 3837072371
  • ISBN-13: 978-3837072372
  • erhältlich auch im Buchhandel
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Landkarten Kompass: Digitale Karte Tirol, Digitale Karte Bodensee, Digitale Karte Schweiz, Digitale Karte Gardasee, 1b, 21, 072, 93, 94, 98, 99, 102, 103, 112, 113, 126,
Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358  Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4
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Medien Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, ist folgendes verfügbar, damit ihr den rechten Weg findet:
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Tourplanung Andreas Albrecht, Darko Cetojevic
Tourführung Andreas Albrecht
Teilnehmer ich, David Strixner, Darko Cetojevic (3.Etappe)

Tourbericht

"Wenn du denselben Weg wie jeder anderer reist, wirst du nur sehen, was sie bereits gesehen haben."
Iain Banks (*1954)

Prolog
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Darko bei der Auffahrt zum Risetenpass zum Vergrößern klicken
Zugegeben, diese Transalp ist hart. Acht Tourtage mit durchschnittlich mehr als 2000 Höhenmetern am Tag fordern ihren Tribut - mental und körperlich. Sie ist jedoch auch traumhaft schön und in weiten Teilen einsam, weil sie durch Gebiete führt, die nicht zu den inzwischen klassischen Transalprouten gehören. Sie ist auch deshalb so lang geworden, weil dieses Mal das Wetter mitspielte und ich alle im Vorfeld angepeilten Pässe und Ziele erreichen konnte. Am Bodensee wollte ich schon lange eine Transalp starten. Lindau bietet sich dazu in idealer Weise an. Mit dem Zug ist man von München kommend noch vor Mittag da und kann noch eine ordentliche Strecke bis in die Schweiz zurücklegen. Und mit den Glarner Alpen wartet dann als Sahnehäubchen eine Gebirgsstock auf seine Überwindung, der bisher wohl recht selten auf Transalps durchquert wird.

Wie der Zufall so spielt, lernte ich im September 2005 Darko aus Glarus kennen, der mit seinem Freund Jeff aus New York eine Transalp fuhr. Ich saß nach unserer Etappe gerade in Grosio auf der Terrasse meines Stammhotels "Sassella", als die beiden durchgefroren vom Passo Verva kamen. Ein Wort gab das andere und dann zog Darko das, wenn auch schon zerfledderte "Transalp Roadbook 1" von mir aus der Tasche. Das Hallo war natürlich groß und da wir am selben Tag am Gardasee ankamen lud ich die beiden zu unserem Abschlussessen ein. Dabei wurde dann die Idee geboren, den Start am Bodensee mit einer Durchquerung der Glarner Alpen zu verbinden. Darko mit seiner Ortskenntnis hat dazu im Vorfeld verschiedene Übergänge ausprobiert und mit dem Risetenpass die wohl einzig sinnvolle Variante gefunden. Und diesen sind wir dann am dritten Tag auch gemeinsam gefahren - ein tolles Erlebnis.
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1. Tag: Lindau - Schwägalp
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Start in Lindau am Bodensee zum Vergrößern klicken
Ursprünglich wollte Darko schon vom Bodensee aus die ersten drei Etappen mit uns zusammen fahren. Als frischgebackener Vater von Zwillingen musste er verständlicherweise in diesem Sommer andere Prioritäten setzen. So sind wir beim Start in Lindau wieder das bewährte Zweierteam - David und ich. Mit dem Bayernticket geht es preiswert und entspannt per Eisenbahn bis Lindau. Der Kopfbahnhof entlässt uns direkt in die sehenswerte Altstadt. Eine gemütliche Einrollstrecke auf den Bodenseeradweg liegt vor uns. Wir passieren unbemerkt die Grenze zu Österreich. Bei Bregenz radeln wir direkt am Seeufer entlang und sehen schon das heutige Etappenziel - den Säntis im Appenzeller Land.

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An der Flanke des Säntis (mit temporärem Begleiter) zum Vergrößern klicken
Nach dem Passieren der Schweizer Grenze in St. Margarethen warten dann die ersten Anstiege auf uns. Darko hatte eine Route von Rohrschach aus vorgeschlagen. Das wäre für uns ein Umweg gewesen. Wir nehmen von Rheineck aus einen direkteren Weg. Der Blick auf die Karte offenbart eine Vielzahl von Möglichkeiten. Auch das GPS mit der Topo-Karte der Schweiz hilft nicht viel weiter, um eine sinnvolle Variante zu finden. Ich frage deshalb in einem Radshop nach - der Chef muss es ja wissen. Die ersten Steigungen auf Nebensträßchen kosten in der schwülen Hitze Kraft, besser als Regen ist das allemal. In Heiden erreichen wir die von Darko vorgeschlagene Strecke, die nun als MTB-Route ausgewiesen und relativ gut beschildert ist. Es ist ein ständiges Auf und Ab, für mich nicht gut geeignet, meinen Rhythmus zu finden, wenn man einen schweren Rucksack auf dem Kreuz hat. Viele einheimische Mountainbiker sind unterwegs, erkennbar am leichten Tagesrucksack. Wir sind offenbar die einzigen, die auf Langstrecke unterwegs sind. In Weissbad beginnt dann der Schlussanstieg zur Schwägalp, die am Fuße des Säntis liegt. Es zieht sich am Ende auf Schotter ewig hin. Wolken ziehen auf, es wird dunkel und Regen droht. Wir schaffen es rechtzeitig und erhalten im touristischen Ambiente des Hotels noch ein Doppelzimmer sowie ein passables Abendessen. Über die Preise in der Schweiz decken wir den Mantel des Schweigens und uns frühzeitig mit der Bettdecke zu. Für heute reicht's.
Tourdetails: (Höhenprofil - Landkarte)
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2. Tag: Schwägalp - Glarus
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Risipass zum Vergrößern klicken
Beim Losradeln am Morgen sind bei uns beiden die Beine bleischwer. Nur gut, dass es zunächst abwärts geht, zuerst auf einem Trail, dann auf der alten Passstraße. Bei Lutertannen (über die Schreibweise ist man sich offenkundig nicht einig - ich übernehme die von der gleichnamigen Hütte vor Ort) beginnt der Aufstieg zum Risipass. Perfekt ausgeschildert - wie in der Schweiz meist üblich - ist der Weg nicht zu verfehlen. Ich gebe zu, nach Kartenlage hätte ich die rechte Talseite gewählt, um Höhe zu gewinnen. Wir folgen jedoch nach kurzer Beratung der Bikeroute nach links, die uns nach einer kurzen Schiebepassage zur Alp Leser führt. Von hier aus erreicht man den Risipass fahrenderweise, was auf der rechten Talseite nicht so problemlos möglich gewesen wäre. Am Pass ergibt sich ein schöner Blick zurück zum Säntismassiv. Leider verdecken Schleierwolken die Sonne, so dass Fotos nicht so brillant erscheinen wie bei Sonnenschein. Unser Blick richtet sich nun nach vorn, wo der nächste Höhenzug auf uns wartet. Dahinter liegt mit dem Walensee bereits das Glarner Land auf. Tagesziel ist Glarus, die kleine Hauptstadt des Kantons. Es werden heute wohl nur etwas mehr als 1000 Höhenmeter werden, was uns nur recht ist, wir brauchen noch etwas Zeit zum Einrollen.

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Trail zum Walensee zum Vergrößern klicken
Nach der einfachen, aber rasanten Abfahrt nach Stein nehmen wir die Steigung nach Hinterhöhi (das heißt tatsächlich so) in Angriff. Wir verlassen uns auf die Wegweiser und gelangen nach einer langen moderaten Auffahrt auf einer Forstautobahn zu einer Almhütte, wo der fahrbare Pfad vorerst endet und eine Schiebepassage auf uns als Opfer frohlockt. Es gibt Quellwasser, so dass wir die Gelegenheit zur Rast nutzen. Kaum eine halbe Stunde dauert dann die Schieberei auf steiler Wiese, bis wir auf der Hochebene den breiten Schotterweg nach Hinterhöhi erreichen. Hier sehen wir, das von rechts aus dem Zwislenwald ebenfalls ein Forstweg einmündet. Vielleicht wäre diesmal der Weg über die rechte Talseite die bessere Wahl gewesen? Egal, wir sind oben und rollen ein paar Höhenmeter abwärts bis zur Aelplerstube. Das grandiose Panorama der Glarner Alpen baut sich vor uns auf - ein idealer Rastplatz.

Wir setzen uns auf die Holzbänke und lassen die Almdudlermusik über uns ergehen, die in der Höhe wohl unvermeidlich dazugehört. Ich schicke Darko eine SMS. Die Antwort kommt prompt. Wir werden uns in ca. einer Stunde in Weesen am Walensee treffen. Zeit genug, um für die Abfahrt einen Trail zu suchen und zu finden, damit es nicht langweilig wird. An der Bergstation des Lifts, der von Amden die Wanderer hochkarrt, geht ein Forstweg vorbei, den wir wenig später nach links über einen Wiesentrail verlassen. Dann tauchen wir in den Wald ein, wo es ein paar nette verblockte Stellen zu überwinden gilt, alles aber weitgehend unproblematisch. Zwischen Amden und Weesen vertun wir erst ein wenig Zeit mit der Suche nach der Bikeroute, werden dann fündig und landen später auf der Straße nach Weesen, die uns rasant abwärts zum Walensee bringt. Hier sieht es nach "Schickimicki" aus und Heidi lässt grüßen. Da taucht auch schon Darko auf. Die Wiedersehensfreude ist auf beiden Seiten groß. Wir radeln zügig die flache Strecke im Tal bis Glarus, wo Darko wohnt und in dessen Haus wir gastfreundliche Aufnahme finden. Bei einem kühlen Bier tauschen wir Erinnerungen aus und besprechen die Route für den nächsten Tag. Er verspricht schön zu werden.
Tourdetails: (Höhenprofil - Landkarte)
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3. Tag: Das Glarner Sahnehäubchen
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Panorama am Risetenpass zum Vergrößern klicken
Er ist schön geworden, der Tag. Am Morgen sind zwar noch ein paar Restwolken am Himmel, aber gegen die Sonne haben sie keine Chance. Zu dritt radeln wir los. Wir folgen der von Darko ausgetüftelten Route. Für ihn ist es eine Dienstreise. Gleich nach der Tour hat er einen Bericht für seine Zeitung "Die Südostschweiz" geschrieben: hier ist das pdf-Dokument. Verschiedene Wege über die Glarner Alpen hatte Darko erkundet. Ich hatte im Vorfeld auch ein wenig recherchiert, aber die Glarner Alpen werden in der Transalp-Szene eher stiefmütterlich behandelt - ganz zu Unrecht, wie ich jetzt weiß. Einzig über den Panixer Pass hatte ich etwas herausgefunden: 1000 Höhenmeter bergauf schieben und/oder tragen. Nein, danke! Darkos Vorschlag, die Glarner Alpen über den Risetenpass zu überwinden, sollte sich als Volltreffer herausstellen. Aber noch sind wir nicht dort. Über Sool, Engi und Matt pirschen wir uns heran und machen dabei schon gut fünfhundert Höhenmeter auf abwechslungsreicher, gut fahrbarer Strecke. Dabei passieren wir eine geologische Besonderheit - die Glarner Hauptüberschiebung. Hier kamen bei der Auffaltung der Alpen ältere Gesteinsschichten über den jüngeren zu liegen, eine Ausnahme, die sonst nicht vorkommt. Der Kanton Glarus hat deshalb bei der UNESCO die Aufnahme in die Liste als Weltnaturerbe beantragt. In Matt prallt die Sonne mit Macht auf uns hinunter. Wir füllen am Brunnen unsere Wasserflaschen auf und los geht es mit dem steilen Aufstieg ins Chrauchtal. Die Jagdsaison ist in vollem Gange. Ein Jeep transportiert einen kapitalen Hirsch ins Tal, der nächste Jäger hat eine Gemse hinten auf der Ladefläche seines Pickup. Ich bin froh, dass bei meiner Radbekleidung rote Farbe dominiert. So ist die Gefahr, als Freiwild angesehen zu werden, eher gering.

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Erst die Schinderei... zum Vergrößern klicken
Langsam gewinnen wir an Höhe und erreichen bei der Riseten-Unterstaffel einen ersten Abzweig zum Pass. Bei Darkos Recherche hat sich dieser allerdings als unfahrbar erwiesen. Nach Kartenlage müssen wir noch ein paar hundert Meter den normalen Talweg weiterfahren. Auch der Blick auf die Topokarte in meinem GPS bestätigt meine Vermutung. Tatsächlich erreichen wir den richtigen Abzweig nach wenigen Minuten. Dabei haben wir eine malerische Hochebene erreicht, wo Almwirtschaft betrieben wird. Gleich meint man, Winnetou und Old Shatterhand müssten eben angeritten kommen, aber die beiden erscheinen dann doch nicht. Die einzigen Menschen treffen wir an der Alp Riseten, wo eine Schrifttafel davon kündet, dass hier in der Nähe im Winter in den 1920er Jahren ein Schweizer Flugpionier notlanden musste und sich mit gebrochenen Beinen bis nach Matt retten konnte. Eine übermenschliche Leistung. Nicht ganz so übermenschlich, aber auch nicht ohne ist die Bezwingung des Risetenpasses mit dem Bike. Bis in eine Höhe von knapp 1900 Metern führt ein breiter Almweg, den man mit Mühe fahren kann. Nach einer Linkskehre ist dann Schluss mit lustig. Gnadenlos steil ist der Pfad durch die Almwiesen bis zur Passhöhe auf 2189 Metern. Ausgesetzt ist er nicht, aber teilweise so schmal, dass man das Bike Stufe um Stufe empor wuchten muss. Jetzt weiß ich endlich, wo der Schweizerische Ausdruck "das Bike stoßen" herrührt. David macht aus der Not eine Tugend und verwandelt seinen Deuter-Tourenrucksack in ein Tragegestell für Mountainbikes. Es ist so deutlich schneller unterwegs als Darko und ich. Schließlich sind wir alle glücklich, aber ausgepumpt oben am Risetenpass. Eine knappe Stunde hat die Schiebe-/Tragepassage gedauert. Mir ist sofort klar - die Mühe des Aufstiegs ist dieser Pass allemal wert.

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...dann das Vergnügen zum Vergrößern klicken
Ein gewaltiges Bergpanorama mit vergletscherten Hängen und schneebedeckten Gipfel breitet sich vor unseren begeisterten Augen aus. Der Foostock und die charakteristische Platte des Tödi liegen hinter uns im Sonnenschein auf scheinbar gleicher Höhe. Vor uns in nordöstlicher Richtung die ganze Pracht der Schweizer Bergwelt um Chur bis hin nach Davos. Auch die Abfahrt belohnt uns für unsere Mühen. Ausgehend von der Passhöhe ist der Trail nahezu komplett fahrbar. In Sichtweite einer Almhütte muss man dann links den Weg über eine leicht verblockte Wiese finden. Dann wird aus dem Pfad eine ruppige, herrlich verschlammte Kuhtrampelpiste, die man mit ordentlich Schmackes fahren muss, sonst bleibt man im Dreck stecken. Die Sache macht uns einen Heidespaß. An der Alp Obersiez sollte man die Dreckklumpen abspülen, sie fliegen einem sonst bei der folgenden rasanten Abfahrt nach Weisstannen um die Ohren. Der Rest ist einfaches Rollen hinunter ins Rheintal. Gemeinsam radeln wir zu dritt bis Landquart, wo sich Darko leider von uns verabschieden muss. Den Rest seines Arbeitstages wird er mit der Rückreise per Bahn nach Glarus verbringen. Vielleicht klappt es ja 2008 mit einer gemeinsamen Transalp auf seiner Glarner Route. David und ich rollen mit Rückenwind noch ein paar Kilometer auf der Veloroute Richtung Davos. In Schiers ist dann Schluss für heute. Eine Unterkunft ist schnell gefunden. Duschen, Wäschewaschen, Essen und wie gehabt ein Grappa für die muskuläre Tiefenentspannug - Einreiben würde wohl nicht helfen.
Tourdetails: (Höhenprofil - Landkarte)
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4. Tag: Scalettapass
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In trauter Gesellschaft zum Vergrößern klicken
Bei der Grobplanung für diese Transalp war mir klar, dass wir die Strecke nach Davos so zügig wie möglich im Tal zurücklegen sollten, wenn wir nicht mehr als acht Tage unterwegs sein wollten. Die Wetterlage zeigt sich spätsommerlich stabil, so dass wir endlich den Scalettapass in Angriff nehmen können. Vor zwei Jahren verhinderte dies noch der späte Sommerbeginn, so dass damals als Notlösung nur die Straße über den Flüelapass übrig blieb. Ursprünglich dachte ich, dass wir am gestrigen Tag noch bis Dürrboden hätten kommen können. Das hat sich aber als illusorisch und nur mit einem Bahntransfer möglich erwiesen, wozu es aber keinen Grund gab. Die Route im Rheintal nach Davos verläuft auf einer der vielen Velorouten in der Schweiz und ab Küblis und insbesondere zwischen Klosters und Davos genügt sie vollauf den Ansprüchen einer Mountainbiketour, auf der man einige Höhenmeter macht, so dass der Scaletta als einziger Pass dieses Tages genug sein wird. Waren wir in den vergangenen Tagen meist allein im Gelände unterwegs, streifen wir hier eine der Transalp-Hauptrouten. Eine geführte Gruppe mit Gepäcktransport wird in den nächsten Tagen öfters unseren Weg kreuzen und auch zum Schluss am Tremalzo werden wir sie wieder treffen.

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Am Scalettapass zum Vergrößern klicken
In Davos versorgen wir uns zur Mittagszeit im Supermarkt, denn gut eintausend Höhenmeter liegen noch vor uns. Bis Dürrboden geht es bei moderater Steigung auf der Talstraße zügig voran; wer will, kann seine Kräfte auch auf einem parallel verlaufenden Talwanderweg verschleißen. An der Gaststätte ist allgemeiner Sammelpunkt, jetzt heißt es Wasser tanken und es beginnt der Säumerpfad zum Scalettapass. Dieser uralte Übergang ist einer der besten schiebbaren Pässe, die ich in den Alpen kenne. Der Weg ist breit genug, so dass man das Rad gut führen kann. Höchst selten muss man es über eine Stufe heben und kann so in aller Ruhe die Aussicht genießen. In gut einer Stunde sind wir oben und machen im Windschatten einer kleinen Schutzhütte Rast, denn trotz strahlendem Sonnenschein ist es hier oben empfindlich kühl, wenn man dem Wind ausgesetzt ist. Die Abfahrt erweist sich als wahrer Genuss. Nur wenige verblockte Stellen zwingen einen zum Absteigen - ein Singletrail vom Feinsten bis zum Talboden bei der Alp Funtauna. Hier müssen wir einen Weg über den Bach finden, bis uns der Almweg steil ins Tal hinab führt. Doch nicht so hastig, die abendlichen Lichtverhältnisse sind wie geschaffen für häufige Fotopausen, die wir reichlich einlegen. Wir haben genügend Zeit, ein Quartier wird sich in S-chanf im Inntal schon finden, wo wir die Etappe beenden wollen. Am Talende des Val Susauna noch eine kurze Steigung rechts hinauf, dann ein paar hundert Meter auf der Straße und wir sind da. An Unterkünften herrscht kein Mangel. Drei Hotels und jede Menge privater Zimmervermieter warten auf Kundschaft.
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5. Tag: Königsetappe- vier Pässe, drei Grenzen (ich), Glacierexpress (David)
David hat in der Nacht unruhig geschlafen. Die Pizza vom Vorabend ist ihm nicht gut bekommen. Vermutlich liegt es daran, dass wir gestern Abend keinen Grappa getrunken haben? Wie dem auch sei, beim Frühstück bekommt er keinen Bissen hinunter. An Rad fahren ist für ihn nicht zu denken. Wir beratschlagen, was sinnvoll sein könnte? S-chanf liegt an der Strecke der Rhätischen Bahn, die über Pontresina, Bernina bis nach Tirano führt. Dorthin sollte, grob gesagt, ein Routenvariante führen, die mir vorschwebte. Wenn David mit dem Zug dorthin führe hätte er einen Ruhetag zur Erholung und wir können uns dort treffen. Sollte es ihm nicht besser gehen, hätte er auf jeden Fall eine Möglichkeit, wieder mit der Bahn zurückzukommen. Ich rechnete mir an diesem Tag mit Traumwetter eine reelle Chance aus, bis in die Nähe, wenn nicht gar bis Tirano per Bike zu kommen, auch wenn ich ungern allein im Hochgebirge fahre. Wir fassen also den Entschluss, es so zu versuchen. Ich fahre mit David zum Bahnhof, wir verabschieden uns mit der Hoffnung, dass es ihm heute Abend besser gehen wird und wir wieder zusammentreffen werden. Und so ist es auch geschehen. David kommt in den Genuss einer Bahnfahrt mit dem legendären Glacierexpress. Dabei genießt er fantastische Ausblicke auf die Gletscherwelt der Schweizer Alpen und ich bewältige eine Monsteretappe mit vier hochalpinen Pässen und dreimaligem Passieren der Grenze zwischen Italien und der Schweiz.

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Am Pass Chaschauna zum Vergrößern klicken
Los geht es mit dem Aufstieg zum Pass Chauschauna, dem mit 2696 Meter höchsten Punkt dieser Transalp. Bis ca. 2200 Meter kann man fahren, dann schiebt man eine gute Stunden hoch zum Pass. An diesem klaren Spätsommertag ohne ein Wölkchen am Himmel ist dieser Pass ein Erlebnis, das seinesgleichen sucht. So ein perfektes 360-Grad- Panorama findet man ganz selten. Und das Unglaublichste für mich ist, dass die Abfahrt nach Livigno wirklich jeden Meter komplett fahrbar ist. Kein verblockter Singletrail, der nur wenigen wirklich Freude bereitet; nein eine gut instand gehaltene Abfahrt, später eine Almpiste, teilweise sehr steil, aber ohne technische Probleme zu bewältigen. Ich verliere also trotz Fotostopps keine Zeit bei der Abfahrt nach Livigno, verpflege mich kurz in diesem Touristenort, wo ich nicht übernachten wollte und nehme den zweiten Pass in Angriff.

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Ankunft am Pass Chaschauna zum Vergrößern klicken
Das ist mit den Pass d'Eira allerdings nur ein Straßenpass, der als Zubringer zum Vallaccia dient. Am Talschluss wartet der gleichnamige Pass, auf denen ich beim Kartenstudium gestoßen bin, weil er auf einer gedachten logischen Linie dieser Transalp liegt. Zudem wird er eher selten befahren, hochalpine Einsamkeit ist also garantiert, auch wenn wir etwas mulmig ist, da ich heute allein unterwegs bin. Tatsächlich treffe ich niemanden, keinen Wanderer, keinen Mountainbiker. Eine Weile kann ich noch fahren. Wenn dann der Weg direkt an den Gebirgsbach führt, sollte man sich noch einmal erfrischen, denn dann kommt es knüppeldick. Der Pfad ist zwar nicht zu steil wie am Risetenpass, er führt dafür über verblocktes Wiesengelände, das nur eine äußerst unrhythmisches Schieben, Anheben und kurzes Tragen des Bikes zulässt. An diesem Tag gehen alle meine Energieriegel drauf. Schließlich bin ich oben auf 2614 Metern, es ist mit kurz vor drei Uhr am Nachmittag noch erstaunlich früh. Ich verschnaufe und mache mich voll Ungewissheit an die Abfahrt. Zu meinem Erstaunen und zu meiner großen Erleichterung ist der Pfad bis zur Baita Pastore ein Singletrail vom Feinsten, der bis auf einen kleinen Gegenanstieg für Spezialisten wohl komplett fahrbar sein dürfte. Ich will hier keinen Sturz riskieren, denn ich glaube nicht, dass die reichlich vorhandenen Murmeltiere mir im Falle des Falles eine große Hilfe sein würden. Ab der Baita Pastore führt dann eine grobe Schotterpiste bis hinunter zu einem Sträßchen, das rechts zum Passo Val Viola führt. Der fehlt mir noch in meiner Sammlung. Außerdem führt er auf den logischen Weg nach Tirano, das ich heute noch erreichen will. Nach links könnte man in Richtung Passo Verva oder Arnoga fahren, also auf meine klassische Transalp-Route wechseln. Das hebe ich mir für das nächste Mal auf, oder aber ich schaue mir nach Livigno den Passo Trela an.

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Im Valle Vallaccia zum Vergrößern klicken
Was ich bis jetzt über den Passo Val Viola gelesen hatte, bestätigt sich vollkommen. Von der italienischen Seite aus führt ein alter, zwar langsam zerbröselnder Militärweg zur Passhöhe auf knapp 2500 Metern. Er ist gut fahrbar bzw. gut schiebbar an den Stellen, die zu stark erodiert sind. Oben passiert man dann die Grenze zur Schweiz, deren militärische Elite leider keine Veranlassung sah, diese Steinwüste hier oben als sicherungswürdiges Gebiet einzustufen. Jeder Mountainbiker büßt das heute mit einer schnuckeligen Schiebepassage über viele Höhenmeter bergab. Nach meinen Aufzeichnungen hat das zwar nur eine knappe dreiviertel Stunden gedauert, aber so recht will sich bei mir auch im Nachhinein keine Freude einstellen. Mag sein, dass andere an diesem verblockten Singletrail ihre Freude finden, für mich reicht die einmalige Erfahrungen aus. Kurz hinter dem Lago Val Viola hat die Qual ein Ende, ich kann wieder fahren und ab der Alpe Campo kann ich es wieder rollen lassen. Jeder vernichtete Höhenmeter ist die reine Freude. In Poschiavo könnte man eine Transalp beenden, meinen manche. Mir leuchtet das bei der persönlichen Bekanntschaft mit diesem Ort nicht so recht ein, schließlich ist man noch mittendrin in den Alpen. Ich suche mir einen Weg nach Tirano, der möglichst abseits von der Hauptstraße liegt und werde nach Befragen eines einheimischen Radfahrers mit einem guten Tipp belohnt. Den Lago di Poschiavo kann man auch links umfahren und bis dorthin gibt es verschiedene Nebenwege. Hinter dem See muss man die Hauptstraße nutzen. Ich habe keine sinnvolle Alternative gefunden. Das ist auch nicht schlimm, denn die Straße hat meist einen breiten Seitenstreifen, auf dem man unbehelligt fahren kann und da es stramm bergab geht, ist man in gut einer Viertelstunde in Tirano. Mediterranes Klima umfängt mich. Am Bahnhofsplatz treffe ich David wieder, der schon ein Hotel gefunden hat. Ich komme dort auch unter. Mal sehen, was der morgige Tag bringt. Alles wird gut.
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6. Tag: Die Spur der Steine
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Noch ein Stückchen... zum Vergrößern klicken
In Davids dunkler Kemenate muss wohl ein durchreisender Wunderheiler sein Karma hinterlassen haben. Auf jeden Fall nimmt er beim Frühstück wieder feste Nahrung zu sich und das mit Appetit und will und kann weiterfahren. Also los. Heute werden wir wohl wieder keiner Menschenseele im Gebirge begegnen. Der Weg führt uns wie vor zwei Jahren über den Passo Venerocolo, einen wahren Scharfrichter in den Bergamasker Alpen. Die Anfahrt gestalten wir auf Straße in Richtung Aprica so leicht wie möglich, denn wir wissen, heute legen wir nur wenige Kilometer, aber viele Höhenmeter zurück. In gut anderthalb Stunden sind wir am Eingang des Val Belviso mit dem gleichnamigen See. An dessen Ende zweigt das Seitental zum Pass ab. Es wird ein netter Wandertag in grobem Gelände. Wir machen betont langsam, schließlich fehlen David die Kalorienvorräte eines ganzen Tages. Das Finale zum Passo Venerocolo hat das Format von Wagner-Opern: düster und langandauernd, aber voller subtiler Schönheit und schroffer Energie.

Schließlich sind wir beide oben und genießen einen kurzen Moment der Entspannung. Vor zwei Jahren wanderten wir dann über den Passo Gatto zum Passo Vivione. Im Moment wissen wir allerdings noch nicht, dass wir heute im dortigen Rifugio unsere müden Häupter zur Ruhe betten werden. Wir wandern diesmal etwas länger, nämlich die alte Militärpiste hinunter in Richtung Schilpario. Sicher war dieser Weg vor ein paar Jahren noch besser in Schuss, der Zahn der Zeit und die Unbilden des Wetters lassen ihn langsam zerfallen. Freunde ruppiger, technisch anspruchsvoller Singletrails werden hier ihre Freude haben. Einen Singletrail über elfhundert Höhenmeter bergab findet man recht selten.
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...dann lockt der Trail 1100 hm abwärts zum Vergrößern klicken
Viele andere, wie auch wir, werden wohl das eine oder andere Stück schieben müssen und vielleicht auch mich verfluchen, der ich diese Route beschreibe. Bei mir selber ist das allerdings selbstgewähltes Elend. Irgendwann hat auch das ein Ende und wir erreichen Schilpario.

Wir fühlen uns wie Gestrandete und überlegen erst einmal, welche Alternativen es für die Weiterfahrt gibt. Wenn wir hier übernachten, wozu es uns gegen siebzehn Uhr schon zu Mute ist, werden wir wohl kaum in zwei Tagen am Gardasee sein. Die Touristinfo hat zum Glück noch auf und wir fragen nach, was es für Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Morgen soll es über den Passo Campelli nach Breno und weiter zum Passo Croce Domini gehen. Also wollen wir irgendwie in diese Richtung fahren. Die einzige Möglichkeit dazu bietet das Rifugio am Passo Vivione an. Auf dem Weg gibt es zwar noch das Rifugio Bagozza, das hat aber laut telefonischer Auskunft schon geschlossen. Nach oben führt ein schmales Asphaltsträßchen mit wenig Verkehr, auf geht's. Gegen 19 Uhr sollten wir spätestens da sein. Die Rechnung geht auf. Die Auffahrt ist relativ easy und Punkt sieben zischen "Birre grande" unsere Kehlen hinunter. Das Albergo am Passo Vivione ist ein Volltreffer - gemütlich, sauber und es gibt leckeres Essen. Das hätten wir allerdings einfacher haben können.
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7. Tag: Passo Croce Domini - Idrosee
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Morgenstimmung am Passo Campelli zum Vergrößern klicken
Was uns heute im mittleren Teil der Strecke erwartet, wissen wir schon, die ellenlange Auffahrt zum Passo Croce Domini, die wir uns nur deshalb antun, weil sie auf Asphalt hochgeht. Der erste Teil der Etappe ist mit dem Passo Campelli Neuland für uns. Zunächst geht es bergab zurück zum Rifugio Bagozza, hier links auf grober Schotterpiste meist gut fahrbar zum Passo. Dieser Übergang bietet herrliche Ausblicke zur Adamello-Gruppe und führt dann auf Nebenwegen direkt nach Breno. So umgeht man die ätzende Talfahrt auf der SS 42 zwischen Edolo und Breno. Hier heißt es tief durchatmen, Wasser und Nahrungsvorräte checken und vor allem sich mental einzustimmen. Reichlich 1800 Höhenmeter am Stück wollen erst einmal getrampelt sein. Ich gehe extrem verhalten an. Wir beschließen, irgendwo vor dem Pass eine Essensrast einzulegen, da das Gasthaus dort oben vor zwei Jahren kein besonders guten Eindruck auf uns gemacht hatte. In guter Erinnerung hatten wir noch das Albergo Belvedere auf rund 1400 Metern Höhe. Dort treffen wir im Abstand von weniger als einer Minute ein und laben uns an einer vortrefflichen Gemüsesuppe, das einzige, wonach wir Appetit verspüren.

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Vom Passo Crocedomini zum Passo Maniva zum Vergrößern klicken
Die ersten Meter nach der Rast sind wie erwartetet zäh, aber nach der Passhöhe geht es auf der Schotterpiste in Richtung Passo Maniva deutlich besser als vor zwei Jahren. Jetzt folgt wieder eine Erstbefahrung für uns. An der Flanke des Dosso Alto schlängelt sich eine alte Militärstraße entlang. Ein Volltreffer, wie sich herausstellt. Durch einen Bergrutsch ist die Piste für Autos und Motorräder unterbrochen. Mit dem Mountainbike kann man die Stelle jedoch problemlos überwinden. Wir haben die Strecke für uns allein. Von der landschaftlichen Charakteristik her ähnlich wie der Tremalzo, jedoch viel einsamer, führt sie lange auf der Höhe bis zum Rifugio Rosa Baremone. Das liegt sehr einladend in der Abendsonne, nimmt aber keine Gäste mehr auf, so dass wir beschließen noch bis an den Idrosee zu rollen. Viele Serpentinen geht es hinab, immer wieder halten wir an, um die Eindrücke in uns aufzusaugen. In Anfo am Idrosee angekommen, lacht uns ein Albergo am Seeufer förmlich an. Wir fahren hin, checken preiswert ein und genießen einen Abend auf der Seeterrasse.
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8. Tag: Finale Tremalzo
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Am Passo Rocchetta zum Vergrößern klicken
Manche Dinge scheinen sich im Leben wiederholen zu müssen. Vor zwei Jahren stand auch der Tremalzo als krönender Abschluss auf dem Programm unserer Transalp. Damals waren einzelne Noppen meines Hinterreifen ausgebrochen. Heute Morgen checke ich nach dem Frühstück routinemäßig mein Bike. Das aktuelle Tycoon CR von Steppenwolf hat mir in diesem Jahr bereits auf vier Transalps gute Dienste geleistet, kein Defekt, nichts. Mit den Reifen von Schwalbe habe ich weniger Glück. Wieder sind ein paar Noppen weggebrochen, das Gewebe ist zu sehen, na toll. Ich habe ein mulmiges Gefühl und muss mich um Ersatz kümmern. Zum Glück gibt es im nächsten Ort einen Fahrradladen. Ich wechsle den Hinterreifen. Eine aparte grüne Reifenflanke ziert nun das Ensemble. Ich bin mit der Gesamtsituation leidlich zufrieden und wir machen uns auf den Weg. Es ist diesmal recht ermüdend, die Straße zum Rifugio Garda hochzutrampeln. Der Rastplatz an der Kirche wird von uns dankbar angenommen. Essen, trinken, weiter. Bis zur Wasserstelle sind es ca. 300 Höhenmeter. Wieder eine Pause.

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Finale Garda zum Vergrößern klicken
Hier treffen wir ein Ehepaar. Das Leihbike des Mannes knarzt fürchterlich und wird deshalb von ihm mit Öl behandelt. Wir brechen gemeinsam auf und quatschen dabei unentwegt. Das hilft uns beiden über die restlichen Höhenmeter bis zum Rifugio Garda. Nebel zieht auf. Jetzt schnell einen Cappuccino, nicht einrosten, weiter. Am Tunnel ist es geschafft - auch mental. Unmengen von Biker sind unterwegs. Wie vor zwei Jahren treffen wir wieder ein tschechisches Bikerpaar. Ich grüße mit "Dobry den!" und lasse meinen Standardspruch ab: "Jedno pivo, prosim." "Ein Bier bitte." Das kann ich in der Sprache jedes Landes, in dem ich schon gewesen bin. Das Wunder geschieht. Der Mann holt eine Dose tschechisches Bier aus seinem Rucksack und schenkt sie mir. "Danke und Auf Wiedersehen." Ich wusste bis jetzt gar nicht, wie giftigen die kleinen Gegenanstiege bis zum Passo Rocchetta sein können. Ab hier geht es nur noch abwärts. In Torbole stoßen wir mit dem geschenkten Bier an. Wieder einmal geschafft.
Tourdetails: (Höhenprofil - Landkarte)
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Fazit:
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Fazit: Alles wird gut! zum Vergrößern klicken
Diese Transalp ist mit reichlich 16000 Höhenmeter und mehr als 500 Kilometern in acht Tagen schon eine ziemliche Herausforderung. Sie ist mit Freude machbar sicher nur bei guten Wetterbedingungen, wie wir sie hatten. Ich muss ehrlich zugeben, acht Tage am Stück sind mir zu viel. Nach sechs Tagen sehnte ich mich dem Ziel entgegen. Wenn man zum Beispiel nach Livigno den Schlenker nach Poschiavo weglässt, und direkt in Richtung Idrosee fährt, lässt sich diese Transalp problemlos auf sieben Tage reduzieren. Das wäre mal ein Projekt für 2008, vielleicht zusammen mit Darko.

Anfang September scheint eine gute Zeit dafür zu sein; meist stabiles Spätsommerwetter, keine Unterkunftsprobleme unterwegs, alles passt.

Rückfahrt wie gehabt mit Rad nach Rovereto und Zug bis Brenner. Diesmal wieder Glück und einen schönen 6erExpress hinunter nach Innsbruck erwischt (59 Minuten).

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