Transalp.info by Andreas Albrecht

Albrecht-Route 6 Tage


Tourbericht

Autor: Jürgen Schottenhamml

Die Notwendigkeit realisiert sich über den Zufall.

Hegel (1770-1831)


1. Tag: Garmisch - Landeck

Begonnen hatte alles am Gardasee im April 2006. Schon seit Sommer 2005 spielte ich mit dem Gedanken, eine Transalp zu fahren, war mir aber nicht sicher, welchen Schwierigkeitsgrad ich konditionell und technisch wählen sollte. Da war das Angebot von Andreas Albrecht, das Gardasee Trainingscamp, genau richtig : Nach den 4 Tagen am Gardasee war mir klar, dass ich seine Albrecht-Route mit genügend Training schaffen kann, und freute mich schon auf die Tour mit Andreas, Dirk, Oliver und Sascha, die wie ich bei dem Camp dabei waren. Der Tag der Entscheidung war da. Nach einer kurzen Nacht fuhr ich um 6:30 los, Richtung Garmisch, voller Erwartung auf die Transalp. Das Wetter verschlechterte sich zusehends, je weiter ich nach Süden kam. Endlich, Ankunft am vereinbarten Treffpunkt, der Parkplatz bei Lidl. Sascha war schon da und baute sein Bike zusammen. Nach und nach trudelten Oliver, Dirk, Andreas, sowie die "Neuen", Jürgen und Stefan ein.

Tag1 Bild1 Einen Regenschauer warteten wir noch ab, und starten dann bei leichtem Nieselregen um 11:00. Meistens auf dem Gehsteig ging es Richtung Ehrwald, der Regen wurde immer stärker. Die Auffahrt zum Fernpass war die erste richtige Steigung, doch schnell ging es in den Wald auf einen Schotterweg, der uns mit teils kräftigen Steigungen richtig forderte. Am höchsten Punkt wurde es dann doch empfindlich kalt, und wir mussten das erste Mal unsere Ärmlinge und Beinlinge benutzen. Im Zick-Zack über Schotterwege ging es dann den Fernpass hinunter, nach einer kurzen Rast steuerten wir den schönsten Abschnitt der Via Claudia an, den legendären Singletrail über die Holzbrücke, mit atemberaubenden Tiefblicken. Der nasse Trail forderte volle Konzentration, machte aber tierisch Spaß. Schnell war der Talgrund erreicht, und wir hatten noch 20 km bis Landeck vor uns. Der leichte Regen hielt an, 5 gelbe Regenhüllen (Deuter Transalp Rucksack) und 2 orange (Vaude Alpin ) bewegten sich zügig Richtung Landeck. So ca. 10 km vor unserem Ziel erbarmte sich der Himmel, die Wolken rissen auf, der Regen hörte auf, und wir rollten im Trockenen zum Hotel Mozart. Nachdem wir uns aus unseren nassen Klamotten geschält hatten, ging es erst mal zum Duschen. Die 2 Stunden bis zum Essen verbrachten wir mit Schuhe trocken föhnen, nasse Klamotten im Heizungskeller aufhängen und Fahrräder waschen. Andreas hatte eine bessere Idee und stellte seine Schuhe zum Trocknen auf die Wiese vor dem Hotel, von hier aus hatte man schöne Ausblicke auf eine in der Sonne badende Blondine, die höchsten 50 g Stoff am Körper hatte. Das Essen entschädigte dann für so manchen Regenkilometer, 5 Gänge und ein anschließender Obstler sorgten für die nötige Bettschwere und Kalorienzufuhr.