Transalp.info by Andreas Albrecht

Albrecht-Route 6 Tage


3. Tag: Fimberpass, Pass da Costainas

Tag3 Bild1In der Nacht hatte es wieder geregnet, dicke Wolken hingen am Himmel, und der Blick hoch zum Fimberpass war meistens durch Wolken oder Nebel versperrt. Nach dem Frühstück fuhren wir in leichtem Regen los, der allerdings bis zur Heidelberger Hütte nicht besser wurde. Hier endete auch nach 450 hm der recht ordentliche Schotterweg, wir mussten uns auf die längste Schiebepassage der Tour mit 400 hm einstellen. Die "Ankunft am Fimberpass" sah dann anders aus als auf der Homepage von Andreas, gerade mal 4°C, Nieselregen und kräftiger Wind trieben uns in die restlichen Regenklamotten, und den anspruchsvollen Trail ins Val Chöglias hinunter. Während Dirk, Jürgen, Sascha, Andreas und Stephan den größten Teil gefahren sind, zogen Olli und ich das Schieben vor. Das Risiko war auf dem steilen, schmierigen Trail für meine Fahrkünste einfach zu groß (Da muss ich noch mal hin, wenn es trocken ist). 600 hm tiefer bei der Alm Chöglias trafen wir wieder zusammen, und anschließend ging es über einen ruppigen Weg mit Tempo hinunter nach Griosch.

Tag3 Bild2Weiter ging es in Richtung Vna. Kurz vor dem Örtchen zweigt rechts ein toller Singletrail ab, der mit etlichen Stein und Wurzelstufen hinunter bis zur Brücke geht, die uns zum alten Kurhaus führte. Ein kurzer Gegenanstieg (sic) und eine lange anschließende Abfahrt brachte uns bis nach Sent im Unterengadin, ein wunderschönes Örtchen mit reichlich Häusern, die mit Sgraffito verziert sind, die Muster werden dabei direkt in den Putz gekratzt. Und endlich Mittagspause!. Es gab mal wieder Nudeln, Apfelschorle, Rivella rot und Gulaschsuppe, wir hatten ja noch die 900 hm bis zum Pass da Costainas vor uns. Die Sonne kam wieder heraus und begleitete uns für den Rest des Tages. Gemütlich rollten wir nach dem Essen nach Scuol, und versorgten uns noch im örtlichen Supermarkt mit Riegeln und Bananen. Über eine atemberaubend hohe Brücke ging es über den Inn auf die Südseite des Engadin. Eine mäßig steile Straße führte uns durch ein malerisches Gebirgstal bis nach S-charl, einen alten Bergwerksort, in dem früher Silber gefördert wurde. Und es wurde immer schöner, der Weg führte weiter hoch bis zur Alp Astras, und wurde zu einem richtig geilen, sanft ansteigenden Singletrail, der uns in Windeseile bis zum Pass da Costainas brachte, für mich war das der Top-Trail der Tour. Damit war der Tag, was Höhenmeter betrifft, erledigt, und wir konnten uns auf den anschließenden Downhill auf einer ausgewaschenen Forststraße freuen. Unsere Experten fuhren mal wieder alles runter, Olli und ich zogen bei 2 Passagen das Schieben vor. Wenig später rollten wir in Lü ein, mit Blick auf den König der Südtiroler Berge, den Ortler (3905m). Mama Lü verwöhnte uns dann mit Bergen von Nudeln, Salat und Nachtisch (Strudel mit Vanillesoße), und wir ließen den Tag bei einigen Weizenbierchen ausklingen.