Transalp.info by Andreas Albrecht

Albrecht-Route 6 Tage


5. Tag: Königsetappe - Passo dell'Alpe, Gaviapass, Madonna di Campiglio

Der Tag begann schrecklich für mich, ich hatte gerade mal 1 Stunde geschlafen, und das vor der Königsetappe, laut Andreas ein paar Kilometer weniger als gestern, und ein paar Höhenmeter mehr (es wurden dann mehr als 2500 hm und knapp 90 Kilometer!!). Doch die Kameraden munterten mich auf, sparten nicht mit guten Ratschlägen (Streichhölzer zwischen die Augenlider), und nach 5 Tassen Kaffee und einem reichhaltigen Frühstück verabschiedeten wir uns von Alessandro, und fuhren langsam in Richtung Passo del Alpe auf den Talschluss zu. Mit Fahren war dann recht bald Schluss, ein steiler, steiniger Weg zwang uns zum Schieben, was für die nächsten 400 Höhenmeter anhielt. Der Talschluss war dann auch der Passo del Alpe (2463 m). Über einen tollen Trail ging es hinunter zur Nordrampe des Gaviapasses. Hier warteten noch ca. 350 hm bis zum Pass auf uns, die wir, jeder in seinem Tempo, zügig hinter uns brachten. Im Gegensatz zum einsamen und stillen Val Rezzalo war hier die Hölle los. Massen von Motorrädern jagten knapp an uns vorbei den Berg hinauf, das war echt nervig. Schöne Ausblicke gab es allerdings auf die gewaltigen Gletscher und umliegenden Dreitausender.

Tag5 Bild1Auf dem Pass war es dann ziemlich voll, Heerscharen von Radfahrern stärkten sich nach der langen Auffahrt, wir beeilten uns, schnell wieder loszufahren. Nach dem Umbau in den 1990er Jahren präsentierte sich die Südrampe jetzt asphaltiert, wir konnten die 1300 hm bergab bis Ponte die Legno zügig zurücklegen, mit guter Sicht auf die Adamello-Gruppe. Kaum waren wir unten, stand schon die nächste Bergauf-Passage auf dem Programm, der Passo de Tonale mit 500 hm, leider auch eine Hauptstrasse mit entsprechendem Verkehr.

Tag5 Bild2Oben auf dem Pass genehmigten wir uns erst mal einen Cappuccino, bevor es über einen tollen Forstweg mit etlichen kleinen Sprüngen hinunter nach Dimaro ging. Dort setzte erst mal die Suche nach einem ordentlichen Restaurant ein, für die noch anstehenden 900 hm hinauf nach Madonna di Campiglio wollten wir uns mit Nudeln und nicht mit Sandwiches stärken. Schließlich fanden wir eine Pizzeria, zusammen mit einem Powerbar als Vorspeise und einer Apfelschorle zum hinunterspülen fühlten wir uns fit genug für die letzte Etappe. Nach 40 Höhenmetern auf der Hauptstrasse bogen wir in den Schotterweg ein, der bis hoch zur Malga Mondifra führen sollte. Steigungen von 7 bis 15% forderten noch mal alles von uns, ab der Hälfte allerdings zog ich das Schieben vor, da auch Regen einsetzte, der immer heftiger wurde. Ein Blitz schlug vielleicht gerade mal 150 m entfernt von uns ein. So entschlossen wir uns, die letzten 5 km nach Madonna di Campiglio auf der Straße zu fahren. Da war dann ein ziemlicher Verkehr, mehr als einmal rauschte ein Auto so ca. 10 cm an meinem Lenker vorbei. Bei Dauerregen liefen wir im Hotel Arnica ein, und konnten unsere Klamotten erst mal im riesigen Heizungskeller des Hotels aufhängen. Mit den trockenen Klamotten mussten wir dann nur noch über die Strasse in unser Restaurant, um die wohlverdienten Pizzen und Nudeln zu genießen. Danach hatten wir noch einen unterhaltsamen Abend in der Hotelbar, bei der wir unsere Flüssigkeitsbilanz des Tages mit Hefeweizen wieder ausgleichen konnten.