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Trailer zur DVD Abenteuer Alpencross 2 - Transalp auf der Albrecht-Route © Sebastian Runschke und Roland Schymik AtelierBuscheMedia |
mehr Infos zur DVD: hier klickenBestellung der DVD: hier klickenenglish tour report: click hereTransalp Roadbook dazu komplett überarbeitet inkl. aller neuen Routenvarianten, GPS- und Kartendaten
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| Strecke | Garmisch- Fernpass - Landeck - St. Anton - Verwall-Tal - Galtür Ischgl - Fimberpass - Scoul - Passo Costainas - St. Maria - Val Mora - Passo Verva - Grosio - Val Rezzalo - Passo Gavia - Ponte di Legno - Montozzo - Val di Sole - Madonna di Campiglio - Gardasee | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Länge | 487 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höhenmeter | 11.921 hm | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Termin | 5.-11. September 2004 | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Etappen (7) |
Detail-Infos zum Nachfahren der Tagesetappen
siehe Verweise im Tourbericht
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| Landkarten |
Kompass:
Digitale Karte Österreich,
Digitale Karte Tirol,
5,
35,
41,
42,
52,
072,
73,
98,
101,
107
Kümmerly & Frey - Unterengadin ISBN 3-259-00814-4, Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358 Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4 Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer Neu: Die gescannten Ausschnitte der KOMPASS-Karten mit Einzeichnung der Route können nun erworben werden. Mehr Info: hier klicken |
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| Tourplanung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Tourführung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Teilnehmer |
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| GPS-Tracks | hier klicken | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| Special | English tour report by Linda (almost the whole Albrecht-Route) click here |
"Hinterm Horizont geht's weiter, ein neuer
Tag..."
Udo Lindenberg
| Prolog |
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Meine erste Transalp fuhr ich im Jahre 1994. Danach kamen Jahre
des Ausprobierens, des Suchens nach einer optimalen Route. Seit dem
Jahr 2000 bin ich auf der richtigen Fährte, Jahr für
Jahr, Tour bei Tour. Jetzt, 4 Jahre später, bin ich endlich
zufrieden. Alles passt zusammen. Die Strecke, die Truppe und auch
das Wetter; es spielt mit. 7 Tage Sonnenschein, stahlblauer Himmel
und nicht zu heiß; besser kann es gar nicht sein. Ich hatte
mich im Vorfeld mit einem Augenzwinkern sogar an den Mondphasen
orientiert, um den richtigen Zeitpunkt für die Transalp
festzulegen. Wir sind am Ende einer Vollmondphase losgefahren, da
ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass es eine
Schönwetterphase wird. In die Route habe ich schließlich
alle Highlights einbauen können, die ich in den letzten Jahren
erfahren habe. Viele Mountainbiker haben inzwischen Anregungen aus meinen Tourberichten aufgegriffen und sind verschiedene Varianten meiner Transalps ab Garmisch nachgefahren. Rückmeldungen aus dem Internet und aus den Hotels an den Etappenorten bestätigen mir das immer wieder. Zuerst war ich schon erstaunt über solch eine Resonanz, dann natürlich erfreut, dass so viele "meine" Touren nachfahren. Sie sind entstanden aus meiner Einstellung zum Mountainbiken in den Alpen. Ich will möglichst viel fahren können, auch und gerade im hochalpinen Bereich. Die Schiebepassagen sollen sich in Grenzen halten und Bikegeschleppe, besonders bergab, finde ich nervig. Das geht anscheinend vielen so. Von Anfang an habe ich darauf geachtet, für den Fall schlechten Wetters eine alternative Route zu haben, auf der die Transalp weitergehen kann. Zum Glück habe ich diese selten gebraucht. Bei dieser Tour hätte ich diesmal gut 2 kg Gepäck im Rucksack sparen können. Regensachen, Winterklamotten - alles nicht notwendig. Aber wer weiß das schon vorher. |
| 1. Tag: Fern-Pass | ||||||||||||
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Für uns geht es heute fast nur noch abwärts. Imst passieren wir an der neuen Kirche und erreichen am Ufer des Inn den bestens ausgebauten Radweg Richtung Landeck. Wir halten uns nicht groß mit Pausen auf, sondern radeln in flotter Formation los. Olaf gibt einen guten Windschatten. Er fährt, wie ich früher, viel Rennrad und wir erreichen ein flottes Tempo. Wer abreißen lässt, hätte verloren, aber es kommt keinem darauf an, als erster anzukommen. An einer Wasserstelle kurz vor dem Tagesziel finden wir schnell wieder zusammen. Eine Nonne auf einem Fahrrad, die von unsere Spitzengruppe zügig passiert wurde, radelt nach kurzer Zeit entspannt vorbei. So schnell waren wir also doch nicht. Weiter geht's, in wenigen Minuten sind wir im Hotel "Mozart" in Landeck.
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||
| 2. Tag: Verwall-Tal | ||||||||||||||||||||||||||||
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Alternative Route: · ab Landeck über Tobadill und das Almstüberl nach See · dann die Paznaun-Talstraße bis Ischgl, wie 2002-cl, 2003-int oder 2003-cl |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||||||||||||||||||
| 3. Tag: Fimber-Pass, Pass da Costainas | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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In vielen Berichten steht folgendes geschrieben: Im Mittelalter sollen über diesen Pass die Toten aus Ischgl zum Friedhof nach Sent im Engadin gebracht worden sein, denn das Paznaun-Tal gehörte jahrhundertelang zur Gemeinde Sent. Im Winter war der Weg unbegehbar. Man ließ deshalb die Leichen einfrieren und brachte sie im Frühjahr in Sent unter die Erde. Klingt gut, oder nicht? Der Wahrheit kommt wohl folgende Version näher: Die Gemeinde Sent hatte sehr große Weidegegebiete im Paznaun erworben und Ischgl gehörte lange Zeit kirchlich zu Sent. Das mit den Toten ist eine alte Überlieferung. Da sich die Senter nur im Sommer in Ischgl aufhielten, ist es wohl sehr selten vorgekommen, dass die Leichen eingefroren wurden, um sie später zu transportieren. (Quelle: Cla Rauch - Gemeinde Sent). Wie dem auch sei. Wir genießen den anspruchsvollen Single-Trail ins Unterengadin. Gleichzeitig überschreiten wir eine Sprachgrenze. Im Unterengadin spricht man Rätoromanisch ("romantsch grischun"). Sie ist die vierte Amtssprache der Schweiz und hat ihre Wurzeln im Lateinischen. Wanderer und Biker grüßen sich mit "Allegra".
Alternative Route: · nicht nach Sta. Maria runter ins Tal fahren, sondern weiter oben im Münstertal übernachten (Lü, Tschierv oder Fuldera), ab Lü dazu immer dem MTB-Weg 444 folgen · bei Schneegefahr auf dem Fimber-Pass im Inn-Tal bleiben (wie 2001) · oder es über das Val d'Uina (siehe auch Roadbook) versuchen |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 4. Tag: Val Mora, Passo Verva | ||||||||||||
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| Diesmal bekommen wir Frühstück in der Jugendherberge.
Eine Schweizer Jugendgruppe ist auf Klassenfahrt hier, so dass es
sich für Frau Tinner, die Herbergsmutter, lohnt, Essen
anzurichten. Frisch gestärkt nehmen wir die lange
Schotterauffahrt ins Val Mora in Angriff. Mir fehlen Kilometer zum
Einrollen. Buchstäblich aus dem Stand geht es nur bergauf. Das
erste Flachstück an der Alp Pra de Vau gibt mir kurz
Gelegenheit, die Beine hochzunehmen und etwas lockerer zu werden.
Danach geht es besser und ich ziehe durch bis zur Alp Praveder.
Nach einer kurzen Rast sind die letzten Höhenmeter zum
Döss Radond schnell vergessen. Es ist sonnig, aber doch ein
wenig frisch. Wir sind ganz allein in den Bergen, wenn man von den
zahlreichen Murmeltieren absieht, die sich durch ihr
charakteristisches Pfeifen bemerkbar machen. Matze kann die
Geräusche täuschend echt nachmachen. Es ist, also ob sie
sich unterhalten. Wir ziehen die Windjacken über und
genießen die Abfahrt durchs Val Mora. Das Hochtal ist bei
diesem Wetter einfach überwältigend. Wir halten oft an
und schauen auf die uns umgebenden Dreitausender. Die Bilder
brennen sich ein. Diese alpine Kulisse sucht ihresgleichen. Aus der
Schotterpiste wird ein Wiesentrail, der sich später durch
Krüppelkiefern schlängelt. Ab der Bachbrücke wird
das Tal schmaler, der Pfad zieht sich an der linken Fluss-Seite
durch die Geröllhalden und zwingt einen ab und an zum
Absteigen. Wildromantisch ist es hier. Jeden Moment könnte
Winnetou um die nächste Wegbiegung geritten kommen. Am Passo Val Mora verlassen wir die Schweiz über die grüne Grenze. Der Weg zieht sich durch die Ausläufer der Geröllhalden, die durch die Erosion der Berge entstehen. Am Passo Fraele geraten die Stauseen ins Blickfeld. An der mittleren Staumauer ist rege Bautätigkeit zu erkennen. Die gewaltigen Wasserreservoire müssen instandgehalten werden, auch wenn uns die Staubfahnen der Baufahrzeuge manchmal nerven. Wir halten uns bei der Seeumfahrung wieder rechts. Ich passiere die Einmündung des Schotterweges vom Passo Alpisella. David und ich sind im Juli von Livigno kommend hier entlang gefahren sind. Wir erinnern uns, dass wir damals am späten Nachmittag auf Quartiersuche waren und erst in Arnoga Unterschlupf fanden.
Nun gut, über den heute folgenden Weg brauche ich nicht lange zu rätseln. Nach den Torri di Fraele geht es in der dritten Serpentine wieder rechts ab Richtung Arnoga, über die alte Militärstraße "Decouville". Dafür brauchen wir heute recht lange, nicht weil wir schlapp wären, sondern weil uns die Aussicht überwältigt und wir immer wieder anhalten, um alles in uns aufzusaugen. In den letzten Tagen habe ich in Anbetracht der uns umgebenden landschaftlichen Highlights immer wieder gesagt: "Am nächsten Tag wird es noch einen Zacken schärfer!" Es ist tatsächlich so. Die Eindrücke eines Tages werden übertroffen von den Impressionen des nächsten und so weiter, und so weiter in der Abfolge dieser Traum-Transalp. Eigentlich wollte ich gerade schreiben: dieses Transalp-Traumes, aber da klang so etwas an von "-alp-Traum" und dieser Eindruck ist eindeutig fehl am Platze.
In Grosio wartet das "Hotel Sassella" auf uns. Die rasante Abfahrt über 1000 Höhenmeter auf der kleinen Straße blasen alle fragenden Gedanken aus dem Kopf und die mediterrane Luft des Valtellina tut ein übriges, um keine bohrenden Zweifel über Sinn oder Unsinn einer Transalp aufkommen zu lassen. Freudig begrüße ich Marcella und Jim Pini, den Chef des familiär geführten Hotels. Ich fühle wieder wie zu Hause. Alternative: · bei Start oberhalb von Sta. Maria immer dem MTB-Weg 444 folgen, trifft bei Pra de Vau wieder auf die Standard-Route · ab den Torri di Fraele die Schotterserpentinen hinab nach Bormio und die alte Straße hinunter bis Grosio · oder man fährt gleich zur "La Baita" ins Val Rezzalo (verkürzt die Transalp um einen Tag) |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||
| 5. Tag: Val Rezzalo, Gavia | ||||||||||||
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| Ein banger Blick am Morgen zum Himmel. Wolkenschleier
hängen am Himmel. Talabwärts ist eine dunkle
Wolkenformation zu sehen, die anscheinend langsam näher kommt.
Sollte uns das Wetterglück verlassen? Ich berate mich mit
David, der sich ebenfalls mit den Wetteranzeichen in den Alpen
auskennt. Wir analysieren die Lage: kein starker Wind, kein starkes
Absinken der Temperaturen über Nacht, der Luftdruck ist in
etwa gleich geblieben. Nichts deutet auf einen gravierenden
Umschwung der Wetterlage hin. Bei schlechten äußeren
Bedingungen würde ich auf keinen Fall über das Val
Rezzalo zum Gavia-Pass fahren. Als wir ca. zwei Kilometer nach
Grosio den Abzweig zum Passo Foppa erreichen, schieben sich die
ersten Berggipfel durch die Wolken, die sich nach und nach als
Hochnebel entpuppen. Keine Frage mehr, wir fahren zum Val Rezzalo.
Per email hatte ich vorsorglich unsere Durchreise bei Alessandro,
dem Hüttenwirt von La Baita angekündigt. Unterwegs
überholt uns Alessandro im Auto. Offensichtlich ist er auf dem
Weg zur Berghütte. Wir werden also erwartet. In Le Prese beginnt die steile, aber gut fahrbare Auffahrt nach Fumero Die Sonne hat die letzten Nebelschwaden vertrieben und heizt uns tüchtig ein. Wasserstellen gibt es unterwegs genug. Am Ortsende von Fumero ist ein Parkplatz und die Schotterstrecke beginnt. Wir warten, bis die letzten eintrudeln. Uli hat es langsam angehen lassen und erreicht diesmal als letzter den Treffpunkt. Er ist aber offensichtlich gut eingerollt und mit einem erfrischenden. "Auf geht's, Jungs!" rollt er ohne Pause weiter. Seine Leistungsfähigkeit setzt uns immer wieder in Erstaunen. Schnell beginnen die Steilstücke, die mit groben Steinplatten gepflastert sind. Die Zwischenräume sind inzwischen weitgehend durch Kies und Sand zugespült. Ich suche trotzdem soweit es geht, den schmalen Streifen am Rand, der mit dem Mountainbike besser zu befahren ist. Eine dreiviertel Stunde quält man sich ein bisschen. Dann öffnet sich das Hochtal bei San Bernardo. Es ist immer wieder eine Offenbarung, dass es so etwas Schönes gibt. In einer Höhe von 1800-1900 Metern liegen einzelne Gehöfte verstreut im Tal. Strommasten sucht man vergeblich. Vereinzelt wird noch ein wenig Landwirtschaft betrieben. Viele der alten Hütten sind in der letzten Zeit behutsam instand gesetzt worden und dienen als Wochenendhäuschen oder Sommerfrische für die Städter aus dem Tal.
Das letzte Stück zum Passo dell'Alpe ist wieder fahrbar. Ich habe Uli versprochen, ihn dabei zu fotografieren und warte auf ihn. Die Sonne scheint, es weht aber ein kühler Wind. Keiner hält sich deshalb lange auf. Wir rasten dafür ausgiebig nach der Passhöhe in einer windgeschützten Senke in der Nähe eines Gletscherbaches. Kein anderer Mensch ist zu sehen. Umso mehr sind wir verwundert, plötzlich das Lärmen eines Hubschrauber zu hören. Ein paar hundert Meter entfernt, fliegt er in unserer Augenhöhe vorbei. Gleich ist jedoch wieder Stille um uns, nur ab und zu unterbrochen durch das Pfeifen der Murmeltiere. Nur langsam können wir uns entschließen aufzubrechen. Solche schönen Tage weit oben in den Bergen sind selten und man sollte sie genießen. Schließlich rollen wir doch hinab zur Gaviapass-Straße. Hier beginnt die leichte Auffahrt auf Asphalt bis zum Rifugio Berni an der Passhöhe. Jeder tritt sein Tempo. Kurz vor dem Ziel wird die Straße bei den Seen relativ flach. Das ist immer ein Signal für ein kleines Wettrennen, wenn zwei Mountainbiker nicht weit auseinander liegen. Ich trete an, Olaf liegt in meinem Windschatten und will vorbeiziehen. Ich denke mal, lass ihn den Punkt für die Bergwertung holen und will ihn abklatschen. Er versteht es offensichtlich als Zeichen, gemeinsam einzurollen, was wir dann auch tun. Vor dem Berggasthaus räkeln wir uns wir in der knallenden Sonne, umgeben von stolzen Bezwingern der Pass-Höhe: Rennradlern, Cabriofans und die unvermeidlichen Motorradfahrern, die meist in schwarzen Lederkombis und im Konvoi unterwegs sind.
Ohne Gepäck radelt es sich dann ganz entspannt. In Ponte di Legno schleckern wir leckeres Eis gegenüber vom 1-Sterne Albergo "Cervo". Der Chef frohlockt schon auf uns als Tagesgäste. Ich muss ihn aber diesmal enttäuschen, wir haben unsere Wahl schon getroffen. Wer sich noch an alte französische Filme mit Fernandel erinnert; in diesem Hotel könnte ein Remake gedreht werden. Was ich aber nicht als Kritik aufgefasst wissen möchte. Als ich einmal hier übernachtete, war ich recht zufrieden. Das Essen war o.k. und die Bikes standen sicher im Gastraum. David und ich lassen uns noch zu einem Bierchen nieder. Der Freisitz am Marktplatz sieht so einladend aus. Die Preise sind allerdings exorbitant. 4,50 Euro für ein 0,4 l Glas; da fällt mir nichts mehr ein. Zurück in der Albergo trudelt dann auch noch die Radgruppe ein, die auch unsere Strecke fährt. Sie lassen sich offensichtlich den ganzen Tag Zeit. In Grosio rückten sie erst ein, als wir gegen halb acht schon beim Abendessen waren. Schnell wird es dunkel. Wir gehen zeitig zu Bett. Morgen wartet das nächste Highlight auf uns. Alternative Route: · ab Grosio über den Passo Foppa (wenig befahrene Nebenstraße) nach Monno und weiter Straße bis Ponte di Legno |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||
| 6. Tag: Montozzo | ||||||||||||||||
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Wieder ist es am Morgen diesig in den Bergen, aber eindeutig
ist es nur Hochnebel. Keine zwei Sekunden brauche ich zu
überlegen, um zu wissen, dass heute die Straßenauffahrt
zum Passo Tonale nicht die erste Wahl sein wird. Rund 1200
Höhenmeter bis zur Montozzo-Scharte warten auf uns, die
allermeisten fahrbar auf einer alten Militärstraße. Doch
zunächst geht es ein Stück zurück des Weges, den wir
gestern vom Gavia-Pass heruntergerollt sind. Bald zweigen wir nach
Pezzo ab, passieren das verschlafene Bergdorf und erreichen schnell
Case di Viso. Hier endet die Straße und die Schotterpiste
beginnt. Die langgezogenen Serpentinen zeichnen sich deutlich am
Berghang ab. Zunächst moderat ansteigend und gut fahrbar
kommen dann bald ein paar steilere Stellen, die manch einen kurz
aus dem Sattel zwingen. Die Sonne verbirgt sich hinter den
Nebelschleiern. Das ist uns recht. Ich bin im Jahr 2000 in der
prallen Sonne gefahren. Das war nicht das reine Vergnügen.
Meine Gedanken gehen zurück in den September 2000. Damals stand ich schon mal dort oben. Im dem Moment, als wir die Scharte erreichten, brach ein Gewitter mit Hagelschauern los. Der Regen verwandelte die Schotterpiste in einen Sturzbach. Total verdreckt und durchnässt suchten wir in Pejo Zuflucht in einem Hotel. Eine Wiederholung ist heute nicht zu befürchten. Die Sonne hat alle Nebelfetzen längst verjagt. Lachend stemmen wir unsere Bikes die letzten Metern hoch. Überreste von Schützengräben haben sich erhalten, eine kleine Gedenktafel erinnert an die sinnlosen Opfer dieses Gebirgskrieges. Wir halten inne und lassen das grandiose Panorama der Cevedale-Gruppe auf uns wirken. Weit über 3500 Meter sind die Berge hier hoch. Die Sicht ist unglaublich klar, der Himmel stahlblau. Der Trail ist vom höchsten Punkt beginnend gut fahrbar. Ein paar Mal queren wir kleine Bäche, die nicht viel Wasser führen. Nach einer kleinen Almhütte wird der Weg steiler. Von einem Felsplateau öffnet sich plötzlich der Blick auf den türkisblauen Lago di Pian Palu, der rund 500 Höhenmeter tiefer im Talkessel des Valle del Monte liegt.
Man schreibt es englischen Bergfreunden zu, dass von der Brenta aus sich der alpinistische Tourismus entwickeln konnte. Durch eine Vielzahl von Klettersteigen gehört der Bergstock zu einem der am besten erschlossenen alpinen Wandergebiete. Mittlerweile hat sich auch der MTB-Tourismus etabliert. Die Wegmarkierungen sind inzwischen eindeutig; immer den Schildern Richtung MTB-Madonna folgen. Der Weg führt m Rand eines Canyons entlang, den wir auf einer überdachten Holzbrücke überqueren. Zeit für ein kurzes Verschnaufen. Dann wird der Weg flacher und bleibt im Schatten der Bäume bei sehr angenehmen Temperaturen. Dann folgen noch ein paar steilere Abschnitte, bis man in die Nähe der Autostraße gerät. Jetzt ist es bald geschafft. An der Malga Mondifra füllen wir zum letzten Mal Wasser in die Trinkflaschen. Bei der Unterquerung eines kleinen Liftes ist der höchste Punkt erreicht und es geht nur noch abwärts. Das Hotel "Arnica" meines Freundes Matteos liegt mitten im Ortszentrum von Madonna di Campiglio. Matteo ist gerade mit den Planungen für seinen ersten Transalp beschäftigt. Da komme ich ihm gerade recht. Ich empfehle ihm unsere gerade eben gefahrene Strecke. Einer seiner Begleiter kommt noch dazu und ich zeige ihnen anhand meiner gescannten Karten die Route. Der Einfachheit halber überlasse ich ihnen gleich die Blätter und wünsche ihnen viel Glück und gutes Wetter für ihre Tour. Das hat geholfen. Nach gelungener Transalp schickte mir Matteo ein Foto vom Pass da Costainas. Wir lassen den Tag in einer Pizzeria ausklingen, nehmen noch einen Absacker an der Bar unseres Hotels und verkrümeln uns zeitig ins Bett. Alternative: · ab Ponte di Legno die Straße über den Passo Tonale, wie im Bericht 2003cl und 2003-int beschrieben |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||||||
| 7. Tag: Gardasee | ||||||||||||||||
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| Es ist frisch, als ich am Morgen aus dem Fenster blicke. Die
Sonne steigt langsam über die Berge. Es wird wieder eine
schöner Tag werden. Passend zum Abschluss dieser grandiosen
Tour. Das Frühstück ist reichhaltig: Käse, Wurst,
Marmelade, Obst und eine Vielzahl verschiedener Kuchen. Wir
verschaffen uns damit eine gute Grundlage, denn mit
größeren Essenspausen wollen wir uns heute nicht
aufhalten. Der Gardasee ruft. Wir fahren durch das Ortszentrum, am See vorbei durch den noch kühlen Wald in Richtung Rifugio Vallesinella. Am Parkplatz ist die grobe Betonstraße zu Ende. Steil geht es abwärts zum Wasserfall. Das Rifugio Cascata di mezza ist noch geschlossen. Wir überqueren unterhalb die kleine Holzbrücke und fahren und schieben gemütlich den folgenden Single-Trail entlang. Bald erreichen wir eine Forststraße, die uns abwärts zur Malga Brenta bringt. Aus den Wissen steigt noch der Tau auf. Die morgendliche Stimmung ist märchenhaft. Die Schotterpiste das Val d'Agola hinauf ist nur mäßig steil und lässt sich hervorragend fahren. Ich teste mich mal aus und bleibe an Matze und Christian dran bzw. sie reduzieren ihr Tempo so, dass ich folgen kann. Bald ist der Hohlweg erreicht, der zum Lago d'Agola führt.
Von hier aus gibt es mehrere Möglichkeiten, den Gardasee zu erreichen. Die zwei klassischen Hauptvarianten kennen alle aus der Gruppe schon. Da ist zum einen der Weg über den Passo di Ballino, eine oft gefahrene Straßenvariante. Landschaftlich sehr reizvoll ist zum anderen der Weg durch das einsame Val di Lomasone. Der Wermutstropfen ist allerdings, dass man dabei zwei sehr steile Schiebestücke auf alten Römerpfaden zu überwinden hat. Beide Varianten belohnen den erfolgreichen Transalpler dann mit dem ersten Blick auf den Gardasee aus mehreren hundert Metern Höhe von Tenno aus. Während unserer Ostertourenwoche sind wir beide Alternativen gefahren.
Entspannt rollen wir die letzten Kilometer zum Finale unserer Transalp. In Pietramurata wählen wir den Weg am Lago di Cavedine entlang, der noch einen kurzen Anstieg durch die Steinwüste der Marocche mit sich bringt. Sie entstand nach der letzten Eiszeit durch den gewaltigen Abbruch einer ganzen Felswand des Monte Brento, als sich der gewaltige Gletscher, der auch den Gardasee schuf, nach und nach zurückzog. Hier sehen wir zum ersten Mal den Gardasee. Jetzt gibt es kein Halten mehr. In Höchstgeschwindigkeit rasen wir auf Dro zu. Doch wie Olaf immer sagt: "Ein Eis geht immer noch." Hinter dem Schuhmarkt befindet sich die Gelateria "Maui". Hier gibt es weit und breit das beste hausgemachte Eis der Region, behaupte ich. Unsere Eisspezialisten Olaf und Reiner sind erst skeptisch, bestätigen dann aber meine Meinung. Von Dro aus folgen wir wieder dem Flusslauf der Sarca auf einem alten Karrenweg, der durch Olivenhaine führt. An der alten Römerbrücke bei Ceniga wachsen Feigenbäume. Die Früchte sind reif und werden gekostet. Weiter geht es an den Kletterfelsen von Arco vorbei. Hier ist immer viel los in der Felswand. Das finale Wettrennen findet auf dem Radweg nach Torbole statt. Am Gardasee angekommen, möchte Matze am liebsten das Rad mit seinem geliebten Surfbrett vertauschen, so stark weht heute der nachmittägliche Wind. Ein paar Meter noch am Strand entlang und wir sind am Strandcafe von Torbole, wo ich meine Transalps immer beende. Simi und Diana sind schon da, um uns zu empfangen. Sie haben die Finisher-T-Shirts dabei. Alle haben sie sich redlich verdient. |
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| Tourdetails: (Roadbook - Höhenprofil - Landkarte) | ||||||||||||||||
| Fazit | ||||
|---|---|---|---|---|
| So, nun ist die Sache rund. Viele
Verbesserungsmöglichkeiten fallen mir für diese
Transalp-Route nicht mehr ein. Eine noch vielleicht, zum Schluss
über den Tremalzo. Doch dann müsste man einige Dutzend
Kilometer Strecke auf der Straße machen, was dem Charakter
dieser Route zuwiderlaufen würde, zumindest in meinen
Augen. Also lasse ich sie so wie sie ist und freue mich auf das nächste Jahr, wo ich wohl wieder auf dieser "meiner" Route unterwegs sein werde und zum Abschluss hier am Strandcafe in Torbole sitzen werde. Die erste Septemberwoche ist dazu ein guter Zeitpunkt.
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