Transalp.info by Andreas Albrecht

Rennrad Transalp


Tourbericht

Alles, was gut geht, wird im Nachhinein als Strategie erklärt.

Gerhard Schröder (*1944)


Prolog

350 DSCN5104Viele Transalps bin ich schon mit dem Mountainbike gefahren. Dabei quert man immer wieder Straßenpässe in den Alpen. So entstand in mir die Idee, eine Transalproute zu entwerfen, die komplett für ein Rennrad geeignet ist. Die eigentliche logistische Herausforderung ist dabei, Strecken zu suchen und zu kombinieren, die möglichst wenig vom motorisierten Verkehr betroffen sind. Da das natürlich nicht vollkommen vermeidbar ist, muss man sich überlegen, zu welchem Zeitpunkt der Hauptandrang vorbei ist. Das Stilfser Joch zum Beispiel an einem Samstagnachmittag im Hochsommer mit dem Rad befahren zu wollen, ist wohl wenig empfehlenswert. Karawanen von Autos und Motorrädern werden dann auf der grandiosen Passstraße dem Radler ihre Auspuffgase ins Gesicht blasen. Faustregel ist: attraktive Pässe so zeitig wie möglich am Morgen anfahren, dann hat man sie meist für sich alleine.

Bewährter Startort sollte wegen der guten Zuganbindung Garmisch-Partenkirchen sein, denn inzwischen lasse ich das Auto für den Transfer ganz gern mal stehen und fahre entspannt und stressfrei mit der Bahn. Als Zielpunkt ist der Gardasee unschlagbar, das stand also auch fest. Die Strecke mittendrin würde sich ergeben. Ein paar schöne Tage Ende September locken, also nicht lange gefackelt und los. Ein erster Zwischenstopp soll in Seefeld sein.
Ach ja, ein Rennrad brauche ich ja auch noch. Bei meinen Radhändler stand ein fast neues vor der Tür, dass mir schon rein optisch sehr gut gefiel. Die Rahmenhöhe und -geometrie passte auch, wie ich bei einer längeren Testfahrt sofort merkte. Der einzige Unsicherheitsfaktor für mich ist die Übersetzung. Das Kompaktsystem mit 34 Zähnen vorne und einem 26er Ritzel hinten musste reichen für die Alpenpässe. Würde meine Kraft dafür ausreichen?