Transalp.info by Andreas Albrecht

Rennrad Transalp


5. Tag: Madonna di Campiglio - Passo Daone - Passo Duron - Passo Ballino - Gardasee

opener 350 DSCN5193Am Morgen bin ich wieder voller Elan, nicht zuletzt deshalb, weil ich heute den Gardasee erreichen werde und weil die Etappe eher moderat ausfallen wird. Ich will noch zwei für mich neue Pässe fahren, den Passo Daone und den Duron. Doch zunächst beäuge ich kritisch den wolkenbedeckten Himmel. Es nieselt ein wenig und ich will erst einmal heil den Berg hinunter kommen. Durch Straßenbauarbeiten sind Teile der Strecke recht schmierig und ich stehe die meiste Zeit auf der Bremse. Ab Pinzolo wird es flacher und ich lasse es wieder laufen. Es heitert auf und in Spiazzo verlasse ich die Hauptstraße und nehme den Passo Daone in Angriff. Kein Schild weist den Weg. Ich frage vorsichtshalber nach und erhalte die Bestätigung, dass ich auf der richtiger Strecke bin. Ein paar steile Rampen gibt es schon, bei denen ich in den Wiegetritt gehe, aber ist es nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Kein einziges Auto begegnet mir auf der Strecke, so macht die Sache richtig Spaß. Oben wird es flacher und da ist er ja auch schon erreicht, der Passo Daone - ein kleiner Geheimtipp auf diesem Weg zum Gardasee. Die Abfahrt ist ein Traum auf guter Straße mit zuerst vielen engen Kehren und später ein paar Geraden, auf denen es man so richtig schön laufen lassen kann. Außerdem hat man eine gute Aussicht ins Tal der Sarca, die direkt in den Gardasee fließt. Aber ein paar Höhenmeter will ich noch machen. Der Passo Duron ist noch zu bezwingen. Ich kann ihn schon auf der gegenüberliegenden Talseite ausmachen. Nach einer Kurve halte ich an und begutachte den Straßenverlauf von oben. Dabei entdecke ein kleines Nebensträßchen, das nach Zuclo zu führen scheint und mir den Umweg über Tione ersparen könnte. Im Tal angekommen, bestätigt sich meine Vermutung und ich erreiche unbehelligt von Autoverkehr den Ortskern von Zuclo, trinke einen letzten Cappuccino vor dem Lago und denke mir, nun ist es ja geschafft.
Das ist es auch fast, allerdings nicht ohne eine letzte, etwas steilere Rampe, dann wird die Straße breit und moderat im Anstieg und ich bin oben. Der Rest ist freundliche Zugabe. In Fiave angekommen, sind es keine einhundert Höhenmeter mehr bis zum Pass di Ballino, dem definitiv letzten Pass vor dem Gardasee. Der kostet mich nur ein müdes Lächeln. Es folgt die rasante Abfahrt zum Lago, die ich schon so oft gefahren bin und wieder macht sich das übliche, angenehme Glücksgefühl breit, als im am Hafen von Riva aus dem Gewirr der schmalen Gassen auftauche. In Torbole ist dann wie immer am Strandcafe endgültig Schluss. Eine gelungene Transalp mit dem Rennrad liegt hinter mir.


Die Wolkenbilder des letzten Tages der Originalbefahrung schmälern das Erlebnis sicher nicht, mit dem Rennrad die Alpen bezwungen zu haben. Ich ergänze die Bilder aber aus gutem Grund mit meinen sonnigen Aufnahmen. Dieses Ziel ist die Reise wert.

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05Madonna Torbole

Übernachtungstipps:

Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354, www.villastella.it
Aktivhotel Santalucia Via Santa Lucia 6, (Gps Via Pontalti), I-38069 TORBOLE SUL GARDA (TN), Tel.: 0039-0464-505140, www.aktivhotel.it
Tonelli-Hotels in Riva und Nago:  www.tonellihotels.com