Transalp.info by Andreas Albrecht

Dr. rad

drrad01Doktor rad

Strecke:

  1. Großglockner-Hochalpenstraße
  2. Goldeck-Mautstraße
  3. Villacher Alpe

Länge: 210 km
Höhenmeter: ca. 5330 hm
Etappen: 3

1. Tag: 90 km, 2670 hm
Döllach - Kasereck - Guttal - Franz-Josefs-Höhe - Hochtor - Edelweißspitze - Döllach

2. Tag: 54 km, 1260 hm
Zlan - Mautstelle - Goldeck-Seetal - Zlan

3. Tag: 65 km, 1400 hm
Faaker See - Villach - Maustelle Villacher Alpe - Parkplatz Roßtratte - Villach - Faaker See

Landkarten

Kompass: Digitale Karte Über die Alpen, 39, 61, 64
TOPO-Karte für GPS-Geräte: Garmin TransAlpin, kaufen bei Amazon: klick hier

Tourplanung:

Andreas Albrecht - nach einer Anregung aus der Zeitschrift "Stern" Nr. 17/1993
gefahren vom 14.-17. August 1994: Andreas Albrecht



Prolog

Zumindest zum Dr. rad sollte es bei mir schon reichen, dachte ich, als ich 1993 im Stern einen Artikel darüber las, wie sich jemand mit dem Rennrad und einer 39:28-übersetzung drei Mautstrecken auf Kärntner Berge hoch quälte. Ich recherchierte, daß der Doktorhut verliehen wird entweder im Hotel Post in Großkirchheim (Region Großglockner) oder im Rad-Hotel in Drobollach am Faaker See. Aus logistischen Gründen entschied ich mich, am Großglockner zu beginnen und am Faaker See dann auszutrudeln. Kurz gesagt: Seit dem 18. August 1994 darf ich mich mit einem Augenzwinkern nennen. Ich war gut trainiert, die Woche zuvor war ich den Glacier-Express von Luzern nach Montreux in der Schweiz gefahren. Es bereitet mir mit dem MTB keine besondere Mühe, die jeweils asphaltierten Mautstrecken hinaufzuradeln.

Was genau ist zu tun?:
Der Titel Doktor-Rad wurde für das erfolgreiche Erklimmen der Bergstraßen Goldeck, Villacher Alpe und Großglockner-Hochalpenstraße verliehen.
Gesamtlänge (min.): 58 km
Drei Bergstraßen mit Kontrollstempeln waren zu erklimmen, am Zielpunkt wurde die Startkarte abgestempelt und je eine Radnadel vergeben. Nach Bewältigung aller Touren wurde damals der Titel des "Doktorrad" bei einer Feier vergeben.
Startkarten: Mautstellen der Goldeck- und Villacher Alpen-Straße und Hotel Post, Großkirchheim (Döllach).
Goldeck-Straße (bronzene Radnadel): 14,5 km
Villacher Alpen-Straße (silberne Radnadel): 16,5 km
Großglockner (goldene Radnadel): 27 km


Hinweis:

So wie es ausssieht, wird dieser Titel wohl nicht mehr vergeben. Wenn jemand etwas Genaueres weiß, kann er mir gern eine Information über das Kontaktformular zu kommen lassen.



grglockner button1. Tag: Großglockner-Hochalpenstraße

Bei der Anreise mit dem Auto hatte ich die Großglockner-Hochalpenstraße schon in Augenschein genommen. Aus heutiger Sicht ist es nur schwer nachvollziehbar, durch Hochgebirgsregionen einfach eine Straße zu ziehen, um zu zeigen, daß es machbar ist. Erbaut in den Jahren 1930 bis 1935 galt sie damals als ingenieurtechnische Meisterleistung. Nun gut, mit dem Rad rollt es sich auf Asphalt wesentlich leichter als auf Schotter. Am 14. August 1994 ging es 9.15 Uhr in Döllach los. Im Hotel Post in Großkirchheim holte ich mir den ersten Stempel ab. 11.45 Uhr nach 1400 Höhenmetern und 27 km war ich schon an der Franz-Josephs-Höhe (2369 m). Wieder ein Stempel und die Großglockner-Radnadel war verdient. Einige Rennradler mussten sich auf der Strecke sichtlich mehr quälen als ich. Ich hatte noch nicht genug und radelte weiter auf der Hochalpenstraße bis zur Edelweiß-Spitze (2571 m). Die Stichstraße dorthin ist gepflastert und so ausgebaut, daß selbst Reisebusse hinaufkommen. Leider zog die Wolkendecke zu, so daß die Rückfahrt eine zwar rauschende, aber kühle Angelegenheit wurde.

3doellach3albigletscher3gletscheredelweiss



goldeck button2. Tag: Goldeck

Von Zlan (740 m) aus startete ich am 15. August 1994 bei strahlendem Sonnenschein. Die Mautstelle auf einer Höhe von 1138 m war schnell erreicht und gegen 12.00 Uhr war ich nach 15 km oben am Alpengasthof "Seetal" (1900 m) angelangt. Die Goldeck-Radnadel war meine. 15 km Abfahrt warteten dann nach der Rast auf mich, herrlich.
Von Zlan aus fuhr ich dann mit dem Auto weiter nach Drobollach am Faaker See suchte mir eine Quartier. Der See lockte mit klarem, warmen Wasser. Nach einer Besichtigungsrunde spülte ich darin den Schweiß reichlich ab.



villacheralpe button3. Tag: Villacher Alpe

Einen Ruhetag hatte ich mir gegönnt. Am 17. August 1994 ging es dann vom Faaker See aus gleich mit dem Rad los. Ein paar Höhenmeter hinunter nach Villach (501 m), dann ging es nach dem obligatorischen Stempel an der Mautstelle (576 m) stetig bergauf. Für die knapp 1200 Höhenmeter bis zum Parkplatz "Roßtratte" benötigte ich exakt 2 Stunden. Ohne Gepäck fährt es sich halt schön. Den letzten Stempel und die letzte Rad-Nadel mitgenommen und zurück die lange Abfahrt genossen. Im Rad-Hotel am Faaker See findet immer donnerstags die feierliche Zeremonie statt. Nach dem Schwur am Goldenen Lenker, die Berge ohne fremde Hilfe gemeistert zu haben, wird der "Doktorhut" und die "Promotionsurkunde" übergeben. Ein bisschen stolz bin ich schon.



drradmaxFazit

Mit dem MTB bei etwas Training keine sonderlich schwere Leistung. Lässt sich gut mit Familienurlaub am Faaker See kombinieren. 1999 wiederholte ich dann mit meinem Sohn Max (damals 13 Jahre) die Tour als Wasserträger für ihn. Er wurde damit einer der jüngsten "Doktores radiensis".

Für mich war das der Einstieg in Rad-Touren in den Alpen. Hätte damals niemals für möglich gehalten, was sich daraus schließlich so entwickelt hat.