| Strecke | München - Starnberg - Possenhofen - Murnau - Garmisch-Partenkirchen - Fernpass - Imst - Landeck - Pfunds - Martina - Nauders - Reschenpass - Glurns - Naturns - Meran - Kaltern - Salurn - Trento - Rovereto - Verona |
| Länge | 516 km |
| Höhenmeter | 3.650 hm (höchster Punkt Hauptroute: 1518 m) |
| Etappen | 7, wobei zwei alpine Varianten möglich sind (1. über Passo Costainas, 2. über Mendelpass) |
| Landkarten |
Kompass:
Digitale Karte Tirol,
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Gardasee,
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| Tourplanung | Andreas Albrecht |
| Prolog | |||
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Eine landschaftlich schöne, aber fahrtechnisch leichte Transalp auf den Spuren von Sissi. Wenn man den Namen Sissi hört, denken die meisten wahrscheinlich an das süßlich-verkitschte Bild von Kaiserin Elisabeth, das durch die Filmtrilogie aus den 1950er Jahren geprägt wurde. Beschäftigt man sich jedoch etwas näher mit ihrer Biografie wird schnell klar, dass das junge unbeschwerte Mädchen durch die Heirat mit Kaiser Franz Joseph von Österreich in eine Rolle am Wiener kaiserlichen Hof gedrängt wurde, die sie nicht annehmen konnte und wollte. Als Tochter des bayerischen Herzogs Max Joseph wuchs sie in München in einer liebevollen und eher bodenständigen Atmosphäre auf. Ihre Eltern hatten keine Verpflichtungen am bayerischen Königshof. In den Sommermonaten residierte die Familie in Possenhofen am Starnberger See, wo sie wohl viele unbeschwerte Zeiten erlebt haben dürfte. Es muss auf Sissi geradezu wie ein Kulturschock gewirkt haben, als ihr mit der Heirat im Alter von gerade einmal sechzehn Jahren plötzlich die Würde und Bürde einer Kaiserin der österreichischen Monarchie auf die zarten Schultern gestülpt wurde. Dem damit verbundenen Zwang hat sie sich auf ihre Art entzogen, indem sie unter anderem einen Schlankheit- und Schönheitskult für sich auslebte.Damit hat sie sich nebenbei zur ersten Stil-Ikone der Neuzeit entwickelt, die weltweite Ausstrahlung erzeugte. Gleichzeitig lebte sie auf ihren vielen Reisen ihren Freiheitsdrang aus, der zeitlebens ungebändigt blieb. Oftmals soll ihr kaiserlicher Gemahl erst aus der Zeitung erfahren haben, wo sie sich gerade eben aufhielt. Gepaart war das alles mit ihrer Bereitschaft und Fähigkeit, körperliche und sportliche Höchstleistungen zu vollbringen, was sich zum Beispiel in stundenlangen Gewaltmärschen und ihren überragenden Leistungen als Springreiterin zeigte. Wenn man heutzutage sieht, dass auch Wanderreiten über die Alpen immer populärer wird, kann man trefflich darüber spekulieren, dass diese Idee auch bei Sissi Anklang gefunden haben könnte. Wenn es denn diese Transalp-Bewegung damals schon gegeben hätte. Wie dem auch sei, interessant war es für mich allemal, die Route zu erkunden, die mir vorschwebte, um die geografischen Eckpunkte miteinander zu verbinden. Das ging im Kopf recht schnell. Der Auftakt München - Starnberger See war klar. Der erste alpine Aufgalopp musste über den Fernpass erfolgen, denn im Schloss Fernstein soll der Legende nach der legendäre König Ludwig II. von Bayern eine Bleibe gehabt haben. In mondhellen Winternächten soll er von Schloss Neuschwanstein aus in einem Pferdeschlitten des öfteren dorthin gefahren sein. Ludwig II. war ein Cousin von Sissi. Sie waren beide in einer Art Seelenverwandtschaft miteinender verbunden. Also passt diese Route. Dadurch war auch weitere Route über den Reschen nach Meran gesetzt, dem nächsten logischen Etappenort. In Meran logierte sie viele Male und machte den beschaulichen Kurort der damaligen Zeit zum Nabel der mondänen Welt. Der Weg dorthin verläuft im wesentlichen auf der Via Claudia durch das Inntal ins Vinschgau. Fehlte nur noch das Ziel dieser Transalp. Da ergeben sich mögliche Endpunkte aus einer Reise, die das junge Kaiserpaar im Herbst 1856 unternahm. Das war eine Rundreise durch das damals noch unter österreichischer Herrschaft stehende Venetien und die Lombardei. Die grobe Route führte von Triest über Venedig, Vicenza nach Verona und weiter über Brescia nach Mailand. Der Empfang soll überall sehr eisig gewesen sein. - Ausdruck der Spannungen im Reich, die bald darauf zum Verlust eines Teils dieser Gebiete führen sollte. Da wir die Tour in ungefähr einer Woche absolvieren wollen, rückte zunächst Verona als Ziel in unser Blickfeld. Im Osten von Verona gab es im äußeren Festungsgürtel auch ein Werk "Kaiserin Elisabeth", von dem leider keine Reste mehr vorhanden sind. Gewiss hat sich das kaiserliche Paar allerdings die Arena angesehen. Das ist natürlich ein absolutes Highlight, sich nach vollendeter Alpenüberquerung noch eine Vorstellung in der Arena anzusehen. Damit hatten Simi und ich bei unserer Mini-Transalp Brenner - Verona schon gute Erfahrungen gemacht. Wir waren in "Carmen". Große Teile der Strecke waren mir bekannt und ich machte ich mich im Sommer 2011 auf die Streckenrecherche. Zunächst allein, denn eins war mir klar, Erstbefahrungen wollte ich nicht mit Simi machen. Vielmehr will ich ihr eine runde und ausgewogene Strecke präsentieren, die unseren Ansprüchen an eine perfekte, gemeinsame Transalp entspricht - nicht zu schwer, in einer Woche machbar und landschaftlich natürlich ein Hingucker. Dabei ist diese Route herausgekommen. Befahren werden wir sie komplett und gemeinsam. Ob das in einem Rutsch oder in mehreren Durchgängen geschieht, lassen wir offen. Hauptsache keinen Stress und gutes Wetter. |
| 1. Tag: München - Starnberger See | ||||||
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Unglaublich, aus dem Herzen Münchens heraus geht es fast durchgängig auf Radwegen direkt an die Isar. Deren Ufer sind im Hochsommer ein einziges Badeparadies. Das Wasser ist kristallklar.
München gehört sicher zu den am lebenswertesten Großstädten weltweit.
Im Forstenrieder Park hat man vielleicht das Glück, Wildschweine in freier Wildbahn beobachten zu können. Am Starnberger See schlängelt sich der Weg fast immer direkt am Ufer entlang. Im Sommer wird man sicher eine Badepause einlegen wollen. Bei klarem Wetter erhascht man schon einen Blick auf die Alpen.
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| 2. Tag: Starnberger See - Garmisch | ||||||||||||
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Schloss Possenhofen - hier verbrachte Sissi den Sommer. Das waren unbeschwerte Jahre. Das lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man den Zauber der Landschaft spürt. Weiter geht es an den Osterseen vorbei, es wird allmählich einsamer und die ersten Anstiege warten.
In Murnau besteht die Chance auf eine weitere kulturelle Abwechslung - das Franc Marc Museum gibt einen Einblick in das kreative Schaffen des "Blauen Reiters".
Der Rest der Etappe ist wiederum ein Traum. Sanft zieht sich der Schotterweg an der Loisach entlang, umrahmt von den ersten hohen Bergen der Alpen.
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| 3. Tag: Garmisch - Landeck | ||||||
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Diese Strecke ist quasi identisch mit der ersten Etappe meiner Albrecht-Route, darüber brauche ich wohl nicht mehr viel zu schreiben, tausendfach ist sie schon gefahren worden.
Wer weiß, wie lange es noch die interessante Trailpassage auf dem alten Römerweg zum Schloss Fernstein geben wird. Mit Macht und Geldern aus Europäischen Entwicklungsfonds ist man dabei, den Weg glattzubügeln. Des einen Freud, des anderen Leid.
Ziel für heute ist Landeck, Unterkunft finde ich in meinem Stammhotel "Mozart". Wer noch Kraft in den Beinen hat, kann noch ein Stück weiter im Inntal fahren.
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| 4. Tag: Landeck - Reschen | |||
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Heute bezwingen wir den Alpenhauptkamm, ob mit dem Postbus oder aus eigener Kraft, das ist jedem selbst überlassen. Auf keinen Fall sollte man die Bundesstraße hoch nach Nauders mit dem Rad befahren. Lebensmüde Radler sieht man dort allerdings immer wieder, der Hammer war eine Gruppe Liegeradler, die ich dort sah.
Dabei gibt es doch die wunderschöne Alternativstrecke über Martina und die Norbertshöhe.
Wie weit man am Reschen noch ins Vinschgau hineinfährt, hängt vom Wetter und der Tagesform ab. Ist die Wetterprognose unsicher, empfiehlt es sich vielleicht bis hinunter ins mittelalterliche Städtchen Glurns zu fahren, komplett auf dem Etsch-Radweg.
siehe auch Tandem-Transalp Hochalpine Alternative: Ab Martina im Inntal bis nach Scoul auf dem Innradweg. Der ist allerdings nicht komplett glattgebügelt, sondern hat schon einige deftige Passagen mit Schotter und Steigungen. In Scoul ist man wieder auf der Albrecht-Route. Eine schöne Naturstraße führt nach S-Charl (kann auch mit dem Postbus bewältigt werden, allerdings Schweizer Preise und damit ein Solidaritätsbeitrag für den notleidenden Schweizer Finanzsektor). Von dort sind es nur noch 400 Höhenmeter bis zum Pass da Costainas - für mich eine der schönsten Alpenpässen überhaupt. Rasant geht es dann hinunter ins Münstertal und soweit es möglich und sinnvoll ist auf Nebenwegen zurück nach Südtirol. In Laatsch trifft man wieder auf die Hauptroute.
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| 5. Tag: Reschen - Meran | ||||||||||||
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Der Etschradweg im Vinschgau gehört zu den schönsten Strecken für Genussradler in den Alpen. Kilometerweit geht es durch Apfelplantagen. Kurz vor Meran hat man die Möglichkeit, sich im Biergarten der Forstbier-Brauerei an den verschiedenen Sorten zu laben.
Gut, dass es dann nur noch bergab geht nach Meran. Die Stadt ist fixer Etappenort, schließlich hat sich Sissi hier viele Monate im Schloss Trauttmansdorff aufgehalten.
siehe auch Tandem-Transalp
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| 6. Tag: Meran - Trento | |||
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Von Meran geht es topfeben fast bis kurz vor Bozen. Am Schloss Siegmundskron (Messner Mountain Museum) ist eine Ausstellung des berühmtesten lebenden Südtirolers untergebracht. Der Radweg auf der alten Bahntrasse hinauf nach Kaltern lässt einem recht entspannt ein paar Höhenmeter gewinnen.
Im heißen Hochsommer ist es eine unglaubliche Erfahrung, wenn man die Mühe auf sich nimmt und hinauf zu den Eislöchern radelt. Die verdienen ihren Namen zu recht - mehr verrate ich nicht.
Weiter geht es am Kalterer See vorbei wieder zum Etschradweg. Auch das schöne alte Städtchen Neumarkt wäre ein würdiger Ort für einen Zwischenstopp.
Wer auf der Autobahn an Trento vorbeisaust, verpasst den Charme, den das alte Stadtzentrum ausstahlt.
Varianten: 1. Schlenker über die Montiggler Seen mit Möglichkeit zur Baderast 2. Fahrt mit der Mendelbahn zum gleichnamigen Pass. Dann sagenhafter Trail nach Cavareno und später zur Wallfahrtskirche von San Romedio - ein Genuss für Leute, die gern mal einen Trail fahren. Alternative: ab Trento über das Val Sugana via Bassano del Grappa, Padua nach Venedig (siehe easy Transalp St. Moritz - Venedig, Link folgt noch)
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| 7. Tag: Trento - Verona | ||||||
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Grande finale auf dem Radweg bis Verona. Doch halt - auch in Rovereto lädt die Altstadt zu einem Besuch ein. Dorthin führt direkt ein Radweg am Fluss Leno entlang.
Die restlichen Kilometer geht es meist am Etschkanal entlang. Ein letzter Anstieg in Rivoli Veronese, dann rollt es fast von allein hineine in die Stadt mit der Arena.
Im Vorort Chievo wechseln wir auf die andere Seite der Etsch, um über die Scaligerbrücke direkt und ohne Umwege an der weltberühmten Arena zu landen.
Das Highlight es ist natürlich, diese Transalp mit einem Besuch einer der sommerlichen Opernaufführungen zu beenden. Preiswerte Karten gibt es immer für die oberen Ränge. Wer es etwas luxuriöser haben will, sollte sich die Karten vorher besorgen.
Variante: Ab Sega auf dem Eschtrail direkt am Fluss entlang bis ins Zentrum von Verona. Der hat schon en paar grobe Abschnitte - man muss das mögen.
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| Fazit |
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| Enorm eindrucksvolle Transalp der leichteren Art, deren Hauptroute unter normalen Bedingungen von Mai bis Oktober gefahren werden kann. Sie bietet an verschiedenen Stellen die Möglichkeit, ein paar hochalpine Varianten einzubauen. Zu weiten Teilen verläuft die Route parallel zu Bahnlinien. So kann man die eine oder andere Etappe verkürzen, falls das Wetter nicht mitspielt oder die Kräfte schwinden. Außerdem ergibt sich dadurch relativ leicht die Möglichkeit, die Transalp auch etappenweise und nicht am Stück zu fahren, falls man zum Beispiel lieber kürzere Etappen fahren will als im Durchschnitt 70 bis 80 Kilometer. |