Transalp.info by Andreas Albrecht

St. Moritz - Venedig


5. Tag: Zauberhaftes Asolo

opner 350 DSC02881Wir haben die Alpen am Monte Grappa hinter uns gelassen. Vor uns liegt nur noch die große Ebene, die wir bis zur Lagune von Venedig durchstreifen werden. Zu Beginn der heutigen Etappe gibt es doch noch eine kleine, lohnende Bergwertung. Das entzückende, mittelalterliche Städtchen Asolo liegt auf einem Hügel. Das schaffen wir schon noch am Morgen, ehe gegen Mittag die große Hitze beginnt. Die Strecke hatte ich bei einer Erkundung der Bikeregion um den Monte Grappa schon gefunden, so dass wir mit der Wegsuche keine Zeit vertrödeln. Zunächst fahren wir parallel zum Monte Grappa auf Feldwegen in Richtung Asolo. Diese Schotterpisten nennen sich "strada bianca" - die weißen Straßen, da der feine Schotter im trockenen Zustand fast weiß erscheint. Schließlich gelangen wir an den Fuß des Hügels, auf dem Asolo liegt.
Asolo ist ein bezauberndes, kleines Städtchen, dessen besondere Atmosphäre schon seit vielen Jahrhunderten viele Menschen und Künstler aus aller Welt angezogen hat. Es ist lohnenswert, sich Zeit zu nehmen und durch den Ortskern zu flanieren - manche nennen das "Asolieren". Wir schieben unser Tandem den kurzen steilen Stich hinauf zum Castello della Regina Cornaro. Mit einem Panoramablick auf den Monte Grappa verabschieden wir uns von der letzten größeren Erhebung auf dieser Transalp. Bei der Abfahrt findet sich tatsächlich noch eine Schotterpiste mit einem Hauch von Trail, der uns nach Casella d'Asolo bringt. Wir müssen nur noch eine Hauptstraße überqueren und tauchen dann ein in das landwirtschaftlich geprägte Flachland.
Kleine Sträßchen verbinden einzelne Gehöfte und Ansiedlungen. Nennenswerten Verkehr erleben wir nicht. In Spineda erreichen wir dann einen feingeschotterten Radweg entlang des Flusses Muson, der gerade wenig Wasser führt. Angenehm sind die vielen schattigen Abschnitte. Der Radweg passiert Castelfranco Veneto und verläuft ein paar Kilometer exakt in südlicher Richtung, ehe ein weiterer Radweg links in Richtung Treviso abbiegt. Dieser verläuft schnurgerade auf der Via Ostiglia und ist auch zu weiten Teilen von Bäumen begrenzt, die Schatten spenden. Leider wird das sanfte Dahinrollen immer wieder gebremst von monströsen Pollern aus dicken Baumstämmen, die den Radler vor den vermeintlichen Gefahren schützen sollen, die selbst von kleinsten kreuzenden Feldwegen ausgehen könnten. Man merkt deutlich, dass die Planer solcher Radwege keine Radfahrer sind und die Spezies der Radfahrer offensichtlich für vollkommen verkehrsuntüchtige Idioten halten.
Derzeit endet der Radweg bei Quinto di Treviso. Die restlichen Kilometer bis zum Tagesziel Treviso legen wir auf Nebenstraßen zurück. Die Vermutung liegt nahe, dass in absehbarer Zeit auch hier ein Radweg die Lücke schließen wird, denn Treviso ist vorbildlich von Radwegen erschlossen. In Treviso finden wir eine einfache Unterkunft in der Herberge des Centro della Famiglia, die von der Kirche betrieben wird. Zum Glück ist unser Zimmer klimatisiert. Die Herberge liegt mitten im Zentrum, so dass wir am Abend das lebendige Treviso noch zu Fuß durchstreifen.

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05 SMoVe

Alternative

von Castelfranco Veneto mit dem Regionalzug nach Treviso

Übernachtungstipps (von Fam. Dressler):

AVOGARI B&B:  Via Avogari, 19 31100 – Treviso  Italy  -  Tel 0039 0422 56513  -  www.avogari.it