Transalp.info by Andreas Albrecht

Via Claudia: Seefeld - Gardasee


Tourbericht

Jeder Mann kann eine Frau dorthin bringen, wo sie ihn haben will.

Dustin Hoffman (*1937)


Prolog

Die Alpen mit dem Fahrrad zu überqueren ist sicher eine der beeindruckendsten Möglichkeiten, eine Radreise zu unternehmen. In kurzen Abständen wechseln Lebensräume, Landschaften und Kulturkreise. Hat man den Alpenhauptkamm in südlicher Richtung hinter sich gelassen, umfängt einen meist mediterranes Klima, die Sonne wärmt die Haut und die Luft erscheint irgendwie milder.
Wege über die Alpen gibt es viele, mit dem Mountainbike habe ich schon einige befahren. Das waren eindrucksvolle Touren in hochalpinem Gelände, die mich in einsame, abgelegene Bergtäler wie z.B. das Val Rezzalo bei Bormio geführt haben. Nur schade, dass ich diese Eindrücke nicht mit meiner Partnerin teilen konnte, für die Strapazen einer Rucksacktour auf Schotterpisten kein erstrebenswertes Ziel darstellen. Deshalb kreiselte in mir schon lange der Plan, eine Route zu finden, die wir gemeinsam fahren könnten. Am besten mit unserem Tandem, denn damit würden erstens Leistungsunterschiede am einfachsten auszugleichen sein und zweitens würde das Gefühl, es gemeinsam geschafft zu haben, am stärksten sein. Die Etappen sollten nicht zu lang ausfallen, damit noch Zeit zum Erholen und Besichtigungen bliebe. Schnell war mir klar, dass der Weg über den Reschenpass führen müsste, wenn die Tour am Gardasee enden sollte, dem Traumziel und klassischen Endpunkt fast aller meiner Transalps.
Der Start sollte in Seefeld in Tirol erfolgen, damit wir die vorhandenen Radwege der Via Claudia im Inntal und an der Etsch nutzen konnten, denn das war eine Bedingung von Simone: "Keine Schotterpisten, wenig Autoverkehr!" Also radelte ich die Strecke während einiger schöner Spätsommertage ab. Danach war mir klar, wie eine optimale Etappengestaltung für uns aussieht.
Aus dem Projekt wurde ein festes Vorhaben, für das wir uns mehr und mehr begeisterten. Als wir im Freundeskreis darüber sprachen, kam zu unserer Überraschung sofort Interesse auf mitzufahren. Bald waren es ein gutes Dutzend Leute mit unterschiedlichsten Leistungsvoraussetzungen, die zusammen die Alpen mit dem Fahrrad überqueren wollten. Das machte die Planung für mich noch interessanter, aber nicht unbedingt einfacher. Die Überquerung des Alpenhauptkammes sollte auch auf einfachen Wege möglich sein für die, die es sich nicht mit dem Rad zutrauten oder die im Vorfeld nicht genug trainieren konnten. Für diese Problem gibt es eine einfache und bequeme Lösung: mit dem Postbus nach Nauders und dann entspannt auf dem Radweg über den Reschenpass. In einer sonnendurchfluteten Woche Ende Juli ging dann für uns der Traum in Erfüllung - gemeinsam auf unserem Tandem und mit unseren Freunden über die Alpen zum Gardasee zu radeln. Sechs Tage lang mit durchschnittlich 60 Kilometer pro Tag dauerte dieses Vergnügen an.

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Transalp Roadbook6Klappentext Transalp Roadbook 6

Transalp ist Lebensgefühl in seiner besten Art, sagt Andreas Albrecht. Dabei braucht man für so manche reizvolle Route weder jahrelange Bike-Erfahrungen noch hochalpine Kenntnisse. Da kommen Albis Einsteiger-Touren über die Alpen gerade recht, zu denen man einfach mal so auch mit dem Trekkingbike aufbrechen kann. Der Weg von Seefeld an den Gardasee ist wie immer sorgfältig recherchiert und sauber dokumentiert. Außerdem enthält dieses Roadbook eine Mini-Transalp - in vier Tagen vom Brenner nach Verona mit einem Traumfinale: George Bizets Oper "Carmen", aufgeführt in der altehrwürdigen Arena von Verona.
Das Buch enthält Höhenprofile, Übersichtskarten und detaillierte Roadbooks in Tabellenform mit allen wichtigen Informationen zur Strecke.
Ebenfalls erhältlich als eBook - mehr Info hier


Anreise

Der bekannte Wintersportort Seefeld eignet sich ausgezeichnet als Startort für diese einfache Alpentour. Gut mit dem Auto oder per Bahn zu erreichen, weist er eine Vielzahl von Hotels auf, so dass man entspannt am Vortag anreisen kann. In aller Ruhe kann man die Ausrüstung und Fahrräder ein letztes Mal checken, um sich dann am anderen Morgen in den Sattel zu schwingen. Wir reisen im Laufe des Tages an und genießen den Sommertag im Olympiabad, das man als Seefelder Hotelgast kostenlos nutzen kann.
Ein wenig Luxus kann nicht schaden. Zu moderaten Preisen steigen wir im "Karwendelhof", direkt gegenüber dem Bahnhof ab. Der Service und das Ambiente sind vorbildlich. Die Autos können, falls notwendig, sicher auf dem Hotelparkplatz stehen bleiben.

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