Transalp.info by Andreas Albrecht

Albrecht-Route eMTB


Tourbericht

Motto: Transalp mit dem eMountainbike

350 DSC09804Von Steckdose zu Steckdose! oder auch
Macht doch, Watt ihr Volt!

Vorbemerkung: Die hier dokumentierten Strecken stammen aus zwei Komplettbefahrungen und einzelnen Recherchetouren, um die Strecke zu optimieren. Jeder einzelne Meter wurde mit einem modernen eMTB gefahren.
Fotos: auch die Fotos stammen von den verschiedenen Befahrungen und Erkundungen einzelner Streckenabschnitte


Prolog

Nun ist es soweit, eine Variante der Albrecht-Route für eMTB liegt vor. Lange schon kreiselte die Idee in mir herum, aber es gab noch zu viele Vorbehalte. Außerdem war die Technik noch nicht soweit. Erst seit 2015 gibt es auf breiter Flur geländetaugliche eMTB, die auch für den Einsatz im hochalpinen Gelände geeignet sind. Einen ersten Test hatte ich ja schon mit der Olperer-Umrundung unternommen, damals noch mit einem Reserveakku im Rucksack.
Doch nun ist die Entwicklung soweit, dass eine autarke Transalp mit einem eMTB möglich ist. Was liegt für mich näher, als eine solche Transalp auf Basis meiner Albrecht-Route zu entwickeln. Diese ist ja ein weltweiter Dauerbrenner und derzeit die mit weitem Abstand am häufigsten gefahrene Transalp.
Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, was geht und was nicht. Im Prinzip fallen nur die Strecken aus, die mit langen bzw. häufigen Schiebe- und Tragepassagen verbunden sind. Dabei setzt das höhere Gewicht der eMTB einfach Grenzen. Ansonsten lassen sich Trails durchaus mit einem modernen eMTB befahren. Die Freude daran hängt im wesentlichen von der eigenen Fahrtechnik ab. Das hatte ich im Vorfeld mit verschiedenen Biketypen ausgiebig getestet: am Gardasee im Norden und im Südosten, auf Elba und in Finale Ligure.

03 DSCN1937Im Prinzip fallen von der Albrecht-Route nur aus: Verwalltal mit Übergang über Heilbronner Hütte und Fimberpass. Diese Streckenabschnitte lassen sich via Inntal (siehe 2. Tag) leicht umfahren. Da diese beiden Übergänge auch die mit dem höchsten Schneerisiko sind, ergibt sich durch die Routenwahl gleichzeitig eine sehr schöne Alternative für die normale Albrecht-Route, wenn es wieder einmal Schnee im Hochsommer geben sollte.
Auch den Übergang über die Montozzo-Scharte bin ich zu Testzwecken mit einem eMTB Flyer Uproc6 gefahren, ebenso den Trail hinab zum Lago Pian Palu. Die ca. 140 Höhenmeter von der Bozzi-Hütte hinauf zur Montozzo-Scharte sind schon sehr heftig. Deshalb habe ich mich dagegen entschieden, auch und vor allem weil es die sehr schöne Alta Via Camuna gibt. Doch dazu mehr im Bericht des 5. Tages. Ansonsten setzt sich die Albrecht-Route für eMTB zusammen aus den schönsten und passendsten Abschnitten der klassischen Route nebst ausgewählten v2-Varianten. Insbesondere habe ich auf weitgehende Fahrbarkeit der Strecken geachtet. Die Trailabschnitte bewegen sich weitgehend im S0 bis S1-Niveau nach Single Trail Skala. S2-Passagen gibt es kaum und das ist auch so gewollt, vor allem, weil ich diese Strecke oder Teile davon auch mit Simi fahren will. Trails will sie nur fahren, wenn sie flüssig fahrbar sind (S0) oder sie hinter mir auf unserem MTB-Tandem sitzt (siehe auch Easy-Transalp St. Moritz-Venedig). Das heißt nun nicht, dass die Strecke vollkommen anspruchslos ist. Grobe und steile Passagen gibt es im hochalpinen Bereich immer.
Damit ist eine nahezu komplett fahrbare Transalp entstanden mit nur sehr wenigen Schiebestücken (max. ca. 1 km auf einer Gesamtdistanz von 427 km der Hauptroute). Hinweise dazu gibt es jeweils in den Tagesberichten. Das setzt schon Maßstäbe (auch für eine normale Transalp) und soll auch so sein. Ich habe Schiebeorgien bei diversen Tourrecherchen mit dem eMTB hinter mir und muss das nicht wieder haben.

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Letztlich habe ich mich entschieden, derzeit die Albrecht-Route für eMTB mit Bikes zu fahren, die mit einem Bosch-Motor ausgestattet sind. Die Akkus mit einer Kapazität von 500 Wh lassen unter idealen Bedingungen Fahrleistungen von deutlich über 1200 Höhenmetern im Anstieg zu. Der längste Anstieg ohne sichere Nachlademöglichkeit ist die Strecke von Grosio zum Passo Foppa/Mortirolo (siehe 4. Tag). Das sind gut 1200 Höhenmeter. Die muss man schaffen, wenn man neben dem normalen Inhalt des Rucksacks nur noch zusätzlich ein Ladegerät mit sich führen will. Das wiegt ca. 740 Gramm, ist also wohl zu verschmerzen.

Wie das mit anderen Motoren funktioniert, muss man ausprobieren. Da ist ja eine enorme Vielfalt der Entwicklungen auf dem Markt zu beobachten. Ich bin auf der Basis meiner langjährigen Erfahrungen gerne bereit, das auszuprobieren und unter realen Bedingungen zu testen. Das ist authentischer als Testberichte in Hochglanz-Magazinen, die meist nur einen Kurzeindruck liefern und nicht aus dem Dauereinsatz resultieren. Hersteller von eMTB können sich gerne bewerben, um ihr eMTB auf dieser Route zu präsentieren. Kontaktaufnahme über Formular oder die Angaben im Impressum.

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