Transalp.info by Andreas Albrecht

Olperer-Umrundung

5. Tag: Geiseljoch - Pfitscher Joch

350 DSC00232Strecke: Weidener Hütte - Geiseljoch - Vorderlanersbach - Finkenberg - Jochberg - Ginzling - Breitlahner - Schlegeisspeicher - Pfitscher Joch - Pfitschtal - Kranebitt
68,9 km, 2251 hm

Am heutigen Morgen sind wir der Meinung, dass die grundlegenden Probleme der menschlichen Existenz nun geklärt sind, wenn man auf uns beide hören würde. Wir können uns also beruhigt profaneren Dingen zuwenden, zum Beispiel uns auf die eBikes zu schwingen und heute eine Königsetappe über zwei schöne Transalp-Pässe zu fahren. Zuerst ist das Geiseljoch an der Reihe, von dem uns nur 500 fahrbare Höhenmeter trennen. Das hatte ich im Vorfeld nochmals eruiert, da meine Erinnerungen an die Befahrung im Laufe der Jahre etwas verblasst war. Wir benötigen keine Stunde und schon sind wir oben, kritisch beäugt von weidenden Kühen, die vor dem Hintergrund des Tuxer Gletschers gemütlich wiederkäuen. Ein schöner kleiner Trail auf dem ersten Teil der Abfahrt zeigt uns wiederum, dass die Wahl des Bikes die richtige war. Das Uproc6 bügelt über die wenigen holperigen Stellen hinweg, dass es eine wahre Freude ist. Der Spaß könnte länger dauern, denken wir, als wir die Schotterpiste erreichen, die uns rasch ins Tuxer Tal hinab führt. Morgen gibt es einen Nachschlag, sage ich zu Philipp, der sich auch darauf freut. In Vorderlanersbach müssen wir einige Höhenmeter auf der Straße vernichten. Ich hatte mir bei der Vorrecherche noch eine Nebenstrecke vorgemerkt, der kurz nach einem Tunnel rechts von der Straße abgeht. Wir rauschen aber prompt erst mal vorbei, ich merke es aber schon nach 100 Metern.  
Wir drehen um und fahren über Brunnhaus nach Dornberg – nochmals ist ein Hauch von Trail dabei. Schließlich erreichen wir bei Jochberg die alte Schluchtstrecke in Richtung Schlegeisspeicher. Ein paar der Tunnels lassen sich außen umfahren und kurz vor Ginzling findet sich noch eine Hängebrücke, die uns früher als erwartet auf die alte Nebenstrecke bringt. Das ergibt eine gemütliche Fahrt bis zum Berggasthaus Breitlahner, welches auch eine gute Übernachtungsoption wäre.

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Doch wir liegen so gut in der Zeit, dass die fehlenden rund 1000 Höhenmeter bis zum Pfitscher Joch heute noch locker drin sind. Ich hatte Telefonnummern von verschiedenen Hotels im Pfitschtal mitgenommen und nutze eine lange Rast am Breitlahner, um eine Übernachtung klar zu machen. Das gelingt mir zu meiner Freude im Hotel Kranebitt bei Kematen, das auch mein heimlicher Favorit war. Also dann nicht mehr lange gefackelt, auf geht's. Das Pfitscherjoch ist der einzige etwas härtere Brocken auf dieser Transalp. Am Schlegeisspeicher beginnt der gut ausgebaute Wanderweg, der aber auch ein paar verblockte Stellen und einige Stufen aufweist. Das hatte ich im Vorfeld mit einem anderen eMTB getestet und zwar mit dem Vollcarbon-Bike „M1 Spitzing“. Da das meine erste größere Ausfahrt mit diesem Teil war, hatte ich etwas Vorsicht walten lassen und bin an den verblockten Stellen lieber zu früh als zu spät abgestiegen.  
Mit dem Uproc6 von Flyer waren Philipp und ich schon sehr vertraut, so dass wir fast alles komplett fahren konnten. Ein paar wenige Stufen aufwärts haben wir geschoben, das war es schon – den Test haben die Flyer mit Bravour bestanden. Ab der Lavitzalm kann man sowieso wieder fahren, mit Motorunterstützung eine reine Freude. Wir haben auch ausreichend Zeit zum Fotografieren, so dass uns einige der Wanderer immer wieder einholen, was oft Anlass zu interessierten Fragen zum Thema eBike an uns ist. Italiener sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen und interessieren sich für die technischen Aspekte, Deutsche und Österreicher eher für die sportliche Seite. Unsere Erfahrung in diesem mehrtägigen Dauertest ist, dass unser allgemeiner Fitnesszustand sich durchs eBiken eher besser darstellt, da wir länger im niedrigeren Pulsbereich fahren können. Das ist gut für die Grundlagenausdauer und bestätigt sich bei mir später deutlich, als ich wieder mit normalen Bikes gefahren bin. Ein ganz überraschender Nebeneffekt für mich war, dass ich ohne weiteres Zutun durch die langen Testfahrten mit eBikes im Vorfeld 5 kg abgenommen habe – durch reine Fettverbrennung.  
So vergeht die Zeit wie im Fluge und wir sind schon am Pfitscherjoch und machen noch einen kurzen Abstecher zum Berggasthaus, das sich wirklich in einer wunderschönen Lage befindet, umrahmt von 3000er Gipfeln wie dem Olperer und dem Hochfeiler. Die Abfahrt auf der alten Militärpiste ist easy und entspannend und bald sind wir im feinen Hotel Kranebitt, das uns mit Südtiroler Gastlichkeit verwöhnt.

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05 TTTprofil

Übernachtungstipp:

Alpengasthaus Breitlahner
A-6295 Ginzling, Dornauberg 70, Österreich
Telefon: +43 5286 5212
www.breitlahner-zillertal.at

Pfitscherjoch-Haus
I-39049 Pfitschtal (BZ), St. Jakob 103, Italien
Telefon: +39 0472 630119
www.pfitscherjochhaus.com

Hotel Kranebitt
I-39049 Pfitschtal (BZ), Grube 83, Italien
Telefon: +39 0472 646019
www.kranebitt.com