Transalp.info by Andreas Albrecht

Olperer-Umrundung

opener 350 DSC00433Strecke:

Gries am Brenner - Eggerjoch - Gschnitztal - Maria Waldrast - Stubaital - Mutterer Alm - Birgitz - Inntal - Inzing - Seefeld - Leutasch - Scharnitz - Karwendel - Hochalmsattel - Rißtal - Plumsjoch - Achensee - (Kögljoch - Steinberg) - Gufferthütte - Pinegg - Kaiserhaus - Kramsach - Pill - Weerberg - Weidener Hütte - Geiseljoch - Tux - Finkenberg - Ginzling - Schlegeisspeicher - Pfitscher Joch - Pfitschtal - Schlüsseljoch - Brennerbad - Brennergrenzkamm - Gries am Brenner
Länge: 400 km
Höhenmeter: ca. 12.500 hm
Etappen: 6, Hinweise zu Varianten siehe bei den einzelnen Etappen

1. Tag: 46 km, 1941 hm
Gries am Brenner - Vinaders - Eggerjoch - Trunahütte - Trins im Gschnitztal - Trinser Steig - Maria Waldrast - Mieders -Stubaital - Telfes

2. Tag: 74,2 km, 2137 hm
Telfes - Kreither Alm - Mutterer Alm - Birgitz - Nasses Tal - Völs - Zirl - Hatting - Seefeld - Wildmoosalm - Leutasch - Mittenwald - Scharnitz

3. Tag: 70,8 km, 1939 hm
Scharnitz - Karwendel - Hochalmsattel - Risstal - Plumsjoch - Pertisau - Achensee - Achenkirch

4. Tag: 86,9 km, 2447 hm
Achenkirch - Gufferthütte - Kaiserhaus - Pinegg - Kramsach - Brixlegg - Strass im Zillertal - Schwaz - Pill - Weerberg - Innerst - Weidener Hütte

5. Tag: 68,9 km, 2251 hm
Weidener Hütte - Geiseljoch - Vorderlanersbach - Finkenberg - Jochberg - Ginzling - Breitlahner - Schlegeisspeicher - Pfitscher Joch - Pfitschtal - Kranebitt

6. Tag: 53,1 km, 2004 hm
Kranebitt - Fussendrass - Schlüsseljoch - Enzianhütte - Brennerbad - Brennergrenzkamm - Sattelalm - Gries am Brenner

Medien

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks, Kartenscans, TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte, Finisher-Bikeshirt: im Webshop

Übersichtskarte
blau: Hauptroute; rot: alternative Strecken
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Höhenprofil
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Wegeverteilung
wege untergrund
Landkarten
KOMPASS: Digitale Karte Über die Alpen, WK 26, WK 28, WK 36, WK 37, WK 44
Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358  Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4
Karte bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer

Tourplanung: Andreas Albrecht

gefahren von: Andreas Albrecht, Philipp Petermann


Prolog

opener 350 DSC02094Diese Transalp habe ich erstmals ausdrücklich für eMountainbike (eMTB) konzipiert und recherchiert. Das bedeutet, dass ich im Vorfeld jeden Meter der Strecke mit einem eMTB gefahren bin, auch wenn mir der Abschnitt von vorherigen Transalps schon bekannt war. Ein eMTB wie zum Beispiel das Flyer Uproc6 kann alles, was ein normales MTB auch kann, also auch Trails fahren. Das hatte ich bei einer zweiwöchigen Tourenrecherche auf Elba ausgiebig getestet (siehe auch hier). Was aufgrund des hohen Gesamtgewichts eines eMTB im Vorfeld ausgeschlossen werden muss, sind längere Tragepassagen. Man kann sicher das eMTB mal über eine Stufe heben oder auch über einen Weidezaun wuchten. Das sollte aber die Ausnahme sein.

Schiebepassagen kann man mittels Schiebehilfen (wie beim Boschmotor) etwas entschärfen. Man muss aber wissen, wie das funktioniert. Das Handbuch gibt da nur vage Auskünfte. Die Schiebehilfe erfüllt ihren Zweck im steilen Anstieg nur, wenn man den Gang auf das kleinste Ritzel hinten legt. Dabei muss man die entsprechende Taste an der Bedieneinheit ständig gedrückt halten. Das ist ergonomisch sehr schlecht gelöst, weil man die Hand verdrehen muss. Etwas Abhilfe schafft ein Verdrehen der Bedieneinheit am Lenker.

Hinweis an die Bosch-Ingenieure: da könnt ihr euch durchaus noch etwas Besseres einfallen lassen! - Die Taste muss ergonomisch so angebracht werden, dass man sie beim Schieben mit dem Daumen bedienen kann. Das sollte doch keine unlösbare Aufgabe sein.

Aus meinen Tests wusste ich, dass man mit einem eMTB auf Schotter in der Spitze eine Steigung von knapp 30% bewältigen kann. Dazu habe ich aus Interesse die Passage meiner Albrecht-Route zwischen der Bozzi-Hütte und der Montozzo-Scharte ausprobiert. Das sind rund 140 Höhenmeter mit einer max. Steigung von mehr als 30%, maximal wahrscheinlich ca. 40%. Im Turbo-Modus ging das gerade so, die letzten 20 Höhenmeter ging gar nichts mehr, da musste ich schieben.

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Also habe ich bei der Olperer-Umrundung darauf geachtet, dass nahezu alle Passagen fahrbar sind. Nur ein paar Weidezäune sind zu überwinden, falls die gerade mal wieder geschlossen sein sollten. Zu zweit geht das aber allemal. Ansonsten habe ich bei der Auswahl der Strecken meinen üblichen Maßstab angelegt – so viel wie möglich offroad (Straßenanteil nur 13%) und landschaftlich so schön wie möglich. Fahrtechnische Höchstschwierigkeiten gibt es keine. Damit ist klar, dass sich diese nahezu 100% fahrbare Transalp natürlich auch für normale MTB eignet. Als weiterer Pluspunkt kommt hinzu, dass sich bei dieser transalpinen Rundtour Start und Ziel am selben Ort befinden, was viele logistischen Probleme vermeidet. Außerdem gibt es wie gehabt einige alternative Strecken, so dass die Tour sehr flexibel gestaltet werden kann. Nahezu bei jeder Etappe hat man außerdem die Möglichkeit, mit dem öffentlichen Nahverkehr (Bus und Bahn) Transfers zu machen. So kann man zum Beispiel auf Schlechtwetter reagieren.
Als Start- und Zielort habe ich Gries am Brenner gewählt. Am Gasthof Rose kann man sein Auto während der Tour problemlos parken bzw. auch ganz mit dem Zug anreisen. Man kann natürlich auch anderswo starten und ankommen (z.B. Innsbruck), wählt man aber Gries aus, ist der dramaturgische Aufbau am stimmigsten. Die alpinen Highlights Pfitscherjoch, Schlüsseljoch und Brennergrenzkamm kommen zum Schluss, wie es sich für das Beste gehört.
Die Transalp ist als Rundtour in Uhrzeigerrichtung konzipiert. In Gegenrichtung ginge es zwar auch, das ist aber nicht sinnvoll (extreme Schiebepassage vom Achensee zum Plumsjoch). Auch der krönende Abschluss Brennergrenzkamm fährt sich am eindrucksvollsten in Süd-Nord-Richtung.


Am Vorabend hole ich meinen Tourbegleiter Philipp in Garmisch ab. Er hatte zuvor noch die Zugspitze bestiegen. Als angehender Sportlehrer ist Philipp fit genug, um am nächsten Tag die Transalp in Angriff zu nehmen, auch wenn es „nur“ mit dem eMTB ist. Wir hatten im Vorfeld schon einige Testtouren unter ähnlichen Bedingungen zusammen unternommen, also voller Rucksack und als Zusatzgewicht einen Ersatzakku und das Ladegerät. Nach dieser Transalp sind wir schlauer und wissen, dass man durchaus nur mit einem Akku unterwegs sein kann. Mit den 2015er Boschmotoren und den Akkus mit einer Kapazität von 400 Wh kann man im Schnitt im ECO-Modus rund 1300 Höhenmeter im Anstieg zurücklegen. Das lässt sich auf Transalp machen, wenn man unterwegs Zeit fürs Nachladen einplant. Philipp und ich werden mit zwei identischen Flyer Uproc6 unterwegs sein – einziger Unterschied: an einem ist ein Nyon-Display, am anderen das kleine Normaldisplay. Das nehme ich, weil ich sowieso mein Garmin GPSmap 64 zum Aufzeichnen der Tour dabei habe.


1. Tag: Eggerjoch - Maria Waldrast

opener 350 DSC00587Strecke: Gries am Brenner - Vinaders - Eggerjoch - Trunahütte - Trins im Gschnitztal - Trinser Steig - Maria Waldrast - Mieders -Stubaital - Telfes
46 km, 1941 hm

Der Wettergott ist uns gewogen. Nach Schauern in der Nacht erwartet uns in Gries am Brenner ein strahlender Tag. Die Prognose ist günstig – ein recht stabiles Sommerhoch soll uns in den kommenden Tagen begleiten. Wir lassen also die langen Regensachen und ein paar warme Sachen in der Reisetasche. Das spart ein gutes Kilogramm im Rucksack. Zur Not könnten wir ja bei dieser Tour abkürzen und per Zug zurück. Das wird jedoch nicht nötig sein. Ich hatte ja im Vorfeld alle Strecken schon abgefahren, so dass wir uns auf die Schönheit der Landschaft konzentrieren können und nicht bei jedem Abzweig überlegen müssen, wo es nun lang geht.
Gut 1000 Höhenmeter sind es hinauf zum Eggerjoch. Nach einer kurzen Passage hinein ins Obernberger Tal biegen wir in Vinaders auf die Nebenstrecke in Richtung Nößlach ab. An der Jakobskapelle beginnt dann der Almweg hinauf durch herrliche, lichte Lärchenwiesenwälder. Immer schön im Eco-Modus kurbeln wir bergauf, ab dem Paulerhof auf guter Schotterpiste. 350 DSC00604Die Gegend ist einsam, erst oben am Eggerjoch treffen wir eine einzelne Mountainbikerin, die aus dem Gschnitztal hinauf gefahren ist. Wir heben die schweren Bikes über das Weidegatter und machen uns an die Abfahrt. Ein leichter Wiesentrail geht nach einem knappen halben Kilometer in die Forstpiste in Richtung Trunahütte über.
Dort machen wir Rast. Viel ist hier im Sommer nicht los, erzählt der Hüttenwirt. Der Wandertourismus kanalisiere sich im Wipptal auf das Stubaital, beklagt er. „Schuld“ daran seien die vielen Lifte dort. Wir haben unsere Aufstiegshilfen im Bike integriert und nutzen die Pause zum Nachladen der Akkus. Das wiederholen wir in Trins im Gschnitztal. Der kleine Ort befindet sich im Mittagsschlaf. Am Dorfbrunnen tanken wir Wasser nach.
Weiter geht es in Richtung Maria Waldrast, teilweise auf dem Trinser Steig, teilweise auf den reichlich vorhandenen Schotterpisten hoch über dem Wipptal. Tief unter uns sehen wir die Brennerautobahn, auf der sich langsam der obligatorische Urlaubsstau zusammenbraut. An der Passage hinüber zum Kloster Maria Waldrast habe ich im Vorfeld ein wenig tüfteln müssen, was einige Zeit gekostet und Irrwege eingeschlossen hatte. Nun fahren wir die Strecke durch und ich bin erstaunt, wie schnell es doch geht – nicht nur wegen der Motorunterstützung. Am Kloster ist die Hölle los – wie überall in den Bergen, wo man bequem hinkommt. An der berühmten Quelle füllen Hinz und Kunz alle erdenklichen Gefäße mit dem „Wunderwasser“. Wir kriegen mit Mühe und Not etwas ab. Schnell ist die Passhöhe erreicht und die Abfahrt auf leichter Schotterpiste ins Stubaital beginnt. Am Gasthof Kirchbrücke machen wir Rast, leider ist an diesem idyllischen Ort heute kein Zimmer frei. So kurbeln wir hoch bis Telfes, wo es reichlich Auswahl an Übernachtungsgelegenheiten gibt. Wir werden in der Pension Kirchbrugger fündig, direkt an der Strecke.

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Variante 01var1:

Im Gschnitztal von Trins auf dem Radweg bis Steinach. Dort weiter auf dem Radweg Richtung Innsbruck bis Matrei. Im Nachbarort Mühlbachl beginnt dann die Auffahrt auf der Mautstraße in Richtung Maria Waldrast.

Einkehrtipp

Trunahütte - direkt an der Strecke vom Eggerjoch nach Trins - www.trunahuette.at

Übernachtungstipps

Gasthaus Kirchbrücke
A-6142 Mieders, Kirchbrücke 3, Österreich
Telefon: 0043/52256/2489
www.kirchbruecke.com

Pension Kirchbrugger
A-6165 Telfes im Stubai, Telfes 2, Österreich
Telefon: +43 5225 62475

Touristinfo: www.stubai.at


2. Tag: Mutterer Alm - Leutasch

opener 350 DSC00875Strecke: Telfes - Kreither Alm - Mutterer Alm - Birgitz - Nasses Tal - Völs - Zirl - Hatting - Seefeld - Wildmoosalm - Leutasch - Mittenwald - Scharnitz
74,2 km, 2137 hm

Nach dem reichlichen Frühstück geht es bei schönem Sonnenschein los. Ohne Einrollen geht es gleich am Telfer Berg hinauf. Die Schotterpiste ist als Bikeroute ausgewiesen, zunächst in Richtung Pfarrachalm. Wieder haben wir einen schönen Blick weit hinab ins Stubaital und nach der Rast an der Kreither Alm hinunter ins Inntal. Philipp und ich sind nie weit auseinander, so dass wir schön quatschen können. An Themen herrscht kein Mangel und schwer außer Atem sind wir selten. Das macht eine gemeinsame Tour viel kommunikativer, wenn man sich was zu Sagen hat, wie es bei uns der Fall ist. Philipp ist sehr sportlich, hat ziemlich viele Sportarten ausprobiert und keinerlei Berührungsängste mit der Elektromobilität. Mit dem eMTB kommt aus unserer Erfahrung eine neue Erlebnisdimension ins Spiel, immer vorausgesetzt, man kommt vom Mountainbiken.
Das Naturerlebnis erscheint uns intensiver, weil man sozusagen mentale und körperliche Kapazitäten frei hat, um die Umwelt besser aufnehmen zu können. Außerdem werden Leistungsunterschiede schon nivelliert, was sich positiv auf das gemeinschaftliche Erleben auswirkt.
Man muss aber auch klar und deutlich sagen, dass die hier beschriebenen Strecken überwiegend auch sonst Mountainbikestrecken sind, wenn auch bei dieser Tour eher von der leichteren Art. Wer keine Erfahrung mit dem MTB in den Bergen hat, wird damit wenig Freude haben. Bergauf zu fahren ist für diese Klientel nicht das Problem, aber bergab, wie ich in letzter Zeit oft feststellen konnte. Wir treffen heute nur ganz selten auf andere Mountainbiker, nur an der Mutterer Alm ist etwas mehr los, weil sie mit einer Seilbahn erreichbar ist. Man hat dort eine Art Abenteuerspielplatz aufgebaut, damit die Kinder beschäftigt sind.
Da es in der Ferne etwas grummelt, machen wir uns gleich an die Abfahrt hinunter nach Birgitz und weiter durchs Nasse Tal nach Völs. Nun sind wir im Inntal bei Völs und stoßen auf den Innradweg. Wer die Variante Richtung Innsbruck wählt, muss hier rechts und flussabwärts abbiegen.

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Wir halten uns in Völs links. Es folgt eine längere, flache Passage auf dem Innradweg flussaufwärts bis Hatting. Unterwegs machen wir am M-Preis Rast, das bei Zirl direkt an der Strecke liegt. Willkommene Stärkung für den folgenden steilen Anstieg über Leiblfing und Auland nach Seefeld. Ehrlich gesagt, möchte ich diesen nicht mit einem normalen MTB fahren. Hier müssen Philipp und ich sogar zuweilen in den Tour- und an einer sehr steilen Rampe sogar in den Sportmodus des Motors gehen. In Seefeld herrscht quirliges Treiben. Wir trinken einen Kaffee, da wir keine Eile haben. Die Unterkunft für heute Abend ist in Scharnitz schon gebucht. Danach nehmen wir die schöne Route über die Wildmoosalm und entlang des Katzenkopfes nach Leutasch. Ein schönes ruhiges Tal, das im Winter ein beliebtes Langlaufrevier ist.
Wir genießen die Fahrt entlang der Leutascher Ache, die dann durch die Geisterklamm nach Mittenwald fließt. Wir machen am Gasthaus Gletscherschliff halt, wo wir gerade eben die Grenze nach Deutschland passiert haben. Unten im Tal liegt Mittenwald. Man könnte die Tour auch von dort aus starten. Logistisch ist aber die von uns gewählte Variante flexibler.
Die Aussichtsterrasse liegt noch schön in der Sonne und wir beschließen, hier das Abendessen zu uns zu nehmen. Unsere Pension in Scharnitz bietet nur Frühstück an. Eine gute Entscheidung, die bayrische Hausmannskost schmeckt lecker. Ohne Hektik radeln wir dann entspannt entlang der Isar bis nach Scharnitz, dem Tor ins Karwendel.

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Variante 02var1:

350 DSC00684ab Völs auf dem Innradweg nach Innsbruck und von dort mit der Regionalbahn nach Seefeld

Variante 02var2:

von Seefeld direkt nach Scharnitz über Triendlsäge, Gießenbach

Variante 02var3:

nach dem Gasthaus Gletscherschliff steil und direkt hinab zur Isar

Variante 02var4:

Verbindung zum Bahnhof Mittenwald

Einkehrtipp:

Berggasthaus Gletscherschliff
D-82841 Mittenwald, Am Gletscherschliff 1, Deutschland
Telefon: +49 8823 1453
www.gletscherschliff.de

Übernachtungstipp:

Haus Helga
A-6108 Scharnitz, Inrainstraße 99, Österreich
Telefon: +43 664 5486858
www.gaestehaushelga.at


3. Tag: Karwendel - Plumsjoch

opener 350 DSC00166Strecke: Scharnitz - Karwendel - Hochalmsattel - Risstal - Plumsjoch - Pertisau - Achensee - Achenkirch
70,8 km, 1939 hm

Die Karwendeldurchquerung ist legendär und Auftakt vieler anderer Transalps, die zum einen über das Plumsjoch oder zum anderen über das Lamsenjoch führen können. Wir wollen an den Achensee, also ist das Plumsjoch die logische Wahl. Das Karwendeltal zieht sich bis zum Hochalmsattel ziemlich hin. Rund 18 Kilometer sind es, wobei man knapp 1000 Höhenmeter zurücklegt. Da wir einen zweiten Akku dabei haben und deshalb nicht nachladen müssen, sparen wir uns den Stichweg zum Karwendelhaus und peilen die Plumsjochhütte als den passenden Ort für eine ausgedehnte Rast ein. Die Auffahrt ist für uns beide ein Genuss, für mich besonders, weil ich sie schon mehrfach mit einem normalen MTB gefahren bin. Nach dem Hochalmsattel führt eine schöne Abfahrt über den Kleinen Ahornboden ins Risstal. Am Großen Ahornboden beginnt dann die Forstpiste in Richtung Plumsjoch. Die Plumsjochhütte liegt etwas abseits der Hauptroute, bei schönem Wetter lohnt der Abstecher für eine Rast allemal. Das Essen ist lecker und die Aussicht auf das Karwendelgebirge sensationell.


Hinweis für eBiker: die Plumsjochhütte hat keinen Stromanschluss, Nachladen ist also nicht möglich.


Nach der ausgiebigen Rast folgt nach einem nur noch kurzen Anstieg die sehr, sehr steile Abfahrt in Richtung Achensee. Es ist eine ausgewiesene MTB-Route, wie ein Schild mit dem Zusatzhinweis verkündet, dass nun eine Schiebestrecke folge. Bergab trifft das sicher nur dann zu, wenn die Bremsen versagen sollten. Bergauf ist es definitiv eine Schiebestrecke, einige entgegenkommende Mountainbiker machen uns das vor. Das Plumsjoch aus Richtung Achensee kommend bezwingen? Kann man machen, muss man aber nicht. Wir lassen bei der Abfahrt Vorsicht walten, die eBikes haben durch ihr höheres Gewicht ein etwas anderes Bremsverhalten, an dass man sich vorher gewöhnt haben sollte.  
Der Talgrund ist dann bei der Gernalm erreicht. Wir bleiben auf der Schotterpiste bis kurz vor Pertisau, das bei Philipp schöne Erinnerungen an zurückliegende Urlaube mit der Familie weckt. Wir verbummeln ein wenig die Zeit am Seeufer und machen uns dann auf den Weg um den Achensee herum nach Achenkirch. Dort liegt das Panoramahotel direkt am Weg, wo ich bei meiner Transalp München-Venedig schon einmal übernachtet hatte. Wir fragen auf gut Glück nach einem Zimmer, sie haben was frei. Perfekt.

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Variante 03var1:

am Südende des Achensee ab Seespitze auf dem ausgewiesenen Radweg in Richtung Inntal, dort weiter wie 4. Tag in Richtung Geiseljoch oder unter Umgehung des Geiseljochs direkt durchs Zillertal nach Mayrhofen (siehe auch Hinweise im Bericht des 4. Tages).

Variante 03var2:

ab Achenkirch Fahrt durchs Rofangebirge via Kögljoch und Übernachtung in Steinberg, in dem Fall weiter am 4. Tag: entweder direkt nach Pinegg oder zur Hauptroute über Gufferthütte (siehe Varianten 4. Tag)

Übernachtungstipp:

Busslehners Panoramahotel
A-6215 Achenkirch, Achenkirch 130a, Österreich
Telefon: +43 5246 6381
www.achensee-panorama.at

Gasthaus: Das Waldhäusl
A-6215 Steinberg am Rofan, Steinberg am Rofan 31, Österreich
Telefon: +43 5248 206


4. Tag:  Gufferthütte - Inntal - Weidener Hütte

350 DSC09990Strecke: Achenkirch - Gufferthütte - Kaiserhaus - Pinegg - Kramsach - Brixlegg - Strass im Zillertal - Schwaz - Pill - Weerberg - Innerst - Weidener Hütte
86,9 km, 2447 hm

Heute liegt die längste Etappe mit den meisten Höhenmetern vor uns. Da tut es gut, wenn man am Ende des Tages weiß, wo man sein müdes Haupt betten wird. Deshalb haben wir bei der Weidener Hütte angefragt und uns ein Zimmer reservieren lassen. So können wir den Tag entspannt angehen. Zunächst fahren wir auf der alten Steinbergstraße am Unnütz-Massiv (welch herrlicher Name für einen Berg!) vorbei in Richtung der Gebirgsgrenze zwischen Tirol und Bayern. Dabei folgen wir im Tal, dass der Filzmoosbach gegraben hat, einem geologischen Lehrpfad, der uns allerlei Hinweise zu den uns umgebenden Gesteinsformationen gibt.
Eine erste kurze Rast legen wir an der Gufferthütte ein, die quasi die grüne Grenze zu Bayern bewacht. Sie ist hier nur einen guten halben Kilometer Luftlinie entfernt. Uns hat am gestrigen Tag der kleine Abstecher von Leutasch nach Mittenwald gereicht, also bleiben wir in Österreich. Flugs geht es nun hinab in das Tal der Brandenberger Ache. Einen Abstecher machen wir zum Kaiserhaus, das idyllisch im Talgrund liegt. Wer seine Etappeneinteilung anders plant, dem sei gesagt, dass dies auch ein guter Übernachtungstipp ist; ggf. kann man sogar im Sissi-Zimmer übernachten, das aus der Kaiserzeit Franz Josef des Ersten noch original erhalten geblieben sein soll. Wir fahren weiter und erreichen Pinegg und stoßen nun wieder mit der alternativen Route zusammen, die durchs Rofan und über Steinberg durch das Seitental der Steinberger Ache verläuft. Einen Teil des folgenden Straßenabschnitts vermeiden wir, indem wir auf die parallel verlaufende Schotterpiste ausweichen. Ab dem Busstop Stegerstall rollen wir dann mangels Alternativen die Straße hinunter Richtung Kramsach, wo wir wieder einen M-Preis passieren. Inzwischen ist es sehr warm geworden, so dass wir die Rast nutzen, um Wasser nachzufüllen und uns luftiger anzuziehen.
Bald sind wir im Inntal und fahren auf dem Innradweg flussaufwärts. In Strass berühren wir das Zillertal. Wer das Geiseljoch auslassen will oder muss, kann hier direkt auf dem Zillertal-Radweg Richtung Mayrhofen fahren. Das ist allerdings eine eher zähe Strecke, eine Alternative wäre die Zillertalbahn. An deren Haltestelle kommt man in Strass direkt vorbei (gegenüber Hotel Post). Philipp und ich bleiben auf dem Innradweg. Die Thermik ist in vollem Gange und schiebt uns zusätzlich ordentlich an. So erreichen wir schnell Pill, wo der finale Aufstieg über ca. 1300 Höhenmeter zur Weidener Hütte beginnt. Ein letzter Akkucheck – die Kapazität sollte reichen. Zur Not laden wir unterwegs bei einer Kaffeepause nach, ganz nach dem Motto einer eBike Transalp: von Steckdose zu Steckdose.
Nach dem Abzweig in Richtung Innerst erstirbt der schon schwache Fahrzeugverkehr ganz, schließlich ist das für Kfz eine Sackgasse. Am verlassenen Gasthaus Innerst füllen wir Wasser nach und fahren dann auf dem Waldpfad weiter. Der spuckt uns schließlich nach einer kurzen, aber heftigen Schotterrampe auf einer Forststraße aus, die uns in mäßiger, aber stetiger Steigung zur Weidener Hütte bringt. Diese Alpenvereinshütte hat sich ziemlich herausgeputzt und hat mit der schäbigen Absteige, wie ich sie in Erinnerung habe, nichts mehr zu tun. Sogar eine Ladestation für eBikes hat man eingerichtet – offenkundig ist diese Spielart des Mountainbikens nicht mehr aufzuhalten. Philipp und ich laben uns an vorzüglichen Kaspressknödeln und vertrödeln dann die Zeit bis zum Schlafengehen mit unendlichen Gesprächen über zutiefst philosophische Fragen, die die Zukunft der Menschheit betreffen.

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04 TTT Olperer U

Variante 04var1:

1. als Anschluss an Variante 03var2: von Steinberg über die Nebenstraße in Richtung Achensee bis zum Wanderparkplatz Filzmoostal, hier weiter in Richtung Gufferthütte wie Hauptroute 4. Tag
2. auch in der Gegenrichtung möglich ab Parkplatz Köglboden bis Steinberg - dann weiter wie Variante 04var2

Variante 04var2:

von Steinberg durch das Tal der Steinberger Ache direkt bis Pinegg

Variante 04var3:

ab Strass im Zillertal direkt auf dem Zillertaler Radweg in Richtung Mayrhofen, dort weiter in Richtung Schlegeisspeicher über Schluchtstrecke (umgeht Geiseljoch)

Variante Pill - Weerberg (GPS auf Anfrage)

ab Innbrücke Pill auf Pfad am Fluss in Richtung Brandstatt - dann auf Schotterpiste durch den Wald nach Weerberg, kommt bei Pension "Kristall" raus - dabei wird die Alte Kirche passiert mit diesem Superblick:

Pill Weerberg - alte Kirche

Einkehrtipp:

Gufferthütte
DAV-Hütte Sektion Kaufering
Telefon: +43 6766292404
www.gufferthuette.at

Übernachtungstipp:

Gasthaus Kaiserhaus
A-6234 Brandenberg, Aschau 81, Österreich
Telefon: +43 5331 5271
www.kaiserhaus.eu

Hotel Post
A-6261 Strass im Zillertal, Oberdorf 6, Österreich
Telefon: +43 5244 62119
www.gopost.at

Gasthof Klausen (Pension Klausen in Weerberg gehört auch dazu - wenn man am z.B. nächsten Tag weniger Höhenmeter machen will)
A-6120 Pill bei Schwaz
Tel.: +43 5242 64185
www.gasthof-klausen.at

Weidener Hütte, DAV-Hütte Sektion Weiden
A-6133 Weerberg, Nafingalm 10, Österreich
Telefon: +43 676 7395997
www.weidenerhuette.at


5. Tag: Geiseljoch - Pfitscher Joch

350 DSC00232Strecke: Weidener Hütte - Geiseljoch - Vorderlanersbach - Finkenberg - Jochberg - Ginzling - Breitlahner - Schlegeisspeicher - Pfitscher Joch - Pfitschtal - Kranebitt
68,9 km, 2251 hm

Am heutigen Morgen sind wir der Meinung, dass die grundlegenden Probleme der menschlichen Existenz nun geklärt sind, wenn man auf uns beide hören würde. Wir können uns also beruhigt profaneren Dingen zuwenden, zum Beispiel uns auf die eBikes zu schwingen und heute eine Königsetappe über zwei schöne Transalp-Pässe zu fahren. Zuerst ist das Geiseljoch an der Reihe, von dem uns nur 500 fahrbare Höhenmeter trennen. Das hatte ich im Vorfeld nochmals eruiert, da meine Erinnerungen an die Befahrung im Laufe der Jahre etwas verblasst war. Wir benötigen keine Stunde und schon sind wir oben, kritisch beäugt von weidenden Kühen, die vor dem Hintergrund des Tuxer Gletschers gemütlich wiederkäuen. Ein schöner kleiner Trail auf dem ersten Teil der Abfahrt zeigt uns wiederum, dass die Wahl des Bikes die richtige war. Das Uproc6 bügelt über die wenigen holperigen Stellen hinweg, dass es eine wahre Freude ist. Der Spaß könnte länger dauern, denken wir, als wir die Schotterpiste erreichen, die uns rasch ins Tuxer Tal hinab führt. Morgen gibt es einen Nachschlag, sage ich zu Philipp, der sich auch darauf freut. In Vorderlanersbach müssen wir einige Höhenmeter auf der Straße vernichten. Ich hatte mir bei der Vorrecherche noch eine Nebenstrecke vorgemerkt, der kurz nach einem Tunnel rechts von der Straße abgeht. Wir rauschen aber prompt erst mal vorbei, ich merke es aber schon nach 100 Metern.  
Wir drehen um und fahren über Brunnhaus nach Dornberg – nochmals ist ein Hauch von Trail dabei. Schließlich erreichen wir bei Jochberg die alte Schluchtstrecke in Richtung Schlegeisspeicher. Ein paar der Tunnels lassen sich außen umfahren und kurz vor Ginzling findet sich noch eine Hängebrücke, die uns früher als erwartet auf die alte Nebenstrecke bringt. Das ergibt eine gemütliche Fahrt bis zum Berggasthaus Breitlahner, welches auch eine gute Übernachtungsoption wäre.

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Doch wir liegen so gut in der Zeit, dass die fehlenden rund 1000 Höhenmeter bis zum Pfitscher Joch heute noch locker drin sind. Ich hatte Telefonnummern von verschiedenen Hotels im Pfitschtal mitgenommen und nutze eine lange Rast am Breitlahner, um eine Übernachtung klar zu machen. Das gelingt mir zu meiner Freude im Hotel Kranebitt bei Kematen, das auch mein heimlicher Favorit war. Also dann nicht mehr lange gefackelt, auf geht's. Das Pfitscherjoch ist der einzige etwas härtere Brocken auf dieser Transalp. Am Schlegeisspeicher beginnt der gut ausgebaute Wanderweg, der aber auch ein paar verblockte Stellen und einige Stufen aufweist. Das hatte ich im Vorfeld mit einem anderen eMTB getestet und zwar mit dem Vollcarbon-Bike „M1 Spitzing“. Da das meine erste größere Ausfahrt mit diesem Teil war, hatte ich etwas Vorsicht walten lassen und bin an den verblockten Stellen lieber zu früh als zu spät abgestiegen.  
Mit dem Uproc6 von Flyer waren Philipp und ich schon sehr vertraut, so dass wir fast alles komplett fahren konnten. Ein paar wenige Stufen aufwärts haben wir geschoben, das war es schon – den Test haben die Flyer mit Bravour bestanden. Ab der Lavitzalm kann man sowieso wieder fahren, mit Motorunterstützung eine reine Freude. Wir haben auch ausreichend Zeit zum Fotografieren, so dass uns einige der Wanderer immer wieder einholen, was oft Anlass zu interessierten Fragen zum Thema eBike an uns ist. Italiener sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen und interessieren sich für die technischen Aspekte, Deutsche und Österreicher eher für die sportliche Seite. Unsere Erfahrung in diesem mehrtägigen Dauertest ist, dass unser allgemeiner Fitnesszustand sich durchs eBiken eher besser darstellt, da wir länger im niedrigeren Pulsbereich fahren können. Das ist gut für die Grundlagenausdauer und bestätigt sich bei mir später deutlich, als ich wieder mit normalen Bikes gefahren bin. Ein ganz überraschender Nebeneffekt für mich war, dass ich ohne weiteres Zutun durch die langen Testfahrten mit eBikes im Vorfeld 5 kg abgenommen habe – durch reine Fettverbrennung.  
So vergeht die Zeit wie im Fluge und wir sind schon am Pfitscherjoch und machen noch einen kurzen Abstecher zum Berggasthaus, das sich wirklich in einer wunderschönen Lage befindet, umrahmt von 3000er Gipfeln wie dem Olperer und dem Hochfeiler. Die Abfahrt auf der alten Militärpiste ist easy und entspannend und bald sind wir im feinen Hotel Kranebitt, das uns mit Südtiroler Gastlichkeit verwöhnt.

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Übernachtungstipp:

Alpengasthaus Breitlahner
A-6295 Ginzling, Dornauberg 70, Österreich
Telefon: +43 5286 5212
www.breitlahner-zillertal.at

Pfitscherjoch-Haus
I-39049 Pfitschtal (BZ), St. Jakob 103, Italien
Telefon: +39 0472 630119
www.pfitscherjochhaus.com

Hotel Kranebitt
I-39049 Pfitschtal (BZ), Grube 83, Italien
Telefon: +39 0472 646019
www.kranebitt.com


6. Tag: Schlüsseljoch - Brennergrenzkamm

opener 350 DSC00799Strecke: Kranebitt - Fussendrass - Schlüsseljoch - Enzianhütte - Brennerbad - Brennergrenzkamm - Sattelalm - Gries am Brenner
53,1 km, 2004 hm

Das schönste kommt zum Schluss, sagt man gerne und hat doch selten Gelegenheit, das richtig auszukosten. Wir beide schon. Heute werden wir diese schöne transalpine Rundtour vollenden. Gleich nach dem üppigen Frühstück geht es mit der Auffahrt zum Schlüsseljoch los. Diese alte Militärpiste wird bei Transalps normalerweise in der Gegenrichtung befahren, also hinab ins Pfitschtal. Ich hatte bei den Recherchen im Vorfeld lange gegrübelt, ob die Auffahrt aus dem Pfitschtal machbar ist. Die Piste überwindet einen Höhenunterschied von gut 800 Metern, hat einige steile Rampen und ist insbesondere im oberen Teil durch Erosion so verengt, dass sie eher Trailcharakter hat. Allerdings gibt es meist eine deutliche Fahrspur. Die nutzen wir bei der Auffahrt, müssen aber bei einigen groben Stellen richtig Gas geben, um in Schwung zu bleiben. Wir können die Auffahrt komplett fahren und brauchen dafür ca. anderthalb Stunden. Mit normalen MTB wird dies kaum möglich sein – da ist mindestens ein Drittel zu schieben.
Die Abfahrt vom Schlüsseljoch in Richtung Brenner ist dann ein Highlight. Die ausgewaschene Piste hat ein paar schöne Trailabschnitte, in denen allerlei verblocktes Zeug herumliegt. Dabei kann das Uproc6 beweisen, dass es ein reinrassiges Mountainbike mit Enduro-Qualitäten ist.
An der Enzianhütte machen wir Rast. Gegenüber liegt der Brennergrenzkamm in seiner ganzen Pracht vor uns. Allzu lange verweilen wir nicht, da es hinter uns in den Bergen zu grummeln beginnt. Trotzdem lassen wir uns eine weitere Trailabfahrt auf dem Ziroger Höhenweg nicht entgehen. Die geht schließlich in die Schotterpiste zum Gasthaus Wolf über, ehe wir unter der Autobahn hindurch auf den Radweg in Richtung Gossensass wechseln. Bei Giggelberg beginnt die Auffahrt über knapp 1000 Höhenmeter zur Brennergrenzkammstraße, die wir in der Nähe des Sandjöchls erreichen.

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Die Fahrt in Richtung Sattelberg ist eine der Traumpassagen in den Alpen – ein grandioses Panorama umgibt uns. Über dem Olperer liegt eine Gewitterzelle, die den Bergen eine unheimliche Anmutung verleihen. Zum Glück ist sie offenbar lokal begrenzt. Wir vertun trotzdem keine Zeit mit langen Pausen, sondern fahren zügig durch bis zum Sattelberg. Hier beginnt die Abfahrt in Richtung Sattelalm auf der alten Militärpiste. In dieser Richtung ist sie komplett fahrbar und hat an einigen Stellen Trailcharakter, Philipp meint, dass sei ein Schottertrail. Das trifft es recht gut. Schließlich erreichen wir die Sattelbergalm. Die Gewitterwolken sind nicht bis hierher gezogen. Die Alm liegt so einladend in der Sonne, dass wir eine ausgedehnte Rast machen. Zeit, die Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten. Wir sind uns einig, dass diese Tour für uns beide ein Highlight darstellt. Die Eindrücke waren so intensiv und positiv, wie ich es kaum jemals auf einer anderen Transalp erlebt habe. Philipp bestätigt das. Er meint, dass dies wohl einerseits daran liegt, dass wir als harmonisches Zweierteam unterwegs gewesen sind, in dem in 6 Tourtagen keinerlei Missstimmung aufgekommen ist. Andererseits sind wir körperlich auch nie am Anschlag gewesen, was die sportliche Leistung nach unserem Empfinden trotzdem nicht schmälert. Man bleibt halt über weite Strecken im Wohlfühlbereich, zumindest, wenn man sich ansonsten mit ausgiebigen Trainingsfahrten auf diese Transalp vorbereitet, sei es mit normalen MTB oder eBike.
Aber nun genug philosophiert, über den Bergen macht sich wieder eine Wolke breit. Wir machen uns an die Abfahrt, die direkt von der Sattelam nach Gries führt. Thomas ist mit seiner kleinen Tochter gerade im Garten seines Gasthofs Rose, als wir ankommen. Wir verstauen die Bikes. Da beginnt es zu tröpfeln, ein leichtes Sommergewitter kann uns nicht mehr ärgern. Perfektes Timing, passend zu dieser perfekten Tour.

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06 TTTprofil

Variante 06var1:

ab Fussendrass das Pfitschtal hinab über Tulfer nach Wiesen, dort über Schmuders hinauf zur Hühnerspielhütte, Schotterabfahrt nach Gossensass, dort Richtung Giggelberg und weiter auf Hauptroute

Variante 06var2:

leichte Abfahrt über Zirogalm zum Radweg an der Brennerstraße, weiter abwärts auf Hauptroute

Variante 06var3:

leichte Abfahrt von der Sattelbergalm nach Vinaders und talauswärts bis Gries am Brenner

Einkehrtipp:

Hühnerspielhütte
Montag Ruhetag
Telefon: +39 335 5666181
www.huehnerspielhuette.it

350 DSC00627Enzianhütte - Zirog
Telefon: Tel.: 0039 0472 - 631 224

Sattelbergalm
A-6156 Gries am Brenner, Neder 311, Österreich
Telefon: +43 (05274 87717
www.sattelbergalm.at

Übernachtungstipp:

Gasthof Rose
A-6156 Gries am Brenner, Gries 16, Österreich
Telefon: +43 5274 87201
www.gasthofrose.com
Danke Thomas für deine Tipps und Unterstützung!


Fazit

350 DSC00006Bei der Vorrecherche für diese Transalp hatte ich die komplette Auffahrt von Pill aus dem Inntal bis zum Geiseljoch genutzt, um die Akku-Leistung zu testen. Mit einem Bosch PowerPack 400 konnte ich unter idealen Bedingungen 1765 Höhenmeter zurücklegen (siehe Bild). Dabei bin ich fast die gesamte Zeit mit der geringsten Unterstützungsstufe gefahren. Der Untergrund war von Pill bis Innerst Asphalt, dann ein kurzes Trailstück und weiter bis Weidener Hütte geschotterte Forststraße. Wenn mehr grober Untergrund (Schotterpisten ud Trails) bei der Auffahrt vorkommt, reduziert sich die Leistung im Durchschnitt auf 1300 gefahrene Höhenmeter. Dabei wurde nur selten in die zweite Unterstützungsstufe geschaltet.
Mit dem seit 2016 für Bosch-Motoren erhältlichen PowerPack 500 kommen also ca. 20% mehr Reichweite dazu.
Damit sind autarke Transalps definitiv möglich, ohne einen zweiten Akku mitführen zu müssen. Es reicht aus, das Ladegerät mitzunehmen und natürlich gezielt Möglichkeiten zum Nachladen aufzusuchen und zu nutzen (vorbildliches Beispiel - Weidener Hütte - siehe 4. Tag). Auf jeden Fall muss aber bei der Streckenwahl darauf geachtet werden, dass keine längeren Schiebe- oder gar Tragepassagen vorkommen.

350 DSC09919Problem Weidezäune

Weidezäune sind legitime Mittel, um das Vieh auf den Almwiesen zusammenzuhalten. Jeder vernünftige Bergwanderer oder Bergradler schließt die Zäune oder Gatter wieder hinter sich nach dem Passieren. Problematisch sind fest verschlossene Weidegatter. Über diese müssen die Räder hinweggehoben werden (siehe Bild 1. Tag). In anderen Regionen wie zum Beispiel Engadin oder Livigno hat man dazu intelligente Möglichkeiten entwickelt.  Biker können dort ohne Absteigen zu müssen, die Weidezäune passieren.

Eine clevere Lösung habe ich in Tirol gefunden. Die Wirtsleute der Blaserhütte haben eine von ihnen so genannte Radl-Rutsche in den Weidezaun eingebaut. Danke an Anita Nocker.
Kontaktinfo Blaserhütte: www.blaserhuette.at - Tel: +43-5275-20069 Mobil: +43-664-5718200
Zitat: "Und weil eine Hütte auch ein Hüttenerlebnis bieten muss, findest du den Waschraum (nur kaltes Wasser) und das WC am Gang. Unsere 3-Zimmerlager sind aufgeteilt auf 2 x 7 und 1 x 6 Lagerplätze."


Das ist übrigens auch eine sehr schöne Bergtour für MTB oder eMTB im Wipptal.
Start: Steinach - im Gschnitztal bis Trins - ab der Kirche der Bikeroute 523 folgen

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Fazit: Bike

Die bei dieser Transalp benutzten eMTB Flyer Uproc6 sind sehr gut für diesen Einsatzzweck geeignet. Während der gesamten Tour hatten wir nicht eine einzige Panne, was für die gute Verarbeitung spricht. Die Fahreigenschaften sind bergauf und bergab überragend, das Verhalten im Trail kommt dem eines Liteville gleich.
Genauso gut kann auch jedes moderne eMTB zum Einsatz kommen, wenn man vorher die Reichweite des Akku unter realen Bedingungen testet. Im Anstieg müssen mindestens 1200 Höhenmeter ohne Nachladen zu schaffen sein, damit man ohne Reserveakku auskommt.


Albrecht-Route für eMTB

Nach meinen Recherchen ist klar, es kann eine eMTB-Transalp auf einer modifizierten Strecke meiner Albrecht-Route gefahren werden. Alle Teilstrecken wurden getestet und mit eMTB abgefahren.
Hier Bilder von den originalen Testbefahrungen.

Und es hat geklappt: die Albrecht-Route für eMTB habe ich befahren und sie ist ein tolles Erlebnis - siehe Bericht hier

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Danke auch an die eBike Lounge in Erfurt für Wartung und Service!

 


 


Meinungen und Rückmeldungen:


Datum: 11.09.2016
Mirjam, Andreas mit 3 Kindern
Olperer-Umrundung


Datum: 22.08.2016
Frauke Heuser
Olperer-Umrundung

Hallo Andreas,

ich wollte mich ja doch nach der Tour mal mit einem kurzen Bericht melden:-) Wir hätten uns auch fast kennengelernt, da wir am Ende der Tour nochmal im GH Rose übernachtet haben (05. auf 06.08.) und Thomas Libiseller meinte, dass Du fast auch da gewesen wärst, dann aber nach Garmisch umdisponiert hast.

Aber kurz zur Tour (ich bin in den Jahren davon schon mal die Albrecht Route und die Karwendel-Brenner-Route gefahren):
Uns hat es sehr gut gefallen, die Etappen waren gut zu schaffen (auch mit einem normalen MTB) und die Landschaften waren traumhaft. Die Rampen nach Seefeld waren allerdings teilweise wirklich nicht mehr schön...allerdings haben mich die Bremsen, die aufgrund des Wassers dort in Scharen waren, den Berg hochgetrieben:-).

Einen Fehler haben wir allerdings gemacht und trotz Wettervorhersage auf der Pfitscherjoch-Hütte übernachtet... es waren dann tatsächlich nach 30 Grad am Vortag morgens nur ca. 5 Grad, Regen, Nebel etc. Das war keine schöne Abfahrt...aber man lernt ja daraus...Tag 6 haben wir dann entsprechend gekürzt und sind via Straße/Radweg nach Gries zurückgefahren.

Die GPS-Daten waren super, die Alternativen haben wir nicht genutzt, sondern nur die Hauptstrecke. Super Tour mit gleichmäßigen Etappen und ohne große technische Anforderungen.

Eine Runde zu fahren erspart einem den Rücktransport, allerdings ist es mental irgendwie etwas anderes, wenn man eine "klassische" Transalp fährt und seinem Ziel dann immer näher kommt. Wir freuen uns jedenfalls auf die nächste(n) Tour(en).

Alles Gute und viel Spaß bei Euren weiteren Touren.

Gruß
Frauke