Transalp.info by Andreas Albrecht

Dolomiti 1

Vom Brenner durch die Dolomiten und über den Monte Baldo an den Gardasee

Strecke:

05 350px P1020753Gries am Brenner - Sterzing - Rodenecker Alm - Hörschwang - St. Vigil - Fanes - Pralongia - Corvara - Grödner Joch - Val Duron - Campitello - Fassatal - Molina di Fiemme - Manghenpass - Val Sugana - Kaiserjägerweg - Bertoldi - Passo Sommo - Monte Maggio - Colle Xomo - Rif. Campogrosso - Albaredo - Monte Zugna - Ala - Avio - Malga Ime - Malga Zocchi - Campo - Malcesine (Schiff nach Torbole)

Länge: 445 km
Höhenmeter: ca. 12.400 hm
Etappen: 7, Hinweise zu Varianten siehe bei den einzelnen Etappen

1. Tag: 81 km, 1712 hm
Gries am Brenner - Sterzing - Franzensfeste - Mühlbach - Rodenecker Alm - Hörschwang

2. Tag: 52 km, 1855 hm
Hörschwang - St. Vigil - Fanes - Pralongia - Corvara

3. Tag: 73 km, 1367 hm
Corvara - Grödner Joch - Val Duron - Campitello - Fassatal - Molina di Fiemme

4. Tag: 65 km, 2195 hm
Molina di Fiemme - Manghenpass - Val Sugana - Kaiserjägerweg - Bertoldi

5. Tag: 50 km, 1916 hm
Bertoldi - Passo Sommo - Monte Maggio - Colle Xomo - Rif. Campogrosso

6. Tag: 62 km, 1363 hm
Rif. Campogrosso - Albaredo - Monte Zugna - Ala - Avio

7. Tag: 63 km, 1992 hm
Avio - Pra Alpesina - Malga Ime - Malga Zocchi - Tenuta di Cervi - Campo - Magugnano - Malcesine

Medien

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks, Kartenscans, TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte, Finisher Bikeshirt, Transalp Roadbook: im Webshop


Übersichtskarte

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schwarz: Hauptroute
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Höhenprofil

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Wegeverteilung

untergrund

Landkarten

Kompass: Digitale Karte Über die Alpen, 36, 44, 54, 55, 56, 57, 74, 75, 76, 101, 102
Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358  Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4
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Tourplanung: Andreas Albrecht

gefahren vom 21. - 27. Juni 2009: Andreas Albrecht, Dirk Kersken, Stephan Hölger, Martin Heim, Jürgen Heigl, David Strixner (1. Tag)



Tourbericht

Die Wege sind für die Reisen da, nicht für die Ziele.
Buddha


Prolog

Transalp Roadbook8Das Motto "No rain" lässt sich offenkundig nicht auf jeder Transalp durchhalten. Auch wenn ich diesmal bei der zeitlichen Planung den Starttermin auf den Sommeranfang gelegt hatte, erwischten uns ein paar Regenschauer und in den Dolomiten rieselten gar ein paar einsame Schneeflocken vom Himmel herab. Es gibt also definitiv keine optimale zeitliche Periode wie? mit Gutwetter-Garantie für eine Transalp. Umso besser, wenn man schon bei der Streckenauswahl eine gewisse Flexibilität einkalkuliert und vor allem auch schon zeitig im Jahr starten kann. Diese Route ist im Normalfall schon im Juni ohne Schneegefahr auf den Pässen fahrbar, da der höchste Punkt "nur" bei etwa 2300 Meter liegt. Selbst nach dem extrem schneereichen Winter 2008/09 mussten wir nicht durch ausgedehnte Schneefelder laufen, was man als Mountainbiker tunlichst vermeiden sollte. Technische Höchstschwierigkeiten sind auch nicht in großem Maße dabei, so dass diese Transalp eine im wesentlichen flüssig fahrbare Route markiert. Selbst der legendäre Trail hinab vom Monte Maggio zum Passo Borcola lässt sich ohne große Probleme bewältigen, wenn man an den wenigen ausgesetzten Stellen zur Sicherheit lieber absteigt.

Als besonderes Highlight haben wir uns am Ende der Tour dafür entschieden, als Schlussetappe den Monte Baldo halb zu umrunden und die Transalp am Gardasee in Malcesine zu beenden. Mal ein ganz anderer Abschluss am Gardasee. Den kann man wahlweise auf Trails und alten Karrenwegen zurücklegen oder wenn die Kondition aufgebraucht ist, kann man auch entspannt auf Nebensträßchen zum Seeufer hinunterrollen. Zum Abschluss dann noch mit dem Schiff bis nach Torbole - perfekt.

Klappentext Transalp Roadbook 8

Der "rote Faden" dieser Transalp von Mittenwald an den Gardasee ist eine Linie entlang der Flüsse Eisack und Etsch. Das ist eine ziemlich genaue Nord-Süd-Ausrichtung der Tour. Dadurch bleibt man unterwegs sehr flexibel. Wenn das Wetter nicht passt oder die Kondition nicht stimmt, kann man jederzeit ins Tal ausweichen und dort vorwärts kommen. Außerdem kann man diesen Alpencross sogar schon im Juni fahren. Das ist für mein Empfinden die schönste Zeit. Am Abend ist es lange hell und Probleme mit Unterkünften gibt es zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht. Man kann somit von Tag zu Tag entscheiden, wie weit man fahren will und sich die schönsten Flecken aussuchen.
Das Buch enthält Höhenprofile, Übersichtskarten und detaillierte Roadbooks in Tabellenform mit allen wichtigen Informationen zur Strecke.
Ebenfalls erhältlich als eBook - mehr Info hier



1. Tag: Gries am Brenner - Sterzing - Franzensfeste - Mühlbach - Rodenecker Alm - Hörschwang

Aus Erfahrung weiß ich, dass der scharfe Start für eine Transalp durch die Dolomiten nicht in Deutschland erfolgen sollte, wenn man 6 bis 7 Tourtage einplant. Ansonsten bekommt man im letzten Abschnitt arge Zeitprobleme, falls man pro Tag rund 1500 bis knapp über 2000 Höhenmeter bewältigen möchte. Also haben wir uns in Gries am Brenner getroffen. Mein Freund Thomas vom Gasthaus Rose ist bestens auf Durchreisende eingestellt, seien es Urlauber, die auf ihrer Reise in den Süden einen Zwischenstopp einlegen wollen oder Transalpler, die hier Quartier nehmen. Als Startort habe ich Gries aus den genannten Gründen ausgewählt, auch weil wir so maximale Flexibilität für die erste Etappe haben. Es herrscht Nordföhn, d.h. nördlich des Brenners ist es kalt und regnerisch und in Südtirol herrscht bestes Wetter. Wir sind eine kleine Gruppe von 5 Leuten, alle mit Transalperfahrung und wie ich gespannt darauf, wo es uns bei dieser ursprünglichen Rucksacktour Tag für Tag hinverschlagen wird. Die grobe Route steht zwar fest, aber die genauen Etappenorte werden sich erst unterwegs herauskristallisieren. Einerseits im Hinblick auf die Wetterlage, andererseits unter Berücksichtigung von Lust, Laune und Kondition. Die reine Fahrzeit wird sich pro Tag auf ca. fünfeinhalb bis sechs Stunden einpegeln. Gegen 17 Uhr wollen wir ca. im jeweiligen Quartier sein, kein Stress, Zeit für Pausen - es soll ja bei aller körperlichen Anstrengung Spaß machen.

Jürgen und ich reisen am Vorabend entspannt mit dem Zug an. Dirk, Stephan und Martin mit dem Auto, dass am Gasthaus Rose sicher geparkt werden kann. Für die Rückreise ist das insofern auch perfekt, da man bequem mit dem Mittagszug von Rovereto zum Brenner kommt, dann die sechs Kilometer in fünf Minuten nach Gries rollt und relaxt ins Auto steigt. Bei Bedarf kann man sich noch duschen und/oder eine Kleinigkeit essen, bevor es ab nach Hause geht. Und was für viele ein wichtiges Kriterium einer Transalp darstellt, den Alpenhauptkamm überquert man auch - schön easy am Brenner. Ich sehe das allerdings nicht so verbissen. Mir ist die Route zum Gardasee wichtiger. Nun geht es aber endlich los.

Gegen neun Uhr am Morgen schwingen wir uns auf die Räder. Der Brenner ist noch wolkenverhangen, doch erste Lücken sind zu erkennen. Zu dieser frühen Morgenstunde ist auf der Brennerstraße noch nicht viel los. Im Nu sind wir oben und passieren den mit 1375 m niedrigsten Pass des Alpenhauptkammes, der gleichzeitig die Grenze zu Südtirol markiert. Hier ist man gerade dabei, die alte aufgelassene Bahntrasse zu einem Radweg umzubauen. Wir nehmen das dankbar an, rollen durch zwei Tunnels in Richtung Gossensass, dass wir dann über einen netten kleinen Trail erreichen. Nach Sterzing hinunter schenken wir uns irgendwelche Umwege und fahren mit Höchstgeschwindigkeit auf dem breiten Seitenstreifen der Brennerstraße hinab. Am Ortseingang beginnt dann ein Radweg, der direkt durch die Altstadt führt und im weiteren Verlauf zum Eisackradweg wird. Ein schneller Transfer ist das für uns bis Franzensfeste. Das Wetter sieht gut aus und wir bleiben bei der ursprünglichen Planung und wechseln hinüber ins Pustertal. Dorthin führt der Römerweg, der bei Aicha in den Pustertaler Radweg übergeht.

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Es ist gerade Mittagszeit, als wie auf Bestellung eine Raststation für Radler auftaucht. Eins muss man den Südtirolern bescheinigen; sie wissen, wie man Radtouristen ihr Land von der besten Seite präsentiert und damit zum Wiederkommen animiert. Allerdings gilt das nicht unbedingt für Mountainbiker, wie die aktuellen Diskussionen um Wegesperrungen am Stilfser Joch und den Drei Zinnen belegen. Holzbänke laden zum Platz nehmen im Freien ein, im Innern gibt es eine ordentliche Auswahl an kleinen Speisen und Getränken. Wir nehmen die Gelegenheit zur Rast gern an, auch eingedenk der Tatsache, dass heute noch einige Höhenmeter vor uns liegen. Bisher bestand der Streckenverlauf ja im wesentlichen aus lockerem Rollen bergab. Den Weg zur Roner Hütte auf der Rodenecker Alm bin ich schon einige Male gefahren. Aus dem Tal hinaus, das wir bei Mühlbach überqueren, sind das gut 1000 Höhenmeter am Stück. Das geht zwar auf leichtem Untergrund vonstatten - von allein rollt es aber nicht bergauf. Am Wanderparkplatz wechseln wir dann auf die bequeme Schotterpiste und sind bald an der Roner Hütte. Die Sonne scheint zwar noch, es ist aber bereits empfindlich kühl geworden. Anzeichen einer sich nähernden Kaltfront, deren Ausläufer uns zum Glück nur streifen werden. Die Essenspause dehnen wir deshalb nicht länger als notwendig aus und machen uns auf den Weg ins Gadertal. Als Tagesziel hatte ich St. Vigil auserkoren. Es sollte aber anders kommen. In der Nähe der Starkenfeldhütte finden wir einen schönen Forstweg, der uns nach Ellen bringt. Es rollt weiter schön mit einigen Auf und Ab.

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Plötzlich fühlt sich mein Hinterrad schwammig an, ein schleichender Plattfuß - Schlauchwechsel. Zum Glück kontrolliere ich den Reifen. Ein klitzekleiner Dorn piekst, von außen gar nicht zu sehen. Mit dem Taschenmesser entferne ich den Übeltäter. Inzwischen ist es fünf Uhr nachmittags geworden. Bis nach St. Vigil zu fahren, lohnt sich nicht mehr, sagen wir uns. In dem Moment kündigt ein Schild den Gasthof Hörschwang an. Einige alte Fiat 500 stehen auf dem Parkplatz. Wir kommen mit dem kleinen Fan-Club ins Gespräch. Sie schwärmen uns vom allabendlichen Überraschungsmenü vor, dass die gemischt italienisch-südtirolerische Küchenmannschaft zaubert. Wir überlegen nicht lange und bleiben. Als ich dann noch den Preis für die Übernachtung und Halbpension erfahre, traue ich meinen Ohren kaum, so günstig ist er. Der erste Volltreffer in der Reihe der Übernachtungen, denen noch weitere folgen werden. Nach dem Fünf-Gänge-Menü und dem obligatorischen Grappa schwatze ich noch ein wenig mit dem Wirt. Er vermutet schon, dass wir auf Transalptour sind und bedauert, dass die meisten bis St. Vigil durchfahren und bei ihm nur bleiben, wenn sie durch schlechtes Wetter aufgehalten werden. Wir bleiben hier gerne und ohne Not, wir haben ja keinen festen Tourplan und können bleiben, wo es uns gefällt. Und das tut es uns im Gasthof in Hörschwang, einem Örtchen, dass nur aus ein paar wenigen Häusern besteht. Der Blick vom Balkon unseres Zimmers tut ein Übriges dazu. Ein großartiges Panorama baut sich vor unseren Augen auf. Rechts der Kronplatz, im Tal liegt Bruneck funkelnd in der Abenddämmerung und am Horizont das Massiv des Alpenhauptkamms. Dort hängen schon bedrohlich aussehende Wolken an den Gipfeln fest. Wie wird es morgen aussehen?

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Variante Trail:

Ab dem Abzweig zur Rastnerhütte gibt es einen netten kleinen Trail in Richtung Ellen. Das ist eine schöne Alternative zur reinen Schotterpassage über die Starkenfeldhütte. Falls man dort keine Rast einlegen will, ist dieser Trail meine Empfehlung.

Übernachtungstipps:

Leider gibt es den Gasthof Hörschwang nicht mehr. Info über andere Übernachtungsmöglichkeiten: Touristinfo St. Lorenzen: www.sankt-lorenzen.bz



2. Tag: Hörschwang - St. Vigil - Fanes - Pralongia - Corvara

02 350 Pederu IMGP0111Der Blick aus dem Fenster zeigt uns ein zweigeteiltes Wetterbild. Am Alpenhauptkamm dichte Wolken und milchige Regenschauer. Hier blauer Himmel mit Wolkenfeldern, aber für einen Sommeranfang deutlich zu kühl. Das ist uns egal, weil uns Speck-Oswald vom Nebenhof als "Wetterexperte" verspricht: "Heute bleibt es schön, nur der Wind wird auffrischen!" Wir glauben es gerne und ziehen die Beinlinge an. Eine schöne kleine Straße bringt uns zum Grund des Gadertals, das wir bei Zwischenwasser erreichen. Schnell sind wir in St. Vigil, wo ich vergeblich versuche, einen neuen Schlauch zu kaufen. Macht nichts - dann eben im nächsten Ort mit besserer Logistik. Nun beginnt die lange, zunächst leichte Anfahrt zur Fanes. Über einige Kilometer zieht sie sich hin. Wir wechseln von der Teerstraße auf den parallel verlaufenden Schotterweg und später wieder zurück. An der Pederühütte beginnt der "ernste" Teil des Aufstiegs. Die steile Schotterpiste versorgt die beiden Hütten auf der Hochalm der Fanes. Die Faneshütte liegt direkt an unserem Weg, die Lavarellahütte im hinteren Teil der Hochebene. Wenn man die Etappenplanung so gestaltet, dass man hier eine Hüttenübernachtung einlegen möchte, empfiehlt sich in der Hauptsaison eine Reservierung. Auf jeden Fall gehören diese beiden Hütten zu jenen, wo ich auch übernachten würde, wenn es sich bei der Tour so ergibt.

 Bei dieser Transalp sind wir gut beraten, diesmal Übernachtungen im Tal anzusteuern. Die Wetterlage ist etwas indifferent. Wir hören nur, dass es in Bayern Dauerregen gibt und die Schneefallgrenze in Österreich unter die 2000m-Marke fällt. Der größte Teil des Schlechtwettergebietes bleibt zum Glück im Norden hinter dem Alpenhauptkamm zurück. Wir spüren die Auswirkungen bis jetzt nur an der sehr frischen Lufttemperatur. Das ist aber eher günstig, denn dann braucht man weniger Wasser. In diesem Jahr sprudeln die Quellen zwar reichlich, in trockenen Jahren muss man aber schon gezielt Wasser bunkern, wenn man in die Berge fährt. Wir legen an der Faneshütte ein kurze Essensrast ein und drücken dann die kurze, aber steile Rampe zum Limojoch hoch.

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Wenn man nach Cortina d'Ampezzo will, kann man die Fanes komplett fahrenderweise durchqueren. Wir biegen jedoch bei der Hütte an der Großen Fanesalm rechts ab in Richtung St. Kassian. Der Almweg lässt sich bis zum Col de Locia flüssig fahren. Dann beginnt ein Trailabschnitt, der ein paar knifflige Passagen aufweist. Gute Fahrtechniker werden an den verblockten Stellen ihre Freude haben. Wir steigen lieber einmal mehr als zu wenig ab, um keinen Sturz zu riskieren. Bald können wir wieder fahren, der eine früher, der andere später.

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An der Capanna Alpina wechseln wir nach links auf den Wanderpfad, der uns ins Tal führt. Nun folgt die Auffahrt zur Pralongia. Die Pralongia an sich ist ein eher unspektakulärer Berg. Allerdings umringt von den Highlights der Dolomiten: Marmolada, Sella und, und, und. Der Ausdruck gigantisch hat hier einen kleinen Beigeschmack von Untertreibung. Langsam schrauben wir uns auf einer guten Schotterpiste nach oben. Die bösen Rampen kommen erst zum Schluss, also Kräfte gut einteilen. Schließlich sind wir oben auf dem Kammweg, der uns zum Gasthaus Pralongià bringt. Der Wind hat sich zum Sturm gemausert und fällt uns heftig an. Er zerrt an den Rucksäcken, fährt in die Speichen. Das Wort Windjacke bekommt eine völlig neue Bedeutung. Zum Glück ist der Weg nicht ausgesetzt. Wir steuern vorsichtig die Hütte an und verziehen uns ins Innere. Das einzige Mal auf dieser Tour treffen wir hier eine andere Transalpgruppe. Sie wollen hier übernachten. Uns ist es noch zu früh. Wir fahren nach Corvara ab. Der heftige Wind drückt uns ein paar Mal von der Schotterpiste auf die Wiese. Am Golfplatz wartet zum Abschluss noch ein kleiner Trail auf uns, der uns fast bis zu den ersten Häusern von Corvara führt. Eine Unterkunft finden wir schnell. Im ersten Anlauf landen wir wieder einen Volltreffer - die gemütliche Pension Raetia. Sie hat zwar "nur" zwei Sterne, die Innenausstattung hat allerdings 4-Sterne-Niveau. Wir reiben uns die Augen und fragen die Wirtsleute, wie das zusammenhängt. Sie sagen, dass sie auf die Anzahl der Sterne keinen Wert legen und dass es steuerlich eher günstiger ist, auf einen Stern zu verzichten. Wichtiger sei es, dass die Gäste zufrieden sind und Mundpropaganda machen. Das übernehmen wir in diesem Falle gern. Es herrscht eine sehr angenehme familiäre Atmosphäre. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft kommt von Herzen und ist nicht antrainiert. Hierher kommt man gerne ein zweites Mal zurück.

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Übernachtungstipp: Corvara

Garni Raetia, sehr schöne Zimmer und ausgesprochen tolles Frühstück; Strada Col Alt 87,  I-39033 Corvara,  Tel. 0039-0471-836088    www.garniraetia.it



3. Tag: Corvara - Grödner Joch - Val Duron - Campitello - Fassatal - Molina di Fiemme

03 350px P1020685Wie nicht anders zu erwarten, setzt auch das opulente Frühstück in der Pension Raetia Maßstäbe. Mountainbiker können schon einiges vertilgen, aber bei der Vielfalt und Fülle müssen auch wir schließlich kapitulieren. Auf geht's - eine halbe Sella-Umrundung wartet auf uns. Zuerst geht es von Corvara aus zum Grödner Joch. Den ersten Teil des Weges fahren wir dabei auf einem schönen geschotterten Wanderweg, der direkt an berühmten Mittagstal vorbeiführt. Das Tal ist eigentlich eher eine immens steile Schuttrinne, sehr beliebt als Skiabfahrt mit dem ultimativen Kick für Könner. Auch diverse Mountainbiker sollen hier schon aus Showgründen mehr hinuntergerutscht als gefahren sein. Kurz nach dem Mittagstal folgen ein paar steile Rampen, die mit Rucksack kaum fahrbar sind.
Ein kleiner Waldtrail zweigt zur Straße ab. Das Angebot nehmen wir gern an. Es wäre sinnlos hier weiter zu schieben, da man auf der Straße fahren kann. Mit jedem Meter, den wir an Höhe gewinnen, wird es kälter. Am Gasthaus an der Passhöhe wärmen wir uns kurz bei einem Kaffee auf. Weiter geht's. Wenn man ins Grödner Tal wollte, könnte man auf einen kleinen Trail wechseln. Wir wollen aber in Richtung Sellajoch. Dahin steht nur die Straße bis Plan de Gralba zur Wahl. Wir verlieren bis dorthin ein paar Höhenmeter, die wir uns bis zum Sellajoch-Haus wieder erarbeiten müssen. Das geht relativ leicht, da wir Straße fahren. Der Schotterweg im Tal ist keine wirkliche Alternative, da er im Winter ein Teil der berühmten Sella Ronda ist. Aus leidvoller eigener Erfahrung weiß ich, Skipisten bergauf heißt Schieben, Schieben, Schieben. Also lassen wir das.

Am Sellajoch-Haus sammeln wir uns und beratschlagen den weiteren Weg. Im Prinzip gibt es drei Varianten für die Weiterfahrt ins Val di Fiemme. Die erste - für Mountainbiker am interessantesten - führt zur Friedrich-August-Hütte, weiter auf dem gleichnamigen Wanderweg bis zum italienischen Rifugio Sandro Pertini und von dort auf einem nicht zu schwierigen Trail hinab ins Val Duron. Für diese Variante entscheiden wir uns, weil das Wetter eigentlich ganz gut aussieht. Jedenfalls bis wir die Mittagsrast in der mit traumhafter Aussicht gesegneten Friedrich-August-Hütte beenden. Als wir aus der Hütte treten, sehen wir, dass sich die Berge von Norden her eintrüben. Ein leichter Hauch von Schneeflocken liegt in der Luft. Nun machen wir uns doch über die beiden anderen Alternativen ins Val di Fiemme Gedanken. Für den ganz schweren Fall bliebe als Lösung übrig, die sichere Straße nach Campitello über das Sellajoch zu nehmen. Im minder schweren Fall kann man auch vom Rifugio Valentini aus den Weg 655 nehmen, der als Schotterpiste zur Straße führt.

 

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Wir riskieren es nach reiflicher Überlegung auf dem Friedrich-August-Weg zu bleiben. Der verläuft in seiner ganzen Länge entlang des Langkofels zum Mahlknecht-Joch, dem Übergang zur Seiseralm. Er ist in beiden Richtungen mehr oder minder fahrbar, am besten am frühen Morgen, wenn noch keine Wanderer unterwegs sind. Durch das relativ schlechte Wetter ist er heute nicht so stark mit Wanderern frequentiert wie an manchen Sommertagen. In der Hauptferienzeit Mitte August sollte man ihn zwischen 10 und 16 Uhr eher vermeiden. Fahrbare Abschnitte wechseln sich mit einzelnen Schiebepassagen ab, die uns auch zum höchsten Punkt dieser Transalp bringen. Der liegt auf 2316 m zwischen dem Rifugio Sandro Pertini und der Plattkofelhütte. In der Senke vor der Plattkofelhütte zweigt der Wanderweg 533 ins Val Duron ab. Nach einigem Hin und Her, ob der Einstieg auch der richtige ist, entpuppt sich der Pfad als relativ gut fahrbarer Wiesentrail. Das Weidevieh hat zwar einige Furchen getrampelt, die sich manchmal als klitzekleine Sackgässchen erweisen. Im Großen und Ganzen ein leckerer kleiner Trail, der schließlich zu einer Holzbrücke fährt. Auf der anderen Talseite wird der Pfad breiter und flüssig fahrbar. An einer Weggabel müssen wir uns nun entscheiden: links ein Forstpfad direkt nach Campitello, rechts ein Karrenweg zum Rifugio Micheluzzi. In Anbetracht der dichter und dunkler werdenden Wolken am Himmel entscheiden wir uns für den gut fahrbaren Weg zum Rifugio, denn ab der Hütte kenne ich den Weg hinab nach Campitello.

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Ein paar Tibetrinder schauen uns eher gleichmütig denn verdutzt hinterher, als wir aus dem Wald kommen und auf dem Schotterweg landen. Nun aber flugs hinab nach Campitello. Der Weg ist einfach, bald sind wir an den steilen Rampen bergab, die in den Ort ins Fassa-Tal führen. Ich bin die vor Jahren einmal in der Gegenrichtung gefahren, nein geschoben, und habe mir geschworen, das Val Duron niemals wieder bergauf zu fahren. Der Schwur lässt sich leicht einhalten. In Campitello fängt es an zu tröpfeln. Wir wechseln auf die andere Talseite. Dort gibt es einen schönen, fast durchweg leicht bergab gehenden Radweg, der zunächst auf Schotter verläuft und später als geteerter Radweg ausgebaut ist. Auf Teilen dieser Route verläuft die berühmte Schlussetappe der Tour de Ski, bevor es den Abfahrtshang hinauf zur Alpe Cermis geht. Inzwischen ist aus den einzelnen Tropfen ein ausgewachsener Dauerregen geworden. Schwer liegen die Wolken auf den Bergen und hüllen die Gipfel in einen Dunstschleier. In Pozza di Fassa glauben wir, den Regen bei einer Kaffeepause aussitzen zu können. Daraus wird nichts, es hört nicht auf zu regnen. Es ist noch früher Nachmittag. Deshalb beschließen wir weiter bis Molina di Fiemme zu rollen. Der Radweg garantiert einfaches Rollen und ich kenne dort ein Hotel, wo ich vor Jahren schon mal untergekommen war. Da es nicht kalt ist, reichen für die Hände die normalen Radhandschuhe, ansonsten ziehe ich einfach Dieselhandschuhe von der Tankstelle darüber. Das hilft, ich komme mit trockenen Schuhen und Füßen an, was das Wichtigste ist. Dirk und Stephan experimentieren mit Dreiviertel-Hosen, Jürgen mit einer kurzen Regenhose. Alle mit dem Ergebnis, dass deren Schuhe vollkommen durchnässt sind. Sie wandern sofort in den Trockenraum des Hotels Ancora in Molina di Fiemme, das wir schließlich erreicht haben. Wir sind fast die einzigen Gäste, das Essen ist o.k., sogar die Sauna wird angeschmissen. Am Abend erfreut die ansonsten sehr seriös wirkende Empfangsdame Dirk und Stephan noch mit einer Vorführung im Hula-Hoop-Reifen-Schwingen. Wir anderen drei verpassen die Sensation, da wir schon im Zimmer verschwunden sind - schade.

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Übernachtungstipp: Molina di Fiemme

Hotel Ancora,  Tel.: 0039-0462-340044, Via Marconi 4,  www.ancorafiemme.it



4. Tag: Molina di Fiemme - Manghenpass - Val Sugana - Kaiserjägerweg - Bertoldi

03 350 IMGP0163Die Folgen der abendlichen Darbietung zeigen sich in einem stark verzögerten Auftauchen der nun wieder seriös wirkenden Dame, die uns schließlich die recht moderaten Rechnungen präsentiert. Ein Zuschlag für die künstlerische Leistung wird nicht erhoben. Die Regenwolken haben sich verzogen. Ich flachse noch mit Stephan herum und sage, dass wir heute das Val Sugana erreichen werden, das für seine sommerliche Hitze berühmt-berüchtigt ist. Er verzieht keine Miene und zieht sich kommentarlos seine Beinlinge an. Die Auffahrt zum Manghenpass ist eine reine Fleißaufgabe. Die kleine Nebenstraße wird kaum befahren. An der Ponte delle Stue geht es moderat los, zum Schluss warten ein paar kleinere Rampen - Spaß muss sein. Kurz vor dem Pass befindet sich die Manghenhütte, willkommener Sammelpunkt und Raststation. Es ist zwar noch nicht Mittag, wir essen aber trotzdem jetzt schon eine Kleinigkeit, denn am Nachmittag wartet noch eine Auffahrt auf uns. Am gemütlichen Rifugio versammeln sich auch die auf der Straße unvermeidlichen Motorradfahrer. Kommunikation zwischen Mountainbikern und den potentiellen Organspendern findet nach meiner Beobachtung so gut wie nie statt. Uns fällt nur auf, dass recht viele mit verkniffenem Antlitz herumsitzen, wahrscheinlich wegen der immensen Anstrengungen beim Absteigen und Platznehmen.
Die Abfahrt ins Val Sugana findet mangels sinnvoller Alternativen auch auf der kleinen Nebenstraße statt. Für uns sind Schotterpisten nicht die allein seligmachende Heilslehre, deshalb genießen wir das entspannte Rollen entsprechend. Bei ca. 700 Meter Höhe wollen wir uns zusammenfinden, weil wir dort über die Fortsetzung der Route beratschlagen wollen. Stephan ist der erste am Sammelpunkt und schon fleißig beim Umziehen. Es ist ihm nun doch sehr warm geworden im Val Sugana. Gleichzeitig ist sein Stimmungsbarometer auf freundliche Werte gestiegen. Ein bisschen auf Schotter wollen wir heute dann doch noch fahren. Bei Telve findet sich ein kleines Stück

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. Es spuckt uns schließlich auf die Straße nach Borgo Valsugana aus. Hier können wir den besten ausgebauten und beschilderten Radweg nutzen. Bevor es zum finalen Schlussanstieg auf den berühmten Kaiserjägerweg hinauf auf das Hochplateau der Sette Comuni geht, liegt taktisch günstig eine Raststation am Radweg. Sie ist perfekt ausgestattet, das Tüpfelchen auf dem "I" ist eine Außendusche - da kann man nur staunen. Auch die Trentiner wissen, wie man Radtouristen jeglicher Art umsorgt und somit ins Land lockt. Wir können jedenfalls frisch gestärkt und gut versorgt mit kühlen Getränken die Auffahrt nach Monterovere in Angriff nehmen. Der Kaiserjägerweg wurde von den Österreichern in die Felswand gehauen, um ihre Festungen auf der Hochebene zu versorgen. Im oberen Teil eine kühne ingenieurtechnische Meisterleistung. Seit Jahren ist die Straße asphaltiert. Es existiert aber noch ein Stück der alten naturbelassenen Militärstraße. In einer Kehre zweigt die Schotterpiste ab. Ob man die bergauf fahren möchte, mag jeder für sich entscheiden. Wir bleiben auf Asphalt und schrauben uns die unzähligen Serpentinen nach oben.

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Kurz nach dem höchsten Punkt am Spiazzo Alto zweigt rechts ein Teilstück der MTB-Strecke "100 km dei Forti" ab. Wer Rast machen will, kann hier ein paar Höhenmeter bergab rollen bis zum Albergo Monterovere. Hier hatte ich schon einmal auf einer Transalp übernachtet, ein zweites Mal muss das nicht sein. Meine Begleiter sind auch nicht vom spröden Charme dieser Herberge angetan. Außerdem müssen wir schon noch ein paar Höhenmeter auf Schotter zurücklegen, sonst könnte man diese Etappe auch mit dem Citybike zurücklegen, grinst Dirk und rollt zurück zum Spiazzo Alto. Ein paar Höhenmeter sind es noch auf der alten Militärpiste. Schließlich rollen wir hinein nach Bertoldi, das einladend in der abendlichen Sonne liegt. Es ist siebzehn Uhr. Wir schauen uns die paar Hotels an und entscheiden uns übereinstimmend für das am gemütlichsten wirkende Hotel Caminetto. Wieder ein Volltreffer - geräumige, saubere Zimmer, himmlische Ruhe und als Krönung des Ganzen ein fünfgängiges feines Menü. Bis jetzt könnte die Tour auch Transalp de Gourmet heißen.

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Übernachtungstipp: Bertoldi

Hotel Caminetto Frazione Bertoldi Lavarone -TN- +39 0464 783214 - mobil: +39 340 2932820 (Even with whatsapp)    www.hotelcaminetto.eu



5. Tag: Bertoldi - Passo Sommo - Monte Maggio - Colle Xomo - Rif. Campogrosso

05 350 IMG 1903Gestern Abend haben wir im Fernsehen den gruseligen Wetterbericht aus Österreich und Deutschland gesehen. Wir frohlocken, der geht uns hier nichts an. Vor uns funkeln die Berge in der Morgensonne. Von der Terrasse unseres Hotels sehen wir schon das markante Eisenkreuz, das den Gipfel des Monte Maggio markiert. Das ist eines unserer Zwischenziele am heutigen Tage. Heute geht es zur Abwechslung gleich mit einer Schotterpiste los. Wir drehen eine Ehrenrunde noch zum Monte Rust, das ein Ossarium beherbergt - also die knöchernen Überreste der gefallenen Soldaten des 1. Weltkrieges in dieser Gegend. Leider ist der abkürzende Trail hinab nach Carbonare verfallen und durch umgestürzte Bäume nicht befahrbar. Wir rollen also wieder ein Stück dieselbe Strecke zurück und folgen dann der Ausschilderung des MTB - Weges nach Carbonare. Damit das nicht zu schnell geht, habe ich kurz nacheinander zwei Reifenpannen. Beim ersten Mal flicke ich noch versuchsweise mit dem Parktool-Zeug. Bei der nächsten Abfahrt ist der Reifen wieder platt. Die Flicken haben nicht gehalten, was sie versprechen. Jetzt aber den neuen Schlauch rein, ordentlich aufgepumpt und Ruhe hat's bis zum Gardasee.

Doch so weit sind wir noch nicht. Erst einmal wartet der nächste Pass auf uns, den Passo Sommo. Den erreichen wir leicht auf der Straße, die von Carbonare bergauf führt. Eine kurze Rast, dann aber wieder ab ins Gelände. Die Auffahrt zum Rifugio Stella d'Italia lässt sich angenehm fahren, dann wieder eine kurze Rast auf der Sonnenterrasse der Hütte. Wir treffen wieder auf die Transalpler, die auf der Pralongià übernachtet haben. Für sie ist heute ihre Transalp quasi beendet. Sie wollen nach einer ausgiebigen Rast nach Rovereto abfahren und dann kurz und schmerzlos den Gardasee erreichen. Wir haben noch mehr vor und machen uns auf den Weg. Wir passieren das Forte Sommo. Wer will, macht dort einen Abstecher zu dieser alten Festungsanlage. Wir schenken uns das heute, da noch ein paar Höhenmeter vor uns liegen und überqueren schließlich nach einer kurzen Abfahrt die Straße, die zum Passo Coe führt. Nun beginnt der alte Militärpfad zum Monte Maggio. Moderat beginnt es, zum Schluss wird es immer knackiger und wilder. Der Pfad verfällt zunehmend und wird verblockt. Wer das komplett fahren kann - Hut ab.

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Schließlich öffnet sich ein Durchgang, der zum Kammweg auf der anderen Seite führt. Wir nehmen diese breite Schotterpiste dankend an und erreichen fahrenderweise das Gipfelkreuz des Monte Maggio. Leider ist die Sicht - wie hier fast immer - durch Nebelschwaden eingeschränkt. Sie entstehen durch die feuchten Luftmassen, die aus der venetischen Tiefebene gegen den Berg drücken. Zumindest erhaschen wir einige Blicke auf das Pasubio-Massiv, dass noch stark mit Schneefeldern gesprenkelt ist und auf der anderen Talseite zu sehen ist. Jetzt folgt ein Leckerbissen, die spektakuläre Trailabfahrt zum Passo Borcola. Je nach Traute und Fahrtechnik lassen sich ein paar Schiebestellen kaum vermeiden, auch weil es einige ausgesetzte Passagen gibt. Im Großen und Ganzen aber ein Traumtrail, der auch mit Transalprucksack keine unüberwindliche Schwierigkeit darstellt. Leider wird in diesem Jahr der Fahrfluss etwas gebremst. Einige Bäume und Sträucher konnten der enormen Schneelast des vergangenen Winters nicht standhalten und sind umgeknickt.

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Schließlich erreichen wir in der Nähe des alten Steinbruchs das legendäre Wrack des zurückgelassenen LKW. Hier fragt sich jeder, wie der einmal hier hochgekommen ist. Inzwischen ist auch die Fahrerkabine zertrümmert. Allerdings trotzen noch einige stabile Eisenteile dem unaufhaltsamen Verfall. Nach dem LKW wird der Trail breiter, bleibt aber steil, bis wir über eine Wiese am Passo Borcola auf die Straße gelangen. Wir verlieren ein paar hundert Höhenmeter auf der Straße hinab nach Süden, die wir uns auf den schmalen Sträßchen zum Collo Xomo wieder hart erarbeiten müssen. Zum Glück hat das Rifugio an der Passhöhe geöffnet und wir nehmen ein spätes Mittagessen zu uns. Verlassen sollte man sich nicht darauf, dass dieses Rifugio immer geöffnet hat.

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Bei der Tourplanung war eine Option für die Weiterfahrt die Querung des Pasubio. Die aus meiner Erinnerung sehr zähe Militärpiste führt über Strada Scrarubbi zum Rifugio Papa. Diese Passage ist aber nur bei guten Wetterbedingungen sinnvoll, wie ich aus Erfahrung weiß. Nach einem Blick zum Himmel verwerfen wir den Gedanken sofort. Schwarze, dicke Gewitterwolken verheißen nichts Gutes. Die Entscheidung für den weiteren Weg zum Passo Pian delle Fugazze fällt mir auch deshalb leicht, weil das einsame Rifugio Papa mir nicht in sehr einladender Erinnerung geblieben ist. Ich habe dort während einer Transalp übernachtet - spartanische Ausstattung, kaum Waschmöglichkeiten. Das muss ich nicht noch einmal haben. Hebe ich mir die erneute Pasubio-Überquerung halt für die nächste Dolomiten-Transalp auf. Außerdem passt zur Route, dass wir die kleinen Dolomiten (Piccolo Dolomiti) passieren werden. Wir rollen also am Colle Xomo los, ein paar Höhenmeter bergab zur Ponte Verde und dann folgt das vorletzte Stück für heute, der Anstieg zum Passo Pian della Fugazze. Wie so oft wartet das steilste Stück zum Schluss auf uns: zäh, sehr zäh wird es, ehe wir im Albergo auf der Passhöhe eine letzte Rast machen. Rustikaler Charme, nicht ganz so herausragend wie die Unterkünfte zuvor. Am Passo Pian delle Fugazze könnte diese Transalp ganz schnell beendet werden: Straße hinunter nach Rovereto, Radweg über Mori nach Torbole - fertig. Das steht als Schlechtwettervariante immer zur Verfügung oder wenn die Zeit oder Kräfte nicht mehr ausreichen. Wir liegen gut in der Zeit. Bis zum Rifugio am Passo Campogrosso sind es nur noch leicht zu fahrende 250 Höhenmeter. Das liegt sehr einsam, aber mit toller Aussicht auf die Carega-Gruppe der Piccolo Dolomiti im touristischen Hinterland. Der Abend klingt mit einem leckeren Essen auf der Terrasse aus.

tag5BertoldiFuga

Übernachtungstipp:

RIFUGIO CAMPOGROSSO: m 1457 – Campogrosso, Recoaro Terme (VI) Tel: +39 0445 75030 – +39 0445 1920468   www.rifugiocampogrosso.com



6. Tag: Rif. Campogrosso - Albaredo - Monte Zugna - Ala - Avio

06 350 P1020905Der Monte Zugna markiert den Gipfel, den wir heute erreichen wollen. Markant liegt dessen gezacktes Massiv vor uns. Um ihn von dieser Seite fahrenderweise zu erreichen, muss man eine lange Strecke fahren, auch wenn der Gipfel zum Greifen nah erscheint. Doch so weit sind wir noch nicht. Erst wartet eine Überraschung auf uns. Kurz nach dem Passo Campogrosso zweigt eine zunächst asphaltierte Straße ab, leicht bergab geht und für den Fahrzeugverkehr gesperrt ist. Sie ist zunächst recht breit und sieht gut ausgebaut aus.
Je weiter wir rollen, desto mehr liegen Steinbrocken auf der Straße herum und die Bäume und Büsche beginnen sich ihr Terrain zurückzuholen. Des Rätsels Lösung folgt bald. Urplötzlich wird aus dem zerbröckelnden Asphaltband eine grobe Schotterpiste, die sich an den schroffen Felswänden der kleinen Dolomiten entlang zieht. Der absolute Hammer folgt in einer Kehre. Hier ist im Winter eine Lawine abgegangen und die Überreste sind Ende Juni immer noch nicht weggetaut und das in einer Höhe von knapp 1200 Metern. Ich will gerade den festgepressten Schnee vorsichtig inspizieren, als mir ein italienisches Ehepaar auf der anderen Seite signalisiert, dass ich das lieber nicht tun soll. Ich erkunde ohne Bike die Lage und klettere ein paar Meter nach oben, als ich die Bescherung sehe. Das Schmelzwasser hat den Lawinenkegel von unten ausgehöhlt. Es ist nur eine schmale Eisschneebrücke übrig. Die kann uns unter Garantie nicht mehr tragen. Jetzt schießt mir schon der Schreck in die Glieder.
Ohne Vorwarnung wäre ich oder einer von uns vermutlich eingebrochen. Vorsichtig hangeln wir uns an der Gefahrenstelle vorbei und erreichen sicheres Gelände. Ich bedanke mich sehr bei dem Ehepaar. Sie erzählen mir, dass weiter unten noch zwei kleine Gerölllawinen auf dem Weg liegen, die aber zu Fuß passierbar sind. Noch mal gut gegangen, denken wir und weiter geht's. Urplötzlich taucht bei einem Tunnel wieder Straßenbelag auf. Wir umfahren ihn interessehalber auf dem alten Schotterweg und stehen so gleich vor einer imposanten Brücke, Format Fernstraße. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen wurde dieses Straßenprojekt nicht zu Ende geführt. Uns ist es recht, so kommen wir recht bequem voran. In Matassone kann man noch die Überreste eines österreichischen Forts besichtigen. Viel ist nicht mehr zu sehen, am Monte Zugna wartet Monumentaleres auf uns.

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Bald sind wir in Albaredo. Hier beginnt die schöne Auffahrt auf einer alten inzwischen asphaltierten Militärstraße. Die Steigung ist moderat und relativ gleichmäßig. Rampen gibt es keine bis zur Rifugio Monte Zugna, dass sich in schöner Aussichtsposition auf einer Höhe von 1616 Metern befindet. Das Etschtal liegt uns zu Füßen und gegenüber - scheinbar auf Augenhöhe - das Monte Baldo-Massiv. Im Rifugio könnte man auch übernachten, wenn man sich die Etappen anders einteilt. Vorherige telefonische Reservierung ist sinnvoll. Wir machen Rast, füllen die Wasserflaschen auf und nehmen nun die Schotter-Rampen in Angriff, zwar nicht sehr grob, aber zäh. Gänzlich unfahrbar ist der kurze Abstecher zum Gipfelkreuz des Monte Zugna. Bei klarer Sicht (die hatte ich hier schon mal) kann man bis zur Lagune von Venedig sehen. Heute tummeln sich einige Wolken in der schwülwarmen Luft. In der Ferne grummelt es.

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Wir halten uns deshalb nicht länger als nötig auf und machen uns an die Abfahrt, die nun wirklich gigantisch ist. So wünscht man sich das auf einer Transalp. Rund 1500 Höhenmeter werden wir auf Trails und Schotterpisten hinab ins Etschtal vernichten. Der spektakuläre Auftakt ist ein zum Trail verfallener alter Militärweg, der noch mit größeren Steinen gewürzt ist. Viele werden ihn komplett fahren können. Nach einer etwas steileren Passage geht der Trail in einen Pfad über, der meist leicht abfallend und flüssig fahrbar zum Passo Buole führt. Der oft strapazierte Begriff Traumsingletrail hat hier seine Berechtigung. Am Pass erläutern dann diverse Schautafeln, welchen Irrsinn die Militärs im Ersten Weltkrieg hier betrieben haben. Wir können uns an der einzig sinnvollen Hinterlassenschaft erfreuen, der Schotterabfahrt in Richtung Etschtal. Kein Gegenanstieg trübt das Vergnügen, zu dem ist die Piste vor kurzem scheinbar ein wenig ausgebessert worden. Wir können es so richtig krachen lassen. Ich vermute aber, dass der Untergrund nach schweren Regenfällen durchaus sehr grob werden kann. Im Etschtal empfängt uns eine schwüle Gluthitze und starker thermischer Wind, der uns flussaufwärts entgegen bläst. Ala erreichen wir auf einer kleinen Nebenstraße, die durch Weinberge führt. Ala würde sich auch als Übernachtungspunkt anbieten. Wir rollen aber noch weiter bis Avio. Dort wollen wir entscheiden, ob wir eventuell noch die Schlussetappe des morgigen letzten Transalptags verkürzen, in dem wir noch ein paar Höhenmeter hinauf zur Ostflanke des Monte Baldos machen. Nein, in Avio ist Schluss. Es gibt erst nach weit mehr als 1000 zusätzlichen Höhenmetern Übernachtungsmöglichkeiten. Das wäre für uns heute des Guten zuviel. Eine Unterkunft ist schnell gefunden.

tag6Campogrosso

Übernachtungstipps: Avio

Garni Piccolo Fiore, Viale A. Degasperi, 17; Tel: mobil 0039-338-1554671 oder  Tel: 0039-0464-684119    www.piccolofiore.net
B&B da Mariangela, Via Valle dei Molini 10, (liegt oberhalb von Avio direkt an der Strecke, bei Voranmeldung auch Abendessen möglich) Tel.: 0039-0464-684772     www.bbdamariangela.com



7. Tag: Avio - Pra Alpesina - Malga Ime - Malga Zocchi - Tenuta di Cervi - Campo - Magugnano - Malcesine

07 intro350 IMG 1948Am Morgen dieses letzten Tages dieser Transalptour kann man sich noch einmal ernsthaft befragen, ob man als Abschluss die Königsetappe über die Südflanke des Monte Baldo machen will oder nicht. Wenn man dann dieses Bild vor dem geistigen Auge hat, fällt die Antwort leicht. Es werden aber noch einmal um die 2000 Höhenmeter zu fahren sein. Die meisten davon zwar auf dem Asphalt von Nebenstraßen, aber auch die müssen erst einmal erstrampelt werden. Alternative wäre auf Radweg nach Mori zu rollen und dann über den Passo San Giovanni und Nago den Lago zu erreichen, wie es viele Radwanderer tun. Ein fragender Blick in die Runde, alles klar, Radweg fällt aus.
Gleich hinter Avio schraubt sich die kaum befahrene Nebenstraße hoch zur Ostflanken des Monte Baldo. Einige Serpentinen sind in die Felsen gehauen, bis zum Abzweig in ca. 1000 Meter Höhe geht es recht moderat zu. Weiter führt der Weg in Richtung Pra Alpesina. Die ersten Rampen sind da. Zur frühen Mittagszeit erreichen wir die Talstation des Sessellifts Pra Alpesina. Fahrzeuge einheimischer Handwerker stehen davor, aha, hier kann man gut essen. Am Monte Baldo ziehen dunkle Wolken auf. Als wir fertig gegessen haben (es war wie zu erwarten sehr lecker), fängt es leicht an zu tröpfeln. Ein örtlich begrenzter Regenschauer entlädt sich über uns. Also noch einmal das volle Regenprogramm angezogen und weiter. Bei der Abfahrt müssen wir dann doch beim Rifugio Novezza anhalten, denn die Regentropfen peitschen schmerzhaft ins Gesicht. Der Spuk dauert nicht lange. Bei der Malga Ime beginnt der Schlussanstieg. Die feuchten Wiesen dampfen, wir auch. Raus aus den Regenklamotten, zeitlich passend sind auch wieder sonnige Abschnitte zu sehen. Der Almweg an der Malga Valfredda vorbei geht schließlich in Schotter über und plötzlich liegt er vor uns, riesig ausgebreitet, der Gardasee. Wir schauen auf das flache Ende von Garda über Sirmione hinüber bis Salo und Maderno. Dort erhebt sich markant der Monte Pizzocolo. Gleich sind wir auch beim letzten höchsten Punkt angelangt und die zunächst leichte Schotterabfahrt beginnt. Ein paar Weidezäune sind zu öffnen und wieder zu schließen. Dann folgt die kurze, aber extrem steile Rampe bei der Malga Zocchi. Das werden vielleicht gerade einmal 15 Höhenmeter sein. Wer die bis oben fährt, hat sich bisher auf der Transalp erholt.

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Ab der Malga Zocchi gibt es verschiedene Varianten in Richtung Malcesine, wo wir unsere Transalp beenden wollen. Auf dieser Seite des Monte Baldo hat es nicht geregnet. Wir entscheiden uns für die Trailvariante über Malga Zilone, Tenuta dei Cervi nach Campo. Feine Singletrails wechseln sich ab mit gröbstem Schotter. Nach Tenuta dei Cervi folgt eine entspannte Fahrt auf einem Höhenweg, der schöne Blicke auf den Gardasee bietet. Kurz hinter dem Anwesen Ca del Lupo zweigt ein alter Karrenweg ab. Nun wird es richtig grob. Diese Wege wurden im Mittelalter angelegt und liegen teilweise noch so wie vor Hunderten von Jahren. Zum Wegebau wurde das genommen, was hier herumliegt - durch Gletscher rundgeschliffene Steine, die sich im Moränenschutt finden. Diese Wege muss man schon lieben, manche werden sie hassen. Bei Regen kann man nur dringend raten, auf der Straße von San Zeno hinunter zum See zu fahren.

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Eine entspannte Variante ab der Malga Zocchi sähe so aus: Sträßchen bis Prada, dann links bis zum Abzweig am Albergo Sceriffo und weiter nach San Zeno di Montagna. Hier über die steile Straße hinunter nach Castelletto am Ufer des Gardasees. Ab hier fährt man auf Kies- und Radwegen fast durchgängig direkt am Ufer entlang bis Marniga, wo man wieder auf die Hauptroute trifft. Wir bleiben auf der härteren Variante, die auch landschaftlich überragend ist. Ein paar Mal passieren wir Felsplatten, die von den Gletschern in der Eiszeit glatt geschliffen wurden. Schließlich spuckt uns der holprige Karrenweg in Campo aus. Das ist ein uraltes Dörfchen, dessen Geschichte bis in die Römerzeit zurückreicht. Damals war das ein Militärposten. Campo ist selbst heutzutage nicht mit einem normalen Auto zu erreichen. Ein schmaler Jeep schafft das gerade so. Gut die Hälfte der wenigen Häuser sind verfallen. Doch in ein paar regt sich noch oder wieder Leben. Fünf Einwohner soll das Örtchen haben.

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Nach Campo wartet noch ein schöner Pfad auf uns, doch dann reicht es uns. Man könnte zwar auf diversen Trails und Höhenwegen fast ganz bis Malcesine fahren. Aber sieben Tage Transalp fordern ihren Tribut. Deutliches Signal ist dann noch ein Kettenriss am Rad von Martin. Der wird vom Reparaturprofi Stephan schnell behoben. Danach nutzen wir die nächste Gelegenheit und fahren zum Seeufer ab. Das geschieht in Marniga. Die stark befahrene Gardesana müssen wir nur überqueren. Bis nach Malcesine fahren wir direkt am Seeufer, über Kies- und Radwege und durch Örtchen mit kleinen verträumten Häfen, wunderschön. Schließlich erreichen wir den letzten Vorposten von Malcesine: das Tal der Träume - Val di Sogno. Besser könnte es nicht passen, das Ziel unserer Träume ist erreicht. Auf der Uferpromenade rollen wir auf die bekannte Silhouette von Malcesine und der charakteristischen Scaligerburg zu.

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Bei der Ankunft am Hafen herrscht um uns her der übliche Touristenrummel. Wir kommen uns vor wie Exoten, die hier ihre Transalp beenden. In Riva oder Torbole wären wir nur einige unter vielen. Eine eindrucksvolle Transalp liegt hinter uns - alles gut gegangen - eintoller Abschluss. Mit dem Schiff geht es dann entspannt nach Torbole, wo wir übernachten, weil der Ort für die Abreise günstiger liegt. Also gibt es dann doch noch den obligatorischen Absacker am Strandcafe. Schade, mein geliebtes Kristallweizen wurde weggetrunken. Na gut, ein Hefeweizen tut es zur Not auch. Prost!

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Übernachtungstipp: Torbole

Hotel Villa Stella, Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole sul Garda (TN) Tel 0039-0464-505354     www.villastella.it



Fazit

Das ist eine sehr flexible Transalp, die unter normalen Bedingungen schon im Juni gefahren werden kann. Sie bietet im Schlussteil an verschiedenen Stellen die Möglichkeit, die Tour auch früher zu beenden. So wird daraus leicht auch Transalp, die nur fünf bis sechs Tage dauert. Die Strecke ist zu großen Teilen fahrbar. Schiebepassagen sind die Ausnahme. Trotzdem fehlen Trails nicht.
Ich gönne mir dieses Mal den Luxus und hänge noch ein paar Tage zum Relaxen am Gardasee dran. Die verbringe im ruhig gelegenen Hotel Villa Stella in Torbole. Die Stimmung ist angenehm familiär. Angelica und ihr Team umsorgen die Gäste herzlich und unaufdringlich. Auf mich wirkt die Stimmung an diesem schönen Ort sehr entspannend und inspirierend. Das Manuskript zu diesem Roadbook ist mir dort innerhalb von drei Tagen zugeflogen. Danke Angelica, danke dem Team der Villa Stella. Hierher kehre ich gern zurück.

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Meinungen-Rückmeldungen:


Datum: 30.08.2015 um 10:52 schrieb
Christian Kuratle:
Grüezi Andreas
Schade dass es letzten Herbst mit einem Treffen im Rheintal nicht geklappt hat. Vielleicht sehen wir uns einmal bei einer anderen Gelegenheit.
Dieses Jahr haben wir zum sechsten Mal die Alpen überquert. Diesmal war es wieder eine "Albrecht-Route", die Transalp Dolomiti.
In der ersten Augustwoche sind wir 7 Biker im Alter von 55 - 66 Jahren und 2 Fahrern im Begleitbus zu unserem diesjährigen Abenteuer gestartet. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Tag 1:

Start auch in Gries am Brenner. Allerdings mussten wir die Strecke ändern: Den Gasthof Hörschwang scheint es nicht mehr zu geben. Die anderen Unterkünfte in der Umgebung hatten nur für eine Nacht kein Zimmer frei. Daher: von Sterzing der Venedig-Route bis nach St.Vigil gefolgt.
Die Unterkunft im Hotel Mirabel war schön und das Essen fein, mit Wellness.

Tag 2:

Den ersten Teil ins Fanes-Gebiet kannten wir schon von Venedig-Route. Leckeres Mittagessen in der Grossen Fanesalm. Der steile Abstieg nach Ju dal'Ega hat uns zu einigen Schiebe-Passagen gezwungen. Der Anstieg zur Pralongia ganz angenehm. Das Bier hat dort oben mit dem herrlichen Panorama besonders gut geschmeckt.
Das Hotel Pradat in Corvara war schön, das Essen war sehr gut und verfügte über einen kleinen Wellness-Bereich.

Tag 3:

Der Tag begann speziell. Kurz nach Corvara war der Waldweg durch einen Murenabgang verschüttet und gesperrt. Das Gelände war ungefährlich und wir gingen schiebend weiter. Die Erde war aber so klebrig dass die Reifen wurden immer dicker wurden und die Räder blockierten. Danach mussten wir die Bikes in einem Bach richtig waschen.
Der Aufstieg zum Grödner- und Sella-Joch: ging recht flott, der Verkehr hielt sich in Grenzen. Wie Du beschrieben hast gab es sehr viele Wanderer auf dem Friedrich-August-Weg und wir mussten mehr schieben als es das Gelände erforderte. Das Mittagessen in der F.A.-Hütte war sehr gut, inklusive Live-Musik.
Der Weg ins Tal und dann der schöne Radweg bis nach Molina di Fiemme dauerte seine Zeit. Zwischen Soraga und Moena gibt es jetzt einen Radweg und wir mussten nicht der Strasse folgen.
Im Hotel Italia konnten wie unsere Muskeln im Sprudelbad wieder lockern.

Tag 4:

Der Aufstieg zum Manghen-Pass war schneller als geplant, daher haben wir das Mittagessen weiter unten im Ristorante Baessa genossen. Wie erwartet war das Valsugana sehr heiss, der Bike-Computer zeigte 37°C an. Nach der Rast im Bicigrill waren wir froh auf dem Kaiserjäger-Weg der Hitze im Tal wieder zu entfliehen.
In Bertoldi hatten wir als Unterkunft war eigentlich das Hotel Cimone gebucht, sie haben uns aber in das Garni Pasticceria in der Nähe umquartiert.

Tag 5:

Auf dem langen Aufstieg zum Monte Maggio haben wir zum Schluss teilweise geschoben. Auch auf dem Weg hinunter sind wir bei den exponierten oder zu verblockten Stellen manchmal abgestiegen. Dafür ging die Fahrt ab Passo della Borcola auf der Passstrasse umso schneller. Vor dem Aufstieg zum Passo Xomo: feines Picknick von unserem Begleitbus. Frisch gestärkt schafften wir den Aufstieg zum Passo Campogrosso locker. Die Übernachtung im dortigen Rifugio gut und preiswert.

Tag 6:

Angenehmer Start auf „Der Unvollendeten“. Danach der lange, moderate Aufstieg zum Monte Zugna, Feines Mittagessen im Rifugio Mt. Zugna. Überall eindrückliche Zeugen vom ersten Weltkrieg, gut beschrieben. Hinab: schöner Trail, eindrückliche Berge und endlose grobe Schotterstrecke.
Übernachtung: Agriturismo Al Picchio in Ala: sehr nette Leute, günstig. Abendessen: Shuttle im PW zur naheliegenden Taverne

Tag 7:

Langer Aufstieg, aber meist im Schatten. Feines Mittagessen im Malga Dossioli. Nach Rifugio Novezzina ist der Weg seit längerem gesperrt, mit Bike aber problemlos fahrbar.
Wie immer ist der erste Anblick auf den Gardasee toll. Der Schotter auf der Abfahrt ist teilweise sehr grob. Auf den Karrenweg haben wir verzichtet und bequem nach Castelletto hinunter gefahren. Den Uferweg haben wir nach wenigen Kilometern verlassen da es zu viele Leute hatte. Im Malcesine wurden die Bikes in den Bus verladen. Übernachtung in Torbole im Hotel Centrale. Sehr feines Essen, preiswert
Es war wieder ein toller Transalp, herrliches Wetter, Landschaftlich abwechslungsreich und gute Kameradschaft. Das Wichtigste: Alle sind heil angekommen. Es gab nur ein paar harmlose Stürze und zwei Plattfüsse.
Lieber Andreas, herzlichen Dank für die Ausarbeitung dieser tollen Transalp. Wir haben sie sehr genossen.
Ich wünsche Dir eine schöne und unfallfreie Zeit in den Bergen
Christian