Transalp.info by Andreas Albrecht

Eisjöchl - Kurztour

Erkundungstour: Eisjöchl, Naturnser Alm

Strecke:

eisjochlPfelders - Lazins - Eisjöchl - Pfossental - Schnalstal - Etschtal - Naturnser Alm - Ultental - Meran - Passeiertal - Moos

Länge: 129 km
Höhenmeter: ca. 3940 hm
Etappen: 3

1. Tag: 45 km, 1480 hm
Pfelders - Lazins - Stettiner Hütte - Eisjöchl - Pfossental - Schnals-Tal - Naturns

2. Tag: 53 km, 1810 hm
Naturns - Ploner - Naturnser Alm - St. Vigil - Pawigl - Ulten-Tal - Lana - Meran - Dorf Tirol

3. Tag: 31 km, 650 hm
Dorf Tirol - Passer-Radweg - St. Leonhard - Moos in Passeier

Vorbemerkung: frühes Beispiel für eine Tourplanung, um Erfahrungen im hochalpinen Bereich zu sammeln. Interessant sind auch die Preise für Übernachtung zur damaligen Zeit. Die Bilder vom Eisjöchl sind von Papierabzügen gescannt. Die Bilder von der Naturnser  Alm stammen von einer erneuten Befahrung, bei der ich schon eine Digitalkamera dabei hatte.

Landkarten

Kompass: Digitale Karte Südtirol, 53
TOPO-Karte für GPS-Geräte: Garmin TransAlpin, kaufen bei Amazon: klick hier
Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358  Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4

Tourplanung: Andreas Albrecht

gefahren vom 1. - 3. August 1997: Andreas Albrecht, Dieter Stein



Tourbericht

Suche dir eine Arbeit, die du gern tust. Dann brauchst du keinen Tag in deinem Leben mehr zu schuften

Konfuzius


Prolog

cover kl transalp buch woelfingerAngeregt durch das Buch "Transalp - Alpenüberquerungen mit dem Mountainbike" von Toni Wölfinger nahm ich seit 1994 die ersten Wege in den Alpen und am Gardasee unter die Stollenreifen. Zu Anfang fuhr ich einfach erprobte Touren nach. Aus Vorsicht wählte ich diese Vorgehenweise und meine Erfahrungen sollten mir Recht geben.
Touren im hochalpinen Raum, sei es zu Fuß oder mit dem MTB, bergen naturgemäß Risiken und Gefahren in sich. Leichtsinn, mangelnde Sorgfalt und/oder ungenügende physische und mentale Vorbereitung können schwerwiegende Folgen haben (siehe meinen Bericht 1996er Transalp-Tour).
Wer sein Maß dann gefunden hat, wer nicht das Abspulen von Kilometern und Höhenmetern als wichtigstes Ereignis ansieht, merkt bald, dass sich mit dem MTB einzigartige Erlebnisräume in den Alpen er-"fahren" lassen. Pfade weitab jeglichen Massentourismus vermitteln im Herzen Europas das Gefühl unendlicher Weite und Größe. Und doch ist man bergab mit dem MTB oft in nur einer halben Stunde wieder mitten im pulsierenden Leben. Inzwischen wusste ich die Karten richtig zu lesen, um anhand der Höhenlinien und Wegmarken Schiebepassagen zu erkennen und ihre Schwierigkeiten einzuschätzen. Tourberichte anderer las ich nun mit kritischem Blick, entnahm ihnen aber viele Detail-Informationen. Nach der Testfahrt allein auf's Eisjöchl im September 1996 kristallisierte sich die Idee einer Rundtour über drei Etappen heraus.



1. Tag: Eisjöchl - 2908 m

Ausgangspunkt war das Gasthaus "Bergkristall", ca. 2 km vor Pfelders im Hinteren Passeier-Tal. Beim Aufstieg zum Eisjöchl sind ab der Lazinser Alm (bis hierhin durchweg und gut fahrbar) gut 1000 Höhenmeter durch schieben, selten tragen zu überwinden. Die Route geht auf alte Militärpfade des 1. Weltkrieges zurück. Deshalb ist es kein größeres Problem, die Strecke bei entsprechender Ausdauer zu schaffen. Unsere einzigen Probleme in diesem Jahr waren ein paar größere Schneefelder (im April/Mai hatte es noch reichlich Neuschnee gegeben) und eine kleine Ziegenherde, die von Pfelders her Wanderer begleitete. Als wir sie passierten, hängten sich die Ziegen an uns dran, wahrscheinlich weil wir so gut rochen. Bald begannen sie an unserem Gepäck und schließlich an den Reifen herumzuknappern. Glücklicherweise erreichten wir kurz darauf die Stettiner Hütte. Die Ziegen trollten sich zurück in Richtung Pfelders auf der Suche nach neuen Opfern.
Nach ausgiebiger Rast ging es dann durch Pfossen- ins Schnalstal rasant hinab. An der Burg Juval, dem Wohnsitz von Reinhold Messner, ist das Etsch-Tal erreicht.

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Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)

Ort km hm Zeit Bemerkungen
Bergkristall 0 1566 08:45 ÜF in Bar Bergkristall 34.000 Lit, 2 km vor Pfelders
Pfelders 2 1622   Weg 8, Forststraße
Lazins 5 1782    
Lazinser Alm 7 1882 09:50 ab hier ca. 1000 hm alter Militärweg, schieben, selten tragen, kaum fahren
Stettiner Hütte 14 2875 13:20 Rast bis 15:00, viel Schnee
Eis-Jöchl 14,5 2908 15:20 schwierige Passage wegen Schnee, sonst kein Problem
Eis-Hof 21 2076 16:40 Traum-Weg durchs Pfossental
Mitterkaser 23 1954   Forstweg
Jägerrast 26 1676   ab hier Straße
Karthaus 31 1327   erreichen Schnals-Tal
Etsch-Tal 40 620   Etschtal bei Burg Juval (Reinhold Messner's Wohnsitz)
Naturns 45 554 18:10 Garni Sonja, Kompatscher Str. 25, 39025 Naturns bei Meran
    1480   hm gesamt


2. Tag: Naturnser Alm

Zum Übergang ins Ultental benutzten wir den Weg ab Naturns über die Naturnser Alm. Im Jahr zuvor hatte ich den Weg über den Tarscher Pass genommen (siehe Eisjöchl-Tour 1996), der nicht berauschend ist. Andere Tourvarianten lasen sich auch nicht gerade einladend. Ich studierte deshalb intensiv die Landkarte und "entdeckte" einen Weg, der ein Sträßchen darstellen musste. Diese Route hatte ich noch in keinem Bericht gelesen. Nachfragen vor Ort bei Einheimischen bestätigten mit dann, dass dieser Weg bergauf zum größten Teil fahrbar sein müsste. Tatsächlich lassen sich die 1400 Höhenmeter zur Naturnser Alm komplett fahren. Auf dem Bergrücken ging es dann Richtung St. Vigil. Traumhafte Sicht auf die Dolomiten belohnte den gelungenen Versuch, selbst eine Route zu finden. Ab St. Vigil ging es dann abwärts via Pawigl, Ulten-Tal nach Meran. Unterkunft bezogen wir in Dorf Tirol, dem Balkon von Meran.


Hinweis: Diese Bilder stammen von einer späteren Befahrung.


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Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)

Ort km hm Zeit Bemerkungen
Naturns 0 554 09:10 Weg 16 Richtung Naturnser Alm
Labeben 3 756    
Ploner 6 1041    
Ende Aspalt 9 1200 11:05 ab hier guter Forstweg
Rast 12 1430 11:40 Körper braucht Energie
Naturnser Alm 17 1922 13:10 Rast, idealer Übergang ins Ultental, da komplett fahrbar, weiter Höhenweg 9/9 A Richtung St. Vigil
St. Vigil 21 1700    
Hotel Vigil-Joch 25 1486    
Pawigl 28 1164    
Ulten-Tal-Straße 35 500   Tourvariante Richtung Gardasee, durchs Maraun-Tal
Lana 41 300    
Tscherms 42 315    
Marling 44 363    
Meran 46 325 16:30  
Dorf Tirol 53 565 17:30 ÜF Schneidl-Hof
    1810   hm gesamt


3. Tag: Passeier-Tal

Die letzte Etappe führt das Passeier-Tal auf dem gut ausgebauten Radweg leicht hinauf bis St. Leonhard. Ab hier wird es etwas steiler bis Moos und dann zum Ausgangspunkt zurück.

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Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)

Ort km hm Zeit Bemerkungen
Dorf Tirol 0 565 09:10  bergab zum Passer-Radweg
Passer-Radweg 2 450    
St. Leonhard 19 693 10:50 Rast bis 11:45
Moos 31 1019 13:20 Bus-Transfer bis Bergkristall
    650 3940 Gesamthöhenmeter


Fazit

Ab Ende Juli, besser jedoch im August bis September ist diese Rundtour ein absolutes Highlight in den Alpen. Gute konditionelle Vorbereitung und ein intaktes, möglichst vollgefedertes MTB machen die Eis-Jöchl-Tour zum einmaligen Erlebnis, wenn auch noch das Wetter mitspielt. Bei 3 Tagen braucht man auch nicht viel Gepäck im Rucksack. Deuter Rucksäcke sind für eine derartige Tour ein guter Begleiter, aber lieber die kleinen nehmen, denn Ihr habt Sie ja während der Fahrradfahrt auf dem Rücken. Um bequem auf dem Sattel zu sitzen und den Rücken nicht in Mitleidenschaft zu ziehen, braucht es noch genügend Bewegungsspielraum. Ansonsten hat man zwar einen guten Rucksack, muss aber seltsam sitzen, damit der nicht hinten auf dem Sattel aufstößt. Außerdem zwingt das kleine Gepäck einen dazu, weniger mitzunehmen. Denn wer an einem idyllischen Zwischenstopp noch ein bisschen wandern möchte, der muss auch hier alles schleppen. Den Sturzhelm nicht vergessen und los kann's gehen.
Eine Überlegung ist es auch wert, die Tour andersherum zu fahren, den Aufstieg durchs Pfossental zu machen. Ich denke, dass man dabei sehr viel mehr fahren kann statt schieben zu müssen.


Meinungen - Rückmeldungen:

Seit dem 10. Oktober 2003 liegt eine Info dazu vor. Christian Förster (www.singletrail.de.vu) schrieb dazu:

Ich bin in diesem Sommer zweimal von Naturns aufs Eisjöchl gefahren. Die besondere Herausforderung ist halt, dass du da 2400 Höhenmeter am Stück bergauf hast. Das ist schon der Kick... Jedenfalls ist es bis zum Eishof auf ungefähr 2000 Metern Höhe nur ein rein konditionelles Problem. Die Straße und der Schotterweg bis dahin sind problemlos fahrbar. Ab dem Eishof beginnt dann die Militärpiste bergauf. Ungefähr eine halbe Stunde kann man noch fahren, dann stehen 1,5 Stunden Schieben mit kurzen Fahr-Passagen an. Ich empfand diese 1,5 Stunden Schiebepassage als angenehm: Man muss nicht tragen und die Landschaft ist fantastisch. Insgesamt muss man 4-5 Stunden Nettofahrzeit von Naturns bis zum Joch einplanen, dazu kommen natürlich noch die Zeiten für Pausen. Beim ersten Mal bin ich unten um kurz vor 7 los und war um 14 Uhr am Joch. Beim zweiten Mal bin ich um 8 los, habe längere Pausen als beim ersten Mal gemacht, und war um 15 Uhr oben.