Transalp.info by Andreas Albrecht

Heckmair à la Albrecht


1. Tag: Schrofenpass: von Deutschland nach Österreich

01 350px DSCN0928Am Bahnhof München-Pasing treffe ich mich David und wir besteigen den Zug nach Oberstdorf. Gut zwei Stunden ist er unterwegs, eine entspannte Anreise. Die letzten Regenwolken verhüllen noch die Ausläufer der Alpen. Als wir uns 12 Uhr mittags am Bahnhof in Oberstdorf auf die Räder schwingen, sind auch diese verflogen. Die Ortslage ist schnell durchquert und sofort sind wir mit unseren Rädern alleine. An einem Tag mitten in der Woche zu loszufahren, bringt schon eindeutige Vorteile mit sich, gerade wenn man von Oberstdorf aus startet. Ich hatte von regelrechten Staus an der berühmten Leiter am Schrofenpass gehört und gelesen. Uns begegnen auf der Anfahrt ein paar Wanderer, das war's. Erst am Beginn der Schiebe-Passage sehen wir eine kleine Gruppe von Mountainbikern in der Felswand über uns. Exakt an der Leiter haben wir sie erreicht, so dass einer von ihnen uns die Freundlichkeit erweist, uns zu fotografieren. Natürlich auf der Leiter, das muss schon sein. Ich hatte schon ein wenig Respekt vor dieser Passage, weil viel Rummel darum gemacht wird. Heckmair sagte: "Das ist die Schlüsselstelle, gleich zu Beginn!" Das ist nach meiner Einschätzung leicht übertrieben. David als erfahrener Bergwanderer und Skitourengeher kann dem nur beipflichten. Klar, trittsicher und schwindelfrei sollte man schon sein, aber eine besondere Schwierigkeit stellt die Passage nach unserer Meinung nicht dar. Ohne uns abzuhetzen und mit Zeit für Fotopausen brauchen wir gerade mal 35 Minuten für das Schiebe-/Tragestück. Lästiger ist für uns eher, das nach dem Pass kein flüssiges Fahren möglich ist. Die schöne Berglandschaft und das sich bessernde Wetter entschädigen uns für die kleine Wandereinlage, von denen auf dieser Tour noch einige folgen sollten. Irgendwann ist der Weg dann für jeden wieder fahrbar. In Warth legen wir eine kurze Essenspause ein, bevor wir nach Lech herunter rollen. Im Ski-Ort ist im Sommer nicht allzu viel los, was uns nur recht ist. Wir biegen nach rechts ab, Richtung Zug und Freiburger Hütte, die mit dem Rad problemlos zu erreichen ist. Die Fahrt auf leichter Schotterpiste um den Formarin-See herum ist heute still und einsam.

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An der Freiburger Hütte wird gerade umgebaut. Wir liegen gut in der Zeit und beschließen, nach Dalaas abzufahren. Bis zu einer Almhütte führt ein leichter Schotterweg. Aber nun ist es mit den Spaß vorbei. Der jetzt folgende Weg ist verblockt und durch die lang anhaltenden Regenfälle der letzten Wochen sehr schmierig. Sowohl David als auch ich sind keine ausgeprägten Liebhaber von Steinhopserei und Stürzen im schweren Gelände. Aber das ist sicher Geschmackssache, andere werden diese Trails genießen Wir beide schieben jedenfalls unverdrossen unsere Räder einige Höhenmeter bergab. An der Mustrin-Alm auf ca. 1450 m entscheiden wir uns auch noch für den "falschen" Abzweig, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Der Weg gabelt sich. Nach rechts zeigt ein Schild "Braz" an. Nach links scheint es direkt in die Schlucht hinunter zu gehen, komplett unfahrbar, wie es aussieht. Beide Varianten führen letztlich nach Dalaas im Klostertal, wo wir im gemütlichen Gasthof "Zur Post" unterkommen.
Der Wirt ist bestens auf Radler eingestellt und sagt mir, dass wir am Abzweig besser den Weg nach links genommen hätten. Er sähe zwar auf den ersten Blick schlechter aus, würde aber recht bald in einen fahrbaren Forstweg übergehen. Das nächste Mal weiß ich es besser (in den GPS-Tracks ist es auch korrigiert). Zumindest haben wir unsere Beinmuskeln für das Bergabschieben gekräftigt. Die Übernachtung im Gasthof "Zur Post" kann ich empfehlen. Das Essen und die Zimmer sind gut und preiswert. Das schont die Reisekasse, bevor es in die teure Schweiz geht. Inzwischen gibt es an der Strecke auch eine weitere sehr gute Übernachtungsmöglichkeit für Moutainbiker im Haus Gaues: siehe die Hinweise bei den Übernachtungstipps.

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Variante Straße bei schlechtem Wetter:

auf Straße ab Lech über Zürs und den Flexenpass bis Dalaas

Übernachtungstipps:

Haus Gaues in Dalaas
liegt direkt an der MTB-Strecke Formarinsee-Dalaas und eignet sich sehr gut für die Unterbringung von Radfahrern
Direkt-Reservierung: Heidi Ollschnöger - Telefon: +43 (664) 3929389
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Dallas: Gasthof Zur Post:  www.dalaas-wald.at/gasthofpost