Transalp.info by Andreas Albrecht

Karwendel - Sette Comuni - Gardasee


3. Tag: Pfitscher Joch

350 IMG 2472 DSCN4324Die ganze Nacht hat es durchgeregnet. Es will nicht aufhören. Wir überlegen ernsthaft, ob es bei diesem Wetter angeraten ist, weiter in die Berge zu fahren. Das Pfitscher Joch liegt immerhin 2248 m hoch, und es wird saukalt werden. Die Alternative wäre, zurück über Zillertal und Inntal in Richtung Brenner zu fahren. Das könnte man gut mit der Eisenbahn überbrücken. Da das Wetter hinter dem Alpenhauptkamm auch nicht viel besser ist (das Genua-Tief lässt grüßen) und keine Schneegefahr besteht, beschließen wir, das Abenteuer einzugehen. Allerdings ersparen wir uns die Sturzbäche auf der Straße bis zum Schlegeisspeicher, indem wir mit dem Bus bis zum Stausee fahren. Dort packen wir uns wie gehabt so regenfest ein wie möglich und strampeln los. Der Pfad ist total versifft, die Kühe stört der Regen nicht, deren Hinterlassenschaften sind schön sämig. Auf dem zunächst etwas verblocktem Pfad müssen wir zunächst ein paar Schiebepassagen einlegen. Es ist zwar nicht sehr steil, aber extrem rutschig und ich habe gar keine Lust, im Matsch meinen Körperabdruck zu hinterlassen. Ab der Lavitzalm hat man einen neuen breiten Forstweg gebaut. Selbst bei diesem Sauwetter ist er bis zum Pfitscherjoch gut fahrbar. Vor ein paar Jahren war auch dieser Übergang noch mit einer heftigen Schiebe- und Tragepassage gesegnet. Das ist nun zu unserem Glück vorbei, selbst bei diesen schlechten äußeren Bedingungen kann man das Pfitscherjoch ohne Probleme bezwingen. Oben herrscht eine archaische Stimmung. Wir sehen kaum hundert Meter weit, es regnet und stürmt, die Temperatur ist auf 3° gefallen. Irgendwie hat das auch was. Wir nehmen es gelassen, zumal ein Opel Vectra mit deutschem Kennzeichen vor dem Haus parkt. Die Abfahrt ins Pfitschtal dürfte also mit dem Mountainbike unproblematisch sein, was sich dann auch nach einer Rast zum Aufwärmen bestätigt. Die alte Militärstraße wurde unter der Herrschaft von Mussolini angelegt, in vielen Serpentinen windet sie sich nach unten. Unsere Scheibenbremsen beweisen ihre Nützlichkeit und bald erreichen wir die Talstraße. Bei der Abfahrt nach Sterzing lassen wir unsere Räder durch die Wasserströme laufen, so wird der Dreck gleich abgespült. Wenigstens ein positiver Nebeneffekt des Wetters. Das Pfunderer Joch ist bei dem Wetter tabu, wir sind am Abzweig bei Fußendraß im Pfitschtal gleich durchgefahren. In Sterzing trinken wir erst einmal einen Espresso und überlegen, wie weit wir heute noch fahren wollen.
03 350 IMG 3605Zu unserem Erstaunen und unserer Freude hört der Regen langsam auf und wir beschließen, heute soweit wie möglich nach Süden zu kommen. Dazu bietet sich der neue Radweg zwischen Sterzing und Brixen an. Wer mit dem Auto vom Brenner gen Süden fährt, kann sich nur schlecht vorstellen, das eine Fahrt mit dem Rad durch das enge Eisacktal ein Vergnügen sein kann. Mit ein paar knackigen Gegenanstiegen gewürzt, führt uns der im wesentlichen gut ausgeschilderte neue Radweg rasch in Richtung Brixen. Kurz vor Vahrn damals dann die Überraschung. Der bis hierher asphaltierte Radweg ist zu Ende (er ist inzwischen komplett ausgebaut) und wir rollen über eine kurzen steinigen Pfad zum Vahrner See. Versteckt schimmert die Wasserfläche durch die Bäume. Wir machen selbstverständlich Rast an diesem idyllischen Platz und der Gipfel des Glücks ist es, dass nun sogar die Sonne hervorkommt. Also raus aus den langen Klamotten und in kurzem Sachen weiter gefahren. Eine Wohltat, die Sonne wieder auf der Haut zu spüren. Wir durchqueren Brixen und bleiben auf dem Radweg im Eisacktal. Er führt  z.B. durch Klausen, das mit seinem intakten mittelalterlichen Stadtensemble zu einer Kaffeerast einlädt. Nur bei Atzwang müssen wir damals kurz auf die Straße. Inzwischen ist die alte aufgelassene Bahnstrecke vom Brenner hinunter bis Bozen als Radweg komplett ausgebaut , so dass sich dieses Problem erledigt hat. In Blumau ist das entspannte Rollen bergab vorbei. Ein netter Schlussanstieg wartet wieder auf uns. Als Ziel peilen wir den "Steinegger Hof" von Kurt Resch in Steinegg www.steineggerhof.com an. Kurt ist selbst begeisterter Mountainbiker, im MTB-News-Forum aktiv und ich will die Gelegenheit nutzen, ihn auch einmal persönlich kennenzulernen. Das Hotel ist gut gefüllt, wir bekommen aber noch ein Zimmer und trotz der späten Ankunft noch ein ausgezeichnetes Menü vorgesetzt. Das Hotel ist ganz auf MTB-Gäste eingestellt, hat inzwischen sogar einen eigenen kleinen "Bikepark" und eine Selbsthilfewerkstatt. Die nutzen wir, um unsere Bremsbeläge zu wechseln, die Regenabfahrten haben ihnen ganz schön zugesetzt. Alles wird gut!

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Auch hier folgen ein paar folgen einige Bilder von der Überquerung des Pfitscherjoches, die ich bei besserem Wetter machen konnte. Sie stammen von der Transalp München - Venedig und der Transalp an den Monte Grappa.

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Variante: Pfunderer Joch

ab Fussendrass rechts Richtung Großbergalm zum Joch, nur bei guten äußeren Bedingungen zu empfehlen, Erkundigungen über Schneelage einholen, siehe auch Transalp München-Venedig

Tourdetails: (bitte Hinweise zum Haftungsausschluss beachten)

Ort km hm Zeit Bemerkungen Karte
Schlegeisspeicher 0,0 1782 m 08:44 Regen, deshalb mit Bus zum Schlegeisspeicher, auf Weg bis Lavitzalm ist mit ein paar wenigen Schiebstücken zu rechnen, danach ist eine neue Schotterpiste gebaut, komplett fahrbar bis Pfitscher Joch 37
Grenze 7,0 2240 m 10:16 Schotterpiste 37
Pfitscher Joch 7,4 2248 m 10:20 Pfitscher-Joch-Haus, Val di Vizze 138/a, A-39040 Pfitsch, Telefon Hütte: +39/0472/630119, Telefon Tal: +39/0472/767754, Zimmerlager/Betten: 30 ; 2248; http://www.alpenvereinshuetten.at/huette.php?huetteNr=1254 37
Rastende 7,4 2270 m 10:54 leichte Abfahrt auf alter Militärpiste, bei gutem Wetter ein Traum 37
Stein 17,7 1522 m 11:21 Ortschaft 37
Stein, geradeaus durch Wiesenweg 18,0 1506 m 11:23 dann auf Straße 37
St. Jakob 20,3 1445 m 11:29 Straße 37
Abz. Kematen 22,2 1425 m 11:34 Straße 37
Fussendrass 26,2 1379 m 11:44 hier Einmündung von Schlüsseljoch und Abzweig zum Pfunderer Joch 44
Sterzing 37,1 955 m 12:05 hier auf Eisack-Radweg wechseln 44
Sterzing-Eisackradweg 38,6 949 m 12:10 Radweg 44
Stilfes 46,2 957 m 13:04 Radweg, Achtung: Autobahnbrücke überqueren 44
Niederried 48,9 975 m 13:16 Radweg 44
Pfulters 49,4 973 m 13:18 Radweg 44
Grasstein 54,5 848 m 13:28 Radweg 44
Abzweig links 58,0 814 m 13:36 unter Autobahn durch nach Mittewald 44
Franzensfeste 61,9 768 m 13:53 Radweg führt durch alten Bahnhof, wer ins Pustertal will, sollte hier kurz auf die Straße wechseln und dann Richtung Aicha links abbiegen 44
Radweg Eisacktal
65,6 714 m 14:04 immer der Ausschilderung des Radwegs folgen
56
Vahrn 69,1 636 m 15:07 Kirchhof durchqueren, weiter Weg 1/2 Richtung Brixen 56
Brixen - Zentrum 72,4 546 m 15:22 weiter auf Radweg links der Eisack, bis Albeins 56
Straße nach Albeins 80,0 540 m 15:47 Straße nach Albeins, hier links; alternativ auf Radweg bleiben 56
Albeins 80,8 579 m 15:53 Gasthof "Tauber", Fam. Tauber, I-39042 Albeins bei Brixen, 0039/0472-851033, am Gasthof Tauber vorbei, dann rechter Weg 4 bis Holzkreuz (Marterl); Achtung! hier nicht weiter bergab auf Teer 56
Holzkreuz 82,5 557 m 16:02 links in Wiesenweg hinein 56
Totenstein 83,9 549 m 16:19 MTB-Weg, kurze steile Anstiege und Abfahrten 56
Wirtshaus zum Weißen Rössl 86,0 504 m 16:27 rechts ab 56
Abzweig rechts 86,5 493 m 16:29 rechts ab zur Radroute 56
Klausen 89,2 483 m 16:37 schöner mittelalterlicher Stadtkern, Rastmöglichkeit, weiter Radweg 56
Waidbruck 96,7 452 m 16:58 Radweg 56
Atzwang 103,7 346 m 17:10 Radweg 54
Blumau 109,6 293 m 17:21 Radweg 54
Abzweig links 110,0 298 m 17:25 Abzweig links, Straße Richtung Steinegg 54
Steinegg 115,6 770 m 18:41 der Weg zieht sich 54
Steinegger Hof 117,0 843 m 19:07 Oberdorf 128, I-39050 Steinegg, Tel. +39 0471 376573  http://www.steineggerhof.com/ 54