Transalp.info by Andreas Albrecht

Pfunderer Joch - Grauner Joch


4. Tag: Sarntaler Alpen

Diese Transalp ist geprägt von großen Höhendifferenzen, die pro Tag am Stück zurückgelegt werden müssen, Gebirgs-Hopping sozusagen. Die gestrige Reparaturpause hatte ich nutzen können, um die Auffahrt in die Sarntaler Alpen zu verifizieren. Der einheimische Mountainbiker Norbert Hoffmann gab mir den wertvollen Insider-Tipp, durchs malerische Thinnebach-Tal hinauf zu fahren (herzlichen Dank von dieser Stelle aus). Ab Klausen (sehr gut erhaltenes mittelalterliches Stadtbild) bewältigten wir gut 1500 Höhenmeter am Stück bis zur Rast an der Stöffl-Hütte. Im oberen Teil waren die Kompass-Karten nicht unbedingt eine große Hilfe, so dass wir eine kleine Ehrenrunde Richtung Latzfons drehten. Dies war nicht zwingend notwendig war, bescherte uns aber ein paar zusätzliche Höhenmeter. Der nette junge Mann, der eigentlich Holz spalten wollte, war schwer beschäftigt mit Auskünften betreffs des richtigen Weges. Es dauerte eine kleine Weile, bis auch wir dran waren und unsere Fragen los wurden. Also, immer schön Richtung Stöffl-Hütte/Kasereck fahren. Schließlich erwischten wir den richtigen Abzweig und schraubten uns weiter Meter um Meter in die Höhe. Ab einem Parkplatz für Wanderer begann die Schotterstrecke. An einer Weggablung sagten uns die Wegweiser, dass beide Wege zur Stöffl-Hütte führen würden. Wir entschieden uns für den linken, da er zu Beginn weniger steil erschien. Nach Erreichen des Plateaus eröffnete sich uns ein atemberaubendes Panorama. Die Dolomiten mit Sella, Schlern und Rosengarten, die Berge der Texelgruppe, Adamello-Brenta und des Ortler-Gebietes. Alles in voller Pracht zu sehen. Die Insellage der Sarntaler Alpen macht diesen überwältigenden Rundum-Balkonblick über einen riesigen Bogen des Alpenraumes möglich. Viel beeindruckender als auf der berühmteren Seiseralm. An der Stöffl-Hütte war dann der logische Rastpunkt. Hier sahen wir auch den eben erwähnten zweiten Weg ankommen. Wahrscheinlich wäre dieser komplett fahrbar gewesen. Auf unserer Route konnten wir auf einen verblocktem Wiesentrail ein paar Meter unserer Wandererlust frönen. Den grandiosen Panoramablick genossen wir auf der Terrasse der Stöffl-Hütte. Dabei führten wir uns dringend notwendige Kalorien zu. Weiter ging es auf guten Schotterwegen oberhalb der Baumgrenze Richtung Rittner Horn, nicht ohne ein paar Höhenmeter bei der Abfahrt zu Hütte Moar in Plum zu verlieren, die wir via Gasteiner Sattel wieder gewinnen mussten. Dass wir nach Bozen hinunter wollten war klar, wie jedoch genau, musste sich noch ergeben.

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  Die Sarntaler Alpen wurden bisher bei Transalps eher stiefmütterlich behandelt. Sehr zu Unrecht, wie ich auf dieser Tour feststellen konnte. Vielleicht liegt es ja an deren Insel-Lage, die immer einen gewissen Transfer durchs Eisack-Tal bedingt. Dadurch wird man natürlich aus der Stille der Berge für einen Moment herausgerissen. Der Kontrast zum pulsierenden Leben im Tal hat aber auch seinen Reiz. Schließlich fanden wir mit Hilfe des Rates eines einheimischen Mountainbikers einen gelungenen Weg über Waldpfade und Nebensträßchen den Berg hinab via Pemmern, Kematen, Oberbozen, Signat ins heiße lärmende Bozen. Hier war es uns eindeutig zu hektisch. Deshalb beeilten wir uns den Radweg an der Eisack-Promenade zu finden. Schnell entflohen wir dem Getriebe der Stadt flussabwärts auf dem leicht zu fahrenden Ufer-Radweg, der schließlich zum Etschtal-Radweg wird. In einer knappen Stunde landeten wir in Tramin, wo wir auf Anhieb Quartier in einer Pension in den Weinplantagen fanden. Über Tramin braucht man nicht viele Worte verlieren. An der Südtiroler Weinstraße gelegen, ist es ein beliebter Urlaubsort deutscher Touristen. Viele Ausflüge sind von hier aus per Rad möglich.

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