Transalp.info by Andreas Albrecht

Pfunderer Joch - Grauner Joch


6. Tag: Monte Gazza

Voll Tatendrang machten wir uns am Morgen auf den Weg. Der Himmel war wolkenverhangen, es sah nach Regen aus. Die Route sollte entlang des Monte Gazza führen, den Gardasee in Greifweite nah. Bei der Tourplanung im Vorfeld hatten mich der schon erwähnte Robert Thätig und Elmar Neßler (www.faszination-alpen.de ausführlich beraten (nochmals meinen Dank und Grüße von dieser Stelle an beide). So ganz einfach war es trotzdem nicht, den richtigen Weg im Skigebiet zu finden. Einsetzender Nieselregen war auch nicht gerade dazu angetan, viel Zeit mit der Wegsuche zu verbringen. Also doch auf die Skipiste und ein wenig die Räder geschoben. Es hörte bald auf langsam zu regnen. Zum Glück war gerade eine Liftstation in der Nähe, wo wir uns zumindest im Trockenen unterstellen konnten. Im Laufe der einstündigen Pause zogen wir uns nach und nach dickere Sachen an, da es auch ungemütlich kühl wurde. Ein seltenes Gefühl in diesem Sommer 2003. Nur die Ruhe konnte es bringen. Schließlich wurde es wieder heller. Es tröpfelte nur noch ein bisschen und wir zogen weiter. Am Berg war man fleißig mit Pisten- und Wegebau beschäftigt, so dass wir uns wieder auf unsere mittlerweile stark ausgeprägten Instinkte für den richtigen Weg verließen und Richtung Malga di Covelo erst marschierten und später wieder fuhren. Die Wege waren gerade frisch verbreitert, noch recht grob und schlecht zu fahren. Beim nächsten Mal wird es besser gehen.

Bei ca. 1800 hm erreichten wir den höchsten Punkt des Tages und blickten den Bergrücken des Monte Gazza entlang. Vor uns lagen weit unten im Tal der Sarca der Lago di Toblino, der Lago di Cavedine und hinten im Sommerdunst der Gardasee. Matze und ich schauten uns an und es war klar, dass es mit der eigentlich geplanten 8-Tages-Tour nichts werden würde. Wenn man hier oben steht und diesen Blick ins Zielgebiet genießt, wäre die Tour nicht stimmig gewesen, falls noch ein Schlenker über den Tremalzo gefolgt wäre. An der Malga di Covelo wurde kurz Rast gemacht. Nach einer Abfahrt auf Schotter Richtung Passo San Giovanni folgten ein paar kleinere Schiebestücke auf einem schönen Trail durch ein Wäldchen aus Krüppelkiefern. Im wesentlichen jedoch war der Abschnitt gut fahrbar und umrahmt vom Blick auf Brenta und Lago.

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Nach dem Erreichen des offenen Almgeländes begann dann die immer steiler werdende grobe Abfahrt zur Malga Gazza. Den berühmten Stein mit der Wegweisung nach Margone sollte man bei dieser Transalp buchstäblich links liegen lassen und gerade auf dem breiten Schotterweg bleiben. Dieser Pfad führt nur unsäglich steil und mit Rucksack kaum fahrbar die Bergflanke hinab.


Der Fairness halber muss ich erwähnen. Es gibt auch andere Meinungen zu diesem Abzweig. SpOOky fish (die Insider aus dem IBC-Forum wissen, wer es ist) schrieb dazu folgendes:
"Der erste kurze Teil des Weges über die Wiese ist leider nicht so schön zu fahren, eher eine ausgewaschene Schotterrinne. Im weiteren Verlauf ist der Untergrund nicht lose, aufgrund dessen der Trail sehr schön flüssig zu fahren ist, mit einigen Steilpassagen und Spitzkehren, am ehesten vielleicht zu vergleichen mit den Maultierpfaden in Ligurien, evtl. ist dies ja auch einer. Ich weiß nicht genau wo er mündet, aber ich glaube in Margone an einer Trattoria. Wenn man in Margone den richtigen Einstieg findet, kommt man noch in den Genuß eines weiteren kurzen Trailvergnügens bis zur Straße nach Ranzo. In Ranzo selbst ist die Orientierung aufgrund vieler verwinkelter Sträßchen recht schwierig. Ab da wird's dann auch weniger schön, teilweise auf breitem grobem Schotterweg bis zum Castel Toblino. Wichtig wäre für mich noch zu erwähnen das der Trail nicht ausgesetzt und somit relativ sicher ist. Ausgesetzte Trails sind für mich ein k.o.-Kriterium, soll heißen: schieben."


Nach der Malga wurde der Weg bald besser und schraubte sich in vielen Serpentinen hinunter ins Bergdörfchen Margone. Es besteht nur aus ein paar Häusern, einer Kirche und einer Wasserstelle. Zwei Alternativen gibt es ab hier um zum Gardasee zu gelangen. Die erste führt durchs Valle dei Laghi, am Castel Toblino vorbei durch die Geröllfelder der Marocche über Arco zum Gardasee. Die zweite führt über Ranzo Richtung Lago Molveno und weiter hinab nach Ponte Arche, wo man auf die klassischen Transalp-Hauptrouten nach Riva trifft (diese sind wir diesmal gefahren). Ich habe beide ausprobiert und favorisiere die geschichtsträchtige Route zum Lago Toblino und weiter nach Arco, auch weil man hinter dem Schuhmarkt in Dro in der Gelateria "Maui" das beste hausgemachte Eis in der gesamten Gegend schlecken kann. Glücklich und zufrieden erreichten wir schließlich an einem Freitag den Lago di Garda , der uns schon zur zweiten Heimat geworden ist und freuten uns auf zwei erholsame Tage. Mit einem Shuttle-Service geht es am Sonntag entspannt zurück nach Mittenwald.

6tag

Variante Monte Gazza:

wie 6. Tag Tiroler Jöchl Transalp

Übernachtungstipps:

Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354, www.villastella.it
Aktivhotel Santalucia Via Santa Lucia 6, (Gps Via Pontalti), I-38069 TORBOLE SUL GARDA (TN), Tel.: 0039-0464-505140, www.aktivhotel.it
Tonelli-Hotels in Riva und Nago: www.tonellihotels.com