Transalp.info by Andreas Albrecht

Mittenwald - Uina - Comersee


6. Tag: Val Gerola - Rifugio Trona di Soliva

opner 350 DSC01337Den Ruhetag nutze ich zum Ausschlafen, dann frühstücke ich ausgiebig. Das Buffet ist sehr reichhaltig und genau das Richtige, um die Energiespeicher von hungrigen Mountainbikern wieder aufzufüllen. So ganz genau weiß ich ja noch nicht, wie ich den Abschluss dieser Transalp gestalten kann. Von Grosotto sind es auf dem Radweg des Sentiero Valtellina rund 90 Kilometer recht flacher Strecke bis nach Colico am Comer See. Das könnte man locker an einem Tag schaffen. Bergankünfte am Comer See sind nicht so einfach wie am Gardasee, wo man aus den Bergen rauskommt und gleich da ist. Die Gebirgszüge rechts und links des Valtellinas sind für eine Kammquerung mit dem Mountainbike definitiv nicht geeignet. Es ist eher ein Revier für einzelne Trailtouren. Ob der nach Kartenlage mögliche Abschluss über das Val Gerola und die Bocchetta di Trona sinnvoll ist oder nicht, konnte mir keiner der einheimischen Mountainbiker mit Gewissheit sagen. Da hilft nur ausprobieren. Franco Cadringher hatte sogar Zeit mich zu begleiten, um so besser.
Als Übernachtungsort bot sich das Rifugio Bocchetta di Trona an. Von Grosotto sind es rund 95 Kilometer bei knapp 2000 Höhenmetern, da will ich sichergehen, dass wir dort auch eine Unterkunft bekommen. Eine telefonische Nachfrage bestätigt das: ja, kein Problem, unter der Woche ist fast immer Platz. Den Rest des Tages nutze ich, um das flache Teilstück von Morbegno direkt an den Comer See als alternative Variante zu erkunden. Die Strecke von Morbegno bis Colico verläuft fast komplett auf dem Radweg des Sentiero Valtellina und erreicht den Comer See direkt an der Mündung des Flusses Adda. Eine schöne entspannte Strecke. Damit war das auch geklärt. Am Morgen nach dem Ruhetag brechen Franco und ich nun zeitig auf. Die Strecke von Grosotto über Tirano und Sondrio verläuft in der Tendenz leicht bergab, eine lange Einrollstrecke also. Unterwegs treffen wir in Tirano an der Ponte Romana zufällig auf meinen Freund Bruno Raselli. Er führt im Valposchiavo ein kleines, aber feines Sporthotel. Im Zuge der Recherchen für meinen Alta Rezia Trailguide haben wir viele Touren gemeinsam unternommen. Am liebsten würde er heute mitkommen, aber die Pflicht ruft.
Zu großen Teilen folgen wir im Tal dem Sentiero Valtellina. Ab und zu finde ich eine etwas mehr für Mountainbikes geeignete Variante, alles in allem ist es eine reine Fleißaufgabe. Die Musik spielt ab Morbegno.

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In Morbegno muss man sich entscheiden, der finale Schlussanstieg über reichlich 1600 Höhenmeter wartet. Das Val Gerola ist ein Seitental des Valtellina. Da es für Autos eine Sackgasse ist, ist der Verkehr entsprechend gering. Der Hauptort ist Gerola Alta. Dort finden sich auch einige Hotels, falls man keinen Bedarf auf eine Hüttenübernachtung hat oder die Wetterlage unsicher ist. In Gerola Alta zweigt dann noch ein Sträßchen ab nach Lavegglio. Am Ortsende beginnt die Schotterpiste. Später folgen einige Rampen, die mich teilweise zum Schieben zwingen. Franco hat kaum Gepäck dabei. Er drückt das durch. Schließlich erreichen wir die einsam gelegene Hütte Trona di Soliva. Sie liegt eingerahmt von den Bergen der Alpi Orobie oberhalb zweier Stauseen, die der Gewinnung von Strom dienen. Bis zur Passhöhe sind es nur noch rund 200 Höhenmeter. Den Pfad nehmen wir schon einmal in Augenschein. Der Empfang durch die Hüttenwirtin ist herzlich. Wir sind wohl die ersten Mountainbiker, die hier auf einer Transalp Station machen. Die Unterkunft ist rustikal, das Essen ist einheimisch, lecker und sehr gehaltvoll. So soll es sein.

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Variante A: von Morbegno direkt zum Comer See

Flachstrecke von Morbegno auf dem Radweg des Sentiero Valtellina bis direkt an den Comer See. Man erreicht den See direkt an der Mündung der Adda in den See bei einer Badestelle. Da fällt es unter Umständen schwer, sich für die Bergetappe des 7. Tages zu entscheiden.

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