Transalp.info by Andreas Albrecht

Mittenwald - Uina - Comersee

Strecke:

mittenwald comer see val d uinaMittenwald - Leutasch - Ehrwald - Marienbergjoch - Imst - Tramser Weiher - Serfaus - Martina - Sclamischot - Reschen - Sesvenna-Hütte - Val d'Uina - Scoul - Pass da Costainas - Ofenpass - Passo Gallo - Lago di Fraele - Passo Verva - Fusino - Malghera - Sentiero Italia - Grosotto - Tirano - Morbegno - Val Gerola - Bocchetta di Trona - Val Varrone - Comer See

Länge: 463 km
Höhenmeter: ca. 11.600 hm
Etappen: 7, Hinweise zu Varianten siehe bei den einzelnen Etappen

1. Tag: 67 km, 1750 hm
Mittenwald - Leutasch - Ehrwald - Marienbergjoch - Nassereith - Strad

2. Tag: 63 km, 1750 hm
Strad - Imst - Kronburg - Tramser Weiher - Fließ - Ladis - Serfaus - Tösens - Pfunds

3. Tag: 60 km, 2000 hm
Pfunds - Martina - Sclamischot - Norbertshöhe - Reschen - Sesvenna-Hütte

4. Tag: 74 km, 2050 hm
Sesvenna-Hütte - Val d'Uina - Sur En - S-charl - Pass da Costainas - Ofenpass - Passo Gallo - Lago di Fraele

5. Tag: 61 km, 1450 hm
Lago di Fraele - Arnoga - Alpe Verva - Passo Verva - Eita - Fusino - Malghera - Sentiero Italia - Grosotto

6. Tag: 95 km, 1950 hm
Grosotto - Tirano - Morbegno - Val Gerola - Rifugio Trona di Soliva

7. Tag: 41 km, 600 hm
Rifugio Trona di Soliva - Bocchetta di Trona - Comer See - Pagnona - Tremenico - Dervio - Colico (Comer See)

Medien

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks, Kartenscans, TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte, Transalp Roadbook, Finisher-Bikeshirt: im Webshop


Übersichtskarte

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schwarz: Hauptroute
rot: alternative Strecken
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Höhenprofil

profil gesamt

Wegeverteilung

wege

Landkarten

Kompass: Schweiz 3D, Digitale Karte Über die Alpen,  5, 35, 42, 52, 072, 93, 94, 98, 105
Karte bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer

Tourplanung:

Andreas Albrecht
gefahren von: Andreas Albrecht, auf Teilstrecken dabei: Alois "Luigi" Rathgeb, Dirk Kersken, Vincenzo Osmetti, Franco Cadringher



Tourbericht

Wenn du etwas wirklich machen willst, findest du einen Weg. Wenn nicht, findest du eine Ausrede.
Jim Rohn (1930 - 2000)


cover roadbook13Prolog

So schön der Gardasee als Ziel einer Transalp auch ist, es kann doch auch einmal ein anderer See sein. Das waren meine Überlegungen, als mein Blick über die Panoramakarte der Alpen schweifte, die über meinem Schreibtisch hängt. Nicht nur als Blickfang und optische Ablenkung, sondern auch als ständige Quelle der Inspiration. Neue Transalps entstehen zuerst in meinem Kopf. Da ist eine Idee für ein Ziel, eine mögliche Route, einen Startort. Dann fügt sich das Puzzle für mich schnell zusammen.
Bei dieser Transalp sind es für mich die fixen Punkte Comer See als Ziel, das Val d'Uina und der Passo Gallo als Orte auf dem Weg und Mittenwald als bewährter und beliebter Startort einer Transalp. Also musste ich "nur" noch die Verbindungen suchen, finden und auswählen und schon war die Route fertig - zumindest in meinem Kopf. Einige Teilstrecken kannte ich schon, für die noch fehlenden Verbindungen habe ich in den Sommern zweier Jahre recherchiert. Hier ist das Ergebnis.
Hinweis
Varianten der Hauptroute sind im "Transalp Roadbook 13" in den Tourberichten und Roadbooks der einzelnen Etappen beschrieben. Dafür gibt es auch GPS-Tracks, Kartenscans und TOPO-Karten für Garmin GPS-Geräte.
Bei einigen Etappen weise ich auch auf Alternativen hin. Das sind in der Regel Radwege oder Straßen, die man zum Beispiel bei Schlechtwetter befahren kann und deren Verlauf so eindeutig ist, dass es keiner zusätzlichen Information bedarf.

Klappentext Transalp Roadbook 13

Nicht jede Transalp muss am Gardasee enden, sagt sich Andreas Albrecht und peilt als Ziel den Comer See an. Nach dem Start in Mittenwald führt die Route in südwestlicher Richtung über die Alpen. Stationen der Reise sind das Marienbergjoch, das spektakuläre Val d’Uina, Passo del Gallo, ehe es auf dem Sentiero Italia ins Valtellina geht. Von dort könnte man leicht auf flacher Strecke den Comer See erreichen. Doch das ist nicht das Ding von Andreas Albrecht. Als würdigen Abschluss einer Transalp für Mountainbikes sucht er noch eine ordentliche Bergetappe. Keine Frage, dass er die gefunden hat – abseits aller ausgetretenen Pfade. Bei der Ankunft am Comer See werden dann die Augen leuchten. Das Buch enthält Höhenprofile, Übersichtskarten und detaillierte Roadbooks in Tabellenform mit allen wichtigen Informationen zur Strecke.
Ebenfalls erhältlich als eBook - mehr Info hier



1. Tag: Gaistal - Marienbergjoch

01 350 IMG 3037Mittenwald ist aus gutem Grund ein beliebter Startort für Transalps. Viele nutzen die Karwendeldurchquerung als stimmungsvollen Auftakt. Das habe ich auch schon mehrmals so gehandhabt. Ziel war immer der Gardasee. Diesmal liegt mein Ziel, der Comer See, in westlicher Richtung vom Startort Mittenwald. Also folge ich zu Beginn der Route durch die Leutasch und das Gaistal nach Ehrwald. Sie verläuft parallel zum Wettersteingebirge mit der Zugspitze. Damit ist für hochalpines Ambiente von Anfang an gesorgt.
Gleich kurz hinter Mittenwald geht es in Richtung Geisterklamm. Da ist zunächst eine kurze steile Auffahrt zum Gasthaus Gletscherschliff. Für eine Rast ist es so kurz nach dem Start noch zu früh. Zeit für einen Panoramablick hinunter nach Mittenwald ist allemal. Gegenüber liegen die schroffen Felswände des Karwendel. Eine Seilbahn führt hinauf in die "Alpenwelt Karwendel". Dort oben gibt es eine dieser in Mode gekommenen Aussichtsplattformen, deren Boden aus Glas besteht und man sozusagen über dem Abgrund stehen kann. Die Meinungen darüber sind geteilt, ob es dieses zusätzlichen Kicks bedarf, um die sowieso grandiose Alpenwelt noch erlebbarer zu machen. Das ist vielleicht ein Trend des Massentourismus unserer Zeit: möglichst viel Erlebnis bei möglichst geringer Anstrengung.
Das funktioniert bei einer Transalp eher nicht. Die erste Anstrengung für heute ist zum Glück gering, eine kurze Schiebepassage hinauf zur deutsch-österreichischen Grenze, an der die Leutasch beginnt. Dieses Hochtal ist im Winter eine beliebte Langlaufregion, da sie über viele Kilometer flacher Strecken verfügt. Entsprechend gering ist nun die weitere Anstrengung bis zum Gaistal, wo die eindrucksvolle Passage bis zur Zugspitze auf österreichischer Seite beginnt. Das Gaistal verläuft mäßig ansteigend bis zur Ehrwalder Alm. Eine Abfahrt folgt hinunter in den namensgebenden Ort. Hier sind viele Wanderer unterwegs, da es eine Seilbahn gibt. Die Wege werden deshalb etwas kanalisiert, damit es keine Konflikte zwischen den wandernden und radelnden Zeitgenossen gibt.

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Noch vor dem Ortszentrum quert die Route hinüber zum Panoramaweg. Aha, den kenne ich doch - meine Albrecht-Route verläuft dort entlang. Allerdings bleibe ich nicht lange auf der bekannten und viel gefahrenen Strecke. Hinter Biberwier, noch vor dem Weißensee, biege ich links ab in Richtung Marienbergjoch. Das ist ein Übergang, den ich noch nicht kenne. Er liegt auf einer Höhe von 1789 Metern. Die Auffahrt von Biberwier, das auf einer Höhe von ca. 1100 Metern liegt, ist recht zäh. Auf einer Strecke von rund sechs Kilometern ergibt die Höhendifferenz eine durchschnittliche Steigung von 14%. Obwohl die Auffahrt bis oben auf einer Schotterpiste stattfindet, wird sie für die meisten wohl nicht komplett fahrbar sein. Es warten zum Schluss ein paar fiese Rampen, mit um die 20% Steigung. Das ist mit einem Transalprucksack auf dem Rücken kaum fahrbar, aber gut schiebbar. Wer den inneren Schweinehund überlisten will, stiehlt sich in Biberwier klammheimlich zur Seilbahn, die auch im Sommer läuft und Fahrräder mitnimmt. Psst, braucht man ja niemandem zu erzählen. Wie auch immer man das Marienbergjoch bezwungen hat, bei der Abfahrt wartet zur Belohnung die Marienbergalm, ein schöner Rastplatz mit Ausblick.
Die folgende Abfahrt auf einer Schotterpiste ist leicht. Im Tal quert dann eine abwechslungsreiche Strecke hinüber nach Nassereith. Nach einer kurzen Teerpassage wechseln sich Schotterpisten mit Trailabschnitten ab. Geschwind rolle ich durch das Gurgltal bis nach Strad, wo ich im Gasthof Seewald eine angenehme Unterkunft finde.

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Variante A: Leutasch - Aumoos

Diese sehr kurze Variante zwischen Weidach und Aumoos umgeht einen kleinen Gegenanstieg auf einem straßenbegleitenden Radweg.

Variante B: Fernpass

Ab Biberwier auf dem Römerweg und der Via Claudia über den alten Fernpass. Kurze Trailabfahrt durch Schloss Fernstein und dann weiter durch den Campingplatz bis Nassereith (wie bei Albrecht-Route).

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2. Tag: Tramser Weiher - Falterjöchl

Falter JochEin sehr entspannter Start in den Tag erwartet mich heute. Von Strad rollt es durch das Gurgltal wie von selbst hinunter ins Inntal bei Imst. Am Bahnhof Imst-Pitztal treffe ich "Luigi", einen Mountainbiker aus Zams bei Landeck. Wir hatten uns im Hotel Mozart kennengelernt und ich erzählte ihm von meiner Transalp an den Comer See und dass ich auf der Suche nach einer interessanten Alternative zum Radweg im Inntal war. Er sagte, dass seine Feierabendrunde in der "ersten Etage" über dem Inn vielleicht dazu geeignet sei und bot an, dass wir das Stück zusammen fahren könnten. Klar, gerne, war meine Antwort. Ort und Zeitpunkt des Treffpunktes war gleich ausgemacht und so starten wir heute gemeinsam die Befahrung. Vom Bahnhof Imst-Pitztal geht es hinauf ein Stück auf dem alten Weg ins Pitztal. Dann geht es in einem steten Auf und Ab auf einem schönen Höhenweg oberhalb des Inntals. Der Weg ist ein Mix aus Forstpisten, Pfaden und kleinen Nebensträßchen ohne spürbaren Verkehr. Bei den vielen Abzweigungen würde ich mich ohne die Ortskenntnis von Luigi hoffnungslos verfranzen. Highlights dieser Passage sind für mich der Pfad über den Kronburger Tobel und der Hammerle-Weg mit viel Panorama hin zum Tramser Weiher - ein kleiner Badesee oberhalb von Landeck bzw. Zams. Das nebenan liegende Hotel "Tramser Hof" strahlt gediegene Tiroler Gemütlichkeit in gehobenem Ambiente aus und wäre auch eine Alternative zum Übernachten, wenn man die Etappen anders planen möchte. Für Luigi und mich endet hier die gemeinsame Fahrt. Wir trinken noch zusammen einen Kaffee und ich bedanke mich für sein Guiding.

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Den nächsten Wegabschnitt hatte ich schon vorrecherchiert, so dass ich mir keine Gedanken über die richtigen Abzweige machen muss. Die Route verläuft auf historisch interessanter Strecke über die Fliesser Platte auf der alten Via Claudia. An der kurzen Schiebepassage habe ich Gelegenheit, die uralten Wagenspuren zu begutachten, die sich seit den Römerzeiten in den Fels gefräst haben. Ebenso wie bei der Passage, die ich mit Luigi zusammengefahren bin, ist auch diese Strecke ein panoramareicher Mix aus Pfaden, Schotterpisten und Sträßchen hoch über dem Inntal. Schließlich senkt sich die Via Claudia hinab ins Inntal und stößt beim Stausee auf den Innradweg. Aber keine Sorge, es wird keine Tour für Trekkingbikes. Schon kurz nach der Pontlatzer Brücke geht es wieder ins Gelände - bergauf auf einem Forstweg in Richtung Asterhöfe. Weiter geht es auf steiler Strecke über das Gasthaus Obladis zum Falterjöchl, das man über einen kurzen Stichweg erreicht. Bei guter Sicht sollte man sich die Aussicht ins Kaunertal mit seinen Bergriesen nicht entgehen lassen. Wer lieber weiterfahren will, keine Sorge, das Panorama bleibt. Der Höhenweg zieht sich hinüber nach Fiss und weiter nach Serfaus. Das ist im Winter eine beliebte Skiregion. Jetzt im Sommer herrscht rege Bautätigkeit, um die Hotels auf dem neuestens Stand zu halten. Der Konkurrenzkampf der Skigebiete untereinander ist groß, die Ansprüche der Gäste immer höher. Kaum abzusehen, wo da die Entwicklung hingeht. Positiver Nebeneffekt ist für die im Sommer Radelnden, seien es Mountainbiker oder andere Radfahrer, dass es eine vernünftige touristischen Infrastruktur gibt.
In Serfaus liegt ein M-Preis am Weg. Ich lege eine Rast ein. Frisch gestärkt folge ich zunächst dem Römerweg in Richtung Tösens. Hinunter ins Inntal geht es auf dem Alten Steig. Das ist ein netter kleiner Trail, der an der Kapelle St. Georgen vorbeiführt. Bei der anschließenden Überquerung des Inns erhascht man einen Blick auf die alte Römerbrücke, die sich hier an die Felswand presst. Von Obertösens aus gibt es den Innsteig in Richtung Pfunds. Das ist ein Pfad, der sich in Ufernähe am Inn entlang schlängelt. Bei hohem Wasserstand ist er tunlichst zu vermeiden. Ich bin in einer trockenen, hochsommerlichen Wetterlage unterwegs und kann den Innsteig gefahrlos passieren. Trotzdem finden sich immer wieder ein paar verschlammte Abschnitte. Wer das vermeiden will, bleibt ab Tösens auf dem Innradweg in Richtung Tschupbach. In dem kleinen Ort mündet auch die Variante A ein, die den Trail des Alten Steigs nach Tösens auslässt. Insgesamt also eine Alternative für den Fall schlechten Wetters.
Wie auch immer man sich entscheiden will oder muss, ich beende heute die Etappe in Pfunds. Dort herrscht kein Mangel an Unterkünften. Ich fahre den mir schon bekannten Gasthof Traube an und bekomme anstandslos eine ordentliche Unterkunft und ein gutes Abendessen, eine notwendige Grundlage für die nächsten Tage. Morgen früh wird wieder Dirk zu mir stoßen, der die folgenden beiden Etappen mit mir zusammen fahren wird.

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Variante A: Tschupbach

Diese Variante umgeht den Trail hinunter nach Tösens und den Innsteig zwischen Obertösens und Pfund (bei Regen zu glitschig).

Alternative: Inn-Radweg

Ab Imst über den Innradweg bis Landeck und auch weiter bis Pfunds. Dieser ist perfekt ausgeschildert, da braucht man keinen GPS-Track.

Übernachtungstipp in Rifenal:

Bergpension Gasthof Kreuz: A-6511 Zams, Rifenal 15 , Tel. 0043-5442-61240



3. Tag: Drei-Länder-Etappe zur Sesvenna-Hütte

opner 350 opner IMG 2932Wie schon bei der Via Crux Albi verwendet Dirk seinen Familienurlaub in Südtirol, um mich auf einem Abschnitt meiner Transalp zu begleiten. Das geschieht bei einem Schönwetterfenster, um mit leichtem Gepäck oder gar keinem unterwegs sein zu können. In Kombination mit seinem auf extremen Leichtbau getrimmten Cannondale ist er mir bergauf natürlich haushoch überlegen. Aber darauf kommt es nicht an. Wichtig ist, dass wir heute eine sehr eindrucksvolle, alpine Etappe gemeinsam fahren werden. Die Strecke hatte ich schon vorher ausgetüftelt. Heute fahren wir sie bei bestem Wetter am Stück. Los geht es in Pfunds mit einer lockeren Einrollstrecke ab Pfunds auf dem Innradweg bis zur Kajetansbrücke. Hier gibt es einen Radweg flussaufwärts entlang des Inns. Dadurch können wir ein Stück der Straße nach Martina in der Schweiz vermeiden. In der Nähe des alten Innübergangs Altfinstermünz müssen wir dann doch auf die Straße wechseln. Der Inn hat hier einen Canyon in den Fels gegraben, an dessen Rand beim besten Willen kein Platz für einen Pfad ist. Zügig rollen wir nach dem Ort Vinadi hinunter nach Martina. An der Schweizer Grenzstation interessiert sich für uns Mountainbiker kein Mensch. Mit einem Kopfnicken werden wir durchgewunken. Die Straßenvariante über die Norbertshöhe nach Nauders verkneifen wir uns heute, wir wollen uns ein wenig mehr quälen. Dazu wählen wir die steile Auffahrt von Sclamischot in Richtung Nauders. Im kleinen Ort verlassen wir also den Innradweg, es geht auf der MTB-Route bald straff bergauf. Im Bereich der grünen Grenze zwischen der Schweiz und Österreich gibt es einen kurzen Trailabschnitt, ehe wir wieder auf einer Schotterpiste in Richtung Mösle rollen. Hier gibt es wieder einen kleinen Trail, der uns auf der Straße kurz vor Nauders ausspuckt. Die Via Claudia hat uns wieder.

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Der Radweg führt uns in Nauders wieder einmal an einem M-Preis vorbei, perfekte Zeit und perfekter Ort für eine Rast. Heute steht uns noch einiges bevor, da brauchen wir eine Stärkung. Wir suchen uns einen schattigen Platz auf der Terrasse. Erstaunlich, was in der halbstündigen Pause an Radlern an uns vorbeizieht. Tourenradler, Mountainbiker, Rennradler und E-Biker - ein bunt gemixtes Völkchen. Bis zum Reschenpass und entlang des Reschensees werden wir die Strecke mit ihnen teilen. Erst am Haidersee verlassen wir beide die Via Claudia und sind schlagartig wieder allein unterwegs. Eine Forstpiste führt uns stetig in die Höhe in Richtung Pfaffensee. Bald sind wir über der Baumgrenze. Die Sicht ist fanstatisch. Der Ortler liegt mit seiner Schneehaube gegenüber auf der anderen Talseite. An einer Wegbiegung treffen wir auf ein paar einheimische Forstarbeiter. Sie haben ein Fernglas dabei und reichen es uns. Auf dem Ortlerplateau ist doch tatsächlich deutlich die Trampelspur des Normalweges von der Payerhütte zum Gipfel zu sehen. Bei dem guten Wetter herrscht dort oben ein reger Betrieb.
Uns kommt die kleine Pause gerade recht. Denn es wartet eine nette, steile Rampe auf uns. Dirk schätzt ein, dass er sie fahren kann. Die Einheimischen wollen schon Wetten abgeben, dass er es nicht schafft. Wenn ich dagegen halten wollte, könnte ich sicher die Reisekasse aufbessern. Danach steht mir nicht der Sinn. Ich sage ihnen, dass sie die Wette wohl verlieren würden. Sie wollen es erst nicht glauben, müssen sich dann aber augenscheinlich vom Gegenteil überzeugen lassen.
Die Rampe ist fahrbar, jedenfalls für Dirk, der ohne Rucksack unterwegs ist. Ich habe Gepäck dabei und mein Rad wiegt vielleicht fünf Kilogramm mehr als das von Dirk, das ein Kampfgewicht von unter acht Kilogramm aufweist. Trotzdem ist das Cannondale transalptauglich. Dirk weiß, was er tut, wenn er sein Bike tunt. Sein Spruch lautet: "Man muss über jede Schraube nachdenken." Das macht Dirk mit Sinn und Verstand, bei der Sicherheit gibt es keine Kompromisse. Wenn er wollte, könnte er diese Marktnische professionell ausfüllen. Will er aber nicht, lieber sind ihm entspannte Transalptouren. Da hat er Recht.
Wir haben uns inzwischen weiter nach oben geschraubt und passieren die Pfaffenseen. In der Nähe der Plantapatsch-Hütte gelangen wir auf den Höhenweg, der sich zur Sesvenna-Hütte hinzieht. Wir befinden uns hoch über dem Schliniger Tal. Da hier ein Lift Wanderer in die Höhe befördert, muss man bei gutem Wetter mit einigen Wanderern auf der Strecke rechnen. Mit der gebotenen Rücksicht sollte es keine Probleme geben, zumal man das Rad bei einigen kleinen Gegenanstiegen schieben muss. Der Weg zieht sich schon hin, das Panorama entschädigt für die kleine Mühsal. Schließlich erreichen wir die Sesvenna-Hütte am späten Nachmittag. Mein Tagesziel für heute ist erreicht. Dirk fährt noch ins Tal ab, ins Urlaubsdomizil seiner Familie. Morgen will er in aller Frühe wieder da sein, um mit mir gemeinsam das Val d'Uina zu durchqueren.

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Altenative: Inn-Radweg, Straße über Norbertshöhe

Ab der Kajetansbrücke auf Straße bis Martina und über die Norbertshöhe nach Nauders.



4. Tag: Königsetappe - Val d'Uina und Pässe satt

opner 350 opner IMG 2984Dirk ist rechtzeitig zur Stelle. Was heute vor uns liegt, ist zweifellos die hochalpine Königsetappe dieser Transalp, was aber nicht heißt, dass es hinterher langweilig wird. Das Val d'Uina ist das erste Highlight des Tages. In beiden Richtungen ist die Durchquerung der Schlucht spektakulär und bei Alpencrossern eine Legende. In der von uns gewählten Süd-Nord-Richtung geht der Weg bergab. Damit wäre die Schlucht theoretisch zu großen Teilen fahrbar, wenn das nicht zu gefährlich und mit realer Lebensgefahr verbunden wäre. Der in die Felswand gehauene Pfad ist zwar meist recht breit, aber teilweise extrem ausgesetzt, so dass die Absturzgefahr sehr groß ist. Ein Sturz in die Tiefe hat unausweichlich den Tod zur Folge. Das ist einigen Mountainbikern im Laufe der Jahre auch schon zugestoßen. Das kann man nun tragisch finden oder auch nicht, in den Bergen bzw. allgemein sollte schon das Prinzip Eigenantwortung gelten. In den meisten Fällen ist Leichtsinn die Ursache. Letztlich ist jeder selbst für seine Sicherheit verantwortlich.
Ich entscheide mich an den kritischen Stellen, mein Rad zu schieben. Mit einem Rucksack auf dem Rücken ist die Balance nach meinem Gefühl nicht ausreichend sicher. Das Laufen und Schieben des Rades ist aber meines Erachtens relativ gefahrlos möglich, wenn man schwindelfrei ist. Allerdings sollte man sich vor der Durchquerung erkundigen, ob die Passage schon schnee- und eisfrei ist. Im Winter ist der Felsenweg vereist und nicht passierbar, demzufolge braucht es im Frühjahr/Sommer erst eine Weile, bis der Weg passierbar ist. Der Wirt von der Sesvenna-Hütte sollte zu einer kompetenten Auskunft in der Lage sein.

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Dirk hat keinen Rucksack dabei und entschließt sich, an einigen Stellen zu fahren. Das sieht schon spektakulär aus, ich sage aber nicht nur im Spaß zu ihm, dass ich eine Unfallmeldung nicht an seine Familie weiterleiten wollte. Schließlich ist alles gut gegangen. Wir erreichen sicheres Gelände und sind im Nu an der Alpe Dadaint. Es gibt frische Buttermilch, welche ich gerne trinke. Dirk zieht einen Kaffee vor. Wir beratschlagen, wie weit wir heute noch gemeinsam fahren wollen bzw. können. Zunächst werden wir im Inntal bei Sur En auf den Innradweg stoßen und via S-charl und Pass da Costainas ins Münstertal gelangen. Das ist für uns beide bekanntes Terrain. Danach soll es über die Alp Campatsch hoch über dem Val Müstair zum Ofenpass gehen. Von dort könnte Dirk locker und schnell wieder zurück ins Vinschgau rollen. Wenn alles ohne Pannen abläuft, sollte das für ihn ohne Hektik möglich sein. Gesagt - getan.
Wir machen uns auf den Weg. Schnell sind wir die Schlucht hinunter nach Sur En gerollt. Ich habe nun das Val d'Uina in beiden Richtungen befahren bzw. bewandert. Die hier beschriebene Variante gefällt mir am besten. Deswegen habe ich das auch so in diese Transalp eingebaut. Der Innradweg verläuft in Richtung Scuol leicht ansteigend, ist aber keine glattgebügelter Radweg, wie anscheinend viele meinen. Er ist ein wenig kupiert, wie man so sagt und keinesfalls komplett asphaltiert. Radwanderer, die mit der Erwartung diesen Abschnitt befahren, dass er so ausgebaut sei wie der Donauradweg, werden schnell eines Besseren belehrt.

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In Sichtweite von Scuol beginnt die Auffahrt zum Pass da Costainas. Wir verabreden als Zwischenstopps S-charl und danach die Alp Astras, damit jeder sein eigenes Tempo fahren kann. Auch wenn ich diese Strecke schon oft gefahren bin, der Abschnitt von S-charl über den Pass da Costainas begeistert mich immer wieder. Nahezu komplett fahrbar, gehört er für mich zu den schönsten Übergängen über den Alpenhauptkamm. Gespannt bin ich auf den für mich neuen Abschnitt, der von der Alp Campatsch hinüber zum Ofenpass führt. An der Alp legen wir eine kurze Rast ein. Wir liegen gut in der Zeit. Dirk fährt also mit bis zum Ofenpass. Nach einer kurzen, steilen Rampe folgt ein sehr schöner Höhentrail hoch über dem Münstertal. Der Ortler grüßt wie am Tag zuvor schneebedeckt aus der Ferne. Der letzte Abschnitt vor dem Ofenpass ist ein Pfad, der durch einen Krüppelkiefernwald führt. Er ist etwas verblockt und kupiert, so dass wir ihn nicht flüssig fahren können. Wem das nicht behagt, kann alternativ knapp zwei Kilometer nach der Alp da Munt hinunter zur Ofenpassstraße rollen. Die verlorenen Höhenmeter gilt es dann auf der Straße hinauf zur Passhöhe wieder zurückzugewinnen. Wir probieren bei dem schönen Wetter natürlich den Trail aus.

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Am Ofenpass verabschiedet sich Dirk. Er rollt hinunter ins Vinschgau, wo seine Familie auf ihn wartet. Ich fahre allein weiter, kenne aber die vor mir liegende Strecke von einer Recherche schon gut. Gleich am Ofenpass beginnt ein schöner kleiner Trail hinunter nach Buffalora. Nach der Alp Buffalora folgt ein knackiger Anstieg über rund 100 Höhenmeter. Die sind nur für absolute Beißer fahrbar. Am Ende des Steilstücks gibt es eine Wasserstelle, sehr angenehm bei der Hitze, die heute herrscht. Ich befinde mich nun auf der Hochebene Jufplan. Sie führt ansteigend hinüber zum Passo del Gallo. Der Pass markiert gleichzeitig die Grenze zwischen der Schweiz und Italien, die ich damit heute zum zweiten Male passiere. Mittlerweile sind auch schon Wanderreiter auf Transalprouten unterwegs. Diese Begegnungen sind meist von gegenseitigem Respekt geprägt.
Nach dem Passo Gallo folgt ein wunderschöner Abschnitt auf alten Militärpfaden hinunter zum Lago di Livigno. Am See ist ein Teil des Weges abgerutscht. Ansonsten ist die Strecke sehr gut fahrbar. Bei den Schotterfeldern zwischen dem Passo Val Mora und dem Passo di Fraéle erreiche ich mir bekanntes Gelände. Meine Albrecht-Route führt hier entlang. Ich genieße die entspannte Fahrt entlang der Stauseen. Mein Tagesziel für heute liegt in der Nähe der Staumauer das Lago di Cancano. Es ist das Rifugio Monte Scale, wo ich schon einige Male Mittagsrast gemacht hatte. Heute bleibe ich zum Übernachten hier und werde von der einfachen, aber gemütlichen Unterkunft nicht enttäuscht.

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Variante A: Ofenpass Straße

Umgeht den etwas verblockten und nicht flüssig fahrbaren letzten Abschnitt vor dem Ofenpass.



5. Tag: Sentiero Italia

opner 350 opner DSC04262Auch den heutigen Tag werde ich nicht komplett allein fahren müssen. Bei einer Bikewoche im Valtellina hatte ich von Grosio und Grosotto aus einige schöne Trailtouren unternommen. Dabei hatte ich Vincenzo Osmetti kennengelernt. Er ist der Chef des Mountainbikeclubs des Valtellina und ein echter Trailfuchs. Da schwimmen wir beide auf derselben Wellenlänge. Bei der gemeinsamen Befahrung des berühmten Trails Tornantissima hatte ich ihm von meiner Transalp an den Comer See erzählt. Vincenzo meinte, dass der Sentiero Italia im Val Grosina Occidentale dazu ein interessantes Teilstück sein könnte. Nach einem Blick auf die Karte war mir klar, dass das perfekt passen könnte. Wir verabredeten, dass wir uns in Malghera treffen würden, wenn ich auf Tour wäre und er mir dann den interessantesten Trail hinunter nach Grosotto zeigen würde.
Beim Aufbruch am Morgen habe ich Vincenzo nun angerufen und eine ungefähre Zeit für den Treff vereinbart. Die vor mir liegende Strecke über Arnoga, Passo di Verva bis nach Eita ist mir bekannt. Sie ist Bestandteil meiner Albrecht-Route. Auch die neue Variante von Eita abseits von Straßen nach Fusino war ich schon einmal gefahren, so dass ich die Zeit recht gut einschätzen konnte.
Die Strecke Decouville von den Torri di Fraéle nach Arnoga ist eine perfekte Einrollstrecke für den knackigen Anstieg zum Passo di Verva. Ich bin gemütlich in meinem Tempo gefahren und habe meine Hassliebe, den Passo di Verva, tatsächlich komplett fahrenderweise bezwingen können. Unterwegs treffe ich auf eine kleine Gruppe von Mountainbikern, die gerade auf meiner Albrecht-Route unterwegs sind. Eine gute Gelegenheit, ein paar Bilder zu schießen Die grobe Schotterabfahrt nach Eita ist schnell erledigt und ich freue mich in Eita, dass ich nun nicht sinnlos die Höhenmeter bis Fusino auf Asphalt vernichten muss. Die Mountainbiker aus Grosio haben die Abfahrt ausgeschildert. Nach der Baita Franzini geht es auf Schotter bis in das Örtchen Fusino, von dem aus das Val Grosina Occidentale abzweigt.

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Jetzt heißt es kämpfen in Richtung Malghera. Die kaum befahrene Stichstraße ist durchgängig steil. Später wird es eine Naturstraße. Plötzlich hupt es hinter mir. Ich drehe mich um und erblicke Vincenzo. Er winkt mir aus einem Jeep zu. Er lässt sich hinaufshutteln, da er sich nur den Nachmittag frei nehmen konnte. Ob ich mitfahren will? Welche Frage! Ich kenne den Weg schon von einer Tourrecherche und er wird auch nicht anders, wenn ich ihn bequem aus dem Seitenfenster betrachten kann. Da wir einmal im Auto sitzen, fahren wir gleich durch bis zum Rifugio Malghera. dass sich noch einige Höhenmeter oberhalb des Einstiegs in den Sentiero Valtellina befindet. Wie es in Italien üblich ist, hetzt man auch nicht gleich los, sondern trinkt erst einmal einen Café, worunter der Italiener einen Espresso versteht. Dabei stellt er mir Franco Cadringher vor, der uns auf der Tour begleiten möchte. Er ist auch begeisterter Mountainbiker und wird mich, wie es sich später ergibt, auch auf der letzten Etappe an den Comer See begleiten.
Im recht großen Rifugio Malghera ist eine italienische Schulklasse gerade auf Klassenfahrt untergebracht. Entsprechend groß ist der Trubel. Den lassen wir bei unserem Aufbruch bald hinter uns. Der Sentiero Italia entpuppt sich als schöner Trail bis zu den Baite Grasso de Pedruna. Dannn folgt eine Schotterpiste zur Alpe Guinzana. Hier halten wir kurz an und Vincenzo wechselt ein paar Worte mit dem Almbauern. Er verfällt in den einheimischen Dialekt. Ich verstehe außer Bahnhof nur so viel, dass wir einen Schluck Wein oder Grappa trinken sollen. Vincenzo lehnt lachend ab, das ist hier also keine tödliche Beleidigung. Wir fahren weiter. Es geht nach der Alpe Piana noch einmal leicht bergan, dann folgen aber über 1000 Höhenmeter Abfahrt auf Vincenzos Geheimstrecke. Ohne seine Ortskenntnis hätte ich dieses Puzzle aus Schotterpisten, alten Karrenwegen und Trails nie und nimmer gefunden. Den Weg ohne GPS nachfahren zu wollen, wird trotz Karte kaum möglich sein.

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An der Pestkapelle San Sebastiano versorgt er mich noch mit historischen Hintergrundinformationen, die er zum Abschluss in der Barockkirche von Grosotto noch vertieft. Der Überlieferung nach wurde Grosotto im Mittelalter durch das Erscheinen der Jungfrau Maria vor der Plünderung und Zerstörung bewahrt, als die deutschsprechenden Schweizer Truppen ins Valtellina einfielen. Als das Heer sich dem Dorf näherte, gingen die Einwohner dem Heerführer entgegen. In dem Moment, als sie aufeinander trafen, erschien die Maria im Wald und der Heerführer ließ vom Dorf ab. Als Dank für die Errettung aus höchster Not errichtete die Gemeinde das Santuario della Beata Vergine delle Grazie. An dieser Stelle steht heute die Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert, in der diese Begebenheit dargestellt wird. Wenn jemandem ein Wunder geschehen ist, spendet er hier in der Kirche ein Bild unter dem Motto: Per Grazia Ricevuta.
Ich nehme den Faden auf und sage, dass ich als Deutschsprachler auch einen späten Beitrag leiste, um die historische Schuld zu tilgen. Das tue ich nun, in dem ich Mountainbiker mit meinen Tourberichten verlocke, ins Valtellina zu kommen. Was ja auch ganz gut klappt, wie Vincenzo mit einem Augenzwinkern bestätigt. Die Übereinstimmung der Meinungen vertiefen wir am Abend bei einem oder mehreren Grappa, nachdem mich Vincenzo im Hotel Le Corti abgeliefert hat, wo ich eine sehr angenehme und bikerfreundliche Unterkunft vorfinde. Für die Bikes gibt es eine abschließbare Garage. Man kann abends noch auf der Terrasse sitzen oder ins Städtchen bummeln. Ich fühle mich hier als Mountainbiker sehr willkommen und kann guten Herzens eine Empfehlung für das "Le Corti" aussprechen. Nicht nur aus diesem Grund lege ich hier einen Ruhetag ein.

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Alternative: ab Eita auf Straße bis Grosio/Grosotto

Im Fall schlechten Wetters rollt man einfach ab Eita oder Fusino die Straße hinunter bis Grosio und von dort auf dem Radweg oder der Straße talabwärts bis Grosotto.

Übernachtungstipp: Grosotto

Hotel Garni Le Corti in I-23034 Grosotto, via Patrioti 73, sichere Bikegarage, super Frühstück, Tel.: 0039-0342-848624
www.garnilecorti.it



6. Tag: Val Gerola - Rifugio Trona di Soliva

opner 350 DSC01337Den Ruhetag nutze ich zum Ausschlafen, dann frühstücke ich ausgiebig. Das Buffet ist sehr reichhaltig und genau das Richtige, um die Energiespeicher von hungrigen Mountainbikern wieder aufzufüllen. So ganz genau weiß ich ja noch nicht, wie ich den Abschluss dieser Transalp gestalten kann. Von Grosotto sind es auf dem Radweg des Sentiero Valtellina rund 90 Kilometer recht flacher Strecke bis nach Colico am Comer See. Das könnte man locker an einem Tag schaffen. Bergankünfte am Comer See sind nicht so einfach wie am Gardasee, wo man aus den Bergen rauskommt und gleich da ist. Die Gebirgszüge rechts und links des Valtellinas sind für eine Kammquerung mit dem Mountainbike definitiv nicht geeignet. Es ist eher ein Revier für einzelne Trailtouren. Ob der nach Kartenlage mögliche Abschluss über das Val Gerola und die Bocchetta di Trona sinnvoll ist oder nicht, konnte mir keiner der einheimischen Mountainbiker mit Gewissheit sagen. Da hilft nur ausprobieren. Franco Cadringher hatte sogar Zeit mich zu begleiten, um so besser.
Als Übernachtungsort bot sich das Rifugio Bocchetta di Trona an. Von Grosotto sind es rund 95 Kilometer bei knapp 2000 Höhenmetern, da will ich sichergehen, dass wir dort auch eine Unterkunft bekommen. Eine telefonische Nachfrage bestätigt das: ja, kein Problem, unter der Woche ist fast immer Platz. Den Rest des Tages nutze ich, um das flache Teilstück von Morbegno direkt an den Comer See als alternative Variante zu erkunden. Die Strecke von Morbegno bis Colico verläuft fast komplett auf dem Radweg des Sentiero Valtellina und erreicht den Comer See direkt an der Mündung des Flusses Adda. Eine schöne entspannte Strecke. Damit war das auch geklärt. Am Morgen nach dem Ruhetag brechen Franco und ich nun zeitig auf. Die Strecke von Grosotto über Tirano und Sondrio verläuft in der Tendenz leicht bergab, eine lange Einrollstrecke also. Unterwegs treffen wir in Tirano an der Ponte Romana zufällig auf meinen Freund Bruno Raselli. Er führt im Valposchiavo ein kleines, aber feines Sporthotel. Im Zuge der Recherchen für meinen Alta Rezia Trailguide haben wir viele Touren gemeinsam unternommen. Am liebsten würde er heute mitkommen, aber die Pflicht ruft.
Zu großen Teilen folgen wir im Tal dem Sentiero Valtellina. Ab und zu finde ich eine etwas mehr für Mountainbikes geeignete Variante, alles in allem ist es eine reine Fleißaufgabe. Die Musik spielt ab Morbegno.

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In Morbegno muss man sich entscheiden, der finale Schlussanstieg über reichlich 1600 Höhenmeter wartet. Das Val Gerola ist ein Seitental des Valtellina. Da es für Autos eine Sackgasse ist, ist der Verkehr entsprechend gering. Der Hauptort ist Gerola Alta. Dort finden sich auch einige Hotels, falls man keinen Bedarf auf eine Hüttenübernachtung hat oder die Wetterlage unsicher ist. In Gerola Alta zweigt dann noch ein Sträßchen ab nach Lavegglio. Am Ortsende beginnt die Schotterpiste. Später folgen einige Rampen, die mich teilweise zum Schieben zwingen. Franco hat kaum Gepäck dabei. Er drückt das durch. Schließlich erreichen wir die einsam gelegene Hütte Trona di Soliva. Sie liegt eingerahmt von den Bergen der Alpi Orobie oberhalb zweier Stauseen, die der Gewinnung von Strom dienen. Bis zur Passhöhe sind es nur noch rund 200 Höhenmeter. Den Pfad nehmen wir schon einmal in Augenschein. Der Empfang durch die Hüttenwirtin ist herzlich. Wir sind wohl die ersten Mountainbiker, die hier auf einer Transalp Station machen. Die Unterkunft ist rustikal, das Essen ist einheimisch, lecker und sehr gehaltvoll. So soll es sein.

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Variante A: von Morbegno direkt zum Comer See

Flachstrecke von Morbegno auf dem Radweg des Sentiero Valtellina bis direkt an den Comer See. Man erreicht den See direkt an der Mündung der Adda in den See bei einer Badestelle. Da fällt es unter Umständen schwer, sich für die Bergetappe des 7. Tages zu entscheiden.

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7. Tag: Bocchetta di Trona - Valle Varrone - Comer See

350 IMG 1236Aufbruch ins Ungewisse? So dramatisch will ich es nicht ausdrücken. Schließlich befinden wir uns in einer seit Jahrtausenden besiedelten Kulturlandschaft. Ungewiss ist für mich nur, ob sich der Aufwand gelohnt hat, sprich die vielen Höhenmeter zum Abschluss des gestrigen Tages. Die abendliche Unterhaltung in der Hütte hatte mir schon etwas Klarheit gebracht. Der Rest würde sich heute finden. Meine zeitliche Prognose für den Aufstieg bis zur Bocchetta di Trona lautet: rund eine halbe Stunde.
Der Pfad ist am Beginn etwas für Freunde des gepflegten Bergauftrailens; etwas verblockt, aber noch nicht so steil, so dass es für einige Mountainbiker wohl teilweise fahrbar sein könnte. Erst zum Ende hin wird es richtig steil. Insgesamt dauert die Wanderung für Franco und mich ca. eine halbe Stunde, exakt wie ich es vorhergesagt hatte. An der Bocchetta di Trona finden sich Ruinen alter Bauwerke. Diesmal sind es keine militärischen Hinterlassenschaften, sondern Überbleibsel alter Bergwerksanlagen. Im Val Varrone wurde einmal Eisenerz abgebaut. Als das Gebiet unter österreichischer Herrschaft stand, entschied die Kaiserin Maria Theresia (1717 - 1780), dass das bis dahin vorhandene alte Wegenetz (die alte Eisenstraße "Strada del Ferro") nach den Maßstäben der damaligen Zeit umfassend modernisiert werde. Darum findet sich auch die Bezeichnung "Strada di Maria Teresa". Im Val Varrone gibt es deshalb bis zur Passhöhe Bocchetta di Trona die alte Schotterpiste, an der natürlich der Zahn der Zeit genagt hat.
Bergbau wird schon lange nicht mehr betrieben und auch die frühere militärische Bedeutung hat der Weg längst eingebüßt. Im Ersten Weltkrieg gehörte dieser Pass zur Cadorna-Linie. Sie wurde gebaut, um gegebenenfalls einen Angriff Deutschlands und Österreich-Ungarns abzuwehren. Entsprechend lange ist deshalb auch vor allem im oberen Teil keine systematische Wegepflege mehr betrieben worden. Die Trassierung ist noch gut zu erkennen, zurückgeblieben ist eine schöne grobe Piste. Das freut den Mountainbiker natürlich ungemein. Franco und ich machen uns auf den Weg. In Serpentinen schlängelt sich der Trail hinunter in den Talgrund. Nicht zu schwer und nicht zu leicht, genau richtig. Etwa in Höhe der Alm Casera Vecchia wird der Pfad dann eine grobe Schotterpiste, die diesen Charakter bis zum kleinen Gewerbegebiet unterhalb Premanas beibehält. Auch wenn es heute etwas diesig ist, je tiefer wir kommen, desto wärmer wird es. Mir rauben zwei, drei Gegenanstiege den letzten Nerv. Wir befinden uns nun auf einer kleinen Nebenstraße. Franco steht etwas unter Zeitdruck, er muss heute noch nach Grosotto zurück. Wir trennen uns deshalb hier und verabschieden uns herzlich. Ich bedanke mich nochmals für seine Begleitung.

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Den Rest des Weges an den Comer See muss ich nun selbst finden. Das ist auch nicht so schwer, denn die Nebenstraße führt aus dem Val Varrone heraus direkt auf den Comer See zu. Unterwegs mache ich noch einen kleinen Abstecher durch das Dörfchen Avano, dessen enge Gassen man nur zu Fuß bzw. mit dem Rad durchstreifen kann. Bei Tremenico studierte ich eine Schautafel am Wegesrand. Ihr entnehme ich, dass es eventuell auch noch eine mit einem nochmaligen Aufstieg verbundene Variante entlang des Monte Legnoncino gibt. Dessen Erkundung hebe ich mir für später auf (siehe Variante Berg: Trail Sommafiume). Ich will heute auf direktem Weg den Comer See erreichen. Meine Streckenfühler habe ich immer aktiviert. So entgeht mir auch nicht der alte Pfad zwischen Vestreno und Dervio, der zum Abschluss noch einen kleinen Trail ergibt, ehe ich in Dervio die Uferstraße des Comer Sees erreiche. Wer nach dieser Transalp ganz kaputt ist, kann hier schon in den Regionalzug nach Colico einsteigen. Soweit ist es bei mir noch nicht, ich lasse mir die Passage entlang des Comer See nicht entgehen. Auf dieser Uferstraße ist nicht viel Verkehr, da der überörtliche Durchgangsverkehr auf einer Schnellstraße und durch Tunnel geführt wird. Die Fahrt geht über Dorio und Corenno Plinio, dessen Ortskern auch eine Besichtigung wert ist. Bei Laghetto di Piona biege ich dann auf eine Nebenstraße ab, die mich nach Colico und direkt an das Ufer des Comer Sees bringt. Geschafft! Ein Hotel in Bahnhofsnähe ist schnell gefunden. Den Abend verbringe ich am Seeufer. Eine schöne, eindrucksvolle Transalp liegt hinter mir.

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Abschlussvariante Berg: Trail Sommafiume

Es hat mir dann doch keine Ruhe gelassen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es noch eine Variante an der Flanke des Monte Legnoncino geben sollte, die mehr Trails enthalten würde. Deshalb habe ich ein wenig recherchiert und bin fündig geworden. Die italienische Mountainbikerin Marzia Firorini ("Trailqueen of Valtellina") hatte mir einen GPS-Track geschickt und auch Annette und Rainer Kälberer haben in ihrem "Bikeguide Comer See" (Bergverlag Rother: ISBN 978-3-7633-5020-9) eine Tour am Monte Legnoncino beschrieben. Beides zusammen ergab für mich erste Anhaltspunkte. Klarheit würde erst eine Recherche vor Ort ergeben. Die Ergebnisse sprechen für sich.

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Mein Bikefreund Dirk, der ja schon bei diversen Etappen dieser Transalp dabei war, hatte Lust und vor allem auch Zeit, mich bei der Trailsuche zu begleiten. So sind wir dem tristen Frühjahr in Deutschland entflohen, um Nägel mit Köpfen zu machen. Den Anreisetag haben wir genutzt, um mit dem Auto erst einmal einen Eindruck zu gewinnen, wo etwas gehen könnte und wo nicht. Am nächsten Tag sind wir dann mit den Mountainbikes los. In Tremenico zweigt eine kleine Bergstraße in Richtung Ristorante Capriolo ab. In Serpentinen schraubt sie sich recht moderat an der Flanke des Monte Legnoncino nach oben. Ab dem Ristorante Capriolo folgt eine nahezu höhengleich verlaufende Querpassage auf Schotter in Richtung Artesso. Der Comer See kommt zum ersten Mal ins Blickfeld. Auf allen Seiten eingerahmt von hohen Bergen schimmert er blau in der Tiefe. Wir erreichen wiederum eine kleine Bergstraße, die von Sueglio hinauf nach Artesso führt. Eine Panoramastraße bringt uns dann nach Sommafiume. Bei den ersten Häusern zweigt links ein Karrenweg ab, der uns ins Herz des kleinen Bergdorfes bringt. Im Ortskern gibt es nur die alten Pfade, für ein Auto sind die zu schmal. Ein paar Leute werkeln an ihren Häusern, sie holen sie wohl aus dem Winterschlaf. Am Ortsende ist ein Heli-Landeplatz, von dem aus wir wiederum einen fantastischen Ausblick auf das Nordende des Comer See haben. Colico liegt uns zu Füßen. Das kleine Städtchen visieren wir an. Dabei lassen wir uns von unserem Gefühl für den rechten Weg leiten. Der Berg ist durchzogen von alten Karrenwegen und Pfaden, die die uralten Ansiedlungen und Gehöfte miteinander verbinden. Viele von denen sind auch heutzutage nicht mit dem Auto zu erreichen; ein perfektes Revier für Mountainbikes. An diversen Abzweigungen halten wir lieber einmal zu viel als zu wenig an, um uns zu orientieren. Man kann der Wege-Intelligenz der frühen Bewohner schon vertrauen. Wer damals am Berg lebte, hat sinnvolle Wege angelegt. Mit Vercin, Bedole, Campiglione und Vezzee durchstreifen wir einige dieser alten Gehöfte, die jeweils nur aus einer Handvoll alter Steinhäuser bestehen. Verbunden sind sie mit alten Steigen, die schon vor Jahrhunderten trassiert wurden. Des öfteren durchqueren wir dabei kleine Bachbette, die im Frühjahr gut mit Wasser gefüllt sind. Zwischendurch gibt es immer wieder freie Ausblicke auf den Comer See. Kurzum - es ist ein Traumpfad, den Dirk und ich hier vorfinden. Ein bunter Mix aus Trails und Schotterpisten, kein nennenswerter Gegenanstieg, besser kann man es kaum treffen.
Schließlich erreichen wir die höher gelegenen Vororte von Colico. Zwischen Posallo und Borgonuovo passieren wir gerade rechtzeitig zur Mittagszeit die Trattoria Bel-Sit. Davor verkündet ein Schild: Pranzo di Lavoro. Das bedeutet, hier gibt es ein Mittagessen zum Pauschalpreis. Einige einheimische Handwerkerfahrzeuge stehen auf dem kleinen Parkplatz. Das ist immer ein gutes Zeichen. Wir suchen uns im gut gefüllten Gastraum ein Plätzchen und lassen uns überraschen, was es heute gibt: Penne mit Ragú und danach ein gegrilltes Rindersteak - alles hausgemacht und sehr lecker. Frisch gestärkt suchen wir nun noch einen schönen Abschluss zum Comer See. Dabei finden sich noch ein paar Schotterpisten, ehe wir in der Nähe vom Bahnhof Piona auf meine Route treffen, die von Dervio kommend am Seeufer entlang nach Colico verläuft. Irgendwie haben Dirk und ich das Gefühl, dass die Berg- und Trailvariante, die wir eben gefunden haben, die schönere ist. Wir befahren sie am folgenden Tag bei klarem und sonnigem Wetter erneut, um Fotos zu machen und sind sicher - das ist es. So sollte eine Transalp an den Comer See enden.

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Übernachtungstipps - alternative bikefreundliche Unterkünfte in der Nähe von Colico:

La Fiorida
23016 Mantello (SO), Via Lungo Adda, Tel: 0039-0342-680846
www.lafiorida.com

Hotel Sosta & Spluga
23015 Dubino - Nuova Olonio, Via Spluga 42, Tel: 0039-0342-687400
www.splugahotel.it



Fazit

Anspruchsvolle Transalp an den Comer See, deren Hauptroute unter normalen Bedingungen von Juli bis September gefahren werden kann. Sehr hoher Anteil von Schotter und Trail. Durch die Varianten und alternativen Streckenempfehlungen kann die Transalp an verschiedenen Stellen leichter gestaltet werden. Damit kann zum Beispiel auch auf ungünstige Wetterbedingungen reagiert werden.

Rückreise

Die Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist etwas umständlich, aber durchaus möglich, wenn man sie als Teil der Reise auffasst. Eindrucksvoll, wenn auch recht teuer, ist die Fahrt mit der Rhätischen Bahn über den Berninapass. Dazu fährt man von Colico aus mit der italienischen Regionalbahn bis nach Tirano, wo man direkt in die Rhätische Bahn umsteigen kann. Der Bernina-Express bringt einen bis nach Pontresina. Von dort geht es weiter auf der nicht minder eindrucksvollen Bahnstrecke bis nach Scuol. Von dort weiter mit dem Postbus nach Landeck. Ab Landeck fährt man mit dem Zug über Innsbruck nach Mittenwald. Eine andere Möglichkeit ist es, von Colico aus nach Mailand zu fahren und von dort weiter bis Verona (Bahnhof Porta Nuova). Über den Brenner und Innsbruck kann man nach Mittenwald zurückkommen. In den italienischen und österreichischen Regionalbahnen benötigt man keine Reservierung für Fahrräder. Will man durchgehende, grenzüberschreitende Züge benutzen, muss man die Fahrradmitnahme vorher klären und ggf. reservieren.

Wer sich den Luxus leisten will, sein eigenes Auto am Ziel vorzufinden, dem sei die Firma Transalp-Shuttle.com empfohlen. Die wickeln das unglaublich professionell ab, wie ich mich aus eigener Anschauung überzeugen konnte. Da sich das inzwischen herumgesprochen hat, sollte man rechtzeitig anfragen.

Außerdem ist der Comer See ein häufig angefahrenes Ziel von Radlern aller Art. Es gibt diverse Anbieter, die organisierte oder geführte Touren im Programm haben. Einfach anfragen, ob sie euch mitnehmen, wenn das zeitlich passt. Google hilft bei der Detailrecherche weiter.


Was man noch am Comer See machen kann

Wenn man schon einmal dort ist - die Region am nördlichen Comer See ist auch ein sehr interessantes und traumhaftes Bikerevier, dass ich bis hin nach Chiavenna und ins Valbregaglia umfassend erkundet habe. Siehe meine Trailguides Alta Rezia 1 und La Fiorida - Comer See. Und da ist noch mehr in der Pipeline.

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Meinungen und Rückmeldungen:


Datum: 12.11.2016
Liane
Transalp Mittenwald - Comer See

Hallo Andreas,
wir sind im August deine Route nachgefahren, und hatten eine tolle Zeit. Super Wetter, und alles gut gefunden. Hast du wirklich gut ausgetüftelt, aber die ersten vier Tage hatten es in sich! Wenn du Zeit und Lust zum Lesen hast, kann ich dir unseren Tourbericht als pdf-Datei schicken. Wir rätseln allerdings immer noch, wie dein Freund Dirk teilweise in der Uina-Schlucht radeln konnte, der muss wirklich ein Freak sein!
Viele Grüße aus Hessen,
Liane, Dani und Heidi 


Datum: 19.09.2016
Stefan Assenbrunner
Transalp Mittenwald - Comer See

Hallo Andreas,

Jetzt hat uns der Herbst erwischt und es ist Zeit die Erlebnisse des Sommers Revue passieren zu lassen. Unsere beiden Gruppen haben Ende August bzw Anfang September die Tour von Mittenwald zum Comer See gemacht. Beide Gruppen sind die Strecke in 6 Tagen gefahren. Die erste Gruppe war mit Begleitfahrzeug unterwegs. Sie sind, wie wir dann auch, super mit deinen Tracks und der Beschreibung zurecht gekommen!
Wir sind eine Woche danach gestartet. Tag 1 bis nach Imst und Tag 2 bis Pfunds waren traumhaft.
Am dritten Tag von Pfunds zur Sevenna Hütte hat uns das Wetter bitter erwischt. Es hat den ganzen Tag geregnet und so haben wir beschlossen nach dem Reschen nicht gleich ins Gelände zu gehen. Wir sind bis nach Burgeis runter und über Schlinig hoch zur Sesvenna. Oben hats dann schon gegraupelt...Der Trockenraum auf der Hütte war schwer überfordert.
Die Uina Schlucht am nächsten Morgen war phänomenal!
Am fünften Tag haben wir die Schleife ins Val Grosina occidentale ausgelassen und sind direkt von Fusino nach Grosotto runter. Ansonsten wäre der Tag etwas lang geworden und wir hatten Respekt vor der Kilometerschrupperei durchs Valtellina. Die Abkürzung war ne coole Bikestrecke... allerdings haben unsere Vorgänger uns berichtet, dass wir landschaftlich einiges versäumt haben.
Den letzten Tag haben wir komplett mit den Trails gemacht. Waren 2700Hm, die haben sich aber wirklich gelohnt!!

Alle 10 Biker sind sich einig, dass es eine super schöne Tour war die man auch gerne wiederholen kann.
Danke nochmal für deine erstklassige Ausarbeitung!

Schönen Abend!
Ride on!
Stefan