Transalp.info by Andreas Albrecht

München - Venedig


4. Tag: Pustertal - Fanes - Cortina

FanesIn Niedervintl fahren wir wieder auf den Radweg, der uns mit leichten bergauf/bergab ins Herz der Dolomiten bringt. Nun wieder auf einheitlicher Strecke für beide Varianten der Transalp München - Venedig. Ein paar Kilometer weiter in der Nähe von St. Lorenzen gabelt sich die Route wieder. Bei meiner ersten Erkundung der Transalp München - Venedig bin ich mit David und Dietmar die alternative Variante über die Plätzwiese gefahren. Jetzt ist die Hauptroute an der Reihe, die durch die Fanes führt. Zunächst müssen wir den Pustertalradweg bis St. Lorenzen hinter uns bringen. Dort könnte man auf der Talstraße bleiben. Das ist aufgrund des Verkehrs keine so gute Idee. Wir fahren deshalb auf der kleinen Hochstraße über Saalen und Enneberg nach St. Vigil. Über das Rautal gelangt man zur Pederü-Hütte. Dort beginnt der steile Anstieg in die Fanes. Beide Varianten der Route München - Venedig bieten die Möglichkeit einer vernünftigen Hüttenübernachtung. Auf der Plätzwiese ist das die Dürrensteinhütte. In der Fanes ist das die gleichnamige Faneshütte bzw. Üica de Fanes, wie sie in der ladinischen Sprache heißt, zu gut deutsch Pfannenhütte. Der Name rührt von der Lage der Hütte her. Sie befindet sich am Rande einer kleinen Hochebene, die sich wie eine Bratpfanne vor ihr eindellt und bis zur gegenüberliegenden Lavarella-Hütte reicht. Auf dem Grund der Pfanne befinden sich Wiesen und ein kleiner See.

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Die Faneshütte ist sehr gepflegt und hat eine sehr schöne Sonnenterrasse, die bis spät am Abend von den Sonnenstrahlen erreicht wird. Wie der Zufall will ereilt uns bei unserer Tour 2010 das gleiche Schicksal wie ein Jahr zuvor auf der Dürrensteinhütte. Wir hatten uns entschlossen, hier zu übernachten. Über Nacht ereignet sich ein kleiner Wettersturz. Am Morgen regnet es und während des Frühstücks geht der Regen in nassen Schnee über. Im Vorfeld der Tour hatte ich mir geschworen, in so einem Falle die Sache auszusitzen. Die Wettervorhersage spricht von einem kleinräumigen Tief, dass die Alpen im Laufe des Tages überqueren soll, um dann wieder besserem Wetter Platz zu machen. Matthias und ich vertrauen der Vorhersage, verlängern um eine Nacht und verbringen einen Ruhetag. Der ist gleichzeitig mit einem Wechsel in ein sehr komfortables Doppelzimmer verbunden. Der Preis bleibt moderat. So war unsere Entscheidung goldrichtig, hier zu bleiben und nicht nach Cortina d`Ampezzo weiter zu fahren.


Aus Gründen der Etappeneinteilung folgt jetzt ein Stück Originalbericht aus 2010, der den Weg von der Fanes nach Cortina beschreibt:


Am Morgen hat sich das Tief verzogen. Strahlend blauer Himmel ist die Belohnung für unser Ausharren. Die Bergspitzen sind weiß mit Schnee überzuckert. Die Sicht ist fantastisch. Wir haben alles richtig gemacht. Sich selber keinem Zeitdruck auszusetzen ist bei einer Transalp wohl die sinnvollere Einstellung. Matthias und ich haben nicht das Gefühl, einen Tag verloren zu haben durch unser Ausharren in der Fanes-Hütte. Nein, wir sind uns beide einig; wir haben einen Traumtag gewonnen. Diese klaren, frischen Tage in den Alpen sind ein Geschenk. Das werden wir jetzt genießen, wir haben uns mit unserer Geduld selber belohnt. Eine Königsetappe wartet auf uns.
Wir frühstücken so zeitig es geht. Als Tagesziel peilen wir den Passo Duran an. Dort befindet sich ein nettes Berggasthaus. Das weiß ich noch vom Vorjahr. Ob wir es in Ruhe schaffen werden, ist noch ungewiss. Die Strecke ist zwar nicht extrem lang, hat aber deutlich über 2000 Höhenmeter, soviel ist mir klar. Draußen ist es knapp unter Null Grad, leichte Schneereste sind noch auf dem Weg. Lange werden wir nicht frieren, denn aus dem Stand geht es von der Faneshütte steil bergauf zum Limojoch. Die reichlich 100 Höhenmeter bringen uns gleich ins Schwitzen. Die Sonne ist noch nicht über die Berggipfel geklettert und sobald man steht, ist es lausig kalt. Wir ziehen für die Abfahrt alles an, was an wärmenden Sachen im Rucksack ist. Bei der Abfahrt auf einer groben Schotterpiste erreichen wir bald sonnige Abschnitte. Die wärmen uns aber erst weit unten im Tal. Bei der Abfahrt überqueren wir zunächst Pfützen und einen Eisrand und später den Rio Travenanzes, der sich als Canyon im Laufe von Jahrmillionen tief ins Gestein der Dolomiten gegraben hat um kurz in den Rio di Fanes zu münden. Das Ampezzo-Tal ist schnell erreicht. Hier könnte man auf den Radweg wechseln, der das Pustertal mit Belluno verbindet. Er wurde auf der alten Trasse der Dolomitenbahn angelegt und nennt sich logischerweise auch Dolomitenradweg. Im vergangenen Jahr sind wir wetterbedingt auf ihm hinuntergerollt. Er ist eine gute Alternative bei schlechtem Wetter, um weiterzukommen auf dem Weg nach Venedig. Zum Glück haben wir Wetterprobleme in diesem Jahr nicht. Die Sonne strahlt weiter vom Himmel und langsam gewinnt sie auch an Kraft. Im Talgrund orientiere ich mich kurz. Ich war bei diversen Transalps schon des Öfteren in dieser Gegend und wollte den bestmöglichen Weg für Mountainbikes nach Cortina suchen. Es findet sich auch hier ein schöner Weg für Mountainbiker nach Cortina d`Ampezzo. Flussabwärts auf der rechten Seite hangelt er sich am Hang entlang. Nach einigem Auf und Ab erreichen wir freies Gelände mit Blick auf den einstigen Olympia-Ort und das Bergmassiv mit der Cima Ambrizzola.

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Variante 1: Toblach - Schluderbach

bis Toblach auf dem Pustertal-Radweg und dann über den Dolomiten-Radweg auf der Trasse der alten Bahnlinie nach Cortina

Variante 2: Pragser Tal

über Pragser Tal und Plätzwiese nach Schluderbach, hier Verbindung zu Variante 1

Übernachtungstipps:

Fanes Hütte: Tel.: 0039-0474-501097
www.rifugiofanes.com

Cortina d'Ampezzo
Übernachtungen im allgemeinen und besonders im August recht teuer; Empfehlung von Patrick Göbl:
Hotel Cristallino d'Ampezzo, Via Roma 87,
Tel. 0039-0436-4690,  www.hotelcristallino.com

Hotel Impero,  Via Cesare Battisti, 66 -
Tel: 0039-0436-4246 , www.hotelimperocortina.it