Transalp.info by Andreas Albrecht

Schweizcross


1. Tag: Tag der drei Seen

opner 350 P1020980Text: Daniel Bolender

Nachdem Andreas bereits am Vorabend bei mir am Rhein eingetroffen ist, starten wir früh morgens zu dritt mit dem Auto in Richtung Schweiz. Die Fahrt verläuft trotz montäglichem Berufsverkehr ziemlich reibungslos. Erst in Pfäffikon (412 m) am Zürichsee kommt etwas Hektik auf, da wir keine Ahnung haben, wo man für eine Woche das Auto entspannt abstellen kann. Es ist gerade Mittagsruhe und kein kostenloser Stellplatz aufzutreiben. So landen wir schließlich für 54 SFr. am großen Parkplatz am Bahnhof. Für drei Leute gut finanzierbar, und es kann endlich losgehen. Denn wir haben bereits 13 Uhr und heute steht noch eine ansehnliche Etappe auf dem Programm. Ein ordentliches Mittagessen wäre im Nachhinein noch sinnvoll gewesen. Schließlich sind wir seit ca. 5 Uhr auf den Beinen.
Nach einem ersten kleinen Anstieg zum Etzelspass (950 m) geht es leicht hügelig mal über Straße oder auch daneben gut behütet von kleinen Schäfchenwölkchen zum kleinen Einsiedeln (884 m), mit einer überraschend großen Kirche. Schon jetzt sieht alles nach einer gelungenen Startetappe aus. Die noch nicht ganz so hohen Berge, das ansehnliche Wetter und die liebliche Landschaft sind genau das Richtige zum Einstimmen. Das bestätigt sich um so mehr, je weiter wir uns den markanten Spitzen der Mythen am südlichen Ende des hübschen Alptals nähern. Der Anstieg zum Müsliegg (1427 m) fällt mir aber bereits zusehends schwer. Die lange Autofahrt, kein Mittagessen und die fortgeschrittene Stunde fordern Opfer.
Oben angekommen lassen wir die Mythen hinter uns und genießen einen ersten Blick in Richtung Hauptkamm, den wir morgen erreichen werden. Bis zum heutigen Ziel am Vierwaldstätter See liegt "nur" noch ein kleiner Hügel vor uns. Aber erst geht es hinunter. Zunächst führt ein kurzer Höhenweg bis zum Ibergeregg (1406 m), dort wird es zum ersten Mal trailig. Ein ruppiger aber feiner Trail geht hinunter zur Hand, wo wir die Straße queren, und weiter bis Bätzli (769 m). Zum Ende hin wird der Trail zum Wiesenweg und endet schließlich auf Asphalt. Das war ja schon mal nett. Aber noch sind wir nicht ganz unten. Auf Asphalt geht es weiter abwärts, nur ein kurzes steiles Trailstück nehmen wir noch mit. Vorbei an der Schlattlibahn erreichen wir den Talgrund an der Suworowbrücke (533 m). Dort hat sich die Muota beeindruckend tief in den Fels eingegraben.
Direkt vor uns liegt Schwyz, die Stadt, die der Schweiz ihren Namen gab. Wir biegen allerdings ab und starten zu fortgeschrittener Stunde in Oberschönenbuch (539 m) den letzten Anstieg des Tages. Es geht eine kleine Straße hinauf zum Schwyzer Höchi (758 m). Eigentlich nicht viel, aber ich erreiche die Passhöhe erst nach zähem Kampf, lange nach Andreas und Thomas. Wir sind aber noch nicht ganz oben. Meine Routenplanung sieht nämlich vor, dass wir hoch oberhalb des Vierwaldstätter Sees hinüber nach Sisikon queren. Nach etwas Überzeugungsarbeit geht es also noch einmal knapp 100 hm nach oben und oberhalb von Morschach am Waldrand entlang. Dabei haben wir vermutlich nicht den richtigen Weg erwischt. Jedenfalls müssen wir überraschend noch ein Stück Trail hoch schieben. Es wird immer später ...
Wir erreichen wieder eine kleine Straße, die nach kurzer Abfahrt abermals steil nach oben zu gehen scheint. Jetzt reicht es. Die Aussicht auf den See ist zwar toll, aber um das Tagesziel noch sicher zu erreichen, brechen wir die Traverse ab und rollen zurück hinunter nach Morschach (646 m) und weiter über die Straße zum Vierwaldstätter See (485 m). Mit völlig leerem Tank erreichen wir auf dem kleinen Radweg entlang der Uferstraße Sisikon, wo wir die Etappe abbrechen (eigentlich wäre Flüelen das Ziel gewesen) und im Hotel Sternen aufschlagen. Bis auf den etwas chaotischen Abschluss war das heute wirklich eine gelungene Einführung, für die man aber etwas mehr essen muss. Zusammen mit der Anreise war es für mich eine Nummer zu kraftraubend.

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Hinweise zur Route:

Den Extra-Schlenker bei Morschach habe ich in der Nachbereitung der Tour entfernt und den GPS-Track somit bereinigt.
Es empfiehlt sich auf jeden Fall, bis nach Flüelen oder Seedorf zu fahren, und dort zu übernachten. Am folgenden Tag wartet mit dem Surenenpass ein hammerharter Übergang. Dadurch wird der Tag lang genug.

1tag swissmap

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