Transalp.info by Andreas Albrecht

Schweizroute: Bodensee - Gardasee


4. Tag: Scalettapass

opner 350 P1000578Bei der Grobplanung für diese Transalp war mir klar, dass wir die Strecke nach Davos so zügig wie möglich im Tal zurücklegen sollten, wenn wir nicht mehr als acht Tage unterwegs sein wollten. Die Wetterlage zeigt sich spätsommerlich stabil, so dass wir endlich den Scalettapass in Angriff nehmen können. Vor zwei Jahren verhinderte dies noch der späte Sommerbeginn, so dass damals als Notlösung nur die Straße über den Flüelapass übrig blieb. Ursprünglich dachte ich, dass wir am gestrigen Tag noch bis Dürrboden hätten kommen können. Das hat sich aber als illusorisch und nur mit einem Bahntransfer möglich erwiesen, wozu es aber keinen Grund gab.
Die Route im Rheintal nach Davos verläuft auf einer der vielen Velorouten in der Schweiz. Ab Küblis und insbesondere zwischen Klosters und Davos genügt sie vollauf den Ansprüchen einer Mountainbiketour. Dabei macht man genug Höhenmeter, so dass der Scaletta als einziger Pass dieses Tages genug sein wird. Waren wir in den vergangenen Tagen meist allein im Gelände unterwegs, streifen wir hier eine der Transalp-Hauptrouten. Eine geführte Gruppe mit Gepäcktransport wird in den nächsten Tagen öfters unseren Weg kreuzen und auch zum Schluss am Tremalzo werden wir sie wieder treffen. In Davos versorgen wir uns zur Mittagszeit im Supermarkt, denn gut eintausend Höhenmeter liegen noch vor uns.
350 DSCN4988Bis Dürrboden geht es bei moderater Steigung auf der Talstraße zügig voran; wer will, kann seine Kräfte auch auf einem parallel verlaufenden Talwanderweg verschleißen. An der Gaststätte ist allgemeiner Sammelpunkt, jetzt heißt es Wasser tanken und es beginnt der Säumerpfad zum Scalettapass. Dieser uralte Übergang ist einer der besten schiebbaren Pässe, die ich in den Alpen kenne. Der Weg ist breit genug, so dass man das Rad gut führen kann.
Höchst selten muss man es über eine Stufe heben und kann so in aller Ruhe die Aussicht genießen. In gut einer Stunde sind wir oben und machen im Windschatten einer kleinen Schutzhütte Rast, denn trotz strahlendem Sonnenschein ist es hier oben empfindlich kühl, wenn man dem Wind ausgesetzt ist. Die Abfahrt erweist sich als wahrer Genuss. Nur wenige verblockte Stellen zwingen einen zum Absteigen - ein Singletrail vom Feinsten bis zum Talboden bei der Alp Funtauna. Hier müssen wir einen Weg über den Bach finden, bis uns der Almweg steil ins Tal hinab führt. Doch nicht so hastig, die abendlichen Lichtverhältnisse sind wie geschaffen für häufige Fotopausen, die wir reichlich einlegen. Wir haben genügend Zeit, ein Quartier wird sich in S-chanf im Inntal schon finden, wo wir die Etappe beenden wollen. Am Talende des Val Susauna noch eine kurze Steigung rechts hinauf, dann ein paar hundert Meter auf der Straße und wir sind da. An Unterkünften herrscht kein Mangel. Drei Hotels und jede Menge privater Zimmervermieter warten auf Kundschaft.

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4 Schiers S chan