Transalp.info by Andreas Albrecht

Tiroler Jöchl Transalp

Von Mittenwald an den Gardasee

Strecke:

opener 350 CIMG2351Mittenwald - Maria Waldrast - Brennergrenzkamm - Schlüsseljoch - Valler Jöchl - Stöffl-Hütte - Bozen - Grauner Joch - Nonstal - Monte Gazza - Marocche - Torbole

Länge: 376 km
Höhenmeter: ca. 11.000 hm
Etappen: 6

1. Tag: 71,5 km, 1835 hm
Mittenwald - Seefeld - Hatting - Zirl - Völs - Birgitz - Mutters - Mieders - Maria Waldrast

2. Tag: 51 km, 2027 hm
Maria Waldrast - Matrei - Steinach - Gries - Vinaders - Brennergrenzkamm - Giggelberg - Enzianhütte

3. Tag: 72 km, 1550 hm
Enzianhütte - Schlüsseljoch - Pfitscher Tal - Stilfes - Mauls - Valler Jöchl - Spinges - Brixen - Klausen

4. Tag: 66 km, 2103 hm
Klausen - Thinnebachtal - Kaseregg - Stöffl-Hütte - Gasteiger Sattel - Oberbozen - Bozen - Frangart - Kaltern

5. Tag: 57,5 km, 2190 hm
Kaltern - Altenburg - Graun - Grauner Joch - Mag. Sores - Vervo - Nonstal - Fai della Paganella

6. Tag: 58,5 km, 1048 hm
Fai della Paganella - Monte Gazza - Margone - Ranzo - Lago di Toblino - Sarche - Arco - Torbole

Medien

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks, Kartenscans, TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte, Finisher Bikeshirt, Transalp Roadbook: im Webshop


Übersichtskarte

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schwarz: Hauptroute - Klicken auf den Track zeigt den Namen des entsprechenden GPS-Tracks an
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Höhenprofil

TIROLJOCH gesamt

Wegeverteilung

untergrund

Landkarten

Kompass: Digitale Karte Über die Alpen, 26, 36, 44, 54, 56, 73, 74, 101
Übersichtskarte: Kompass - Straßenkarte 358  Tirol - Trentino ISBN: 3-85491-853-4
Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer

Tourplanung: Andreas Albrecht

gefahren vom 22. - 28. Juni 2008: Andreas Albrecht, Dirk Kersken, Stephan Hölger, Achim Frey, Hermann Freimarck, David Strixner (1. und 2. Tag)



Tourbericht

Et es, wie et es. Et kütt, wie et kütt! Et hät noch immer jot jejange.
Das Kölsche Grundgesetz. Nach einer Anregung von Achim Frey.


Prolog

No Rain - kein Regen! Das ist das unausgesprochene Motto unserer diesjährigen Bergvagabundentour. Im Jahr zuvor waren wir ausgesprochen nass geworden und hatten sogar Schnee gehabt - im Juli, wo eigentlich Hochsommer sein sollte. Scheinbar ist nichts mehr, wie es war; aber egal, es geht wieder los. Im Winter gab es wenig Schnee in den Alpen, so dass wir die letzte Woche im Juni als Termin festlegen konnten. Pünktlich zum Tourstart sollte sich dann auch noch ein stabiles Hoch über den Alpen ausbreiten, verkündete der Wetterdienst. So genau sind Vorhersagen ja nun bekanntlich nicht. Jedenfalls tröpfelt es leicht aus einer einzigen Wolke, als wir uns am Sonntagmorgen in Mittenwald getroffen haben. Na gut, Zeit für einen Kaffee haben wir. Es gibt ja kein festes Tagesziel, das wir heute unbedingt erreichen müssen. Die Wolke zieht sich ins Karwendel zurück. Freie Bahn für uns - los geht's.

Transalp Roadbook7Klappentext Transalp Roadbook 7

Der "rote Faden" dieser Transalp von Mittenwald an den Gardasee ist eine Linie entlang der Flüsse Eisack und Etsch. Das ist eine ziemlich genaue Nord-Süd-Ausrichtung der Tour. Dadurch bleibt man unterwegs sehr flexibel. Wenn das Wetter nicht passt oder die Kondition nicht stimmt, kann man jederzeit ins Tal ausweichen und dort vorwärts kommen. Außerdem kann man diesen Alpencross sogar schon im Juni fahren. Das ist für mein Empfinden die schönste Zeit. Am Abend ist es lange hell und Probleme mit Unterkünften gibt es zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht. Man kann somit von Tag zu Tag entscheiden, wie weit man fahren will und sich die schönsten Flecken aussuchen.
Das Buch enthält Höhenprofile, Übersichtskarten und detaillierte Roadbooks in Tabellenform mit allen wichtigen Informationen zur Strecke.
Ebenfalls erhältlich als eBook - mehr Info hier



1. Tag: Mittenwald - Stubaital - Maria Waldrast

opener 350 DSCN5684Wenn man von Mittenwald aus eine Transalp startet, fahren die allermeisten zunächst durchs Karwendelgebirge. Uns schwebte bei der Grobplanung allerdings eine direktere Route an den Gardasee vor. Die Brennergrenzkammstraße sollte dabei sein, also fahren wir zunächst direkt südlich über Seefeld ins Inntal. Dadurch ist der erste Tourtag so wie ich es mag - ein paar leichte Kilometer zum Einrollen. In Scharnitz zweigt die Route ins Karwendel ab. Wir bleiben auf den einfachen Forstwegen in Richtung Seefeld, passieren Triendlsäge und streifen den besonders bei älteren Semestern beliebten Urlaubsort nur am Rande. Für einen Zwischenstopp ist es noch zu früh. Zügig geht es hinab ins Inntal. Dazu gibt es viele schöne Varianten für Mountainbiker. Wir entscheiden uns für die Abfahrt nach Leiblfing Dort erreichen wir das flache Inntal und wechseln bei Hatting auf den Innradweg, dem wir flussabwärts in Richtung Innsbruck folgen. Es ist sehr warm und wir freuen uns über jeden Dorfbrunnen, an dem wir unsere Wasservorräte auffüllen können. In Zirl befindet sich direkt am Radweg ein M-Preis. Dummerweise legen wir hier keine Essenspause ein, was sich später bei Hermann rächen soll. Zügig rollen wir auf den ebenen Radweg bis nach Völs. Hier beginnt die Passage hoch auf das Axamer Plateau. Als ich vor Jahren diese Teilstrecke schon einmal auf einer Transalp gefahren bin, war mir nichts besseres eingefallen, als die Straße hoch zu fahren. Das muss doch besser gehen, dachte ich mir und fragte im Vorfeld meinen Tiroler Bikefreund Appi (www.appi.at), der in Axams wohnt und es wissen muss. "Klar", sagt er, "und überhaupt kein Problem. Ihr fahrt von Völs durch das Nasse Tal nach Birgitz und dann gibt es oben jede Menge Nebenwege nach Mutters." Gesagt, getan. Die Fahrt durchs Nasse Tal ist eine einfache und entspannte Angelegenheit, wenn man genug Energie in sich verspürt. Bei Hermann sind allerdings die Energiespeicher leer gefahren, er bekommt einen Hungerast. Auch die Essenspause bringt ihn nicht wieder richtig auf die Beine. Er schleppt sich bis Mutters so dahin und kann gar nicht so recht Freude an der abwechslungsreichen Strecke empfinden. Da wäre z.B. der Natterer See, wo man bei Bedarf eine Badepause einlegen könnte. Danach ist uns nicht zumute, wir wollen vorwärts kommen. Am letzten Anstieg von Natters nach Mutters bricht Hermann dann vollends ein. Eine Entscheidung muss getroffen werden. Die ist einfach, problemlos und lautet: gemütlich hinunter nach Innsbruck rollen, mit dem Zug bis zum Brenner, von dort bergab nach Gries zu meinem Freund Thomas ins Gasthaus Rose fahren, gut essen, erholen und am nächsten Morgen in alter Frische wieder zu uns stoßen. Das hat hervorragend funktioniert und Hermann wird die Transalp ohne Probleme zu Ende fahren. Im Moment der Entscheidung hat David, mein erprobter Transalpbegleiter, der die ersten beiden Tage mit uns fährt, einen Platten und bemerkt auch noch, dass seine Bremsbeläge stark abgefahren sind. So beschließt er, Hermann zu begleiten und in Ruhe die notwendigen Reparaturen durchzuführen. Wir trennen uns also und wir restlichen vier fahren über die landschaftlich sehr schöne Strecke über die Telfser Wiesen ins Stubaital.
Im Talgrund passieren wir die Kirchbrücke. Ganz in der Nähe liegt das Gasthaus Kirchbrücke. Auch dort hätte man den Hungerast von Hermann gut bekämpfen können. Es gibt gute Hausmannskost und Forellen - frisch gefangen aus dem eigenen Teich. Auch übernachten kann man hier, zum Beispiel wenn man bei dieser Transalp erst nach dem Mittag in Mittenwald startet.
Nach der Rast beginnt der finale und etwas zähe Schlussanstieg in Richtung Mieders und weiter nach Maria Waldrast. Wer hier keine Lust verspürt oder wem die Kräfte abhanden gekommen sind, kann die bequeme Variante wählen und mit der Serles-Seilbahn ein Großteil der Höhenmeter auf leichte Art und Weise überwinden. Von der Bergstation quert ein Schotterweg hinüber zur Normalauffahrt. Auf der befinden wir uns und kämpfen uns im Schweiße des Angesichts nach oben. Heiß ist es, aber allemal besser als Regen. Auf der Prozessionsstrecke finden sich am Wegesrand neben diversen Marienstatuen genug Quellen, an denen wir uns laben und Wasser über unsere erhitzten Köpfe schütten können. Schließlich erreichen wir das Waldraster Jöchl. Von dort sind es nur ein paar Meter bergab und wir sind in Maria Waldrast. Das Serviten-Kloster hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich.


Der Legende nach entdeckten zwei Hirtenknaben zu Ostern 1407 an einem hohlen Lärchenbaum das gewachsene Bild einer Madonna mit Kind. Männer sägten das ca. 1 m hohe Bild aus dem Baumstamm und brachten es nach Matrei. Zu Pfingsten desselben Jahres befahl eine innere Stimme dem armen Holzknecht Christian Lusch zur Waldrast aufzusteigen und auf einem bemoosten Stein zu warten. Dort zeigte ihm die als lichte Gestalt erschienene Mutter Gottes den Platz, auf dem er eine Kapelle erbauen sollte. Mit Unterstützung des Fürstbischofs von Brixen wurde 1421 ein Gotteshaus errichtet und die Marienstatue fand hier ihre Heimstatt. Zwei Mal wurde die Klosterkirche Opfer weltlicher Machthaber und das Gnadenbild verlor seinen angestammten Platz auf dem Hochalter, um auf unfreiwillige Wanderschaft zu gehen. Kaiser Joseph II. ließ 1785 das Kloster aufheben und gab es dem Verfall preis. Erst 1846 wurde es wiederhergestellt und das heilige Bild kehrte in großem Triumph zurück. Seit dieser Zeit ist es - mit einer kurzen Unterbrechung zwischen 1941 bis 45 - wieder ein blühender Wallfahrtsort.


Wir haben uns spontan entschlossen, hier zu übernachten. Die von den Mönchen betriebene Herberge bietet normalen Komfort. Die Aussicht auf der Terrasse ist vom Feinsten, warum sich noch bis nach Gries quälen. Eine Mörderetappe am ersten Tag muss nicht sein. Wir telefonieren mit David und Hermann. Alles ist in Ordnung. Wir werden die beiden morgen früh aufsammeln.

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Übernachtungstipps:

Klostergasthof  Maria Waldrast,  Mützens 27, 6143 Matrei am Brenner, Österreich,  Telefon:+43 5273 6219 www.mariawaldrast.at



2. Tag: Maria Waldrast - Brennergrenzkamm - Enzianhütte

opener 350 CIMG2312Ein klarer und hier oben noch angenehm frischer Morgen bricht an. Wir rollen auf der Schotterpiste, die im Winter eine Rodelbahn ist, gemütlich bergab nach Matrei. Dort gibt es entlang der Brennerstraße ein paar Nebenwege. Die nutzen wir bis Stafflach. Hier beginnt eine Engstelle, so dass wir bis Gries auf der Bundesstraße fahren. Die ist am Montagmorgen noch kaum befahren, es nerven noch keine Wohnwagengespanne und Horden von Motorradfahrern. Flugs sind wir am Gasthof Rose, wo Hermann in alter Frische auf uns wartet. Zeit für ein zweites Frühstück. Die Mama von Thomas Libiseller, dem jungen Chef des uralten Gasthauses, serviert uns Rührei mit Speck, dazu ein Haferl Kaffee. Da fällt der Aufbruch schwer. Doch schließlich reißen wir uns los. Thomas erscheint noch rechtzeitig, so dass wir uns auch von ihm verabschieden können. Los gehts. Heute steht die Brennergrenzkammstraße auf dem Plan. Bei diesem klaren Sommerwetter ein absolutes Highlight. Im Laufe der Jahre habe ich viele der möglichen Varianten ausprobiert, den Brennergrenzkamm zu erreichen. Wir entscheiden uns heute für die am wenigstens mit Schieben verbundene Variante. Diese führt hinein ins Obernberger Tal bis Vinaders. Hier zweigt dann der Weg zur Sattelbergalm ab. Zunächst asphaltiert wird daraus später ein gut fahrbarer Schotterweg. An der Sattelbergalm kann man vor einer Traumkulisse rasten und bei Bedarf übernachten und sich beim Chef bedanken, dass er in Eigeninitiative einen neuen Weg hoch zum Sattelberg geschoben hat. Die Passage auf der originalen Grenzkammstraße führt im ersten Abschnitt auf Südtiroler Seite über den Weidegrund eines Bauern. Dieser hatte in Transalpkreisen eine gewisse Berühmtheit erlangt und wurde oft als sogenannter "böser Bauer" bezeichnet. Zu seiner Ehrenrettung muss man allerdings etwas über die Entstehungsgeschichte der Problematik erzählen.


Es begab sich Ende der 1990er Jahre, als ein selbsternannter Transalp-Guru ein inzwischen hochkommerzielles Etappenrennen über die Alpen ins Leben rief. Die erste Veranstaltung hatte sicher noch einen gewissen Pioniercharakter und die Organisatoren scherten sich recht wenig um eine Durchfahrtsgenehmigung auf Privatgrund. So muss der betroffene Bauer sich wohl erstaunt die Augen gerieben haben, als plötzlich und ohne Vorankündigung Scharen wildgewordener Mountainbiker über seinen Weidegrund fuhren und seine Kühe erschreckten. Manche Teilnehmer von solchen Massenveranstaltungen entsorgen zudem noch gern ihren Müll in Form von Verpackungen diverser Energieriegel, indem sie sie der Einfachheit halber einfach in die Landschaft schmeißen. Nette Menschen sind das nach dem Motto: In der Masse wird der Mensch zum Vieh. Jedenfalls schaltete der Bauer nach diesem Erlebnis auf stur und verjagt jeden Mountainbiker, dessen er ansichtig wurde, von seinem Grund. Ein gewisses Verständnis kann ich für sein Verhalten schon aufbringen. Von dem, der diese Problematik damals losgetreten hat, ist nicht bekannt, ob er irgendwelche Versuche unternommen hat, die Situation zu entspannen.


Abhilfe hat hier, wie schon gesagt, der Wirt der Sattelbergalm geschaffen. Kurz vor der Grenze zu Südtirol biegt nun der Jubiläumssteig rechts ab. Man könnte nun in der Direttissima knappe 500 Höhenmeter sein Rad hinauf zum Sattelberg schieben oder aber einen Schleichweg benutzen, den ich nach diversen Hinweisen in Internetforen gezielt gesucht und schließlich auch gefunden habe. In einer Höhe von ca. 1820 m muss man den niedrigen Stacheldraht überwinden. Erkennbar ist der stachelige Übergang an einem Grenzschild, dass ziemlich exakt die Stelle markiert. Auf der Südtiroler Seite führt dann ein Waldpfad direkt zur Brennergrenzkammstraße, die man dann bergauf fahren kann, sofern man dazu in der Lage ist. Den erwarten ein paar steile Rampen. Wenn dazu noch, wie so oft und auch heute, starker Wind von vorn oder von der Seite bläst, werden sich kurze Schiebepassagen kaum vermeiden lassen. Nicht so für Dirk, Jürgen und Stephan, die den Weg komplett hochdrücken. Oben bei den zerfallenen Militärunterkünften sammeln wir uns wieder. Nun beginnt der gemütliche Teil. Kilometerlang windet sich die alte Militärpiste an den Bergflanken entlang in Richtung Sandjöchl.
Hinweis: Das Thema "böser" Bauer hat sich inzwischen erledigt. Man kann den Forstweg bzw. die alte Militärstraße hinauf zum Sattelberg nehmen. Die enthalten allerdings auf Südtiroler Seite auch sehr steile Rampen an der Grenze des Fahrbaren.

Diese Schotterpiste ist eine der wenigen sinnvollen Hinterlassenschaften des militärischen Größenwahns von Mussolini. Südtirol wurde ja bekanntlich nach dem Ersten Weltkrieg Italien angegliedert, was bis heute Gärstoff bildet für diverse Differenzen und Spannungen. Ob die im vereinigten Europa irgendwann ganz verschwinden, bleibt abzuwarten. Das faschistische Regime in Italien der 1920er bis 1940er Jahre betrieb jedenfalls mit wenig Feingefühl eine teilweise brutale Politik der Italienisierung der deutschsprachigen Volksgruppe. Damit verbunden war auch eine Abriegelung der neuen Grenze am Brenner zu Österreich und deren militärischer Befestigung unter anderem hier am Brennergrenzkamm.

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350 CIMG2331Dieses Straßensystem sollte zum Glück jedoch nie in irgendwelche Kampfhandlungen einbezogen werden. So liegen die Straßen, Pisten und Trails noch so, wie sie angelegt wurden. Nur der Zahn der Zeit nagt an ihnen. Das ist am berühmten Portjochtrail besonders deutlich zu erkennen. Der befindet sich am westlichen Ende der Grenzkammstraße und wurde in einer ingenieurtechnischen Meisterleistung hinunter ins Pflerschtal trassiert. Durch steilste Felswände führt er quasi in der Falllinie hinab ins Tal und erreicht die Bahntrasse der alten aufgelassenen Brennerbahn. Den Weg habe ich mal befahren, was eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit ist, da inzwischen Teile des Weges erodiert und abgerutscht sind. Das kann man mal machen, wenn man Zeit und kein schweres Gepäck dabei hat. Für unsere Transalp ist er definitiv nicht geeignet. Da gibt es eine schönere Alternative. Ein schöner Trail führt vom Sandjöchl hinab nach Giggelberg, wobei er mehrfach die Militärpiste quert. Die technischen Schwierigkeiten halten sich in Grenzen, so dass man ihn auch mit einem Transalprucksack auf den Rücken fahren kann. Wem das trotzdem nicht behagt, kann ja jederzeit auf die Schotterstraße ausweichen. Jedenfalls erreicht man früher oder später den Rest des Weges auf dem kleinen Sträßchen, das dann zur schon erwähnten alten Bahntrasse führt.
Hier lassen wir es ordentlich laufen. Stephan tut dabei des Guten wohl etwas dazu. Ich bin kurz hinter ihm, sehe uns auf eine Linkskurve zufahren, bremse ab und wundere mich, warum Stephan das nicht tut. Ich denke gerade, das kann nicht gut ausgehen, als Stephan seinen Fehler bemerkt. Ich rufe nach hinten: "Achtung!", als Stephan auch schon gekonnt und elegant im weichen Gras eine Notlandung vom Feinsten hinlegt. Super Haltungsnoten und nichts passiert. Erleichtertes Lachen löst die Spannung, die bei uns aufgekommen, denn alle hatten freies Blickfeld. Ich mache den Vorschlag, das aus Gründen der fotografischen Dokumentation zu wiederholen, Stephan lehnt aber unverständlicherweise ab. Nun gut - weiter gehts. Nach einem letzten versteckten Trail erreichen wir die alte Bahntrasse. Dort befindet sich ein Radweg, der uns nahezu höhengleich nordwärts bringt zum Beginn der Auffahrt zur Enzianhütte. Dort wartet eine urige Unterkunft auf uns. Die Auffahrt ist angenehm zu fahren, das Preis-Leistungsverhältnis der Enzianhütte stimmt, das Essen ist lecker. Die Empfehlung kann ich ruhigen Gewissens aussprechen. Ein wunderbarer Sonnenuntergang beschließt diese Königsetappe in den Alpen.

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Übernachtungstipps:

Enzianhütte: 0039/0472/631 224, 61 Betten, Lager, www.schutzhuetten.net/enzianhuette.html



3. Tag: Schlüsseljoch - Valler Jöchl - Klausen

opener 350 IMG 0023An diesem Morgen sind wir nicht überrascht, wieder einen klaren Himmel vorzufinden. Ein großräumiges stabiles Hoch liegt über den Alpen. Das wird noch viele Tage so bleiben, sagt der Wetterbericht. Wir glauben dem Bericht gern, Regen hatten wir auf unseren Touren in den letzten beiden Jahren genug. Zum Schlüsseljoch führt eine alte Militärpiste, fast durchgängig fahrbar. Nur in der Mitte gibt es einen erodierten Abschnitt, zum Glück muss man fast sagen. Ansonsten würden wohl Quadfahrer auch hier oben die Gegend unsicher machen. Egal, in dieser frühen Morgenstunde haben wir den Weg sowieso für uns allein. In knapp einer Stunde erreichen wir das Schlüsseljoch. Vor uns liegt das Pfitscher Tal. Auf der anderen Seite ist der steile Weg zum Pfunderer Joch zu erkennen. Da soll es in diesem Jahr nicht drüber gehen, mit Ende Juni ist es zu früh, es liegt noch zu viel Schnee auf der Passhöhe. Aber danach gibt es ja noch ein Joch, das Valler Jöchl (in manchen Karten auch Valser Joch genannt). Dieses Jöchl wird bei Transalps eher selten befahren, kommt uns also gerade recht. Doch zunächst wartet die schöne Schotterabfahrt vom Schlüsseljoch nach Fußendraß auf uns. Ein paar grobe Brocken liegen zwar manchmal im Weg herum, was Achim ab und an zum Fluchen bringt. Er ist ein Kölscher Junge und nimmt es meist gelassen: Et kütt wie et kütt. Bei grobschottrigen Abfahrten entwickelt er eine interessante Fahrtechnik: auf dem Oberrohr sitzen und mit beiden Füßen durch den Schotter surfen. Sieht gut aus, drückt nur leider etwas im Schritt, wie er sagt. Im Laufe der Transalp stellt er sich allmählich um und findet eine bequemere Lösung: sitzend im Sattel, schmerztechnisch eine Offenbarung und schneller ist man auch.
Am Grund des Pfitscher Tals findet sich nahtlos ein schöner Schotterweg hinab in Richtung Sterzing. Bei Ried müssen wir kurz auf die Straße. Den Gegenanstieg vermeiden wir elegant auf einem kleinen, einfachen Trail, der schließlich wieder auf die Straße führt. Am Ortseingang von Wiesen beginnt ein schöner Waldpfad, der uns an Sterzing vorbei zum Eisackradweg bringt. Den rollen wir ohne großes Federlesen bis Mauls hinunter. Hier beginnt das Maulser Tal, das uns zum Valler Jöchl bringen wird. Ein leichter, aber einsamer Übergang. Zunächst fahren wir lange auf einer Nebenstraße, die die Gehöfte erschließt. Später wird daraus eine gute Forststraße. Nur die letzten 100 Höhenmeter muss man schieben. Das ist nicht dramatisch und dauert keine halbe Stunde. Am Valler Jöchl halten wir uns rechts und gelangen nach noch einer kurzen Schiebestrecke an der Bergstation des Liftes, der von Vals aus Wanderer nach oben bringt. Das Wegenetz ist hier recht vielfältig. Wir vermeiden Gegenanstiege so weit als möglich und rollen bergab auf einfacher Schotterpiste.
An der Linderalm stehen Liegestühle einladend auf der Wiese. Keine Frage, hier rasten wir. Es ist sowieso Zeit zum Essen. Leckere, gehaltvolle Kost steht auf der Speisekarte: Hüttenmakkaroni, Eier mit Speck, Käsespätzle, Hirschgulasch mit Knödeln. Bald steht eine Auswahl davon auf dem Tisch, wir sind ja nicht zum Abnehmen unterwegs. Zum Abschluss spendiert der Wirt sogar noch einen Kaiserschmarren. Süßes Zeug ist zwar nicht mein Ding, ich koste trotzdem und kann den anderen bestätigen, dass er gut gemacht ist. Wir haben ausreichend Zeit und lassen uns wieder in die Liegestühle fallen. Heute passiert nicht mehr viel. Es geht fast nur noch bergab. Auf jeden Fall bis Brixen und dann schauen wir mal, wie weit wir noch kommen, nur kein Stress. Die Abfahrt weiter auf einem leichten Forstweg bis zum Wetterkreuz. Hier halte ich Ausschau nach den Trailvarianten, die ich bei der Planung laut Karte ausgemacht habe. Ah, da sind sie ja. Aber lieber noch einmal bei den Einheimischen nachgefragt. Ja richtig, dieser Weg schneidet die Straße über Spinges ab und führt direkt nach Schabs. Also los, es wird ein netter kleiner Trail, nicht zu schwierig, wenn auch teilweise steil und schmal. Wer das nicht mag, kann die Trails problemlos auf der Straße umfahren.
Schließlich kommen wir im Pustertal direkt beim Hotel Sonneck heraus. An dieser Stelle hatte ich im Vorfeld schon einmal recherchiert und einen wunderschönen Weg hinunter nach Brixen gefunden. Nur ganz kurz und das zügig bergab muss man ein Stück die recht stark befahrene Straße von Brixen ins Pustertal benutzen. Bald schon zweigt rechts die Alte Pustertaler Straße ab, die als Feld-/Radweg direkt ins Zentrum von Brixen führt. Dabei hat man einen schönen Blick auf die Gärten des Kloster Neustifts und auf den Hausberg von Brixen, die Plose. Wir stehen bald an der Brücke über die Eisack, die direkt in die Fußgängerzone führt. Gerade schickt sich eine lokale Wolke an, einen örtlich begrenzten Regenschauer zu liefern. "No rain!" ist doch die Devise. Wir erreichen knapp aber rechtzeitig die Markise eines Eiscafes auf dem Marktplatz und lassen uns nieder, als der kurze Schauer auch schon niederprasselt. Nichts Ernstes, wir sitzen das vergnügt aus. Die schwüle Hitze weicht angenehm temperierter frischer Luft. Die paar Kilometer bis nach Klausen fährt es sich auf dem Radweg neben der Eisack fast wie von selbst. Klausen selbts ist ein bezauberndes Städtchen, das sich seinen Charme bewahrt hat und nicht ganz so von der Busreise-Mafia heimgesucht wird wie Brixen. Also fällt es uns auch nicht schwer, hier schon Quartier zu machen, als ich im Tourismusbüro erfahre, das das eigentlich anvisierte Tagesziel, der Gasthof Mühlele im Thinnebachtal, heute Ruhetag hat. Im ersten Anlauf finden wir im Hotel Post freie Zimmer. Eine gute Wahl, die Fahrräder stehen sicher im Haus, es gibt einen Garten mit Swimmingpool, was will man mehr.

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Übernachtungstipps:

Parkhotel Post, Tinneplatz 3, 39043 Klausen, Tel. ++39 0472 847514,  www.parkhotel-post.it
Gasthof Walther von der Vogelweide, Oberstadt  66, 39043 Klausen,  Tel. +39 0472 847369      www.vogelweide.it



4. Tag: Durchs Thinnebachtal zur Stöfflhütte und weiter bis Kaltern

opener 350 CIMG2449Der Morgen ist klar und frisch. Das brauche ich eigentlich nicht extra zu betonen, es versteht sich bei dieser Tour von selbst. Als Morgenprogramm steht die ellenlange Auffahrt zur Stöfflhütte auf dem Programm. Durchs Thinnebachtal geht es stetig bergan, auf kaum befahrenen Nebensträßchen bis zum Wanderparkplatz in der Nähe der Jochalm. Ich kenne die Strecke, verfahren kann man sich kaum. Wir vereinbaren unterwegs zwei Treffpunkte. Auf einer so langen Steigung muss jeder in seinem Tempo fahren, da zieht sich die Gruppe unweigerlich auseinander. Das stellt aber überhaupt kein Problem dar. Die Ersten hetzen nicht, die Letzten jammern nicht. An der Jochalm treffen wir wieder zusammen, kurze Brotzeit, Wasser fassen. Mittagspause machen wir an der Stöffl-Hütte. Die erreichen wir gemeinsam. Sie liegt oberhalb der Baumgrenze. Wenn man seine Transalptour anders plant - das wäre auch ein toller Ort zum Übernachten.
Bei der ausgedehnten Mittagsrast beratschlagen wir, wie weit wir heute wohl noch kommen werden. Am Rittner Horn vorbei gibt es zwar noch ein paar Gegenanstiege (Gasteiger Sattel), das meiste ist aber für heute geschafft. Über Pemmern und Riggermoos suchen und finden wir so weit als möglich schöne Waldwege und Trails bis nach Oberbozen. Und auch nach Bozen hinunter finde ich fast schon instinktiv eine interessante Strecke. Sie eröffnet einen Blick auf die geologische Besonderheit der Erdpyramiden. Diese entstehen als Folge der Vergletscherung in den Eiszeiten im lehmigen Schutt der Endmoränen. Da liegt dann eine Steinplatte quer und verhindert dadurch, dass das darunter liegende Erdreich weggespült wird. Nach und nach entstehen so kleine Parks aus sehr spitzen Pyramiden. Erst ganz zum Schluss verläuft unser Weg ein Stück auf einer Nebenstraße, ehe wir den Radweg hinein nach Bozen erreichen. Hier ist es drückend heiß. Wir machen im Schatten eine Eispause und beschließen, noch weiter bis Kaltern zu radeln. Die paar Höhenmeter fahren sich auf dem gut ausgebauten Radweg kinderleicht. Von Frangart über Eppan bis Kaltern wurde der Radweg auf der alten Bahntrasse angelegt. Das ergibt eine angenehme, gleichmäßige Steigung. Ohne größere Mühe finden wir in Kaltern eine Unterkunft. Morgen werden wir Südtirol verlassen. Wie? Natürlich über ein Joch - das Grauner Joch.

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Übernachtungstipps:

Stöfflhütte: Latzfonser- Villanderer Alm Tel: (+39) 338 73 19 464      www.stoefflhuette.it
Tourismusverein Kaltern am See – Tel. 0039 0471 96 31 69      www.kaltern.com



5. Tag: Abschied von Südtirol: Grauner Joch

opener 350 CIMG2498Vor dem Grauner Joch hatte ich ehrlich gesagt, etwas Bammel. Ich hatte es vor Jahren schon einmal befahren. Damals hatte ich zu wenig Wasser dabei und mich schon gequält. Um es kurz zu machen, diesmal war es ein Genuss. Von Kaltern aus führt über Altenburg und die Zoggler Wiesen ein schöner Höhenweg nach Graun. Dort beginnt die Schotterauffahrt über 1000 Höhenmeter zum Grauner Joch. Noch einmal ordentlich Wasser getrunken, alle Flaschen gut gefüllt und los gehts. Zunächst im schattigen Wald, immer auf guter Schotterpiste brauchen wir rund zwei Stunden bis zum Joch. Als Passhöhe ist das Joch nicht so recht auszumachen. Nur meine Erinnerung und der Höhenmesser bestätigt uns, dass wir es geschafft haben. Zur Hütte am Kuhleger sind es noch ein paar wenige Höhenmeter, hier ist ein idealer Rastplatz mit Blick tief hinab ins Etschtal. Der einzige Wermutstropfen: Es gibt keine Wasserstelle. Wasser bekommt man erst an der Malga Curedo Nuovo - das hat sich mir eingeprägt. Wir sind nun im italienischen Nonstal und es geht zügig bergab.
Hinweis: Auf dem Weg zum Grauner Joch gibt es mittlerweile eine Wasserstelle, die zwar an einem versteckt liegenden Forsthaus ist, aber auf der Strecke als Wasserstelle ausgeschildert ist. (Danke an Steffen M. für den Tipp!)

Am Rifugio Sores machen wir Rast. Typisch italienische Ferienidylle - für uns gibt es Cappuccino und Apfelstrudel. Ab hier könnte man weiter auf einem Nebensträßchen fahren. Es gibt aber auch noch Schotterpisten und Trails, nicht zu schwer zu fahren, einfach lecker. Schließlich erreichen wir Vervo. Hier muss man aufpassen, dass man bei der rasanten Abfahrt nicht zu weit hinab bis zur Staatsstraße des Nonstals fährt. Die darf nämlich offiziell nicht mit dem Fahrrad befahren werden. Bei Dardino zweigt ein unscheinbarer Abzweig in Richtung Toss bzw. Ton ab. Dieser Weg ist interessanter und umgeht die Hauptstraße. Bei Sabino mündet die Nebenstraße auf die Verbindungsstraße zum Kreisverkehr bei Mezzolomardo. Hier wird der Verkehr nach Andalo, Fai della Paganella und ins Val di Sole verteilt. Die Strecke nach Andalo kennen wir schon. Also machen wir uns dieses Mal auf den Weg nach Fai della Paganella. Das ist eine zähe Straßenauffahrt. Deshalb am besten unten noch die Rastmöglichkeit nutzen, eine kalte Cola trinken und langsam, aber stetig hochstrampeln. Geschafft! Fai della Paganella ist ein netter kleiner Ferienort. Unterkünfte gibt es dort zur Genüge. Ende Juni ist das kein überhaupt kein Problem.

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Übernachtungstipps: Fai della Paganella

Stella Alpina www.hotelstellalpina.it
Hotel Montana www.hotelmontana.net
Arcobaleno www.hotelarcobaleno.it



6. Tag: Monte Gazza - Gardasee

fazitIMG 2345 1000px 350War die zähe Asphaltauffahrt gestern die Pflicht, so folgt heute die Kür: die schöne Bergfahrt entlang der Paganella und des Monte Gazza hin zum Traumziel Gardasee. Vor Jahren habe ich auf einer Transalp noch den Fehler gemacht, das Bergmassiv von Andalo aus direkt anzugehen. Das war deshalb unklug, weil man quasi sofort auf Skipisten gerät und die sind für Bergauffahrten mit dem MTB denkbar ungeeignet. In der Zwischenzeit hatte ich ein wenig recherchiert und einen Aufenthalt am Gardasee genutzt, um eine fahrtechnisch sinnvollere Variante zu finden. Die Lösung stellte sich als einfach heraus. Auf der Verbindungsstraße zwischen Fai und Andalo zweigt ein Forstweg ab in Richtung Malga Dosson. Dieser zieht in stetiger und recht moderater Steigung entlang der Bergflanken hinauf. Ein paar kleine Rampen wechseln sich mit einzelnen Flachstücken ab, im Großen und Ganzen recht angenehm zu fahren. Bei gutem Wetter erfreut man sich an der Aussicht auf das westlich liegende Massiv der Brenta. Und gutes Wetter haben wir auch am letzten Tag. So macht eine Transalp Spaß. In der Nähe der Malga Covelo erreichen wir bei ca. 1800 Metern den höchsten Punkt vor dem Gardasee. Nun geht es in der Tendenz nur noch abwärts. Zunächst auf grober Schotterpiste hinunter zum Passo San Giovanni. Danach folgt eine kurze Schiebepassage durch ein Krüppelkieferwäldchen zur Hochalm Malga Gazza. Wie ein breiter Buckel liegt sie südlich ausgerichtet und ermöglicht einen freien Blick auf die Kette der Seen in Richtung Gardasee, Lago di San Massenza, Lago di Toblino und Lago di Cavedine.
Den ersten Abzweig nach Margone sollte man getrost ignorieren. Er wird auf einem Stein am Wegesrand angezeigt und führt im ersten Teil durch eine extrem steile Rinne bergab. Mit einem Transalprucksack auf dem Kreuz nicht unbedingt empfehlenswert. Besser ist es zunächst, die Waschbetonpiste ab der Malga Gazza zu nutzen. Im weiteren Verlauf kreuzt diese wieder den Mulipfad, der auch nach Margone führt. Diesmal nehmen wir den Abzweig. Der Pfad ist ab hier ohne größere Probleme fahrbar und spuckt uns direkt im Zentrum des kleinen Örtchens aus. Weiter führt ein Trail, der im unteren Teil recht ruppig wird, auf die Verbindungsstraße nach Ranzo. Diese Trailpassagen lassen sich alle auf der Straße umfahren. Von Ranzo führt der alte Verbindungsweg hinab zum Lago di Toblino. Er ist vor Jahren instand gesetzt worden, ist aber trotzdem teilweise sehr steil. Am Castel Toblino empfängt uns die volle Sommerhitze. Zügig geht es auf dem Pfad entlang des Sees nach Sarche und von hier auf den Radweg nach Pietramurata. Klar, den Trail durch die Marocche nehmen wir noch mit (Hinweis: den Trail gibt es seit 2011 leider nicht mehr, da man einen Radweg durch die Marocche gewalzt hat - trotzdem ist diese Passage der richtige Abschluss). In Dro ist eine Eispause an der Gelateria Maui Pflicht. Danach heißt es nur noch entspanntes Rollen auf bekannter Strecke entlang der Sarca bis zu dessen Mündung in den Gardasee. Geschafft! Anschlag ist wie üblich am Strandcafe in Torbole. Eine wunderbare Schönwettertransalp liegt hinter uns.

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Übernachtungstipps:

Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354, www.villastella.it

Aktivhotel Santalucia Via Santa Lucia 6, (Gps Via Pontalti), I-38069 TORBOLE SUL GARDA (TN), Tel.: 0039-0464-505140, www.aktivhotel.it

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Fazit

Das ist eine sehr flexible Transalp, die bei normalen Bedingungen auch schon Anfang Juni machbar ist. Bei Schnee kann der Brennergrenzkamm und das Schlüsseljoch weggelassen werden. Ideal auch als Einsteigertransalp, weil man jederzeit Bergetappen weglassen kann und im Tal weiter vorankommt. Hat auch das Zeug für eine eMTB-Transalp. Dazu müsste ich einige Passagen allerdings verifizieren, zum Beispiel das Vallerjöchl, ob das mit eMTB machbar ist.