Transalp.info by Andreas Albrecht

Via Crux Albi


Tourbericht

Und gerade dadurch, dass man sich irrt, findet man manchmal den richtigen Weg.
Vincent van Gogh (1853 - 1890)

Zur Namensgebung
Der frühere Arbeitstitel Dolomiti 2 hatte mir selber nicht so recht gepasst, weil er die Sachlage nicht ganz treffend wiedergegeben hat. Nach einem Vorschlag von IBC dede habe ich dann diesen Namen gewählt: Via Crux Albi. Frei übersetzt: Der Kreuzweg von Albi.
Seine schlüssige Begründung übernehme ich als Zitat. Das trifft es sehr gut. Danke!


weil...
a) man ohnehin gleich zu Beginn (Flatsch- und Pfundererjoch Auffahrten) geläutert wird und
b) der Weiterweg an einigen sehr bedeutenden Südtiroler Wallfahrtsstätten (Kloster Neustift, Bischofsstadt Brixen, Kloster Säben wohin u.a. die berühmte Wallfahrt der Ladiner führt, Kreuzweg nach Latzfons ("schwarzer Herrgott"), das mystische Totenkircherl unweit des Gasteiger Sattels, Maria Saal am Ritten und natürlich Maria Weißenstein als Kultpilgerstäte. Dazu ist das Kugeljoch ja auch ein früherer Pilgerübergang vom Fleimstal, das noch dazu extrem wichtig bei der Christianisierung des Fassatals war. Auch danach (5 Croci und Pasubio) wird ja nicht an Kreuzen gespart...


cover roadbook11Prolog

Das war nun mal wieder eine ziemliche Hammertour. Gezielt bin ich Pässe und Regionen angegangen, die ich entweder noch nicht befahren habe oder die ich nach langer Zeit wieder sehen wollte. Herausgekommen ist diese schöne, aber schwere Transalp. Sie lässt sich allerdings recht leicht entschärfen, in dem man einzelne Etappen auslässt und im Tal weiterfährt. Je nach Lust und Laune, und natürlich auch nach Wetter. Ich konnte die Tour in diesem durchwachsenen Sommer auch nicht am Stück durchfahren, einen Wettersturz mit Schnee bis in tiefe Lagen habe ich in bewährter Manier einfach ausgesessen. Das bescherte mir zum Ausgleich dann drei Tage mit einer klaren Sicht in den Alpen, die teilweise weit über 100 km weit reichte. Ansonsten habe ich in die Transalp alles reingepackt, was mich so interessiert hat. Beim Kugeljoch (dem Übergang von Südtirol ins Fleimstal - siehe 4. Tag) bin ich durchs Kartenstudium draufgestoßen - ich hatte vorher noch nie darüber gelesen. Und es war ein Volltreffer, insbesondere in Verbindung mit der Anfahrt von Kohlern aus. Manchmal ist eine Streckenidee durch Kartenstudium natürlich auch großer Murks. So dachte ich am Anfang, dass der Weg zum Latzfonser Kreuz (3. Tag) über die Schalderer Scharte (bei Brixen) gehen könnte. Auf der Karte sah das ganz gut aus. Ich bin dann mal an einem freien Wochenende in dieses Tal hinein gefahren. Vollkommen sinnfrei. Im Tal siehst du nichts als Wald, alles bocksteil und zum Schluss müsste man mindestens 400 hm schieben/tragen. Das sollen die Heckmair-Jünger machen - ich nicht. So habe ich mich auf meine Intuition verlassen und bin dann über Brixen und Klausner Hütte hoch. Leicht ist das auch nicht, aber bei guter Sicht und die hatten wir an dem Tag, liegt das ganze Panorama der Dolomiten vor einem ausgebreitet. Manchmal wird mir schon ein wenig unheimlich, weil ich so ein Gefühl habe, dass mich die schönen Wege irgendwie magisch anziehen. Ich schau mir das Gelände an und denke: hmm, dort muss doch was gehen. Und dann geht da auch noch was - einfach ein tolles Erlebnis!

Start ist wieder in Gries am Brenner am Gasthof Rose bei meinem Freund Thomas Libiseller. Wenn man mit dem Auto anreist, kann man dort problemlos und sicher parken und kann ggf. bequem mit dem italienischen Regionalzug zurück an den Brenner fahren. Kurz runter gerollt und schon ist man wieder in Gries.

Klappentext Transalp Roadbook 11

Via Crux Albi - frei übersetzt: der Kreuzweg von Albi. Das ist das Motto dieser Transalp von Andreas Albrecht, dessen Spitzname seit Kindertagen Albi ist. Manche sagen vielleicht, dass ein Kreuzweg auch ein Leidensweg sein könnte. Das mag durchaus zutreffen, denn leicht ist diese Transalp vom Brenner an den Gardasee nicht. Wenn man die Hauptroute komplett fahren will und kann, warten hammerharte Auffahrten auf die Mountainbiker, die sich auf den Kreuzweg begeben. Zur Belohnung warten Passübergänge und Trails in schöner, einsamer Gebirgslandschaft. Gleichzeitig gibt es genug leichtere Streckenvarianten, falls das Wetter und die Kondition nicht wie gewünscht mitspielt. Denn eins ist klar: befindet man sich auf dem Kreuzweg, will man auch das Ziel erreichen.
Das Buch enthält Höhenprofile, Übersichtskarten und detaillierte Roadbooks in Tabellenform mit allen wichtigen Informationen zur Strecke.
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