Transalp.info by Andreas Albrecht

Via Crux Albi


1. Tag: Flatschjoch - Brennermäuerl

FlatschjochAus Erfahrung weiß ich, dass der scharfe Start für eine Transalp durch die Dolomiten nicht in Deutschland erfolgen sollte, wenn man 6 bis 7 Tourtage einplant. Ansonsten bekommt man im letzten Abschnitt arge Zeitprobleme, falls man pro Tag rund 1500 bis knapp über 2000 Höhenmeter bewältigen möchte. Der Satz stammt von der Transalp Dolomiti 1 und trifft in besonderem Maße auch für diese Tour zu. Diesmal habe ich als Startetappe den eher selten bei einer Transalp gefahrenen Übergang über das Flatschjoch gewählt. Danach war das Pfunderer Joch geplant. Beide Übergänge an einem Tag zu machen, hatte ich nicht vor. Deshalb gab es als Aufgalopp den netten Anstieg zur Sattelbergalm mit nachfolgendem Trail direkt hinunter zum Brenner. Man kommt dabei direkt an der Eisackquelle heraus (ist im Buch als Variante enthalten, Hauptroute geht über Steinalmmöser).
Beim Einstieg zum Flatschjoch muss man schon zweimal hingucken, denn es geht zunächst über die Einfahrt zur Autobahn. Ich konnte es erst auch nicht glauben und bin vorher bei der ersten Recherche mit dem Auto zum Gasthaus Wolf gefahren. Der Wirt hat mir dann erzählt, dass die Zufahrt zu ihm auch mit dem Rad erlaubt sei, nur ein Extraschild habe man halt nicht aufgestellt.

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Eine kleine Stärkung im Gasthaus ist keine schlechte Idee, denn danach ist man im touristischen Niemandsland (falls es denn noch geöffnet sein sollte).Parallel zur Grenze zwischen Süd- und Nordtirol mäandert dann die alte Militärpiste hinauf zum Flatschjoch. Die Einheimischen nennen den Übergang ins Pfitschtal Brennermäuerl, der italienische Name ist Passo Vallaccia. In Südtirol ist gerade ein harter Kampf darüber entbrannt, wie man nun die Wegeschilder gestaltet - mit den deutschen oder italienischen Bezeichnungen oder beiden. Oft sieht man mit Filzstift drübergemalt die italienische Bezeichnung, an einem anderen Schild hat jemand versucht, diese wieder wegzuwischen. Das trägt schon paranoide Züge. Ich schmunzle darüber; mir ist das egal, ich komme mit allen Varianten klar.
Das lenkt allerdings nicht von der Tatsache ab, dass die Auffahrt zum Flatschjoch (das ist nun meine Bezeichnung) eine von der härteren Sorte ist. Das in der Nähe liegende und bekanntere Schlüsseljoch ist dagegen eher ein Spaziergang.

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Die Abfahrt hingegen ist dann ein Leckerbissen für Trailfreunde. Der Trail ist maximal S2, also durchaus und normalerweise mit Freude auch für mich komplett fahrbar. Ich war bei der Befahrung leider alleine unterwegs. In diesen Fällen habe ich immer ein wenig Schiss, dass ich bei einem Sturz im Gelände liegen bleibe und mich nur die Wölfe finden. Insofern bin ich lieber einmal zu viel als zu wenig abgestiegen.
Bei der Abfahrt kommt man dann bei der Grubberg-Hütte raus. Die ist urig, ich brezele mich in die Abendsonne und nehme etwas zu mir. Man kann hier auch übernachten, es gibt allerdings kein warmes Wasser und schon gar keine Dusche. Danach steht mir nicht der Sinn - bin halt ein Warmduscher. Übernachtung suche ich mir dann unten im Tal und werde fündig in Kematen im Gasthof Alpenrose. Da spuckt mich der Trail sowieso aus.

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Variante A: Brennertrail

Kurz nach der Grenze zwischen Tirol und Südtirol zweigt der Weg 1 als direkte Verbindung zum Brenner ab. Im oberen Teil ist er leicht fahrbar. Erst in Sichtweite der Häuser folgt eine kurze, sehr steile Passage. Man kommt dann in der Nähe des Eisackwasserfalles heraus.

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