Transalp.info by Andreas Albrecht

Via Crux Albi


2. Tag: Pfunderer Joch

03 350 012Das kenne ich schon, fahre aber immer wieder gern hinüber, auch wenn es zäh ist. Ist auch ein Übergang bei meiner Transalp München-Venedig. An einem Traumtag wie diesem ist das Pfunderer Joch einer der schönsten Übergänge in den Alpen, die für Mountainbiker geeignet sind. Die alte Militärpiste windet sich nach der Überquerung des Wildbaches über eine verfallene Brücke in Serpentinen zum Pfunderer Joch auf 2568 m. Vom Hörensagen weiß ich, dass es einige Leute gibt, die hier schon komplett gefahren sind. Das halte ich für realistisch, wenn der Untergrund wie heute recht griffig ist. Das schönste am Pfunderer Joch ist, dass der Pass von ganz oben zunächst komplett fahrbar ist. Im Hintergrund sieht man die Gletscher am Hochfeiler, vor mir breitet sich eine sanfte Hochebene aus. Hinab zur Weitenbergalm folgt ein etwas anspruchsvollerer Trail, der mit einigen Spitzkehren gewürzt ist.
Die Alm ist ein schöner Rastpunkt. Der weitere Weg hinab ins Pustertal ist einfach. Bis nach Dun führt ein grober Schotterweg, der schnell an Höhe verliert. Von Weitental hinab ins Pustertal gibt es keine sinnvolle Alternative als die normale Teerstraße. In Niedervintl erreicht man den Pustertaler Radweg. Rechts, also talauswärts geht es easy dahin bis kurz hinter Schabs. Dort gibt es noch einen kleinen leckeren Trail hinunter ins Riggertal. Der Einstieg ist etwas versteckt und befindet sich direkt neben dem Betriebsgelände eines Bauhofs.
Hat man den Trail glücklich geschafft, rollt man am Kloster Neustift vorbei nach Brixen. Hier gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten, ich ziehe es aber vor, noch ein wenig Höhenmeter dranzuhängen. Morgen wird wieder ein sehr harter Tag. Ich habe nur noch Lust bis zum Wöhrmaurer, der liegt gut 300 Höhenmeter oberhalb von Brixen. Der junge Chef Peter ist im Nebenjob Bikeguide, kennt sich also bestens aus und kann im Notfall auch mit Reparaturen behilflich sein. Da beschließe ich gerne die heutige Etappe. Am Abend gesellt sich mein Bikefreund Dirk zu mir. Er liebt steile Rampen, da ist er morgen genau richtig.

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Variante A und B: über Sterzing und das Eisacktal nach Brixen

 

Wenn am Flatschjoch noch Schneefelder liegen sollten, ist am Pfunderer Joch kein Durchkommen. Da bleibt als Alternative nur der Weg hinab nach Sterzing und durchs Eisacktal auf dem Radweg über Franzensfeste und Vahrn nach Brixen. Hinter Mittewald (ital. "Mezzaselva") empfiehlt es sich, den Radweg kurzzeitig zu verlassen. Die Architekten des ansonsten gut trassierten Radwegs haben es sich hier nicht nehmen lassen, nach der sanft geschwungenen Radbrücke ein paar heftige und recht unnütze Rampen einzubauen. Das kann man leicht umgehen, in dem man das kurze Stück zwischen Mittewald und Franzensfeste auf dem breiten Seitenstreifen der alten Bundesstraße (die neue führt durch einen Tunnel) bergab rollt und an den ersten Häusern wieder auf den Radweg gelangt. Von Franzensfeste verläuft der Radweg weiter über Vahrn hinab nach Brixen. Dort stößt man wieder auf die Hauptroute, die vom Pfunderer Joch kommt. Auch für die Auffahrt von Brixen zum Tagesziel Wöhrmaurer gibt es eine leichtere Variante B auf der Straße.
Hinweis:
Wenn man nicht übers Pfunderer Joch fährt, sondern diese Variante, ist es dringend zu empfehlen, noch so weit als möglich hinauf in Richtung Latzfonser Kreuz zu fahren. Das entspannt die Etappe des folgenden Tages deutlich.
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