Transalp mit "Dr. rad"Andreas Albrecht

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Bericht: Transalp Trainingscamp - Ostern 2003 am Gardasee
 

Bericht: Transalp Trainingscamp - Ostern 2003 am Gardasee

in Partnerschaft mit Viba-Sportsline www.viba-sportsline.de

Für alle, die noch unsicher waren, ob ein Transalp das Richtige für sie ist, hatte ich während meines Osterurlaubs 2003 die Möglichkeit angeboten, mit mir Touren am Gardasee zu unternehmen:

Vom 20. bis 24. April 2003 fuhren wir vom Standort im Hotel Elisabetta in Torbole (www.hotelelisabetta.com) verschiedene MTB-Touren.
Ablauf:
- ab Sonntag an 4 Tagen Touren, jeweils 4 Stunden pro Tag vor- bzw. nachmittags , Technik- und Ausrüstungstipps
- am 5. Tag gab es eine Ganztagestour, die im wesentlichen einer Transalp-Etappe (Länge und Höhenmeter) entsprach
- aufgrund der guten Wetterlage war auch der 4. Tag eine Ganztagestour, die berühmte Tremalzo-Strecke

Übersicht
Tag Strecke km hm
1.Tag Torbole - Arco - Dro - ex Zentrale E-Werk Fies - Marocche - Drena - Braila - Arco - Riva - Torbole 43 607
2.Tag Torbole - Arco - St. Barbara - S. Antonio - Passo Bordola - Rif. Somator - Nomesino - Manzano - Loppio - Torbole 49 1427
3.Tag Torbole - Malcesine - Panoramastraße - Mittelstation Seilbahn - Torbole 47 627
4.Tag Lago di Ledro - Lago Ampolla - Tremalzo - Passo Nota - Weg 121/102/106 - Vesio - Limone - Riva 69 1454
5.Tag Torbole - Arco - S. Giovanni al Monte - Mag. Vigo - Lundo - Dasindo - Val di Lomasone - S. Pietro - Canale - Tenno-See - Weg 406 - Ballino - Riva - Torbole 67 1827
Landkarten Kompass:  101, LagirAlpina: Lago di Garda (1.50.000)
Tourplanung Andreas Albrecht
Tourführung Andreas Albrecht
Teilnehmer Erwin Mayer, Michael Starz, Peter Nemitz (alle Aalen), Christian Kather (Stuttgart)

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Berichte von den Tagestouren 

Prolog

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Panorama Gardasee (Nordufer) zum Vergrößern klicken

Seit Jahren übt der nördliche, im Trentino gelegene Teil des Gardasees auf Sportbegeisterte einen starken Reiz aus, seien es Surfer, Segler, Free-Climber oder Mountainbiker. Dabei hat das Landschaftsrelief  des Gebietes um Riva, Torbole, Arco und den Lago di Ledro in entscheidender Weise den Erfolg des Mountainbiking gefördert. Die Uferregionen mit einer Höhe von 70 m ü.d.M. verlaufen in einer flachen Ebene bis Dro und sind in einem weiten Bogen von bis zu 2000 m hohen Bergen eingegrenzt. Trotz des zu Ostern meist schon milden Wetters sind die Höhenlagen ab 1.500 m oft noch von Schnee bedeckt. Wer steile Anstiege liebt und atemberaubende Abfahrten, der kann hier beides finden. Aber auch der Einsteiger oder Familien mit Kindern finden aufgrund der in den letzten Jahren ausgebauten Radwege ideale Bedingungen vor, um kleine oder größere Touren zu unternehmen. Arco ist z.B. nur ca. 5 km von Torbole entfernt und auf einem ausgezeichneten Radweg entlang der sauberen und fischreichen Sarca zu erreichen. Dort locken hervorragende Eisdielen. Die Straßencafes haben im windgeschützten Stadtzentrum immer Hochkonjunktur. Hier kann man sich schon mal auf das berühmte "dolce far niente" einstimmen.
In Torbole selbst findet man eine Vielzahl von Pensionen, Ferienwohnungen und Hotels aller Preislagen und kann alles in kurzen Entfernungen auch zu Fuß erreichen. Das ist bei den zu Ostern oft auftretenden Autostaus ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Ideal für eine Transalp-Vorbereitungswoche im Hotel Elisabetta ist, dass auch die mitreisende Familie mit wenig Ambitionen auf harte Tagestouren ausgezeichnet versorgt ist.  Tischtennis, Tischfußball im großen liebevoll gepflegten Garten, Sonnenbaden am Swimming-Pool oder ein Cappuccino zwischendurch lassen viele Möglichkeiten zu, den Tag individuell zu gestalten.

Glücklicherweise hat das seit Jahrzehnten von der Familie Giovanazzi geführte Hotel die Nachfolgefrage regeln können, so dass sich man auch in den nächsten Jahren auf den Oster-Urlaub freuen kann. In 2004 wird es jedenfalls wieder eine Transalp-Vorbereitungscamp zu Ostern geben.


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1. Tag: Marocche - Braila
Nach einem Technik-Check der Räder ging es kurz nach Mittag los, da das Wetter in der Früh noch nicht vielversprechend aussah. Auch jetzt bläst uns auf den ersten flachen Kilometern des Radweges nach Arco 
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der Wind von der falschen Seite, also von vorn ins Gesicht und zwar kräftig. Normalerweise ist ab ca. 13.30 Uhr die Orá dran, der vom Gardasee nördlich in die Ebene hineinwehen sollte. Ist das nicht der Fall, stellt sich die Wetterlage um, was sich in den nächsten Tagen bewahrheiten sollte. Es wurde von Tag zu Tag sonniger.

Die Strecke heute führt zunächst ca. 10 km flach auf Rad- und Nebenwegen über Arco, an der alten Römerbrücke bei Ceniga vorbei und nach einer kurzen ersten Karrenwegeinlage weiter bis zur ehemaligen Zentrale des E-Werkes bei Fies. Hier wechseln wir ins Gelände. Zunächst ein Stück auf dem Sarca-Radweg. Dann gibt es zum Eingewöhnen eine kurze, heftige Schiebepassage durch die Marocche. Diese Steinwüste ist durch einen gewaltigen Erdrutsch nach der letzten Eiszeit entstanden.  Der für Wanderer angelegte Pfad führt über ca. 500 m hinauf und hinab. Dabei sind grobe Steinblöcke durch kurze Tragepassagen zu überwinden. Aber ehe es beginnt richtig lästig zu werden, erreicht der Pfad wieder leichteres Gelände. Ohne schweren Rucksack und mit frischen Kräften überhaupt kein Problem. Längere Tragepassagen sind auch auch auf meinen Transalps nicht vorgesehen, lassen sich aber auch nicht ganz eliminieren. Zur mentalen Einstellung darauf ist dieses kurze Stück ideal geeignet. Ein kurzer Abstecher führt uns zum Canyon des Rio Sallagoni bei Drena. Hier endete spektaktulär die Alpenüberqeurung von "Mr. No way" Hans Rey, die im Buch "Traumtouren Transalp" von Uli Stanciu (Delius Klasing Verlag, ISBN 3-7688-1270-7: www.traumtouren-transalp.de ) beschrieben ist. Bei uns kommt schon der Eindruck auf, dass bei der im Bild gezeigten Abseilaktion wohl eher etwas Effekthascherei im Spiel war.  Das Gelände ist offensichtlich besser geeignet für die gerade in die Schlucht einsteigende Jugendgruppe des Alpenvereins, die mit Klettersteigausrüstung ihren Weg nach oben beginnt.

Für unsere Gruppe geht es ein paar leichte Höhenmeter hinauf nach Drena. Ein knackiger Anstieg zwingt zum uns ersten Mal, vorne das kleinste Kettenblatt aufzulegen, jedoch nicht lange. Auf einem flachen Panaromastück genießen wir den Blick hinab ins Sarca-Tal, ehe der letzte Anstieg zum mittelalterlich anmutenden Örtchen Braila beginnt. An der Flanke des Monte Stivo gelegen ist Braila Teil eines uralten Siedlungsgebietes. Hier fand man Überreste römischer Siedlungen. Heute leben jedoch nur noch wenige Menschen  ständig hier. Weiter geht es bald steil bergab auf einem schmalen Sträßchen, bis wir an eine Felsmassiv gelangen, an dem reger Kletterbetrieb herrscht. Die überhängenden Felsen stellen ein beliebtes Revier vor allem für junge Leute dar. Wir betrachten das Treiben eine Weile und üben dann noch ein Stück Trailabfahrt auf einem teils verblocktem uralten Karrenweg abwärts. Je nach Können und Fahrtechnik ist es manchmal angezeigt kurz abzusteigen, um eine Steilstufe unbeschadet zu überwinden. Sicherheit geht vor. Ein guter Rat ist, auf den eigenen Bauch zu hören und sich nicht vom Können anderer anstacheln zu lassen und über seine Verhältnisse zu fahren. Hier wäre ein Sturz sicher nicht das große Problem. Bei  einer TransAlp ist man unter Umständen dann weitab von Hilfe, falls etwas Ernsteres passieren sollte.

Für uns folgen schließlich ab Arco noch ein paar lockere Kilometer zum Ausrollen über Riva am Seeufer des Gardasees entlang zurück nach Torbole. Eine schöne Auftaktrunde ist diese Tour.


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2. Tag: Monte Velo
Die Auffahrt nach St. Barbara ist so recht etwas, um die Kondition an Höhenmeter zu gewöhnen. Nach den lockeren Einrollkilometern bis Arco beginnt dann ab Bolognano ein kleines Asphaltsträßchen sich die Flanke des Monte Velo hinaufzuwinden. Viele Routenvarianten sind möglich. In dieser frühen Zeit des Jahres  bzw. für Bergneulinge empfiehlt sich jedoch immer erstmal ca. 1000 Höhenmeter am Stück auf Asphalt zurücklegen.
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Man kommt so ein Gefühl für den individuellen Rhythmus bei langen Anstiegen. Das ist wichtig, weil sich erfahrungsgemäß am Berg die Leistungsunterschiede schnell in große Abstände umwandeln. Man darf sich nicht verlocken lassen, am momentan schnelleren dranbleiben zu wollen. 
Nach ca. 500 Höhenmetern ist an der kleinen Kapelle Salve Regina ein idealer Rastplatz, um Wasser zu tanken und die Gruppe wieder zusammenfinden zu lassen. Der nächste kurze Halt erfolgt bei ziemlich exakt 1000 m beim Ex-Rif. Monte Velo. Hier zweigt eine schöne Schotterpiste zur Flanke des Monte Stivo ab, die rasant hinunter nach Arco führt, nachdem man einen kurzen Gegenanstieg bewältigt hat.
Wir fahren heute jedoch weiter bis zur Höhe des Straßenpasses in St. Barbara. Hier zweigt links ein schöner Weg ab, der uns an der kleinen Kirche San Antonio vorbei zum höchstgelegenen Teil des Val di Gresta führt.

Dieses Gebiet wird seit Jahrhunderten landschwirtschaftlich genutzt. Die Vermarktung geschieht heute zum größten Teil regional über eine Kooperative. In Loppio gibt es eine Verkaufsstelle direkt an der Straße zum Gardasee, die gut von den zahlreichen Urlaubern frequentiert wird. Bald kein Geheimtip mehr ist die "Cantina" der örtlichen Winzergenossenschaft in Mori, wo man die Weine der Region keltert. Gute bodenständige Qualität zu moderaten Preisen kann man hier erwerben. Meine Spezialität ist der "Rosetto", den ich mir wie an einer Tankstelle in 5- und 10 l-Kanister abfüllen lasse. Jedoch nicht heute.
Unser Weg führt jedoch weiter auf uralten Karrenwegen zum Passo Bordala und weiter auf Nebensträßchen zum Rif. Somator. Der Weg verläuft mehr als 1000 m über dem Etsch-Tal mit einem traumhaften Panorama auf das Pasubio-Massivs. Weit unter uns liegt Rovereto und die Asphaltschlange der Autobahn vom Brenner nach Modena. Hier oben ist es jedoch still. Rasant geht die Fahrt dann abwärts bis Loppio. Immer wieder halten wir kurz an, um das wechselnde Panorama jetzt des Monte Baldo in uns aufzunehmen. Waren die kleinen Bergdörfchen im letzten Jahrtausend anscheinend dem schleichenden Aussterben geweiht, zeugt jetzt rege Bautätigkeit allerortens vom wirtschaftlichen Aufschwung in dieser wahrhaft bevorzugten Region  Italiens.
Ab Loppio führt uns dann der erst seit ein paar Jahren fertiggestellte Radweg zügig zurück. In Nago muss man an der alten Straße nach Torbole unwillkürlich anhalten, um den ersten Blick auf den See zu genießen. Wie muß dieser Blick erst auf Goethe bei seiner Italienreise gewirkt haben, der aus der Enge der herzoglichen Provinz in Weimar in das südliche Leben entflohen war.


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3. Tag:  Malcesine
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Heute geht es darum,  zunächst ein wenig Tempohärte auf flacher Strecke zu trainieren. Am Morgen weht der Pelér von Torbole in südlicher Richtung, so dass wir auf der Gardasana Orientala in gut einer halben Stunde in Malcesine sind.
Diese Perle des Gardasees wird dominiert von der alten Skaliger-Burg, die über dem Gewirr der schmalen mittelalterlichen Gassen mit ihrer Pflasterung aus rundgeschliffenen Steinen wacht. Malcesine ist von Ostern bis Oktober fest in der Hand der Touristen. Viele sind ältere Engländer,  gut zu erkennen an der blassen Haut und den Sonnenhüten der Damen.

Ein paar Höhenmeter dürfen für uns Radfahrer heute nicht fehlen. Die sehr schöne Panoramastraße führt uns bis zur Mittelstation der Monte Baldo-Seilbahn. Das ist mal was zum Beißen. Mit TransAlp-Rucksack würde man wohl absteigen und schieben. Hinab führt uns der Weg dann schnell wieder ins Ortszentrum, wo bei warmen Sonnenschein erst mal Cappuccino-Rast angesagt ist. Die Rückfahrt durch die zahlreichen Tunnel-Galerien ist schnell zurückgelegt. Der Wind hat pünktlich gedreht und schiebt uns von hinten kräftig an.


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4. Tag:  Tremalzo

Den berühmten Tremalzo zu befahren ist zu Recht das absolute Highlight  aller Touren am Gardasee. Die Wetteraussichten sind gut. Wir entschließen uns, keinen Ruhetag einzulegen und ihn heute in Angriff zu nehmen. Ich bin ihn 1995 das erste Mal gefahren. Von Limone aus die vollen 1700 Höhenmeter über Vesio, das Valle San Michele hoch und dann die alte Militärstraße mit ihren zahllosen Serpentinen abwärts. Alles noch komplett ungefedert. Heute ist der Genuß weitaus größer. Nach einem Autotransfer zum Lago di Ledro , geht es dann ab dem Lago di Ampolo zunächst auf Asphalt bis zum Rif. Tremalzo straff knapp 1000 Höhenmeter am Stück bergauf.
Nach einer wirklich notwendigen Mittagspause beginnt nun der schönste Teil der Tour. Auf Schotter erreichen wir bald den Gipfel-Tunnel, nicht ohne vorher noch ein paar kleine Schneefelder zu überwinden.

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Dann beginnt der legendäre Schotter-Downhill bis zum Passo Nota. Immer wieder muss man anhalten, um die Ausblicke in sich aufzusaugen. Diese Militärstraße aus dem ersten Weltkrieg (hier standen sich das k.u.k. Österreich-Ungarn und Italien gegenüber) erfüllt erst jetzt ihren späten sinnvollen Zweck als Traumstraße der Mountainbiker aller Länder.
Am Passo Nota gibt es zahlreiche Varianten, die Fahrt fortzusetzen. Da die alte Ponale-Straße leider immer noch geschlossen ist, können wir nicht direkt via Pregasina nach Riva fahren. Die Variante einer  ebenfalls alten Militärstraße, die am Monte Traversole entlang die Bergflanken der kleinen Seitentäler voll ausnutzend, sich schließlich hinab in die Hochebene bei Vesio stürzt, läßt überhaupt keine Traurigkeit aufkommen. Kurze Tunnel, kleine knifflige Wurzelpassagen und ansonsten eine Schotterpiste vom feinsten bei strahlendem Sonnenschein lassen das Herz des vollgefederten Mountainbikers in höchsten Frequenzen schlagen. Doch nicht vor Anstrengung, sondern vor Freude über diesen wirklichen Traumtrial.

Ab Vesio werden dann die restlichen Höhenmeter hinab nach Limone in Höchstgeschwindigkeit versägt, in der Hoffnung die Fähre nach Torbole noch zu errreichen. Doch sie schwimmt schon auf dem Wasser. Auch kein Problem, die paar Kilometer sind auf der Uferstraße mit Rückenwind rasch zurückgelegt. Auch der letzte ca. 1 km lange Tunnel ist nach seinem Neubau infolge eines Erdrutsches Ende der 90-er Jahre kein wirkliches Problem mehr für Radfahrer.
Am klassischen Endpunkt meiner Transalps, dem Hafen von Riva, wird noch kurz ein Stop eingelegt, ehe auch dieser Tag ein harmonisches Ende in Torbole findet.


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5. Tag: Ankunft am Gardasee
Der letzte Tag zeigt, was man bei einer Transalp täglich zu leisten im Stnade sein sollte. Zwar nicht mit dem vollen Gewicht des Rucksacks auf dem Kreuz, aber mit den Höhenmetern und der Entfernung, die man schon ohne größere Probleme bewältigen sollte, wenn ein TransAlp in 6-7 Tagen noch ein Vergnügen sein soll. Für Christian, Erwin, Peter und Michael sehe ich nach dieser Woche kein Schwierigkeiten, ihren langgehegten Traum in Angriff zu nehmen. Nach der schon bekannten Einrollstrecke nach Arco beginnt in Varignano dann ein Uphill von wieder einmal 1000 Höhenmetern nach S. Giovanni al Monte. Die Sonne meint es fast zu gut mit uns und knallt auf der gesamten Auffahrt auf unsere Rücken. Jeder fährt sein Tempo bis zum Rifugio im kleinen Örtchen hoch über Arco. Die Liegestühle im weitläufigen Garten laden zur Rast ein, die wir gerne einlegen. Nach und nach trudeln auch die Radler ein, die wir unterwegs getroffen hatten. Es ist schon erstaunlich, wie wenig Zeit eigentlich zwischen den
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unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Teams am Berg liegt. Entscheidend ist nach meiner Erfahrung, das jeder mental darauf eingestellt wird, dass unterschiedliche Leistungsvoraussetzungen normal sind und (jedenfalls bei meinen TransAlps) nicht mit den Kategorien "Gut" oder "Schlecht" bewertet werden. Jeder ist ein Sieger der ankommt , egal wann.
Nach der Rast geht es auf schwerem Schotter erstmal abwärts Richtung Lundo. Ein kurzer heftiger Trail zwingt uns kurz zum Absteigen, bis wir in Dasindo Cappuccino-Rast machen. Eigentlich wollten wir in der Albergo auch etwas Essen. Als ich aber beim Chef mit meinem Italienisch-Brocken nachfrage, was es noch gibt, höre ich gleich "grande disastro" heraus. Also begnügen wir uns mit Latte macciato und Cappuccino und knappern an unseren Riegeln. Die Erfahrung habe ich schon des öfteren gemacht. Man darf sich niemals darauf verlassen, irgendwo irgendetwas zu Essen zu bekommen. Eine Notreserve muss immer dabei sein.

In Dasindo muss man sich beim TransAlp entscheiden, wie die letzten Kilometer zum Gardasee zurückgelegt werden sollen. Wir befahren bei strahlendem Sonnenschein das Val Lomasone, bei diesen Bedingungen die erste Wahl. Es wartet zwar mit zwei kurzen Schiebepassagen am alten Römerweg noch eine kleine Unannehmlichkeit auf uns. Das Gefühl am legendären Holzkreuz  rund 700 m über dem Traumziel, den Gardasee das erste Mal zu erblicken, wiegen die zugegeben geringeren Strapazen auf der Straßenvariante über den Passo Ballino vollkommen auf.
Normalerweise ist es von hier aus nur noch eine kurze Etappe hinab nach Riva zum See. Ich will den Transalpfreunden jedoch noch die andere Möglichkeit zeigen. Deshalb zweigen wir in Calvola rechts auf einen Trail Richtung Canale ab, der uns dann weiter bis oberhalb des azurblauen Tenno-Sees führt. Ein paar ätzende Höhenmeter hinauf auf nicht einfacher Schotterpiste lassen uns dann doch endlich nach Ballino gelangen. Von hier befahren wir die zweite leichtere Variante der Ankunft am Gardasee. Die alte Straße ist ab dem Tenno-See zur Zeit wegen Straßenbauarbeuten leider gesperrt. Die Hauptroute macht in dieser Jahreszeit mit wenig Autoverkehr viel Spaß, zumal der Gardasee ständig im Blickfeld liegt. Wieder fahren wir kurz zum Hafen in Riva. Dieser liegt schon im Schatten der hochaufragenden Berge. Wir  radeln weiter nach Torbole. Hier hält das "Empfangskomitee" am Strandcafe für jeden ein Forst-Bier bereit. Wir stoßen auf die anspruchsvolle und gelungene Radwoche an.

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Fazit

Bei dieser Transalp-Vorbereitungswoche konnte jeder für sich einschätzen, ob die auf ihn wartenden Strapazen das Richtige für ihn sind. Die Touren waren eine gute Einstimmung auf das, was einen so erwartet. Pannen gab es keine einzige, was auch meinen Erfahrungen bei "richtigen" TransAlps entspricht. Wenn das Material gut gepflegt ist und Kette, Ritzel, Bremsen und Reifen rechtzeitig vorher gewartet wurden, gibt es selten ein Problem auf der Tour, es sei den ein Sturz kommt dazwischen. Aber auch diesen konnten wir nicht vermelden. So soll es auch sein.
Peter, Erwin und Christian nahmen schließlich auch an der Transalp in der ersten Septemberwoche teil. Michael wäre gern mitgefahren, hatte aber keinen Urlaub mehr übrig.
Der Standort im "Hotel Elisabetta" in Torbole ist bestens geeignet, solch eine Vorbereitungswoche zum runden Erlebnis werden zu lassen.


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