in Partnerschaft mit Viba-Sportsline www.viba-sportsline.de |
Für alle, die noch unsicher waren, ob ein Transalp das Richtige für sie ist,
hatte ich während meines Osterurlaubs 2003 die Möglichkeit angeboten,
mit mir Touren am Gardasee zu unternehmen:
Vom 20. bis 24. April 2003 fuhren wir vom Standort im Hotel Elisabetta in Torbole (www.hotelelisabetta.com) verschiedene MTB-Touren. Ablauf: - ab Sonntag an 4 Tagen Touren, jeweils 4 Stunden pro Tag vor- bzw. nachmittags , Technik- und Ausrüstungstipps - am 5. Tag gab es eine Ganztagestour, die im wesentlichen einer Transalp-Etappe (Länge und Höhenmeter) entsprach - aufgrund der guten Wetterlage war auch der 4. Tag eine Ganztagestour, die berühmte Tremalzo-Strecke |
| Übersicht |
| ||||||||||||||||||||||||
| Landkarten | Kompass: 101, LagirAlpina: Lago di Garda (1.50.000) | ||||||||||||||||||||||||
| Tourplanung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||
| Tourführung | Andreas Albrecht | ||||||||||||||||||||||||
| Teilnehmer | Erwin Mayer, Michael Starz, Peter Nemitz (alle Aalen), Christian Kather (Stuttgart) |
| 1. Tag: Marocche - Braila | ||||
|---|---|---|---|---|
Nach einem Technik-Check der Räder ging es kurz
nach Mittag los, da das Wetter in der Früh noch nicht vielversprechend
aussah. Auch jetzt bläst uns auf den ersten flachen Kilometern des
Radweges nach Arco
Die Strecke heute führt zunächst ca. 10 km flach auf Rad- und Nebenwegen über Arco, an der alten Römerbrücke bei Ceniga vorbei und nach einer kurzen ersten Karrenwegeinlage weiter bis zur ehemaligen Zentrale des E-Werkes bei Fies. Hier wechseln wir ins Gelände. Zunächst ein Stück auf dem Sarca-Radweg. Dann gibt es zum Eingewöhnen eine kurze, heftige Schiebepassage durch die Marocche. Diese Steinwüste ist durch einen gewaltigen Erdrutsch nach der letzten Eiszeit entstanden. Der für Wanderer angelegte Pfad führt über ca. 500 m hinauf und hinab. Dabei sind grobe Steinblöcke durch kurze Tragepassagen zu überwinden. Aber ehe es beginnt richtig lästig zu werden, erreicht der Pfad wieder leichteres Gelände. Ohne schweren Rucksack und mit frischen Kräften überhaupt kein Problem. Längere Tragepassagen sind auch auch auf meinen Transalps nicht vorgesehen, lassen sich aber auch nicht ganz eliminieren. Zur mentalen Einstellung darauf ist dieses kurze Stück ideal geeignet. Ein kurzer Abstecher führt uns zum Canyon des Rio Sallagoni bei Drena. Hier endete spektaktulär die Alpenüberqeurung von "Mr. No way" Hans Rey, die im Buch "Traumtouren Transalp" von Uli Stanciu (Delius Klasing Verlag, ISBN 3-7688-1270-7: www.traumtouren-transalp.de ) beschrieben ist. Bei uns kommt schon der Eindruck auf, dass bei der im Bild gezeigten Abseilaktion wohl eher etwas Effekthascherei im Spiel war. Das Gelände ist offensichtlich besser geeignet für die gerade in die Schlucht einsteigende Jugendgruppe des Alpenvereins, die mit Klettersteigausrüstung ihren Weg nach oben beginnt. Für unsere Gruppe geht es ein paar leichte Höhenmeter hinauf nach Drena. Ein knackiger Anstieg zwingt zum uns ersten Mal, vorne das kleinste Kettenblatt aufzulegen, jedoch nicht lange. Auf einem flachen Panaromastück genießen wir den Blick hinab ins Sarca-Tal, ehe der letzte Anstieg zum mittelalterlich anmutenden Örtchen Braila beginnt. An der Flanke des Monte Stivo gelegen ist Braila Teil eines uralten Siedlungsgebietes. Hier fand man Überreste römischer Siedlungen. Heute leben jedoch nur noch wenige Menschen ständig hier. Weiter geht es bald steil bergab auf einem schmalen Sträßchen, bis wir an eine Felsmassiv gelangen, an dem reger Kletterbetrieb herrscht. Die überhängenden Felsen stellen ein beliebtes Revier vor allem für junge Leute dar. Wir betrachten das Treiben eine Weile und üben dann noch ein Stück Trailabfahrt auf einem teils verblocktem uralten Karrenweg abwärts. Je nach Können und Fahrtechnik ist es manchmal angezeigt kurz abzusteigen, um eine Steilstufe unbeschadet zu überwinden. Sicherheit geht vor. Ein guter Rat ist, auf den eigenen Bauch zu hören und sich nicht vom Können anderer anstacheln zu lassen und über seine Verhältnisse zu fahren. Hier wäre ein Sturz sicher nicht das große Problem. Bei einer TransAlp ist man unter Umständen dann weitab von Hilfe, falls etwas Ernsteres passieren sollte. Für uns folgen schließlich ab Arco noch ein paar lockere Kilometer zum Ausrollen über Riva am Seeufer des Gardasees entlang zurück nach Torbole. Eine schöne Auftaktrunde ist diese Tour. | ||||
| 2. Tag: Monte Velo | ||||
|---|---|---|---|---|
Die Auffahrt nach St. Barbara ist so recht etwas,
um die Kondition an Höhenmeter zu gewöhnen. Nach den lockeren
Einrollkilometern bis Arco beginnt dann ab Bolognano ein kleines
Asphaltsträßchen sich die Flanke des Monte Velo hinaufzuwinden. Viele
Routenvarianten sind möglich. In dieser frühen Zeit des Jahres bzw.
für Bergneulinge empfiehlt sich jedoch immer erstmal ca. 1000 Höhenmeter
am Stück auf Asphalt zurücklegen.
Man kommt so ein Gefühl für den individuellen Rhythmus bei langen
Anstiegen. Das ist wichtig, weil sich erfahrungsgemäß am Berg die
Leistungsunterschiede schnell in große Abstände umwandeln. Man darf sich
nicht verlocken lassen, am momentan schnelleren dranbleiben zu
wollen.
Dieses Gebiet wird seit Jahrhunderten landschwirtschaftlich genutzt. Die
Vermarktung geschieht heute zum größten Teil regional über
eine Kooperative. In Loppio gibt es eine Verkaufsstelle direkt an
der Straße zum Gardasee, die gut von den zahlreichen Urlaubern frequentiert
wird. Bald kein Geheimtip mehr ist die "Cantina" der örtlichen
Winzergenossenschaft in Mori, wo man die Weine der Region keltert. Gute
bodenständige Qualität zu moderaten Preisen kann man hier erwerben. Meine
Spezialität ist der "Rosetto", den ich mir wie an einer Tankstelle in
5- und 10 l-Kanister abfüllen lasse. Jedoch nicht heute. | ||||
| 3. Tag: Malcesine | ||||
|---|---|---|---|---|
Heute geht es darum, zunächst ein wenig
Tempohärte auf flacher Strecke zu trainieren. Am Morgen weht der Pelér von
Torbole in südlicher Richtung, so dass wir auf der Gardasana Orientala in
gut einer halben Stunde in Malcesine sind. Ein paar Höhenmeter dürfen für uns Radfahrer heute nicht fehlen. Die sehr schöne Panoramastraße führt uns bis zur Mittelstation der Monte Baldo-Seilbahn. Das ist mal was zum Beißen. Mit TransAlp-Rucksack würde man wohl absteigen und schieben. Hinab führt uns der Weg dann schnell wieder ins Ortszentrum, wo bei warmen Sonnenschein erst mal Cappuccino-Rast angesagt ist. Die Rückfahrt durch die zahlreichen Tunnel-Galerien ist schnell zurückgelegt. Der Wind hat pünktlich gedreht und schiebt uns von hinten kräftig an. | ||||
| 4. Tag: Tremalzo | ||||
|---|---|---|---|---|
|
Den berühmten Tremalzo zu befahren ist zu Recht das absolute
Highlight aller Touren am Gardasee. Die Wetteraussichten sind gut.
Wir entschließen uns, keinen Ruhetag einzulegen und ihn heute in
Angriff zu nehmen. Ich bin ihn 1995 das erste Mal gefahren. Von Limone aus
die vollen 1700 Höhenmeter über Vesio, das Valle San Michele hoch und
dann die alte Militärstraße mit ihren zahllosen Serpentinen abwärts. Alles
noch komplett ungefedert. Heute ist der Genuß weitaus größer. Nach einem
Autotransfer zum Lago di Ledro , geht es dann ab dem Lago di Ampolo
zunächst auf Asphalt bis zum Rif. Tremalzo straff knapp 1000 Höhenmeter am
Stück bergauf.
Dann beginnt der legendäre Schotter-Downhill
bis zum Passo Nota. Immer wieder muss man anhalten, um die Ausblicke in
sich aufzusaugen. Diese Militärstraße aus dem ersten Weltkrieg (hier
standen sich das k.u.k. Österreich-Ungarn und Italien gegenüber) erfüllt
erst jetzt ihren späten sinnvollen Zweck als Traumstraße der Mountainbiker
aller Länder.
Ab Vesio werden dann die restlichen
Höhenmeter hinab nach Limone in Höchstgeschwindigkeit versägt, in der Hoffnung
die Fähre nach Torbole noch zu errreichen. Doch sie schwimmt schon auf
dem Wasser. Auch kein Problem, die paar Kilometer sind auf der
Uferstraße mit Rückenwind rasch zurückgelegt. Auch der letzte ca. 1 km lange
Tunnel ist nach seinem Neubau infolge eines Erdrutsches Ende der 90-er Jahre
kein wirkliches Problem mehr für Radfahrer. | ||||
| 5. Tag: Ankunft am Gardasee | ||||
|---|---|---|---|---|
Der letzte Tag zeigt, was man bei einer Transalp
täglich zu leisten im Stnade sein sollte. Zwar nicht mit dem vollen
Gewicht des Rucksacks auf dem Kreuz, aber mit den Höhenmetern und der
Entfernung, die man schon ohne größere Probleme bewältigen sollte,
wenn ein TransAlp in 6-7 Tagen noch ein Vergnügen sein soll. Für
Christian, Erwin, Peter und Michael sehe ich nach dieser Woche kein
Schwierigkeiten, ihren langgehegten Traum in Angriff zu nehmen. Nach der
schon bekannten Einrollstrecke nach Arco beginnt in Varignano dann ein
Uphill von wieder einmal 1000 Höhenmetern nach S. Giovanni al Monte. Die
Sonne meint es fast zu gut mit uns und knallt auf der gesamten Auffahrt
auf unsere Rücken. Jeder fährt sein Tempo bis zum Rifugio im kleinen
Örtchen hoch über Arco. Die Liegestühle im weitläufigen Garten laden zur
Rast ein, die wir gerne einlegen. Nach und nach trudeln auch die Radler
ein, die wir unterwegs getroffen hatten. Es ist schon erstaunlich, wie
wenig Zeit eigentlich zwischen den
Nach der Rast geht es auf schwerem Schotter erstmal abwärts Richtung Lundo. Ein kurzer heftiger Trail zwingt uns kurz zum Absteigen, bis wir in Dasindo Cappuccino-Rast machen. Eigentlich wollten wir in der Albergo auch etwas Essen. Als ich aber beim Chef mit meinem Italienisch-Brocken nachfrage, was es noch gibt, höre ich gleich "grande disastro" heraus. Also begnügen wir uns mit Latte macciato und Cappuccino und knappern an unseren Riegeln. Die Erfahrung habe ich schon des öfteren gemacht. Man darf sich niemals darauf verlassen, irgendwo irgendetwas zu Essen zu bekommen. Eine Notreserve muss immer dabei sein. In Dasindo muss man sich beim TransAlp entscheiden, wie die letzten Kilometer zum Gardasee zurückgelegt werden sollen. Wir befahren bei strahlendem Sonnenschein das Val Lomasone, bei diesen Bedingungen die erste Wahl. Es wartet zwar mit zwei kurzen Schiebepassagen am alten Römerweg noch eine kleine Unannehmlichkeit auf uns. Das Gefühl am legendären Holzkreuz rund 700 m über dem Traumziel, den Gardasee das erste Mal zu erblicken, wiegen die zugegeben geringeren Strapazen auf der Straßenvariante über den Passo Ballino vollkommen auf. Normalerweise ist es von hier aus nur noch eine kurze Etappe hinab nach Riva zum See. Ich will den Transalpfreunden jedoch noch die andere Möglichkeit zeigen. Deshalb zweigen wir in Calvola rechts auf einen Trail Richtung Canale ab, der uns dann weiter bis oberhalb des azurblauen Tenno-Sees führt. Ein paar ätzende Höhenmeter hinauf auf nicht einfacher Schotterpiste lassen uns dann doch endlich nach Ballino gelangen. Von hier befahren wir die zweite leichtere Variante der Ankunft am Gardasee. Die alte Straße ist ab dem Tenno-See zur Zeit wegen Straßenbauarbeuten leider gesperrt. Die Hauptroute macht in dieser Jahreszeit mit wenig Autoverkehr viel Spaß, zumal der Gardasee ständig im Blickfeld liegt. Wieder fahren wir kurz zum Hafen in Riva. Dieser liegt schon im Schatten der hochaufragenden Berge. Wir radeln weiter nach Torbole. Hier hält das "Empfangskomitee" am Strandcafe für jeden ein Forst-Bier bereit. Wir stoßen auf die anspruchsvolle und gelungene Radwoche an. | ||||
| Fazit |
|---|
|
Bei dieser Transalp-Vorbereitungswoche konnte
jeder für sich einschätzen, ob die auf ihn wartenden Strapazen das
Richtige für ihn sind. Die Touren waren eine gute Einstimmung auf das, was
einen so erwartet. Pannen gab es keine einzige, was auch meinen
Erfahrungen bei "richtigen" TransAlps entspricht. Wenn das Material gut
gepflegt ist und Kette, Ritzel, Bremsen und Reifen rechtzeitig vorher
gewartet wurden, gibt es selten ein Problem auf der Tour, es sei den ein
Sturz kommt dazwischen. Aber auch diesen konnten wir nicht vermelden. So
soll es auch sein. |