Transalp.info by Andreas Albrecht

Albrecht-Route Gravel Bike

Lago Cancano

Stephan Wille auf der Albrecht-Route für Gravelbikes am Lago Cancano


Meine Anfänge des Radfahrens liegen in einer Zeit, in der Mountainbikes noch gar nicht erfunden waren. Erlernt habe ich das Radfahren im Thüringer Wald auf einem bockschweren Hollandrad, das vor dem 2. Weltkrieg gebaut worden war. Das Bergauffahren hat mich von Anfang an fasziniert. Meine allererste längere Bergtour führte mich auf den Heuberg, der zwischen Friedrichroda und Schmalkalden am Rennsteig liegt. Da war ich vielleicht 11 Jahre alt. Später ging es auf einem Rennrad weiter. Auch mit diesem bin ich gerne auf Schotterwegen abseits der Straßen unterwegs gewesen und habe längere Radtouren mit Gepäck unternommen. Die Reifen waren mangels Bezugsmöglichkeiten von echten Rennradreifen sowieso etwas breitere normale 28-Zoll Reifen mit Profilierung. So war ich mental schon irgendwie darauf vorbereitet, als mich im Frühjahr 2019 Stephan Wille aus Leipzig fragte, ob man meine Albrecht-Route für Mountainbikes auch mit einem Gravelbike fahren könne. Ich sagte, lass mich mal eine Nacht drüber schlafen und ließ dann die Etappen mit ihren Varianten vor meinem geistigen Auge durchfahren. Ich hatte ja von Anfang an darauf geachtet, möglichst viele fahrbare Streckenabschnitte auch und gerade im hochalpinen Gelände zu suchen und zu finden, weil es meiner Einstellung zum Radfahren entspricht: Rollen muss es. Das ist mir auch gelungen und hat sicher einen nicht unwesentlichen Anteil am großen und immer noch anhaltenden Erfolg der Albrecht-Route.

Am nächsten Morgen habe ich dann das Puzzle zusammengesetzt und eine Transalproute für Gravelbikes zusammengestellt. Sogar ein paar Varianten (mal leichter, mal schwerer) sind enthalten. Bei einer Testtour von Stephans Truppe auf dem Rennsteig bin ich ein Stück von Hörschel bis zur Glasbachwiese mitgefahren, um ein Gefühl zu bekommen, was geht und was nicht.

Testtour auf dem Rennsteig

Testtour auf dem Rennsteig


Im August 2019 ist dann Stephan zusammen mit seinem Vater und seinem Sportfreund Hedi die von mir vorgeschlagene Albrecht-Route für Gravelbikes gefahren, ohne eine einzige Panne. Für alle Drei ein eindrucksvolles und bleibendes Erlebnis. Sie sind die Gravelbike-Transalp in 7 Etappen gefahren mit zusätzlichen Übernachtungen in Imst und Pfunds. Das bescherte ihnen zu Beginn kurze "Erholungsetappen", wie sie selber sagen, bevor dann drei schwerere hochalpine Etappen folgten. Jeder ist natürlich frei in seiner Entscheidung, die Etappenlängen und -orte nach seiner Wahl auch anders zu gestalten. Ich orientiere mich bei der Beschreibung an einer 6-Tage-Variante.

Finisher mit Gravelbike am Gardasee

Finisher mit Gravelbike und MTB am Gardasee


Nun liegt also eine verifizierte Albrecht-Route Gravelbike vor: in 6 oder 7 Etappen von Garmisch-Partenkirchen an den Gardasee. Eingeflossen sind darin Abschnitte der klassischen Albrecht-Route mit ihren Nebenrouten, einzelne v2-Abschnitte und Teilstrecken der Albrecht-Route für eMTB. Kriterien für die Auswahl waren dabei: Fahrbarkeit der Strecken, hochalpine Abschnitte abseits der Straßen, Abschnitte auf stark befahrenen Straßen soweit als möglich eliminieren. Die Hauptroute entspricht im wesentlichen der Strecke, so wie sie Stephans Truppe gefahren ist. Die Varianten sind teils leichtere, teils schwerere Abschnitte - Infos dazu bei den einzelnen Tagen. Dort gibt es auf den Übersichtskarten und Höhenprofilen auch detaillierte Hinweise, wie der Untergrund der Strecken jeweils beschaffen ist.

Strecke:

Garmisch-Partenkirchen - Fernpass - Inntal - Landeck - Martina - Pass da Costainas - Münstertal - Val Mora - Bormio - Grosio - Passo Foppa/Mortirolo - Ponte di Legno - Passo Tonale - Val di Sole - Madonna di Campiglio - Gardasee
Länge: ca. 417 km
Höhenmeter: ca. 9000 hm im Anstieg, ca. 9700 hm im Abstieg
Etappen: 6 oder 7

Medien

Wenn ihr die Tour individuell nachfahren wollt, ist folgendes verfügbar: GPS-Tracks - im Webshop

Albrecht-Route-Gravelbike

Albrecht Route Gravelbike komplett

untergrund albrecht route gravelbike


1. Tag: Von Garmisch über Eibsee und den alten Fernpass ins Inntal

Strecke Hauptroute: 80,6 km, 1499 hm
Garmisch - Eibsee - Hochthörle Hütte - Ehrwald - Biberwier - Fernpass - Fernstein - Nassereith - Strad - Imst - Schönwies - Zams - Landeck01 Albrecht Route Gravelbike

01 Albrecht-Route Gravelbike Garmisch Landeck

Hinweise zur Route

  • GPS-Track: 01-ALR-Gravel-Garmisch-Landeck.gpx
  • Strecke verläuft ab Grainau über den Eibsee wie am 1. Tag bei der eMTB-Albrecht-Route
  • schöne Panoramafahrt unter der Zugspitze
  • alternativ kann man von Garmisch nach Ehrwald auf der Strecke des 1. Tages der klassischen Albrecht-Route fahren
    GPS-Track: 01-var-Gravel-Garmisch-Ehrwald.gpx
  • ab Ehrwald verläuft die Route auf der Strecke der klassischen Albrecht-Route bis Landeck
  • Stephan hat mit seiner Truppe schon in Imst eine Zwischenübernachtung eingeschoben, am nächsten Tag bis Pfunds und dann von Pfunds bis Tschierv: aus den beiden ersten Etappen meiner Beschreibung wurden so für Stephans Truppe 3 recht entspannte Etappen
  • eine gute Idee, wenn man vorher nicht so richtig einschätzen kann, wie es überhaupt läuft
  • in Schönwies ist ein Wechsel auf die Variante über Kronburg und die Fliesser Platte möglich - siehe auch 1. und 2. Tag der eMTB-Albrecht-Route
    GPS-Track: 01-var-Gravel-Kronburg-Fliess.gpx
  • "Originalton" Stephan: Der 1. Tag gab uns einen kleinen Vorgeschmack v.a. der Anstieg zum Eibsee, was uns alles die Tage „bevorsteht“. Mit dem wunderschönen Blick auf den Eibsee wurden wir am ersten Tag belohnt und es ging dann zum ersten Etappenziel nach Imst weiter.

Der Eibsee in seiner ganzen Pracht

Der Eibsee in seiner ganzen Pracht und mit Vater und Sohn gemeinsam auf Tour

Vater und Sohn am Eibsee


Gravelbiker vom Eibsee zum Hochthörle

Treff mit weiterem Gravelbiker vom Eibsee zum Hochthörle. Auch er wohnt zufällig in Leipzig und ist auf Alpentour unterwegs.


Übernachtungstipp in Landeck

  • Landeck: Hotel Mozart, Nähe Bahnhof, Superkomfort, Schwimmbad, super Essen: www.mozarthotels.at, Tel.: 0043/5442/64 222, abschließbare Radgarage, Reinigungsgerät, Werkstatt und Trockenraum ........ sicher, sauber

Hotel Mozart Landeck


2. Tag: Königsetappe über den Alpenhauptkamm

Strecke Hauptroute: 93,4 km, 2088 hm
Landeck - Prutz - Pfunds - Kajetansbrücke - Martina - Sur En - S-charl - Pass da Costainas - Lü - Tschierv (Münstertal) 02 Albrecht Route Gravelbike

02 Albrecht-Route Gravelbike Landeck-Tschierv 

Hinweise zur Route

  • GPS-Track: 02-ALR-Gravel-Landeck-Tschierv.gpx
  • entspricht im wesentlichen dem 2. Tag der eMTB-Albrecht-Route
  • nur bei Strada bleibt die Albrecht-Route für Gravelbikes auf dem Innradweg
  • Bustransfer auf Linie Landeck-Nauders von Landeck bis Kajetansbrücke möglich
  • Bustransfer von Scuol nach S-charl möglich im Rahmen der Platzkapazität, Info unter www.postauto.ch
  • "Originalton" Stephan: Wir belohnten uns mit einer kurzen „Erholungsetappe“ bevor uns 3 schwere Etappen bevorstanden. Rund 600 hm und 50-60 km am Innradweg entlang fuhren wir nach Pfunds, genossen Wetter und Landschaft. Für Familien ist der Radweg sehr zu empfehlen. Am nächsten Tag fuhren wir hinauf S-charl und kletterten den Pass da Costainas hinauf. Super fahrbarer Schotterweg mit Ausnahme von wenigen Metern zum Gipfel hoch. Schöne temporeiche Abfahrt  bis zum Hotel Al Rom.

Gruppenbild-Pass-da-Costainas

Am Pass da Costainas, dem höchsten Punkt der Gravelbike Transalp


Übernachtungstipp in Tschierv

Hotel Al Rom,  (das ehemalige Hotel Staila): Biker sind dort herzlich willkommen. Bei Ankunft wird das Fahrrad gereinigt und dann in die abschliessbare Bikegarage gestellt. Bei direkter Buchung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird sogar die Wäsche gratis gereinigt (gilt nicht bei Buchung über Online-Portale). Direkt an der Ofenpass-Strasse gelegen.

Hotel Al Rom in Tschierv

Hotel Al Rom in Tschierv

Hotel Al Rom in Tschierv


3. Tag: Traumhafte Fahrt durchs Val Mora ins Valtellina

Strecke Hauptroute: 74,7 km, 886 hm
Tschierv - Val Vau - Döss Radond- Val Mora - Lago Cancano - Torri di Fraele - Bormio - Sondalo - Grosio

03 Albrecht Route Gravelbike

03 Albrecht-Route Gravelbike Tschierv-Grosio

Hinweise zur Route

  • GPS-Track: 03-ALR-Gravel-Tschierv-Grosio.gpx
  • entspricht im wesentlichen der Nebenroute (Torri di Fraele - Bormio) wie am 4. Tag der klassischen Albrecht-Route
  • das ist auch die Nebenroute am 3. Tag der eMTB-Albrecht-Route
  • "Originalton" Stephan: An diesem (unseren) vierten Tag hatten wir Königswetter mit strahlendem Sonnenschein den ganzen Tag. Nach dem wir den ersten Berg (Pass Döss Radond) mit ca. 700-800 hm geschafft hatten, sind wir eine spannende Abfahrt teils sehr holprig und mit viel Schotter Richtung Val Mora gefahren. Im Tal hatten wir dann einen traumhaften Ausblick. Danach ging es weiter nach Bormio hinunter mit vielen spektakulären Serpentinen. Ca. 30 km weiter wartete auf uns das nächste Etappenziel Grosio.

Auffahrt zum Döss Radond

Auffahrt zum Döss Radond


Am Döss Radond

Am Döss Radond


Trail im Val Mora

Trail im Val Mora


Übernachtungstipps:

  • Grosio: Hotel Sassella, I-23033 Grosio, Via Roma 2 +39-0342-847272, super Küche, Wellness, sichere Bikegarage;  www.hotelsassella.it

350 DSC09014

  • Grosotto: Hotel Le Corti, I-23034 Grosotto, Via Patrioti 73, Tel.: +39-0342-848624     www.garnilecorti.it

4. Tag: Über den Passo della Foppa (del Mortirolo) nach Ponte di Legno (fast schon ein Ruhetag)

Strecke Hauptroute: 42,3 km, 1554 hm
Grosio - Passo Foppa/Mortirolo - Monno - Incudine - Vezza d'Oglio - Ponte di Legno - Pezzo

04 Albrecht Route Gravelbike

04 Albrecht-Route Gravelbike Grosio-Ponte di Legno

Hinweise zur Route

  • GPS-Track: 04-ALR-Gravel-Grosio-PdLegno.gpx
  • Strecke entspricht im wesentlichen der Nebenroute am 4. Tag der eMTB-Albrecht-Route
  • Etappe hat einen relativ hohen Asphalt-Anteil, die Nebenstraße zum Passo Foppa/Mortirolo wird allerdings wenig befahren
  • alternativ kann man auch über den Col Carette fahren wie bei der Hauptroute 4. Tag der eMTB-Albrecht-Route
    GPS-Track: 04-var-Gravel-Col-Carette.gpx
  • diese Strecke punktet mit Traumaussichten auf die Adamello-Presanella-Gruppe - die Abfahrt verläuft auf einer teils sehr steilen Schotterpiste
  • "Originalton" Stephan: Königsetappe an unserem 5. Tag. Nach einer halben Stunde Fahrt setzte Regen ein und wir durften die nächsten 2 bis 2,5 h bei Regen rauf zum Passo del Mortirolo und dabei die Giro d‘ Italia Piste meistern.

 Auffahrt zum Passo Foppa oder Mortirolo

Auffahrt zum Passo Foppa/Mortirolo: beliebt auch als Trainingsstrecke nicht nur für Rennradfahrer

Auffahrt zum Passo Foppa/Mortirolo


Am Passo Foppa werden Fakten geschaffen: nun mit dem Namen Mortirolo versehen

Am Passo Foppa werden Fakten geschaffen: nun mit dem Namen Mortirolo versehen. Die wahre Geschichte dazu findet ihr hier.


Wenn man gut in der Zeit liegt, empfiehlt sich  bei gutem Wetter auf der Variante am Col Carette ein kurzer Abstecher über einen alten Militärpfad zum Pianaccio. Dort hat man eine fantastische Rundsicht zum Passo Tonale, der Adamello-Pressanella-Gruppe und hinunter ins Valcamonica.

Pianaccio

Übernachtungstipp Ponte di Legno

  • Ponte di Legno: Hotel Raggio di Luce, Chefin Carla spricht perfekt deutsch, sichere Bikegarage mit Waschmöglichkeit, Wäscheservice - Via Valeriana 46 - loc. Plazza vicino Ponte di Legno - 25050 Temu, Tel. +39 0364 900852 - mobil. +39 338 1140510

350 DSC07757


5. Tag: Königsetappe entlang der Adamello-Presannela-Gruppe zur Brenta

Strecke Hauptroute: 56,1 km, 1829 hm
Ponte di Legno - Passo Tonale - Vermiglio - Fucine - Mezzana - Dimaro - Madonna di Campiglio

05 Albrecht Route Gravelbike

05 Albrecht-Route Gravelbike Ponte di Legno - Madonna di Campiglio

Hinweise zur Route

  • GPS-Track: 05-ALR-Gravel-PdLegno-Madonna.gpx
  • Strecke entspricht bei der Auffahrt zum Passo Tonale im wesentlichen der Nebenroute am 5. Tag der eMTB-Albrecht-Route
  • am Passo Tonale geht es dann weiter wie auf der Hauptroute am 5. Tag der eMTB-Albrecht-Route
  • die Hauptroute punktet mit Traumaussichten auf die Adamello-Presanella-Gruppe - die Abfahrt ist teils etwas tricky für Gravelbikes
  • alternativ kann man ab dem Passo Tonale auch direkt und ohne viel zusätzliche Höhenmeter ins Val di Sole abfahren wie bei der Nebenroute 5. Tag der eMTB-Albrecht-Route
    GPS-Track: 05-var-Gravel-Tonale-Velon.gpx
  • wenn das Wetter sehr schlecht ist, zum Beispiel mit starkem Regen, rollt man einfach die Straße hinunter bis Fucine und wechselt wieder auf die Route der Gravelbike Transalp
  • "Originalton" Stephan: Die vorletzte Etappe hatte es noch einmal in sich. Bei leichten Regen und Nebel kletterten wir zum Passo Tonale und sehnten uns schon nach dem Gardasee. Der letzte Anstieg nach Madonna di Campiglio  forderte uns noch einmal alles ab, der ca.700/800 hm Anstieg auf Schotterweg kostete uns sehr viel Kraft.

Nach dem Anstieg zum Passo Tonale

Nach dem Anstieg zum Passo Tonale


Nun Bilder von einer Befahrung mit mehr Sonne

Früher Schnee am Passo Tonale

Früher Schnee am Passo Tonale


Forte Mero 

Forte Mero


Val di Sole

Traumstrecke im Val di Sole: Blick zurück Richtung Passo Tonale


Brenta bei Madonna di Campiglio

Brenta bei Madonna di Campiglio


Übernachtungstipps in Madonna di Campiglio:

  • Hotel Arnica 38086 Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa 32 - Tel.: 0039-0465-442227 - Chef ist mein Freund Matteo, mitten im Zentrum gelegen, Supermarkt in der Nähe, Abendessen und Unterkunft auch bei Matteos Schwester im Hotel Ariston gleich gegenüber

350 DSC09341350 DSC08006

  • Hotel Vidi Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa, 50, - Tel: 0039-0465-443344 - Bed & Breakfast, mit Sauna und Restaurant,

6. Tag: Eindrucksvolles Finale an den Gardasee

Strecke Hauptroute: 69,2 km, 1216 hm
Madonna di Campiglio - Val d'Agola - Passo Bregn de l'Ors - Val d'Algone - Stenico - Ponte Arche - Passo Ballino - Tennosee - Riva - Torbole

06 Albrecht Route Gravelbike

06 Albrecht-Route Gravelbike Madonna di Campiglio - Gardasee

Hinweise zur Route

  • GPS-Track: 06-ALR-Gravel-Madonna-Gardasee.gpx
  • Strecke entspricht im wesentlichen der Hauptroute am 6. Tag der eMTB-Albrecht-Route
  • der Anstieg vom Lago d'Agola zum Bärenpass ist mit Schieben verbunden und bei Regenwetter nicht zu empfehlen
  • ggf. sollte man rechtzeitig die Hauptroute verlassen
    GPS-Track: 06-var-Gravel-Notausgang-ValAgola.gpx
  • alternativ dann über Pinzolo und durch das Val Rendana nach Stenico wie bei der Nebenroute 5. Tag der eMTB-Albrecht-Route
    GPS-Track: 06-var-Gravel-Pinzolo-Sarca.gpx
  • von Stenico geht diese Variante ohne viel zusätzliche Höhenmeter immer entlang des Sarca-Tals bis an den Gardasee
  • "Originalton" Stephan: Nach dem wir den Bärenpass überwunden hatten und den Passo del Gotro hinter uns ließen stieg die Vorfreude auf den Gardasee ins unermessliche. Gegen 18 Uhr kamen wir nach ca. 70 km an und gönnten uns am Gardasee das erste alkoholische Bier während der gesamten Tour. Nach einem weiteren Urlaubstag ging es dann wieder zurück in die Heimat…

Wasserfall in der Brenta am Rifugio Cascate

Wasserfall in der Brenta am Rifugio Cascate


Schiebepassage zum Bärenpass

Schiebepassage zum Bärenpass (Bild von eMTB-Transalp)


 

Schiebepassage geschafft zum Bärenpass

Schiebepassage geschafft zum Bärenpass


Die Belohnung nach einer tollen Gravelbike-Transalp - Blick auf den Gardasee

Die Belohnung nach einer tollen Gravelbike-Transalp - Blick auf den Gardasee


Und noch mal das Finisherbild: mit Gravelbike und MTB am Gardasee

Finisher mit Gravelbike am Gardasee

Übernachtungstipps

  • Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354, www.villastella.it
  • Aktivhotel Santalucia Via Santa Lucia 6, (Gps Via Pontalti), I-38069 TORBOLE SUL GARDA (TN), Tel.: 0039-0464-505140, www.aktivhotel.it

Fazit: "Originalton" Stephan

Die Alpenüberquerung war für meinen Dad, meinen Kumpel und mich unsere erste größere Fahrradtour. Die Vorfreude war bei uns schon Wochen vorher riesengroß. Zur Vorbereitung und zum Training sind wir im Vorfeld den kompletten Rennsteig gefahren sowie den Brocken hinauf und ein paar Kilometer im Harz. Ich hatte also nicht so viele Trainingskilometer in den Beinen, von daher war die Tour zwar auf alle Fälle sportlich, aber dennoch erholsam. Zudem habe ich von meiner Grundfitness sowie meinem guten gesundheitlichen Zustand zehren können. Auf unserer Route durch die Alpen waren es insgesamt etwas mehr als 9000 Höhenmeter. Das war am Ende genau ausreichend. Bei 11.000 oder 12.000 Höhenmeter wären wir wohl an unsere Grenzen gekommen. So war es angenehm und ein super Aktivurlaub.

Wir sind von Leipzig nach Garmisch mit dem Zug gefahren und hatten uns frühzeitig ICE Tickets inkl. Fahrradmitnahme organisiert. Die Anfahrt war sehr entspannt und unkompliziert. Wir waren gegen 14 Uhr in Garmisch, sind dann noch gemütlich bis Grainau gefahren und haben im Hotel eingecheckt. Ein gemütlicher Besuch abends beim Italiener, letzte Vorbereitungen waren getroffen und wir waren startklar für die erste Etappe.

Am nächsten Morgen sind wir gegen 9.30 Uhr mit viel Freude losgefahren. Die erste Etappe bis nach Imst war relativ kurz und gab so für uns einen guten Einstieg in unsere Alpenüberquerung. Hinauf zum Eibsee waren es gleich zu Beginn rund 600 Höhenmeter, wo wir dann auch schon das erste Mal gemerkt hatten, dass die Fahrt bis zum Gardasee keine Leipziger Flachetappe wird.

Mit dem Gravelbike war die Tour sehr schön zu fahren. Ich hatte erst ca. 3 Monate Erfahrungen mit dem Bike gesammelt. Die Anstiege kamen mir etwas einfacher vor als mit einem MTB, dafür musste ich die Abfahrten oftmals mit angezogener Handbremse fahren, um die Balance und das Pannenrisiko so gering wie möglich zu halten. Der Spaßfaktor blieb bei den Abfahrten deswegen leider etwas auf der Strecke. Rückblickend ist das wohl das einzige Manko, wenn man mit einem Gravel- statt mit einem Mountainbike unterwegs ist. Wir hatten zum Glück auf der gesamten Tour nicht eine Panne, von daher war alles schick.

Als Radtour-Neulinge waren die ersten beiden Tage zum Eingewöhnen, bevor uns drei schwere Etappen bevorstanden. An unserem dritten Tag zum Anstieg über den Alpenhauptkamm, über den Pass da Costainas, hat jeder ein bisschen mit sich gekämpft, um die Herausforderung zu meistern. Jeder musste sein eigenes Tempo finden, um den Gipfel auf 2251 Höhenmeter zu erklimmen. Es war an dem Tag auch nicht zu heiß und somit nicht zu kräftezehrend. Eine schöne lange Abfahrt hinunter zum Hotel Al Rom in Tschierv rundete die bis dahin schwerste Tagestour ab.

Am nächsten Tag sind wir früh in Richtung Grosio losgefahren und hatten absolutes Königswetter. Die Auffahrt zum Döss Radond war schon sportlich, aber belohnt wurden wir dann anschließend mit dem Val Mora, ein L- förmiges Tal, welches wunderschön war. Bei der Abfahrt mussten wir uns ordentlich konzentrieren, weil es teilweise recht schmale Wege entlang ging. Trotzdem war alles mit dem Gravel Bike problemlos fahrbar. Mit dem MTB hätte man aber definitiv mehr Spaß gehabt.. Die Serpentinenabfahrt (Asphalt) nach Bormio war dann einfach spektakulär. Gefühlt sind wir eine halbe Stunde mit 60 km/h hinunter geracet und unsere Bremsen haben anschließend ordentlich geglüht. Anschließend sind wir noch ca. 30 km bei teils unangenehmem Gegenwind bis nach Grosio zum Hotel Sassella gefahren.

Die fünfte Tagesetappe startete gleich mit ca. 1000 hm. 20 bis 30 Minuten nach dem Start hatte es zu regnen angefangen mit teilweise leichtem Gewitter. Ca. zwei Stunden hat es gedauert, bis wir durch die Wolkendecke fuhren und den Regen hinter uns gelassen haben. Während des Anstiegs haben uns immer wieder mal ein paar Rennradler überholt, da der Aufstieg mit 10 bis 19 Prozent Steigung für uns sehr anspruchsvoll war. Es war dann allerdings ein cooles Gefühl, oben am Pass angekommen zu sein und die Glücksgefühle sind teilweise unbeschreiblich. Die weitere Fahrt bis Ponte di Legno war auch schön, eher ein lockeres Ausrollen. Nach der Ankunft im Hotel resümierten wir bei einem schönen leckeren Espresso die letzten Tage und die Vorfreude auf den Gardasee stieg allmählich. Wir waren auch alle froh, dass nur noch 2 Etappen vor uns lagen.

Am nächsten Tag starteten wir früh am Morgen zum Passo Tonale bei leichtem Regen und Nebelschauern. Nebenstraßen rauf zum Pass gab es nicht, sodass wir meist auf einer Hauptstraße fahren mussten. Am Gipfel des Passes war es dann etwas bewölkt, dennoch hatten wir traumhafte Ausblicke. Die Abfahrt vom Passo Tonale war für mich die schwerste Abfahrt, die ich zu bewältigen hatte. Sehr holprig, steinig und viele Wurzeln, etwas tricky und herausfordernd, aber ohne Sturz absolviert. In Dimaro haben wir noch einmal eine Pause eingelegt und uns mental auf den Schlussanstieg nach Madonna di Campiglio vorbereitet. Von uns hatte keiner vermutet, dass der Anstieg nochmal so hart und kräftezehrend sein würde. Der Anstieg ging durch einen Wald, der Untergrund war recht feucht und somit sehr weich. Alternativ hätte man auch eine vielbefahrene Straße nach Madonna wählen können. Wir hatten aber noch ausreichend Körner in den Beinen und landeten gegen 18 Uhr in Madonna. An dem Tag ging jeder von uns an sein Limit und darüber hinaus. Die Anstrengung im Zielort war aber bald verflogen, denn der Gardasee war schon in greifbarer Nähe.

Am nächsten Morgen sind wir zur letzten Etappe Richtung Gardasee frühzeitig aufgebrochen. An dem Tag haben wir uns etwas Zeit gelassen und die Tour noch einmal in vollen Zügen genossen. Am Ende waren es dennoch über 70 Kilometer, die wir insgesamt gefahren sind. Nachdem wir den Bärenpass absolviert hatten, waren wir gedanklich schon darauf eingestellt, dass es nur noch bergab zum Gardasee geht und wir es geschafft haben. Wir hatten jedoch unwissentlich die etwas schwerere Tour über den Passo Ballino genommen, so dass wir nach dem Bärenpass nochmal ca. 600 bis 700 Höhenmeter auf dem Navi stehen hatten. Nach Stenico hätte man auch über das Sarcatal eine leichtere Variante gehabt. Mit viel Stolz, Freude und Glücksgefühlen sind wir dann gegen 18 Uhr am Gardasee angekommen und haben uns ein wohlverdientes Bier gegönnt.

Nach einem zusätzlichen Urlaubstag am Gardasee, ging es Freitag früh gemütlich von Rovereto (20 km vom Gardasee entfernt) mit dem Zug wieder in die Heimat. Nach 8,5 Stunden Zugfahrt (1x Umstieg in München) sind wir dann sehr erholt zu Hause angekommen. Die Hin- und Rückfahrt per Zug würde ich immer wieder so machen und kann es daher auch so weiterempfehlen bzw. ans Herz legen. Früh genug inkl. Fahrradmitnahme buchen und man hat auf beiden Strecken eine entspannte bzw. erholsame Zeit.

Abschließend lässt sich sagen, es waren richtig schöne Tage mit vielen Emotionen, Erlebnissen und unvergesslichen Ausblicken. Ich habe es nie bereut (auch nicht als wir die Quälerei hinauf auf die Gipfel hatten) dich, lieber Andreas, kontaktiert zu haben, um eine Albrecht-Route per Gravel Bike in Angriff zu nehmen. Zudem hat es uns sehr gefreut und geholfen, dass du uns am Rennsteig einen halben Tag begleitet hast. Da waren nochmal viele wertvolle Tipps dabei. Daher nochmals ganz liebe Grüße und einen herzlichen Dank für deine Unterstützung vor, während und nach der Tour.


Bitte, gerne!


Am Rennsteigbeginn an der Werra in Hörschel

Am Rennsteigbeginn an der Werra in Hörschel


Magischer Ort am Rennsteig - Glöckner bei Ruhla

Magischer Ort am Rennsteig: Glöckner