Transalp.info by Andreas Albrecht

Mittenwald - Uina - Comersee


Fazit

Anspruchsvolle Transalp an den Comer See, deren Hauptroute unter normalen Bedingungen von Juli bis September gefahren werden kann. Sehr hoher Anteil von Schotter und Trail. Durch die Varianten und alternativen Streckenempfehlungen kann die Transalp an verschiedenen Stellen leichter gestaltet werden. Damit kann zum Beispiel auch auf ungünstige Wetterbedingungen reagiert werden.

Rückreise

Die Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist etwas umständlich, aber durchaus möglich, wenn man sie als Teil der Reise auffasst. Eindrucksvoll, wenn auch recht teuer, ist die Fahrt mit der Rhätischen Bahn über den Berninapass. Dazu fährt man von Colico aus mit der italienischen Regionalbahn bis nach Tirano, wo man direkt in die Rhätische Bahn umsteigen kann. Der Bernina-Express bringt einen bis nach Pontresina. Von dort geht es weiter auf der nicht minder eindrucksvollen Bahnstrecke bis nach Scuol. Von dort weiter mit dem Postbus nach Landeck. Ab Landeck fährt man mit dem Zug über Innsbruck nach Mittenwald. Eine andere Möglichkeit ist es, von Colico aus nach Mailand zu fahren und von dort weiter bis Verona (Bahnhof Porta Nuova). Über den Brenner und Innsbruck kann man nach Mittenwald zurückkommen. In den italienischen und österreichischen Regionalbahnen benötigt man keine Reservierung für Fahrräder. Will man durchgehende, grenzüberschreitende Züge benutzen, muss man die Fahrradmitnahme vorher klären und ggf. reservieren.

Wer sich den Luxus leisten will, sein eigenes Auto am Ziel vorzufinden, dem sei die Firma Transalp-Shuttle.com empfohlen. Die wickeln das unglaublich professionell ab, wie ich mich aus eigener Anschauung überzeugen konnte. Da sich das inzwischen herumgesprochen hat, sollte man rechtzeitig anfragen.

Außerdem ist der Comer See ein häufig angefahrenes Ziel von Radlern aller Art. Es gibt diverse Anbieter, die organisierte oder geführte Touren im Programm haben. Einfach anfragen, ob sie euch mitnehmen, wenn das zeitlich passt. Google hilft bei der Detailrecherche weiter.


Was man noch am Comer See machen kann

Wenn man schon einmal dort ist - die Region am nördlichen Comer See ist auch ein sehr interessantes und traumhaftes Bikerevier, dass ich bis hin nach Chiavenna und ins Valbregaglia umfassend erkundet habe. Siehe meine Trailguides Alta Rezia und La Fiorida - Comer See. Und da ist noch mehr in der Pipeline.

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Meinungen und Rückmeldungen:


Datum: 14. September 2018

Betreff: Transalp: Mittenwald - Comer See

Lieber Andreas,

danke für Deine Hilfe. Henning und ich sind die Tour vom 6.9. bis 12.9. bei traumhaften Wetterbedingungen gefahren. Deine Tipps im Roadbook waren wie auch schon bei unseren vorherigen Unternehmungen GAP-GARDA und MUC-VEN überaus hilfreich und immer Treffer. Diesmal haben wir die Tour nach den ersten beiden Tagen ein wenig angepasst (Kondition und Alter ;-) ), was der ganzen Sache aber keinen Abtrag tat. Es blieben auch so noch genügend Höhenmeter.
Zum Track habe ich nur 2 Anmerkungen:

- den alten Steig von Serfaus hinunter nach Tösens bezeichnest Du im Roadbook als "netten kleinen Trail"; der Trail ist mittlerweile so was von ausgewaschen und auf feuchtes Stein- und Wurzelwerk reduziert, dass wir fast komplett bergab geschoben haben; gegen 5 Uhr nachmittags und mit langsam knurrendem Magen war das ein wenig frustrierend; wir sind gewiss keine guten Downhill-Fahrer ... dennoch wage ich die Prognose, dass dieser Steig von mindestens 80% der Transalpler mit Rucksack zu riskant und nicht mehr fahrbar ist.

- beim Sentiero Valtellina gibt es hier und da Baustellen, die besonders vor Morbegno längerfristigen Charakter zu haben scheinen; weil die Umleitungsschilder dürftig sind, muss man halt seinen Weg suchen, was mindestens 1 mal etwas mühsam war; bei Fluss- oder Bacheinläufen gibt es an 2 Stellen abkürzende Brücken, die zu Zeiten Deiner Aufzeichnung noch nicht da waren ... all dies erschliesst sich einem bei der Fahrt aber von selbst.

Ein paar hübsche Sachen am Rande, die allesamt für den frühen September als geniale Reisezeit sprechen:

- im Rif. Monte Scale waren wir zunächst die einzigen Gäste und wurden von Guido Cola mit einem 3-Gang Menü verwöhnt; um 8.30 Uhr kamen noch 2 Späteinkehrer auf der Albrecht-Route - überglücklich über das späte Essen und das Nachtquartier; Guido, der sich an Dich erinnert, hat übrigens im Sasella in Grosio gelernt und ist ein guter Freund von Jim; Übernachtungen werden nach dem 15.9. nicht mehr angenommen; Guido verbringt dann die Nächte im Tal und bereitet sich auf die Wintersaison vor (er betreibt eine Skihütte in der Nähe von Madonnna).

- nie hatten wir eine entspanntere und schönere Rückreise: kein Gedränge, überall Platz, in der Rhätischen Bahn hatten wir anfangs einen Wagon für uns alleine und konnten bei traumhaftem Wetter zwischen den offenen Fenstern hin und her springen und Bilder von der spektakulären Fahrt und Kulisse schiessen; Kosten ab Tirano über Pontresina und Scuol bis Landeck mit allen perfekt klappenenden Anschlüssen im Graubünden Bike-Pass: 45,00 Franken pro Person einschl. Fahrrad!

Nochmals herzlichen Dank und beste Grüsse aus Mittelhessen!

Wolfgang

Wolfgang Theis Finisher Transalp Mittenwald Comer See


Datum: 12.11.2016
Liane
Transalp Mittenwald - Comer See

Hallo Andreas,
wir sind im August deine Route nachgefahren, und hatten eine tolle Zeit. Super Wetter, und alles gut gefunden. Hast du wirklich gut ausgetüftelt, aber die ersten vier Tage hatten es in sich! Wenn du Zeit und Lust zum Lesen hast, kann ich dir unseren Tourbericht als pdf-Datei schicken. Wir rätseln allerdings immer noch, wie dein Freund Dirk teilweise in der Uina-Schlucht radeln konnte, der muss wirklich ein Freak sein!
Viele Grüße aus Hessen,
Liane, Dani und Heidi 


Datum: 19.09.2016
Stefan Assenbrunner
Transalp Mittenwald - Comer See

Hallo Andreas,

Jetzt hat uns der Herbst erwischt und es ist Zeit die Erlebnisse des Sommers Revue passieren zu lassen. Unsere beiden Gruppen haben Ende August bzw Anfang September die Tour von Mittenwald zum Comer See gemacht. Beide Gruppen sind die Strecke in 6 Tagen gefahren. Die erste Gruppe war mit Begleitfahrzeug unterwegs. Sie sind, wie wir dann auch, super mit deinen Tracks und der Beschreibung zurecht gekommen!
Wir sind eine Woche danach gestartet. Tag 1 bis nach Imst und Tag 2 bis Pfunds waren traumhaft.
Am dritten Tag von Pfunds zur Sevenna Hütte hat uns das Wetter bitter erwischt. Es hat den ganzen Tag geregnet und so haben wir beschlossen nach dem Reschen nicht gleich ins Gelände zu gehen. Wir sind bis nach Burgeis runter und über Schlinig hoch zur Sesvenna. Oben hats dann schon gegraupelt...Der Trockenraum auf der Hütte war schwer überfordert.
Die Uina Schlucht am nächsten Morgen war phänomenal!
Am fünften Tag haben wir die Schleife ins Val Grosina occidentale ausgelassen und sind direkt von Fusino nach Grosotto runter. Ansonsten wäre der Tag etwas lang geworden und wir hatten Respekt vor der Kilometerschrupperei durchs Valtellina. Die Abkürzung war ne coole Bikestrecke... allerdings haben unsere Vorgänger uns berichtet, dass wir landschaftlich einiges versäumt haben.
Den letzten Tag haben wir komplett mit den Trails gemacht. Waren 2700Hm, die haben sich aber wirklich gelohnt!!

Alle 10 Biker sind sich einig, dass es eine super schöne Tour war die man auch gerne wiederholen kann.
Danke nochmal für deine erstklassige Ausarbeitung!

Schönen Abend!
Ride on!
Stefan


Datum: 19.08.2014
Christian Kuratle
Transalp Mittenwald - Comer See

Lieber Andreas

Nach München-Venedig waren wir auch dieses Jahr auf einer leicht modifizierten Albrecht-Route unterwegs. Dieses Jahr waren wir 7 Biker (Altersdurchschnitt 61) und unsere 2 Fahrer vom Begleitbus.

Eigentlich wollten wir in Ischgl starten (als Anknüpfung an unsere Albrecht-Tour von 2011 an den Gardasee) und über das Viderjoch via Samnaun nach Pfunds fahren. Aber genau an unserem Startdatum war in Ischgl das grosse Bike-Event mit über 1000 Fahrern und denen wollten wir nicht in die Quere kommen. Also starteten wir in Landeck und radelten gemütlich über Fiss und Serfaus nach Pfunds. Geplant war am Nachmittag anstelle vom Radweg nach Pfunds über das Paralleltal Tschey zu fahren, aber die hochziehenden Wolken haben uns davon abgebracht. Dafür hatten wir Zeit im schönen Hotel Post für die Bogenschiessanlage.

Der nächste Tag war streng und lang, denn wir übernachteten erst in Scuol (Hotel Bellaval). Der Tag begann angenehm mit der Fahrt Sclamischot, Nauders und Reschenpass. Der Anstieg vom Haidersee zu den Pfaffenseen hatte es in sich. Der Höhenweg zur Sesvenna-Hütte zwang uns oft zum Absteigen. Das Verbot für Fahrräder haben wir missachtet, wir waren ja mit Mountain-Bikes unterwegs. Die Uina-Schlucht haben wir zum ersten mal mit dem Fahrrad durchquert. Sie ist immer wieder beeindruckend.

Der dritte Tag war landschaftlich ein Traumtag. Das S-charl-Tal mit dem Costainas-Pass ist immer wieder schön. Traumhaft war auch der Passo Gallo und der schöne Militärweg hinunter zum Lago di Livigno. Noch nie habe ich so viele Edelweiss gesehen. Die Unterkunft im das Rifugio Monte Scale war gemütlich. Zum Glück hatte der Regen auch an diesem Tag bis zum Abend gewartet.

Der vierte Tag begann mit der bekannten Strecke über den Passo di Verva nach Eita. Der neue Bikeweg nach Fusiono war schön, aber etwas nass. Der Nachmittag nach Malghera war anstrengend, doch die schöne Sentiero Italia und Abfahrt ins Veltlin entschädigte uns dafür. Im Tal fuhren wir weiter bis nach Sernio (Albergo Valchiosa)

Der fünfte Tag war unser Erholungstag und er begann gemütlich auf dem Sentiero Valtellina. In Chiuro hatten wir einen Extrahalt mit Besichtigung eines Weinkellers mit Degustation und Mittagessen eingelegt. Dafür haben wir bereits in Gerola Alta übernachtet (Albergo Ristorante Valle del Bitto)

Der Aufstieg zur Bocchetta di Trona mit einem angenehmen Zwischenstopp im Rifugio Trona di Soliva war zum Schluss recht anstrengend. Das Bike wurde immer schwerer. Die Abfahrt war zu Beginn nicht jedermanns Sache, war doch viel Geröll auf dem Weg. Weiter unten war der Weg für Alle fahrbar und wir wurden gehörig durchgeschüttelt. Das späte Mittagessen in Tremenico haben wir genossen und dafür auf die Trail-Variante verzichtet. So haben wir unser Ziel Colico bald erreicht und unseren fünften Alpencross glücklich, unfallfrei und ohne Pannen beendet.

Lieber Andreas, herzlichen Dank für Deine guten Beschreibungen und GPS-Tracks. Sie haben mir die Vorbereitung sehr vereinfacht. Diese Strecke bietet ein breites Spektrum, vom Radweg, Nebenstrassen, Forstweg, Trail, stark verblockten Strecke bis zum Schieben/Tragen auf Wanderpfaden und sie führt über schöne Pässe und zeigt viele schöne Gegenden - auch der Comersee ist eine "Reise" wert.

Besten Dank und unfallfreie Touren in den Bergen

Christian