Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Tiroler Jöchl Transalp


3. Tag: Schlüsseljoch - Valler Jöchl - Klausen

Strecke: 74,3 km, 1595 hm
Enzianhütte - Schlüsseljoch - Pfitscher Tal - Ried - Wiesen - Stilfes - Niederried - Mauls - Ritzail - Valler Jöchl - Nockalm - Bunker Spinges - Spinges - Kaiserstein - Sonneck - Neustift - Brixen - Klausen

  • 8 %: Straße
  • 45 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 30 %: Feldweg, Schotter
  • 17 %: Trail, Pfad (S1, max. S2)
  • Schiebepassagen: je nach Fahrtechnik und Kondition beim Anstieg zum Pfitscher Joch und am Valler Jöchl jeweils ca. 500 m Strecke
  • GPS-Track: 3-TirolJoch-Enzianhuette-Klausen.gpx

siehe auch Variante Nockalm: Hinweise im Tourbericht, eingezeichnet auf Übersichtskarte

  • GPS-Track: 3-Var-Nockalm-Schabs.gpx

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot: Varianten (wenn vorhanden)

3 Tiroler Joechl Transalp

TAG 3 Tiroler Joechl Transalp


An diesem Morgen sind wir nicht überrascht, wieder einen klaren Himmel vorzufinden. Ein großräumiges stabiles Hoch liegt über den Alpen. Das wird noch viele Tage so bleiben, sagt der Wetterbericht. Wir glauben dem Bericht gern, Regen hatten wir auf unseren Touren in den letzten Jahren genug. Zum Schlüsseljoch führt eine alte Militärpiste, fast durchgängig fahrbar. Nur in der Mitte gibt es einen erodierten Abschnitt mit Schiebepassagen, zum Glück muss man fast sagen. Ansonsten würden wohl Quadfahrer auch hier oben die Gegend unsicher machen. Egal, in dieser frühen Morgenstunde haben wir den Weg sowieso für uns allein.

grober Trail am Schlüsseljoch

Zur Verdeutlichung: eine der wenigen ruppigen Stellen auf dem Weg zum Pfitscher Joch (hier bei einer Befahrung in der Gegenrichtung - da wäre es als S2-Trail einzustufen)


Trail am Schlüsseljoch

In der Nähe des Jochs ist der Pfad relativ eben und gut fahrbar.


In knapp einer Stunde erreichen wir das Schlüsseljoch.

Rast am Schlüsseljoch

Rast am Schlüsseljoch


Vor uns liegt das Pfitscher Tal. Auf der anderen Seite ist der steile Weg zum Pfunderer Joch zu erkennen. Das Panorama wird uns auf dem weiteren Weg begleiten.

Abfahrt am Schlüsseljoch

Vom Schlüsseljoch ins Pfitscher Tal - rechts im Bild das Tal, dass von Fußendrass zum Pfunderer Joch führt


Über das Pfunderer Joch kann man Ende Juni noch nicht fahren, es liegt noch zu viel Schnee auf der Passhöhe.

Rast am Schlüsseljoch

Das ist gut zu erkennen. Wenn man noch diese Schneefelder sieht, liegt auf dem Pfunderer Joch noch eine dicke Schneehaube in Meterstärke. Aber danach gibt es ja noch ein Joch, das Valler Jöchl (in manchen Karten auch Valser Joch genannt). Dieses Jöchl wird bei Transalps eher selten befahren, kommt uns also gerade recht. Doch zunächst wartet die schöne Schotterabfahrt vom Schlüsseljoch nach Fußendrass auf uns.

Abfahrt am Schlüsseljoch

Abfahrt am Schlüsseljoch - in weiten Kehren schwingt sich die Militärpiste hinunter ins Pfitscher Tal


Abfahrt am Schlüsseljoch

Am Wegesrand nehmen es die Weidetiere gelassen hin, dass hier ab und zu Mountainbiker vorbeikommen.


Ein paar grobe Brocken liegen zwar manchmal im Weg herum, was Achim ab und an zum Fluchen bringt. Er ist ein Kölscher Junge und nimmt es meist gelassen: Et kütt wie et kütt. Bei grobschottrigen Abfahrten entwickelt er eine interessante Fahrtechnik: auf dem Oberrohr sitzen und mit beiden Füßen durch den Schotter surfen. Sieht gut aus, drückt nur leider etwas im Schritt, wie er sagt. Im Laufe der Transalp stellt er sich allmählich um und findet eine bequemere Lösung: sitzend im Sattel, schmerztechnisch eine Offenbarung und schneller ist man auch.

Abfahrt am Schlüsseljoch

Abfahrt am Schlüsseljoch

In endlosen Kehren windet sich der alte Militärweg ins Tal


Am Grund des Pfitscher Tals bei Fußendrass ist bei entsprechenden Bedingungen ein Bach zu durchqueren.

Abfahrt am Schlüsseljoch


Bei Fußendrass erreichen wir das Pfitscher Tal. Es findet sich nahtlos ein schöner Schotterweg hinab in Richtung Sterzing. Bei Ried müssen wir kurz auf die Straße. Den Gegenanstieg vermeiden wir elegant auf einem kleinen, einfachen Trail, der schließlich wieder auf die Straße im Pfitscher Tal führt. Den Straßentunnel kurz nach Afens kann man mit dem Rad auf der linken Seite umfahren. Am Ortseingang von Wiesen beginnt ein schöner Waldpfad, der uns an Sterzing vorbei zum Eisackradweg bringt. Den rollen wir ohne großes Federlesen bis Mauls hinunter. Hier beginnt das Maulser Tal, das uns zum Valler Jöchl bringen wird. Ein leichter, aber einsamer Übergang abseits aller touristischen Hotspots in Südtirol. Zunächst fahren wir lange auf einer kaum befahrenen Nebenstraße, die die Gehöfte erschließt. Später wird daraus eine gute Forststraße.

Ritzail Maulser Tal

Bei der Auffahrt zum Valler Jöchl im Maulser Tal über Ritzail ist man in Südtirol abseits aller touristischen Hotspots (im Hintergrund geht es bei Sterzing links in das Ridnauntal hinein)


Dann folgt ein Pfad hinauf zum Joch. Der ist in den letzten Jahren hergerichtet worden, wie ich bei meinen erneuten Befahrungen erfreut feststellen konnte.

Valler Joechl 02

Spitzkehren auf dem Weg zum Valler Jöchl


Nichtsdestotrotz lassen sich die letzten 100 Höhenmeter nicht komplett fahren. Das ist nicht dramatisch und das gelegentliche Schieben dauert keine halbe Stunde.

Valler Joechl 1

Steile Trailpassage zum Valler Jöchl, gelegentlich wird man später auch schieben müssen.


Valler Joechl


Am Valler Jöchl gibt es zwei Möglichkeiten. Die leichtere Variante beginnt mit einem Trail hinunter zur Nockalm und verläuft über Spinges bis zum Hotel Sonneck bei Schabs auf einer einfacheren Strecke als die Hauptroute.

Valler Joechl 03

Valler Jöchl - geschafft! Der Trail rechts hinab führt zur Nockalm.


Nockalm

Nockalm: schöner Rastpunkt, wenn man diese Variante der Abfahrt wählt


Im Streckenverlauf kann man ggf. auch von der Hauptroute auf die Variante wechseln und umgekehrt. Dokumentiert ist das auf der folgenden Übersichtskarte und mit dem GPS-Track: 3-Var-Nockalm-Schabs.gpx

3 Variante Nockalm Tiroler Joechl Transalp

Wir halten uns auf der Hauptroute am Valler Jöchl rechts und gelangen nach einer kurzen Schiebestrecke an der Bergstation des Liftes, der von Vals aus Wanderer nach oben bringt. Das Wegenetz ist hier recht vielfältig. Wir vermeiden Gegenanstiege so weit als möglich und rollen auf zunächst einfacher Schotterpiste bergab. An der Linderalm stehen Tische und Bänke einladend vor der Hütte. Keine Frage, hier rasten wir. Es ist sowieso Zeit zum Essen. Leckere, gehaltvolle Kost steht auf der Speisekarte: Hüttenmakkaroni, Eier mit Speck, Käsespätzle, Hirschgulasch mit Knödeln. Bald steht eine Auswahl davon auf dem Tisch, wir sind ja nicht zum Abnehmen unterwegs.

Linderalm

Linderalm


Zum Abschluss spendiert der Wirt sogar noch einen Kaiserschmarrn. Süßes Zeug ist zwar nicht mein Ding, ich koste trotzdem und kann den anderen bestätigen, dass er gut gemacht ist. Wir haben ausreichend Zeit und lassen uns danach in Liegestühle fallen. Heute passiert nicht mehr viel. Es geht fast nur noch bergab. Auf jeden Fall bis Brixen und dann schauen wir mal, wie weit wir noch kommen, nur kein Stress. Die Abfahrt weiter auf einem leichten Forstweg bis zum Bunker Spinges, den wir auf einem kurzen Abstecher erreichen und ausgiebig inspizieren. Am Wanderparkplatz beim Wetterkreuz halte ich Ausschau nach den Trailvarianten, die ich bei der Planung laut Karte ausgemacht habe. Ah, da sind sie ja.

Spinges

Schöner Wiesentrail bei Spinges


Aber lieber noch einmal bei den Einheimischen nachgefragt. Ja richtig, dieser Weg schneidet die Straße nach Spinges ab und führt uns hinab ins Tal. Weiter unten folgt ein kleiner Trail im Wald, nicht zu schwierig, wenn auch teilweise steil und schmal. Wer das nicht mag, kann die Trails problemlos auf der Straße umfahren (siehe die Variante Nockalm-Schabs). Der letzte Trail auf dem Weg 9 hat es teilweise in sich, max. S2 nach Singletrail-Skala würde ich sagen.
Schließlich kommen wir im Pustertal direkt beim Hotel Sonneck heraus. An dieser Stelle hatte ich im Vorfeld schon einmal und jetzt wieder recherchiert und einen wunderschönen Weg hinunter nach Brixen gefunden. Zunächst geht es weiter auf dem straßenbegleitenden Radweg. Kurz nach Schabs verlassen wir diesen nach links, fahren durch eine kleine Handwerkerzone und folgen dann auf meiner Route durch den Wald. Oberhalb vom Kloster Neustift passieren wir die Straße und erreichen die Alte Pustertaler Straße. Sie führt als Radweg direkt ins Zentrum von Brixen. Dabei hat man einen schönen Blick auf die Gärten des Kloster Neustifts und in der Gegenrichtung auf den Hausberg von Brixen, die Plose.

Kloster Neustift

Kloster Neustift bei Brixen


Wir stehen bald an der Brücke über die Eisack, die direkt in die Fußgängerzone führt. Gerade schickt sich eine lokale Wolke an, einen örtlich begrenzten Regenschauer zu liefern. "No rain!" ist doch die Devise. Wir erreichen knapp aber rechtzeitig die Markise eines Eiscafes auf dem Marktplatz und lassen uns nieder, als der kurze Schauer auch schon niederprasselt. Nichts Ernstes, wir sitzen das vergnügt aus. Die schwüle Hitze weicht angenehm temperierter frischer Luft. Die paar Kilometer bis nach Klausen fährt es sich auf dem Radweg neben der Eisack fast wie von selbst. Klausen selbst ist ein bezauberndes Städtchen, das sich seinen Charme bewahrt hat und nicht ganz so von der Busreise-Mafia heimgesucht wird wie Brixen. Also fällt es uns nicht schwer, hier schon Quartier zu machen, als ich im Tourismusbüro erfahre, das das eigentlich anvisierte Tagesziel, der Gasthof Mühlele im Tinnetal, heute Ruhetag hat. Im ersten Anlauf finden wir im Hotel Post freie Zimmer. Eine gute Wahl, die Fahrräder stehen sicher im Haus, es gibt einen Garten mit Swimmingpool, was will man mehr.

Klausen

Klausen: Relaxen nach der Etappe und Kraftschöpfen für den nächsten Tag im Parkhotel Post


Einkehrtipps:

  • Wiesen im Pfitscher Tal: diverse Gaststätten/Hotels im Ort, nicht direkt an der Strecke
  • Mauls: Gasthof Jägerheim, Mauls 16C, 39040 Mauls, Telefon: +39 0472 771100 - (ca. 100 m vom Abzweig der Route nach Mauls entfernt - Mittwoch Ruhetag)
  • Mauls: Hotel Stafler (liegt an der Brennerstaatsstraße ca. 500 m vom Abzweig der Route nach Mauls entfernt, dort befindet sich auch ein weiterer Abzweig in den Ort Mauls)
  • Linderalm, Anratterhütte: bei der Abfahrt nach dem Valler Jöchl auf der Hauptroute
  • Nockalm: Telefon: +39 340 4070197 - bei der Abfahrt nach dem Valler Jöchl auf der Variante
  • Spinges: Hotel Senoner, Georg-Stocker-Platz, 10/14, 39037 Spinges, Telefon: +39 0472 888029
  • Spinges: Der Brunnerhof, Dorfstraße, 3, 39037 Spinges, Telefon: +39 0472 849591
  • Hotel Sonneck: Spingeser Straße 2, 39040 Natz-Schabs, Telefon: +39 0472 694027
  • Brixen: diverse Restaurants
  • Klausen: Imbiss Herbert (direkt am Radweg vor dem Stadttor), Steckdosen unter den Tischen im Freien

Radshops:

Übernachtungstipps:

  • Mauls: Gasthof Jägerheim, Mauls 16C, 39040 Mauls, Telefon: +39 0472 771100 - (ca. 100 m vom Abzweig der Route nach Mauls entfernt - Mittwoch Ruhetag)
  • Spinges: Hotel Senoner, Georg-Stocker-Platz, 10/14, 39037 Spinges, Telefon: +39 0472 888029
  • Spinges: Der Brunnerhof, Dorfstraße, 3, 39037 Spinges, Telefon: +39 0472 849591
  • Klausen: Parkhotel Post, Tinneplatz 3, 39043 Klausen Telefon: +39 0472 847514
  • Klausen: Hotel Bischofhof, Griesbruck, 4, 39043 Klausen, Telefon: +39 0472 847448
  • Tourismusverband Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders: Marktplatz 1, 39043 Klausen, Tel. +39 0472 847 424     www.klausen.it

Weitere Einträge nehme ich gern auf. Anmelden bzw. Kontaktaufnahme über Kontakt oder die Angaben im Impressum.


Hinweise zu anderer Einteilung der Etappen

  • bei Schlechtwetter oder Schneegefahr ggf. Schlüsseljoch und/oder Valler Jöchl auslassen
  • weiter auf Eisack-Radweg

Not- bzw. Schlechtwettervarianten

  • mit italienischer Regionalbahn zwischen Brenner und Gossensass, Sterzing, Brixen, Klausen