Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Tiroler Jöchl Transalp


5. Tag: Abschied von Südtirol - über das Grauner Joch ins Nonstal

Strecke: 59,3 km, 2403 hm
Kaltern - Altenburg - Zoggler Wiese - Lenzenhof - Graun - Grauner Joch - Kuhleger Hütte - Passo Predaia - Pra del Stabel - Malga Coredo - Valle Lama - Rifugio Predaia - Rifugio Sores - Vervo - Prio - Rio Pongaiola - Castel Thun - Vigo di Ton - Bastianelli - Masi di Vigo - Trattoria al Lago - Kreisel bei Imbiss La Rocchetta - Fai della Paganella

  • 33 %: Straße
  • 29 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 33%: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad (S1 am Grauner Joch von Kuhleger Hütte bis Passo Predaia in Kehren ohne Hinterradversetzen)
  • Schiebepassage: ggf. an den o.g. Kehren (ca. 400 Meter Strecke)
  • GPS-Track: 5-TirolJoch-Kaltern-Fai.gpx

siehe auch Variante Nonstal-Andalo: Hinweise im Tourbericht, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

Strecke: 65,7 km, 2593 hm
bis Kreisel bei Imbiss La Rocchetta wie Hauptroute - Spormaggiore - Crocefisso - Selvapiana - Priori - Lago di Andalo - Andalo

  • 18 %: Straße
  • 34 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 44 %: Feldweg, Schotter
  • 4 %: Trail, Pfad (S1 am Grauner Joch von Kuhleger Hütte bis Passo Predaia in Kehren ohne Hinterradversetzen)
  • GPS-Track: 5-Var-Nonstal-Andalo.gpx

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot: Varianten (wenn vorhanden)

5 Tiroler Joechl Transalp

TAG 5 Tiroler Joechl Transalp


Vor dem Grauner Joch hatte ich ehrlich gesagt, etwas Bammel. Ich hatte es vor Jahren schon einmal befahren. Damals hatte ich zu wenig Wasser dabei und mich schon gequält. Um es kurz zu machen, diesmal war es ein Genuss. Von Kaltern aus führt über Altenburg und die Zoggler Wiesen ein schöner Höhenweg nach Graun.

Unterland

Von Kaltern aus schraubt man sich bis Graun langsam in die Höhe mit schönen Panoramablicken ins Südtiroler Unterland.


Lenzenhof

Lenzenhof: den Genuss des Südtiroler Panoramas kann man mit dem Genuss von Südtiroler Gaumenfreuden kombinieren...


In Graun beginnt die Schotterauffahrt über 1000 Höhenmeter zum Grauner Joch. Am Dorfbrunnen in Graun wird noch einmal ordentlich Wasser getrunken, alle Flaschen gut gefüllt und los gehts - zunächst im schattigen Wald.

Graun Wasser

Dorfbrunnen in Graun


Immer auf guter Schotterpiste brauchen wir rund zwei Stunden bis zum Joch.

Auffahrt Grauner Joch

Auffahrt zum Grauner Joch auf guter Schotterpiste


Hinweis: Auf dem Weg zum Grauner Joch gibt es mittlerweile zwei Wasserstellen, die sind aber nicht unbedingt sicher. Bei meiner erneuten Befahrung tröpfelten sie nur vor sich hin. Mag sein, dass sie in heißen Sommern auch mal trocken fallen.

Wasserstelle

Wasserstellen auf ca. 1475 m Höhe. Es war nur ein spärliches Rinnsal, verlassen sollte man sich nicht darauf!


Als Passhöhe ist das Joch als solches nicht so recht auszumachen, aber es gibt ein Schild "Grauner Joch", so dass eventuelle Unklarheiten beseitigt werden. Ansonsten hätten mir meine Erinnerungen und der Höhenmesser bestätigt uns, dass wir es geschafft haben.

Grauner Joch

Grauner Joch


Zur Hütte am Kuhleger sind es noch ein paar wenige Höhenmeter. Hier ist ein idealer Rastplatz mit Blick tief hinab ins Etschtal. Der einzige Wermutstropfen: Es gibt keine Wasserstelle.

Kuhleger

Nach dem Grauner Joch folgt noch ein kurzer Anstieg, bevor die Abfahrt beginnt. An der Kuhleger Hütte gehört ein Zwischenstopp zum Pflichtprogramm. Die weitere Trailabfahrt verläuft bis zum Passo Predaia oder St. Barbara genau auf der Provinzgrenze Südtirol-Trentino.


Wasser bekommt man erst an der Malga Coredo Nuovo - das hat sich mir eingeprägt.

Malga Coredo

An die Malga Coredo habe ich gute Erinnerungen von meiner Erstbefahrung des Grauner Joch bei einer Transalp vor etlichen Jahren. Damals war ich nahezu am Verdursten und konnte erst hier wieder Wasser bunkern, nachdem ich es in Graun damals versäumt hatte. Deshalb auch diesmal eine kurze Einkehr mit etwas Verzehr, damit sich die Bewirtschaftung für die Pächter weiter rentiert.


Wir sind nun im italienischen Nonstal und es geht zügig bergab. Am Rifugio Sores machen wir Rast. Typisch italienische Ferienidylle - für uns gibt es Cappuccino und Apfelstrudel.

Rifugio Sores

Rifugio Sores


Ab hier könnte man weiter auf einem Nebensträßchen fahren. Es gibt aber auch noch Schotterpisten und Trails, nicht zu schwer zu fahren, einfach lecker. Schließlich erreichen wir Vervo. Hier muss man aufpassen, dass man bei der rasanten Abfahrt nicht zu weit hinab bis zur Staatsstraße des Nonstals fährt. In Prio zweigt die Strecke mit einer Fahrt durch die charakteristischen Apfelplantagen im Nonstal auf der Pilgerstrecke in Richtung zum Castel Thun ab. Dabei wird der Canyon des Rio Pongaiola überquert. Es geht steil hinunter und auf der anderen Seite wieder steil hinauf. Auch die Stippvisite am Castel Thun erfordert einen kleinen Gegenanstieg und weiter geht die Fahrt durch Apfelplantagen nach Vigo di Ton.

Nonstal Castel Thun

Vom Castel Thun aus hat man einen weiten Blicks ins Nonstal (Valle di Non). Dort werden aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen überwiegend Äpfel angebaut. Deshalb finden sich auch immer wieder Wegeabschnitte abseits der Straßen direkt durch die Apfelplantagen.


Castel Thun

Vom Castel Thun, das auf dem Hügel thront, verläuft zum Beispiel der Weg nach Vigo di Ton komplett durch die Apfelhaine.


Danach geht es leicht bergab, bis wir bei Trattoria al Lago die Straße im Nonstal erreichen. Es folgt eine nicht vermeidbare Straßenpassage zum Imbiss und Parkplatz La Rocchetta. Hier wird der Verkehr nach Andalo, Fai della Paganella und ins Val di Sole verteilt. Die Strecke nach Andalo kennen wir schon. Sie ist aber als Variante sowohl auf der Übersichtskarte als auch auf dem folgenden separaten Höhenprofil dokumentiert:
GPS-Track: 5-Var-Nonstal-Andalo.gpx (siehe zur Orientierung dazu auch das Bild nach dem Höhenprofil)

Wir machen uns also dieses Mal auf den Weg nach Fai della Paganella. Das ist eine zähe Straßenauffahrt. Deshalb am besten unten noch die Rastmöglichkeit nutzen, eine kalte Cola trinken und langsam, aber stetig hochstrampeln. Geschafft! Fai della Paganella ist ein netter kleiner Ferienort. Unterkünfte gibt es dort zur Genüge. Ende Juni ist das überhaupt kein Problem.


Hinweise zur Variante: Nonstal - Andalo ab Imbiss und Kreisel Rocchetta

5 Var Nonstal Andalo komplett


Die Orientierung am Kreisel Rocchetta ist nicht ganz einfach. Das wäre die Zufahrt für die Variante über Spormaggiore nach Andalo.

Tunnel Hinweis

Ja, man muss sich in den Verkehr einordnen und zunächst durch den Tunnel in Richtung "Cles - Male" fahren. Nach ein paar hundert Metern folgt dann der Abzweig nach "Andalo". Ab hier sind es ca. 2 km auf der Hauptstraße, ehe man wiederum links auf die alte Nebenstrecke nach Spormaggiore abbiegen kann (Achtung: dieser Abzweig ist nicht beschildert!).


In Spormaggiore gibt es eine tolle Wasserstelle am historischen Dorfbrunnen, an dem früher auch die Wäsche gewaschen wurde.

Spormaggiore Brunnen

Spormaggiore: an diesem alten Dorfbrunnen kann und sollte man Wasser nachfüllen. Es ist gutes, reines Quellwasser (acqua buona), wie mir eine Einheimische freundlich zurief. Grazie mille!


Alternativ gibt es auch eine Rastmöglichkeit im Albergo "Alt Spaur". Es liegt wenige Meter unterhalb des Dorfplatzes, der durch die Kirche unschwer zu erkennen ist.

Alt Spaur

Das Albergo "Alt Spaur" verrät uns den alten deutschen Namen aus österreichisch-ungarischer Zeit für den Ort Spormaggiore.


Torrente Sporeggio

Von Spormaggiore aus geht es nach einer kurzen Einrollstrecke gleich ordentlich zur Sache. Die steileren Abschnitte sind Rampen aus Waschbeton, dazwischen viele Abschnitte als Schotterpisten. Im Hochsommer wird man den Schatten entlang  des Canyons, den der Torrente Sporeggio bildet, zu schätzen wissen.


Einkehrtipps:

  • Lenzenhof: Indermauerstraße 46, 39040 Kurtatsch, Telefon:+39 0471 880299 - Ruhetag: Mittwoch
  • Graun: Gasthof Caroline, Indermauer 19 - 39040 Graun, Telefon: +39 0471 880212 - Ruhetag: Montag
  • Malgo Coredo: Telefon +39 345 2290775
  • Rifugio Sores: Telefon +39 329 6927869
  • Nonstal: Trattoria al Lago, Località Castelletto, 2, 38010 Vigo di Ton, Telefon: +39 0461 601423

Übernachtungstipps:

  • Graun: Gasthof Caroline, Indermauer 19 - 39040 Graun, Telefon: +39 0471 880212
  • Fai della Paganella: Stella Alpina, Via Guglielmo Marconi, 16, 38010 Fai della Paganella TN, Telefon: +39 0461 583140
  • Fai della Paganella: Hotel Montana, Via Cesare Battisti, 26, 38010 Fai della Paganella TN, Telefon: +39 0461 583182
  • Fai della Paganella: Hotel Arcobaleno, Via Cesare Battisti, 45, 38010 Fai della Paganella TN, Telefon: +39 0461 583306
  • Spormaggiore: Albergo Alt Spaur, Via Trento, 3, 38010 Spormaggiore TN, Telefon: +390461641008
  • Andalo: Hotel Majorka, Viale Trento, 8, 38010 Andalo TN, Telefon: +39 0461 585871

Weitere Einträge nehme ich gern auf. Anmelden bzw. Kontaktaufnahme über Kontakt oder die Angaben im Impressum.


Hinweise zu anderer Einteilung der Etappen

  • in Graun übernachten
  • ab Nonstal weiter auf der Variante über Spormaggiore nach Andalo fahren

Not- bzw. Schlechtwettervarianten

  • von der Bahnstation unterhalb der Trattoria al Lago mit der Eisenbahn aus dem Nonstal heraus bis Mezzocorona oder Trento und dort jeweils weiter auf Etsch-Radweg Richtung Gardasee